xwolf: Wie belastend ist Emailtraffic?

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Hi,

Sagen wir 100.000 Email im Monat, mit Server meinte ich einen virtuellen Server (von Billigspaceangeboten), der einen LAMP darstellt.

Dann rechne doch mal..

Eine echte Mail hat im Durchschnitt (bei mir) 3KB.
Bei 100.000 Mails macht das dann 300.000kb, also etwa 292 MB Transfer im Monat.
Eine SPAM-Mail dagegen macht im Durchschnitt etwa 9KB.

Bei einem ueblichen Billigangebot hast du wohl 3 GB im Monat frei.
Also bist du da wohl auf der sicheren Seite.

ABER:
Diese Billigangebote sind natuerlich Pauschalangebote, die auch sehr viel Lockanteil haben. (Anders gesagt: Die provider sagen, du hast xx GB Traffik frei, aber eigentlich rechnen die allesamt damit, dass nur ein kleiner Teil der Kunden, wirklich so viel benötigen. Wenn alle Kunden in einem Monat alles ausnutzen würden, gäb es am Ende des Monats seeeehr viele pleiten!)

Der Provider selbst zahlt pro GB in Deutschland zwischen 2 und 15 Euro je übertragenden Gigabyte.

Angenommen, er zahlt 8 Euro/GB kosten deine 100.000 Mails also
dem einen Provider 2,29 Euro. (SPAMMAIL das dreifache.)

Scheint also noch ok zu sein.

Aber schauen wir weiter.
Die Mail geht ja durchs Netz und wandert ueber einige Router zu seiner Zieladresse.
Im Schnitt geht eine Mail über 3 verschiedene Netze.
Jeder dieser Netze kann einen anderen Besitzer haben. Und alle zahlen diese für die Leitungskosten. ALso multipliziere die obigen Kosten mit der Zahl der betroffenen Netze.

Somit sind wir allein vom Transport der Mails bei einem
Kostenwert von 6,86 Euro bzw. 20,56 Euro.

Und dies bei nur 100.000 Mails.
Uebliche SPAM wird jedoch ueber Listen mit einigen Millionen Adressaten verschickt. Ich wuerde da im Schnitt mit einer Zahl von 7 Millionen rechnen. Es gibt aber auch Listen mit 29 Millionen Adressen.

Bei 7 Millionen Mails waeren es also *Anfangskosten* von etwa 1440 Euro.

Und da hast du auch ein weiteres Problem: Unzustellbare Mails.
Was passiert, wenn eine Mail nicht zustellbar ist? genau - die Mail geht zurück an denjenigen, der als Absender eingetragen wurde.
(Ein SPAM nimmt da die Adresse jemand von jemand anderen {was neben den normalen unberechtigten Zustellen der Mails auch noch den Straftatbestand von Betrug, Verleumdung und Vertuschung hinzufügt und
Dritte schadet.})

Hiermit tritt dann wieder Traffik auf, die noch mal addiert werden muss.

Was für Kosten entstehen noch?
Angenommen, der Zielhost, der die Mails bekommt, sitzt hinter einer duennen Anbindung und hat in der Tat noch andere Dienste am laufen.
Wenn die Leitung durch die Mails belastet ist, koennen die anderen Dienste nicht angeboten werden, weil zu langsam.
Dies kann dann zu einen echten Schaden führen.

Und zu einer weiteren Maillawine! Merkt naemlich ein Router, der einem MX-Host die Mail zustellen soll, dass der MX nicht reagiert, wird er nach einigen Stunden die Mail nochmal zusenden.

Und wenn dieser Punkt mal erreicht ist, dann kann es soweit kommen, wie bei STRATO, dass aufgrund der Lawine und der langsamen verarbeitungsgeschwindigkeit der eingehenden Mails irgendwann der Server in einem Loop faellt aus immer mehr Mails, die nochmals gesendet wurden, aber noch nicht bestaetigt wurden und der wachsende Eingangsque .
Und dann muessen Fachleute ran und ggf. den Server dicht machen.
An dem Punkt wird es dann auch *richtig teuer*.

Der Rest ist also ein bischen Mathe.
Man muss wissen:
   Wie ist die Leitungsanbindung, wieviele Mails mit welcher Groesse geht an wieviele Leute.

Ciao,
  Wolfgang