Michael Jendryschik: Wie biete ich einen Download einer Datei an

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Hallo,

Natürlich kann ein Nutzer nur zwischen den Möglichkeiten wählen, die ihm bekannt sind. Je mehr Möglichkeiten sich ihm offenbaren, desto größer ist die Auswahl. Dieser Zustand ist zu begrüßen!

Darunter, dass sich ihm die Möglichkeiten offenbaren, würde ich verstehen, dass sie ihm bekannt (gemacht) werden.

Zum Beispiel dadurch, dass der Nutzer sieht, wie Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen es machen.

Dazu ist mehr nötig, als einfach einen einfachen Link zu verwenden und zu hoffen, dass der Benutzer durch Zufall darauf stößt. Und ja, die sonst so verschmähten Hilfestellungen à la »Möglicherweise wird das PDF-Dokument direkt in ihrem Browser geöffnet. Falls sie es auf ihre Festplatte speichern möchten, können sie diesunddies und dasunddas tun...« bzw. noch konkreter die altbekannte und sicher kritikwürdige Anweisung »Bitte klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link und wählen sie 'Link speichern unter', falls Sie...« *können* dazu beitragen, dass sich die Benutzer dieser Möglichkeiten bewusst werden.

Ich habe diese Möglichkeit niemals abgelehnt. Ich persönlich würde solche Anleitungen für gewöhnlich nicht schreiben, allerdings behindern sie niemanden und daher kann ich mich mit ihnen arrangieren. So habe ich zum Beispiel auch nichts gegen das Öffnen neuer Fenster über das 'target'-Attribut, wenn es im Rahmen einer zusätzlichen Option sinnvoll angeboten und mir nicht aufgezwungen wird.

Es gibt zwei Überzeugungen, die zueinander im Widerspruch stehen:

Es geht wie gesagt um reale Begebenheiten, die sich entsprechend untersuchen lassen, nicht um Überzeugungen. Usability versteht sich zurecht als empirische Wissenschaft.

Und im Rahmen eben solcher empirischen Untersuchungen hat es sich herausgestellt, dass es in den meisten Fällen sehr sinnvoll ist, den Nutzer nicht zu bevormunden.

Der Punkt, der mich stört, ist ganz einfach das ständige Argumentieren auf der Basis des Glaubens und der Überzeugungen bzw. Prinzipien.

Dass Argumente nicht auf Dogmen sondern Fakten basieren sollten, ist klar. Dennoch verfolgt jeder eine Philosophie. Jeder hat gewisse Standpunkte herausgearbeitet und vertritt diese. Wäre es anders, wäre keine Diskussion möglich. Dass meine Sicht der Dinge nicht aus der Luft gegriffen ist, kannst du mir glauben, daher habe ich auch wenig Lust, über die Art und Weise, eine Diskussion zu führen, zu diskutieren. Ich möchte mich hier gern zielgerichtet mit Blick auf Ergebnisse und Lösungen unterhalten. Das geht ohnehin nur, wenn man stets offen für andere Ansichten, Inspirationen, Lösungswege und Argumente ist. Diese muss man sich nicht zu eigen machen, aber es hilft, seinen Horizont zu erweitert. Ich bin sicherlich nicht hier, um sinnvolle Lösungen einfach zu verwerfen und auf meinen eigenen kleinen Insel zu verharren. Ich denke, du siehst das ähnlich.

Gruß,

MI

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Einführung in XHTML, CSS und Webdesign: http://jendryschik.de/wsdev/einfuehrung/
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