alte Festplatte mit 80 MB Kapazität
Christoph Schnauß
- sonstiges
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hallo Forum,
ich habe ein Problem ;-)
Grade war ich ein paar Tage zu einer Art "Urlaub" in Eisenach - da bin ich mal vor ein paar Jahrzehnten zur Schule gegangen, und es gibt noch jede Menge (ehemalige) Mitschüler. Eine meiner ehemaligen Mitschülerinnen bat mich, ihren Rechner nachzusehen, weil der nicht mehr "wollte" nach irgendeiner Art von Kurzschluß. Das Ding war ein uralter 386er, das Netzteil hatte seinen Geist aufgegeben. Zu reparieren ist daran nix mehr, sie wird sich einen neuen Rechner zulegen müssen.
Aber ich hab ihr fest zugesagt, daß die auf ihrer Platte vorhandenen "Daten" natürlich gerettet und archiviert werden können. Habe die Platte ausgebaut und mitgenommen, und jetzt, wieder zuhause in Berlin, ein erstesmal versucht, diese Platte in einen meiner Rechner (mein ältester ist ein 486er) reinzuschubsen. Siehe da, auch die Platte ist ein Museumsstück, sie hat tatsächlich nur eine Kapazität von 80 MB ( ganz richtig: MB - und nicht etwa GB) und ist laut Prüfsiegel 1989 hergestellt worden. Es gibt _keine_ Möglichkeit, sie per Jumper auf "Master" oder "Slave" zu stellen.
Das Problem, das ich habe, ist: ich bekomme die Platte gerade mal angesprochen und im BIOS gezeigt, finde aber nicht heraus, welches Betriebssystem da drauf sein könnte. Vermutlich ist es DOS in Kombination mit Windows 3x. Es _müssen_ neben dem "Betriebssystem" aber noch ein paar "doc"-Dateien drauf sein - meine ehemalige Mitschülerin hat mir nur zu sagen gewußt, alle hätten sie gelobt, weil sie ein unglaublich fortschrittliches Schreibprogramm namens "Word" auf ihrem Rechner habe.
Wie diagnostiziere ich nun weiter? Vermutlich ist das aussichtsreichste Verfahren, diese Uralt-Platte mit Hilfe eines LINUX-Systems per "dd" komplett zu kopieren. Ich trau mich aber noch nicht recht, weil "dd" möglicherweise auch auf dem Museumsstück irgendwas anrichtet.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
ich habe ein Problem ;-)
Ach ;)
Das Problem, das ich habe, ist: ich bekomme die Platte gerade mal angesprochen und im BIOS gezeigt, finde aber nicht heraus, welches Betriebssystem da drauf sein könnte.
Das Betriebssystem ist wurscht, die Frage ist, um welches Dateisystem es sich handelt.
Vermutlich ist es DOS in Kombination mit Windows 3x.
Anzunehmen, wenn sie mit Word gearbeitet hat. Also Dateisystem FAT, was wiederum bedeutet, dass diese Platte mit jedem x-beliebigen Windows-Rechner lesbar sein müsste (und jedem anderen Betriebssystem, das Microsofts FAT kennt).
Wie diagnostiziere ich nun weiter?
Wo genau ist denn das Problem? Du sagtest, dass die Platte im BIOS korrekt angezeigt wird. Also klemme sie an Deinen "normalen" Rechner an den zweiten IDE-Kanal, et voilá.
Oder stehen im BIOS merkwürdige Werte? Funktioniert die automatische Erkennung der Parameter nicht richtig, musst Du die Plattendaten vom Etikett von Hand eintippen?
Gruß,
soenk.e
Hallo Christoph,
Das Problem, das ich habe, ist: ich bekomme die Platte gerade mal angesprochen und im BIOS gezeigt, finde aber nicht heraus, welches Betriebssystem da drauf sein könnte. Vermutlich ist es DOS in Kombination mit Windows 3x. Es _müssen_ neben dem "Betriebssystem" aber noch ein paar "doc"-Dateien drauf sein - meine ehemalige Mitschülerin hat mir nur zu sagen gewußt, alle hätten sie gelobt, weil sie ein unglaublich fortschrittliches Schreibprogramm namens "Word" auf ihrem Rechner habe.
wahrscheinlich musst du die Plattenparameter im Bios von Hand einstellen.
Risiko oder Problem dabei ist die Möglichkeit dass die Platte u.U. mit anderen als den vom Hersteller angegebenen Parametern formatiert worden ist, bei meinem 286er mit 20 MB Platten gab es von den Herstellerangaben abweichende weitere Möglichkeiten die Platte logisch bei gleicher Kapazität (und angeblich besser) anzusprechen.
Grüsse
Cyx23
hallo,
also ich würde folgende vorgehensweise empfehlen.
1. mit einem tool wie z.B. DriveImage von Powerquest ein image von der platte erstellen. Version ab 6.0 kann fast alle Dateisystem und vieleicht auch gleich anzeigen um welches es sich handelt und ob die HD pationiert ist.
2. mit tool wie z.B. Pc Inspector File Recovery (Freeware) Daten sichern.
hoffe das hilft weiter
mfg
Das Schmunzelmonster
Hallo Christoph
hallo Forum,
Das Problem, das ich habe, ist: ich bekomme die Platte gerade mal angesprochen und im BIOS gezeigt, finde aber nicht heraus, welches Betriebssystem da drauf sein könnte. Vermutlich ist es DOS in Kombination mit Windows 3x. Es _müssen_ neben dem "Betriebssystem" aber noch ein paar "doc"-Dateien drauf sein - meine ehemalige Mitschülerin hat mir nur zu sagen gewußt, alle hätten sie gelobt, weil sie ein unglaublich fortschrittliches Schreibprogramm namens "Word" auf ihrem Rechner habe.
Wie diagnostiziere ich nun weiter? Vermutlich ist das aussichtsreichste Verfahren, diese Uralt-Platte mit Hilfe eines LINUX-Systems per "dd" komplett zu kopieren. Ich trau mich aber noch nicht recht, weil "dd" möglicherweise auch auf dem Museumsstück irgendwas anrichtet.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Linux mit dd ist imho genau der richtige Ansatz. Bloß nicht mit Windows ansprechen!!! Oder willst du auf einer vielleicht vom Bios falsch erkannten Platte mit einem uralt FAT Dateisystem einen Papierkorb eingerichet haben?
Klemm sie wenn möglich alleine an einen 2. IDE-Kanal. Plattenparameter von Hand im Bios eintragen, Knoppix booten und z.B. mit 'dd if="/dev/hdc" of="/mnt/hda/80mb_dsk.bak"' eine Sicherheitskopie in einen Datei erstellen. Dann kannst Du Dir die Platte z.B. mit hexedit /dev/hdc anschauen. Möglicherweise kannnst Du sie auch unter Linux mounten, ich weiß nicht, ob neuere Windows-Versionen überhaupt alte FATs lesen können. Wenn Du noch weitere Infos brauchst, ich hab noch eine Reihe gute Bookmarks zu dem Thema, hatte nämlich kürzlich einen HDD-Crash (80GB Maxtor) und habe mit dd alles was noch lesbar war, auf eine andere Platte geschrieben(>30h!). Zum Untersuchen der Platte/Datei ist auch WinHex gut zu gebrauchen.
cu, ziegenmelker
Hi!
Klemm sie wenn möglich alleine an einen 2. IDE-Kanal. Plattenparameter von Hand im Bios eintragen, Knoppix booten und z.B. mit 'dd if="/dev/hdc" of="/mnt/hda/80mb_dsk.bak"' eine Sicherheitskopie in einen Datei erstellen. [...] und habe mit dd alles was noch lesbar war, auf eine andere Platte geschrieben(>30h!).
Wenn Du beim dd-Kommando zusaetzlich noch bs=1M angibst, duerfte das deutlich schneller ablaufen. Default ist bs=512, also sektorweise kopieren. Dabei geht jede Menge Zeit drauf, weil staendig nur kleine Datenhaeppchen von einem Cache zum naechsten kopiert werden und so der Overhead stark ins Gewicht faellt. Mit bs=1M wird gleich mit Megabyte-"Haeppchen" gearbeitet.
Ich hab ne Zeit lang regelmaessig ein 12GB Image meiner Windowspartition eingespielt (Windows98 kackt halt staendig ab). Zielplatte war ne Platte mit 7200rpm, UDMA/100. Da hatte ich Datenraten von mehr als 1GB/Minute, und zwar inclusive bunzip2 des Images (war komprimiert etwa 300MB gross).
Ob das bei der 80MB-Platte nen Unterschied macht, ist natuerlich fraglich. Die kann glaub ich noch nicht mal die PIO-Modes, UDMA schon gar nicht.
Zum Untersuchen der Platte/Datei ist auch WinHex gut zu gebrauchen.
Oder auch das Image unter Linux mounten. Hat den Vorteil, dass man nur zum Image-ziehen mit der Platte selbst arbeiten muss.
So long
Hi!
Wenn Du beim dd-Kommando zusaetzlich noch bs=1M angibst, duerfte das deutlich schneller ablaufen. Default ist bs=512, also sektorweise kopieren. Dabei geht jede Menge Zeit drauf, weil staendig nur kleine Datenhaeppchen von einem Cache zum naechsten kopiert werden und so der Overhead stark ins Gewicht faellt. Mit bs=1M wird gleich mit Megabyte-"Haeppchen" gearbeitet.
Das ist mir bekannt, mache ich auch bei intakten Platten so, aber bei einer Platte mit vielen defekten Sektoren wird imho ein defekter Sektor als Folge von 0x00 in das Image geschrieben. Ich wollte nicht testen, ob das bedeutet, daß bei einer bs=1M ein kompletter 1M-Block mit Nullen ins Image geschrieben wird, obwohl vielleicht nur ein Sektor defekt ist. Außerdem versucht dd bei defekten Sektoren offenbar mehrmals diese zu lesen, was eventuell bei vergrößerter Blockgröße zu längerer Arbeitszeit führen könnte.
Desweiteren weiß ich nicht, was passiert, wenn die Platte keine Größe hat, die ein ganzahliges Vielfaches der bs-Angabe ist. Gleiches Problem beim Rückspielen eines Images mit count=xxx, wobei xxx mit der blocksize multipliziert gleich der Größe der Imagedatei sein muß(?)
[...]
Ob das bei der 80MB-Platte nen Unterschied macht, ist natuerlich fraglich. Die kann glaub ich noch nicht mal die PIO-Modes, UDMA schon gar nicht.
jup, weder noch. Übertragungsrate pimaldaumen 50-250kB/sec
Zum Untersuchen der Platte/Datei ist auch WinHex gut zu gebrauchen.
Oder auch das Image unter Linux mounten. Hat den Vorteil, dass man nur zum Image-ziehen mit der Platte selbst arbeiten muss.
Habe ich noch nicht gemacht, hört sich aber echt gut an :-),
das geht aber wohl nicht mit dem Image einer Platte, sondern nur mit dem Image einer Partition.
ciao, ziegenmelker
Re!
Das ist mir bekannt, mache ich auch bei intakten Platten so, aber bei einer Platte mit vielen defekten Sektoren wird imho ein defekter Sektor als Folge von 0x00 in das Image geschrieben. Ich wollte nicht testen, ob das bedeutet, daß bei einer bs=1M ein kompletter 1M-Block mit Nullen ins Image geschrieben wird, obwohl vielleicht nur ein Sektor defekt ist.
Weiss ich auch nicht.
Desweiteren weiß ich nicht, was passiert, wenn die Platte keine Größe hat, die ein ganzahliges Vielfaches der bs-Angabe ist.
Das ist kein Problem. dd kann partielle Bloecke lesen und schreiben. Hab's grad noch mal mit dem dd von den GNU fileutils ueberprueft.
Gleiches Problem beim Rückspielen eines Images mit count=xxx, wobei xxx mit der blocksize multipliziert gleich der Größe der Imagedatei sein muß(?)
Wenn count kleiner ist als die Anzahl der bs-sized Bloecke im Image, wird dementsprechend weniger zurueckgeschrieben und der Rest ignoriert. Dafuer ist count ja gedacht. Aber fuer das Zurueckspielen eines komplette Images braucht man den count-Parameter nicht.
das geht aber wohl nicht mit dem Image einer Platte, sondern nur mit dem Image einer Partition.
Yoh, mein ich ja. Fuer's Datenretten braucht man ja nur die (vermutlich einzige) Partition auf der Platte.
So long
Hello,
ich habe ein Problem ;-)
Bist Du ein Glücklischer! Nur eins?
Hier mein Schmunzeltipp:http://www.pcwelt.de/know-how/tipps_tricks/hardware/festplatten/101153/
Und wenn Du möchstest, kannst Du noch eine 80MB-Platte von mir dazu bekommen.
Bei der Gelegenhait mal dumm gefragt: Hat die denn überhaupt schon einen IDE-Anschluß?
Dann kann sie aber bestimmt auch nur PIO 1
Ich habe bestimmt auch noch irgendwo alte Testprogramme von Norton & Co. (NU /d), um direkt auf die Platte zuzugreifen und sie Cluster für Cluster direkt auszulesen...
Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de
Tom
hi
Und wenn Du möchstest, kannst Du noch eine 80MB-Platte von mir dazu bekommen.
naja, ich hätte noch eine 20 MB Platte (2 volle 5,25" Schächte groß) die ich dem Reigen zusteuern könnte...und außerdem einen voll funktionsfähigen 8088 in welchem die ihre arbeit verrichtet :).
so long
ole
(8-)>
Hello,
Und wenn Du möchstest, kannst Du noch eine 80MB-Platte von mir dazu bekommen.
naja, ich hätte noch eine 20 MB Platte (2 volle 5,25" Schächte groß) die ich dem Reigen zusteuern könnte...und außerdem einen voll funktionsfähigen 8088 in welchem die ihre arbeit verrichtet :).
Die hat doch bestimmt noch einen RLL-Controller, oder? Ich habe nämlich auch noch zwei solche Platten und da sind meine ersten Entwicklungen unter dBase drauf. Die Serverplatte, auf die ich das mal übertragen habe, ist leider gestorben und für die Datensicherungen gibt es keinen funktionstüchtigen Streamer mehr. Wär direkt mal lustig, die alte Platte wiederzubeleben. Die hat doch im Oktober erst gerade 20 Jahre auf dem Buckel.
Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de
Tom
hi
Die hat doch bestimmt noch einen RLL-Controller, oder?
wie der controller heißt kann ich dir nicht sagen, aber es erinnert optisch an die kontaktleiste einer ISA-Karte
so long
ole
(8-)>
möglicherweise gibt es 2 probleme zu knacken:
1. die elektische verbindung
2. die logische verbindung
zu 1. kann ich von hier nichts sagen.
zu 2.: die alte platte ist sicher keine 'intelligente' platte, welche dem controller ihre plattengeometrie per protokoll mitteilt.
daher mußt du die plattengeometrie (cyl, sectors, heads) schon wissen (steht manchmal auf der platte), und im bios eintragen.
evtl. steht auf der platte ein 'typ', das ist eine zahl zwischen 1 und 46? diese kannst du alternativ im bios als plattentype eintragen.
die platte kannst du dann mit einem partitionierer auf eine andere kopieren.