Klaus Mock: 5.1 Lautsprecher für MP3 vom PC?

Beitrag lesen

Hallo,

Ich kenne solche theoretischen Modelle, tatsächlich gibt es aber wirklich erstaunliche analoge Aufnahmen, die besser rüberkommen als CDs, die entsprechende Anlage natürlich vorausgesetzt.

Du meinst, die durch die gewählte Anlage ausreichend ohrenfreundlich verzerrt werden.

Warum wird dann heute in der Aufnahmetechnik wieder vermehrt auf Analog-Equipment zurückgegriffen?
Und das obwohl es heute schon AD-Wandler gibt, die mit 24 Bit und 192KHz arbeiten (96 KHz ist ja auhc schon im Home-Recordingbereich nichts aussergewöhnliches mehr), also weit mehr als die heutige CD zu bieten hat.
Die Gründe sind vielfältig. Vor allem die analoge Bandkompression wird von Produzenten und Aufnahmetechnikern sehr geschätzt. Ein Schlagzeug auf einer, sagen wir mal, Studer 2" 16-Spur-Maschine mit 76cm/s, aufgenommen klingt einfach besser als nur digitalisiert. Rauschen ist auch mit dieser Technik kein ernsthaftes Problem.
Es gibt zwar einige Ansätze, Effektgeräte oder Plugins für Harddisc-Recordings-Software, die versuchen dies auhc mit reiner Digital-Technik zu simulieren, aber bis heute gibt es da kein wirklich brauchbares Resultat zu vermelden.

Aber das ist ja sowieso eine andere Geschichte. Zwei Dinge will ich aber doch noch gesagt wissen:
1.) MP3 ist für mich, wie ich schon sagte, nur eine Notlösung. Ich verwende z.B. eine MP3-Jukebox um bei Konzertveranstaltungen 'Pausenmusik' anbieten zu können. Da das Teil wesentlich kleiner als ein CD-Player und eine Menge CD's ist, finde ich diese Lösung trotz der anhaftenden Nachteile noch praktischer.
Warum ich MP3 zu Hause selten bis gar nicht einsetze liegt eben daran, dass ich, trotz geringer Daten-Kompression, mich nicht damit abfinden will, wie sehr vor allem die Höhenwiedergabe leidet. Alles, was da einmal an 'zarten Höhen' in den Aufnahmen ist, wird plötzlich extrem hart wiedergegeben. Auch stört mich der mehr oder weniger starke Flanging-Effekt, der MP3-kodierten Aufnahmen anhaftet. Diese Effekte mögen bei den PC-Brüllwürfel oder den Ohrstöpseln von MP3-Playern nicht auffallen, benutzt man jedoch höherwertiges Equipment, dann treten sie um so mehr zu Tage.

2.) Man sollte sich bewusst sein, dass es einen Unterschied macht, ob man Aufnahmen für CD oder LP macht. Beide Medien verlangen von der Tontechnik unterschiedliche Dinge. Für die LP z.B. hat man einfach (unbewusst) etwas höhenbetonter gemischt, um den Frequenzabfall bei der Wiedergabe auszugleichen. Derartige Aufnahmen unbehandelt auf CD zu pressen würde dazu führen, dass sie eher dünn klingen. Auch fehlt bei der CD-Wiedergabe die für die Analog-Technik typische Kompression, die z.B. durch die Umschnittmaschine zwangsläufig erfolgen musste. Daher ist für die CD-Produktion ein gutes CD-Mastering mit sehr guten Kompressoren heute unumgänglich. Vergleicht man neuere CD-Produktionen mit welchen der ersten Stunde, bei denen vorhandenes Analog-Material nur 1:1 auf die CD übertragen wurde, so wird einem der Unterschied klar.

Ich bin beileibe kein fanatischer Verfechter der LP, allerdings mies will ich sie mir auch nicht machen lassen. Das hängt aber z.T. auch damit zusammen, dass meine LP-Sammlung mir Musik bietet, die nie auf CD erschienen ist;-) Und letztendlich kommt es ja wohl auf die 'Software' an, oder?

Grüße
  Klaus