Hi LanX!,
PPS: Wir sollten nicht vergessen: Nach 2 verheerenden Weltkriegen, ist die EU ist in erster Linie als Gemeinschaft entstanden, um Frieden zu bewahren.
Ja, der Friedensaspekt ist mir auch der wichtigste.
Vielleicht wirklich der größte Erfolg der EWG und EU: Jahrzehnte des Friedens in Mitteleuropa.
Die Art und Weise wie Aznar jetzt dafür abgestraft wurde zeigt das die Spanier wirklich in Europa "angekommen" sind (um eine Politfloskel zu bemühen), die Polen aber noch nicht.
Ich würde das Verhalten Polens anders deuten als das Aznars. Während der Spanier sich auf diesem Wege politisch profilieren wollte, drängt die Polen vor allem die Angst vor Putins Russland und das Wissen, dass ihre Sicherheit nicht von den anderen Europäern allein, sondern nur von den Amerikanern garantiert werden kann. Sie haben da so ihre Erfahrungen mit den Deutschen und Russen als Eroberern, mit den Engländern und Franzosen als unzuverlässigen Partnern, denn schließlich wurde die Befreiung Polens, der eigentliche Kriegsanlass und zunächst Hauptkriegsziel schnell fallen gelassen, angesichts der militärischen Macht Stalins und aufgrund anderer eigener Interessen.
Die Türkei ist einfach zu groß und wächst zu schell.
Die Griechen hätte man IMHO eigentlich damals auch nicht aufnehmen sollen, das kleine Land viel aber kaum ins Gewicht.
Beide Länder sollte man nicht aufnehmen, wenn man der Huntington-Doktrin anhängt: Orthodoxie und Islam rechnet er zu einem anderen, feindlichen Kulturkreis. Mich überzeugt das aber nicht.
Könnte die Türkei nur annähernd in Brüssel so mit Vetos rumzicken wie es schon kleinere Länder bisher praktiziert haben, dann gute Nacht Europa.
Die EU entwickelt sich, trotz der Vetos. Vielleicht würde die Türkei als junges Land auch Dynamik in diese Entwicklung bringen.
Seit Atatürk ist die Hinwendung zu Europa und dem Nationalstaat ein wesentliches Moment der Politik.
Richtig. Es gibt auch andere Kräfte.
Atatürk hat alle verbliebenen Osmanischen Untertanen zu "Türken" gemacht, schaut man aber hinter die Kulissen öffnet sich, hinter vorgehaltener Hand, ein Sammelsurium an Gruppierungen.
Es gibt im vorigen Jahrhundert eine Reihe solcher Reformbewegungen, die am Ende der Kolonialzeit kompromisslos versucht haben, ihr Land zu modernisieren und moderne Nationalstaaten zu entwickeln. Dabei wurde zum Teil brutal gegen Minderheiten vorgegangen, in der Türkei vor allem gegen die Armenier, was die meisten türkischen Bürger bis heute nicht anerkennen wollen. Die verspäteten Nationalstaaten haebn ihre Einheit oft mit der blutigen Verfolgung von Minderheiten erkauft, auch Deutschland hat diesen Weg beschritten.
Ein Europa ohne Minderheitenautonomien kann aber nicht funktionieren!
Richtig. Die Türkei hat aber gerade motiviert durch die mögliche EU-Zugehörigkeit nach Jahrzehnten des Blutvergießens wichtige Schritte in diese Richtung getan.
Andererseits wird irgendeine Art von Mitgliedschaft der Türken ziemlich sicher kommen, u.a. weil man die Einwanderung brauchen wird, ab 2015 spätestens kippt ja der Arbeitsmarkt³...
Ja, es kann gut sein, dass wir junge Menschen aus dem Ausland brauchen werden und obendrein selbst lange arbeiten müssen, weil die Generation der Rentenzahler zu klein ist.
Entweder das oder wir bauen ne Landbrücke und Gemeinden Brasilien ein² ...
Fußballerisch und tänzerisch wäre das ein Riesending für die EU. Vor allem die Kombination beider Fähigkeiten kann begeistern. Deshalb also: Brasilien in die EU!!!
PS: Ich glaube mitlerweile dass die Türken in den kommenden Jahrzehnten den nahen Osten dominieren und befrieden werden.
Das wäre positiv. Wie stellst Du Dir das vor? Als Brücke zwischen Israel und den arabischen Staaten, als Brücke zwischen der EU und dem Orient? Das wäre doch eine Meinung, die unbedingt für einen Beitritt spräche.
PPS: Mist schon wieder Romane gequaselt...
Ist ja auch ein interessantes Thema. Was nicht zur Sprache gekommen ist, dass die EU-Erweiterungen derart zu Lasten der kleinen Leute gehen, die eine heftige Nivelllierung nach unten zu ertragen haben.
Viele Grüße
Mathias Bigge