Rolf Rost: Atombomben und der ganz normale Wahnsinn

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Atombomben und der ganz normale Wahnsinn

Rolf Rost
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    Harry
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    Viel beunruhigender finde ich...

    Ole

Hallo Forumsgemeinde,

Irgendwo in Korea gab es dieser Tage einen riesen Bumsera.

Erst heute berichteten die Medien darüber. Und da war von einer riesigen pilzförmigen Wolke die Rede, aber: Es hieß auch, dass es nicht ganz klar ist, ob es sich damit um eine NuklearExplosion oder um eine ganz normale Explosion eines ganz normalen Sprengkörpers gehandelt hat.

Nuun, was ist normal!? Fakt ist, jede Detonation über Grund löst pilzförmige Wolken aus. Aber es gibt eben ein paar kleine aber feine Unterschiede, welche eine TNT - Detonation (normaler Sprengstoff) von einer NuklearDetonation (Atombombe) unterscheiden.

Aber die Medien berichten darüber, als ob es eben nicht möglich ist, zwischen diesen beiden Detonationstypen zu unterscheiden.

Ich meine: Die wollen uns verarschen, uns für DUMM erklären.

Wo es doch so ist...:
Jeder Seismologe weiß, dass nukleare Detonationen bereits anhand der Mikrobarogramme erkannt werden können, und zwar weltweit. Jeder Rundfunktechniker weiß um den elektromagnetischen Impuls, welche eine Nukleardetonation auslöst. Usw.

Aber in den Medien wird das wiedermal so dargestellt, als gäbe es keine Seismologen oder Rundfunktechniker, als wäre es nicht möglich, zu unterscheiden, ob die Kommunisten in Nordkorea eine 'normale' Bombe oder eine 'Atombombe' gezündet haben.

Wisst Ihr was!? Ich lasse mich nicht verarschen. Jedenfalls nicht auf diese Art und Weise. Und aus meiner Sicht hat es sowieso keinen zu geben, der irgendeinem Land vorzuschreiben hat, ob es Atombomben haben darf oder nicht.

Lass doch den Nachbarn seinen Drachen steigen. Haupsache, der kotzt nicht in meinen Acker.

Machts ma gut ;-)

Rolf

  1. Hi Rolf,

    ... NuklearDetonation (Atombombe)...

    Ich meine: Die wollen uns verarschen, uns für DUMM erklären. ...
    Wisst Ihr was!? Ich lasse mich nicht verarschen.

    Soweit kann ich dir noch folgen.

    Lass doch den Nachbarn seinen Drachen steigen. Hauptsache, der kotzt nicht in meinen Acker.

    Das ist, denke ich, zu kurz gekotzt. Dieser Nachbar läßt nicht nur Drachen steigen, sondern er zündelt auch an deinem Haus. Wenn Irre (wie in Baslan) mit ihrem Spielzeug hantieren, dann soll man schon acht geben was passiert. Und besonnen reagieren, so weit man das kann. Vielleicht ist die Nicht-Reaktion, die du Verarschung nennst, die einzige Möglichkeit, da ohne Eskalation herauszukommen,  ... vielleicht ...

    Unsere amerikanischen Freunde und Drachentöter glänzen jedenfalls z.Zt. sowieso nicht gerade durch Besonnenheit.

    Gruß
    Hans35

  2. Guten Morgen!
    Da hast Du recht! Ich habe mich heute ebenfalls aus demselben Grund geärgert. Journalisten übernehmen Agenturmeldungen ohne diese zu bearbeiten. Recherchieren, nein, das kennen sie nicht. Obwohl es ja ein leichtes gewesen wäre schnell im Seismologischen Institut etc nachzufragen.
    Ich denke, sie wollten uns nicht absichtlich verarschen. Sie waren einfach zu blöd oder hatten zu grossen Zeitdruck um den Meldungen nachzugehen.
    Wer auch immer den Agenturen die Meldungen rausgegeben hat, der wollte uns vielleicht verarschen.. hm.
    wünsch noch einen Atomfreien morgen.
    Grüsse
    Christian

  3. Hallo,

    auch die meisten Nachrichtenmagazinen stehen bzw stellen sich unter einen Zeitdruck. Warten sie, bis ihnen jemand erklärt hat, um was für eine Detonation es sich handelt, ist die Nachricht an sich schon wieder "alt". Warum also nicht erst einmal melden, DAS es eine Detonation gegeben hat, und danach die Meldung nachschieben, um was für eine? (und genauso ist es ja auch gekommen) - was ja das jetzt mit Verdummungsaktion der Medien zu tun? Was war an der ersten Meldung falsch?

    Lass doch den Nachbarn seinen Drachen steigen. Haupsache, der kotzt »» nicht in meinen Acker.

    Bitte. Diese Drachen werden definitiv auf Deinen Acker kotzen, bei Nuklearexplosionen sogar im fast wortwörtlichen Sinne.

    Chräcker

  4. hi!

    Erst heute berichteten die Medien darüber. Und da war von einer riesigen pilzförmigen Wolke die Rede, aber: Es hieß auch, dass es nicht ganz klar ist, ob es sich damit um eine NuklearExplosion oder um eine ganz normale Explosion eines ganz normalen Sprengkörpers gehandelt hat.

    ich hab grade jetzt im radio (ö3) gehört, dass es sich dabei um eine sprengung bei einem berg/felsen handelte...

    aber das mit der pilzförmigen wolke macht mich schon stutzig...

    lg
    azok

    --
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  5. Hallo!

    Lass doch den Nachbarn seinen Drachen steigen. Haupsache, der kotzt nicht in meinen Acker.

    Naja, so ganz so einfach ist das bei einem nuklearen Vorfall ja nun auch nicht.
    Denn die "Kotze" muss ja nicht _auf_ deinen Acker landen. Wenn der Wind ungünstig steht biste auch schon beteiligt an den Auswirkungen.
    Nuklearer Fallout usw...

    Danke für die Aufmerksamkeit!

    --
    H9k3
    1. Hello,

      Naja, so ganz so einfach ist das bei einem nuklearen Vorfall ja nun auch nicht.
      Denn die "Kotze" muss ja nicht _auf_ deinen Acker landen. Wenn der Wind ungünstig steht biste auch schon beteiligt an den Auswirkungen.
      Nuklearer Fallout usw...

      Siehe Tschernobil und unsere Waldpilze ...

      Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

      Tom

      --
      Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
      Nur selber lernen macht schlau
    2. Hallo,

      Denn die "Kotze" muss ja nicht _auf_ deinen Acker landen.

      ao mal ganz nebenebei der klitzelkleinen humanitären Katastrophe, der globalen politischen/gesellschaftlichen Auswirkungen eines anfangenden Flächenbrandes etc.... Da muß man schon etwas über den eigenen Jägerzaun schauen können, aber eigentlich nicht sehr viel.

      Chräcker

  6. habe d'ehre

    Und aus meiner Sicht hat es sowieso keinen zu geben, der irgendeinem Land vorzuschreiben hat, ob es Atombomben haben darf oder nicht.

    Aja, auch nicht die "Voelkergemeinschaft"? Mir jedenfalls waere Angst und Bange wenn sich jeder irre Despot mal irgendwo so ein kleines Nuklearboembchen organisieren koennte.

    man liest sich
    Wilhelm

    1. hi,

      Und aus meiner Sicht hat es sowieso keinen zu geben, der irgendeinem Land vorzuschreiben hat, ob es Atombomben haben darf oder nicht.

      Aja, auch nicht die "Voelkergemeinschaft"? Mir jedenfalls waere Angst und Bange wenn sich jeder irre Despot mal irgendwo so ein kleines Nuklearboembchen organisieren koennte.

      _welche_ Völkergemeinschaft ist das denn?
      Soviel ich weiß, hat erst einer es in der Praxis gewagt, so ein Scheißteil abzuwerfen... und dieser jemand zählt, wie ich vermute, auch zu diesem Teil der Völkergemeinschaft.

      Ich bin der festen Üverzeugung, daß - auch wenn wir in demokratisch(er)en Strukturen leben, uns ziemlich verarschen lassen. Insbesondere von der Presse! Wir haben zwar Pressefreiheit, aber wie die genutzt wird, hilft vielen nicht wirklich weiter.
      Ich meine, daß wir - denke ich - oft ein schrulliges, einseitiges Verhältnis zum _anderen_ Teil der Welt haben.
      Klar sind (sehr viele) Leute durchgeknallt und potentiell gefährlich.
      Aber haben die Amis nicht bewiesen, daß sie das auch sind?
      Für andere Wertesysteme (Religionen, Kulturen...) ist eben Bush u.U. viel durchgeknallter als wir das auch nur annähernd begreifen können.

      Gruß
      Reiner

      1. habe d'ehre

        Aja, auch nicht die "Voelkergemeinschaft"? Mir jedenfalls waere Angst und Bange wenn sich jeder irre Despot mal irgendwo so ein kleines Nuklearboembchen organisieren koennte.

        _welche_ Völkergemeinschaft ist das denn?

        Du hast die Schreibweise richtig interpretiert?

        Aber haben die Amis nicht bewiesen, daß sie das auch sind?
        Für andere Wertesysteme (Religionen, Kulturen...) ist eben Bush u.U. viel durchgeknallter als wir das auch nur annähernd begreifen können.

        Was hat die unkontrollierte Verbreitung von Nuklearwaffen jetzt mit den USA zu tun?

        Ich habe keinen Koenigsweg fuer eine Kontrolle, bin jedoch der Ueberzeugung, dass dies nur im Rahmen von UN-Vereinbarungen zu machen ist. Die Abschaffung und Verschrottung bestehender Arsenale ist ein anderes Thema. Gegen diesbezuegliche Antraege wuerden sich Frankreich und Russland genauso vehement zur Wehr setzen wie die Amerikaner. Wer Macht hat, wird sie ungern abgeben.

        man liest sich
        Wilhelm

        1. Aber haben die Amis nicht bewiesen, daß sie das auch sind?
          Für andere Wertesysteme (Religionen, Kulturen...) ist eben Bush u.U. viel durchgeknallter als wir das auch nur annähernd begreifen können.

          Was hat die unkontrollierte Verbreitung von Nuklearwaffen jetzt mit den USA zu tun?

          Sehr viel!
          Die Frage ist nämlich, WER das kontollieren darf.
          Wieso wird (ist provokant gemeint!) Nordkorea gedroht bzw. dem Irak ein Krieg bereitet, nur weil sie _u.U._ Waffen haben, wenn gleichzeitig bspw. die Amis Atomwaffen _def._ haben und zudem bewiesen haben, daß es ein gefährliches Spielzeug in ihren Händen ist.

          Ist gibt Leute, die in Hiroshima und Nagasaki eine Chance (für die Menschheit) sehen, so zyn. das klingen mag, weil gezeigt werden konnte, welche Auswirkungen die neuen Waffen im Vergleich haben. Das hat bisher jedenfalls abschreckend gewirkt.
          Das ist aber null und nichtig, sobald politische Interessen auch in höheren Kreisen dazu führen, sich opfern zu wollen. Im Klartext: Wenn man jemanden mit der Mentalität eines Selbstmordkommandos eine solche Waffe besitzen würde, hätte das Auswirkungen, die sich heute keiner nur annähernd vorstellen könnte.
          Und in dieser Beziehung traue ich manch westl. Nation fast weniger als einem besagten asiatischen Staat, der ein Druckmittel braucht, um ganz andere Interessen durchsetzen zu können.

          Gruß
          Reiner

      2. Hello,

        Ich bin der festen Üverzeugung, daß - auch wenn wir in demokratisch(er)en Strukturen leben, uns ziemlich verarschen lassen.

        Die einzige Demokratie dieser Tage findet mal wieder montags auf der Straße statt.

        Und auch hier werden wir im Auftrag einiger Weniger von den Medien verarscht. Es wird einfach das Statement verbreitet, dass man montags nicht demonstrieren darf, weil das dieselben Menschen schon einmal in einer anderen Sache getan haben. Das ergibt doch die Erkenntnis, dass wir überhaupt nur gegen sieben Sachen demonstrieren dürften und danach nie wieder. ;-((

        Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

        Tom

        --
        Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
        Nur selber lernen macht schlau
        1. Hallo,

          Und auch hier werden wir im Auftrag einiger Weniger von den Medien
          verarscht. Es wird einfach das Statement verbreitet, dass man
          montags nicht demonstrieren darf, weil das dieselben Menschen schon
          einmal in einer anderen Sache getan haben.

          Quatsch. Es geht darum, das der Begriff "Montagsdemonstrationen" durch unsere Geschichte mittlerweile mehr aussagt, als "eine" Demonstration an einem "Montag" der Woche. Es ist bereits stark emotional belegt worden und dieser Umstand wird nun ja auch bewust genutzt, um eine total andere Sache, egal wie ehrenwert sie auch sei, zu verkaufen. Da werden auch "die bösen Medien" mal darauf aufmerksam machen dürfen, das hier ein Etikett umgeklebt wird.

          Chräcker

          1. Hello,

            Quatsch. Es geht darum, das der Begriff "Montagsdemonstrationen" durch unsere Geschichte mittlerweile mehr aussagt, als "eine" Demonstration an einem "Montag" der Woche. Es ist bereits stark emotional belegt worden und dieser Umstand wird nun ja auch bewust genutzt, um eine total andere Sache, egal wie ehrenwert sie auch sei, zu verkaufen. Da werden auch "die bösen Medien" mal darauf aufmerksam machen dürfen, das hier ein Etikett umgeklebt wird.

            Ich glaube nicht, dass "die Medien" bösen sind. Und "die Medien" können selber auch gar nichts tun, sondern nur die Men´schen, die diese Medien herzustellen und zu verbreiten haben. Und von denen kenne ich einige persönlich. Die sind (bis auf eine, die sich gerade hochschläft) alle der Meinung, dass der Maulkorb, den sie verpasst bekommen haben, schnellstens verschwinden muss. Es gibt da nämlich in den Medien nur ganz wenige, die das Sagen haben, und die scheinbar den Auftreg erhalten haben, Stimmung gegen die Demonstranten zu machen - mit allen Mitteln. Auch mit denen der Wortklaubererei. Es ist meiner Meinung nach nicht nur legitim, gegen die momentane Situation und insbesondere die Entwicklung zu demonstrieren, sondern es ist unser aller Pflicht, wenn wir unseren demokratischen Rechtsstaat erhalten wollen. Wir müssen dabei aber darauf achten, dass es keinen neueerlichen braunen Auswüchse gibt. Wenn also die Demokraten nicht JETZT auf die Straße gehen, tun es morgen die neuen Faschisten. Und in sofern halte ich auch den Begriff der "Montagsdemonstration" mit seiner ganzen Vorbelegung als gerechtfertigt, auch wenn er aus einem anderen Zusammenhang heraus entstanden ist. Er ist aber entstanden als Sysnonym einer Volksbewegung gegen Diktatur und Faschismus (der "Kommunismus" der DDR war ja nur ein verkappter solcher).

            Ich habe aber volles Verständnis dafür, wenn Du meiner Philosophie nicht folgen magst. Du musst auch nicht mitlaufen bei der Demo.

            Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

            Tom

            --
            Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
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            1. Hi Tom,

              zunächst mal an Chräcker:

              Es geht darum, das der Begriff "Montagsdemonstrationen" durch unsere Geschichte mittlerweile mehr aussagt, als "eine" Demonstration an einem "Montag" der Woche.

              Es gab nach der Wende zahlreiche Versuche, die Montagsenergie kritisch gegen Probleme der Wiedervereinigung einzusetzen, etwa mit dem Slogan "Wir waren das Volk". Die Diskussion darum, ob so etwas legitim sei, finde ich extrem heuchlerisch. Es sind sicher hunderte von Milliarden auf Pump verschleudert worden, und jetzt greift man ausgerechnet den Ärmsten der Gesellschaft ins Portemonnaie.

              Die Anknüpfung ist für die Menschen völlig legitim: Sie sehen sich im Osten als Verlierer der Wiedervereinigung, die für sie nicht das hält, was sie versprochen hat, und die Versprechen waren wirklich vollmundig ("blühende Landschaften").

              der Maulkorb, den sie verpasst bekommen haben,

              Es ist eine verbreitete, aber falsche Meinung, dass die Medien zentral gesteuert werden. Durchsuch doch mal mit Google die News, es ist ganz leicht, positive Stimmen und Kommentare zu finden.

              Es ist meiner Meinung nach nicht nur legitim, gegen die momentane Situation und insbesondere die Entwicklung zu demonstrieren, sondern es ist unser aller Pflicht, wenn wir unseren demokratischen Rechtsstaat erhalten wollen.

              Ja, die Spaltung der Gesellschaft in Verdiener und ein Heer von Arbeitslosen ist auf die Dauer nicht tragbar.

              Wenn also die Demokraten nicht JETZT auf die Straße gehen, tun es morgen die neuen Faschisten. Und in sofern halte ich auch den Begriff der "Montagsdemonstration" mit seiner ganzen Vorbelegung als gerechtfertigt, auch wenn er aus einem anderen Zusammenhang heraus entstanden ist. Er ist aber entstanden als Sysnonym einer Volksbewegung gegen Diktatur und Faschismus (der "Kommunismus" der DDR war ja nur ein verkappter solcher).

              Ja, die Faschisten versuchen schon jetzt, ihr Süppchen zu kochen auf dem Feuer der sozialen Schieflage. Die Gleichsetzung von DDR und Faschismus finde ich allerdings unzutreffend, zum einen, weil man so die Spezifika der Gesellschaften sowjetischen Typs nicht verstehen kann, zum anderen, weil die Brutalität des Hitler-Faschismus in der DDR unter Honecker bei weitem nicht erreicht wurde, auch wenn das System diktatorisch und der Spitzelwahnsinn ekelhaft war.

              Ich habe aber volles Verständnis dafür, wenn Du meiner Philosophie nicht folgen magst. Du musst auch nicht mitlaufen bei der Demo.

              Eben das ist Demokratie, auch die freie Wahl von Slogans und Mustern, etwa der Versuch, an das Muster und den Erfolg der Montagsdemonstrationen anzuknüpfen, etwa mit "offenem Mikrophon", friedlichem Protest und Umzügen. Die Beurteilung, ob man sich zu Recht auf ein Vorbild beruft, wird die anschließende Diskussion zeigen. Ein wenig bewegt haben die Montagsdemonstranten ja schon jetzt, denn die Rufe, die Reformen der SPD seien doch zu moderat, und die immer neuen Forderungen nach Schlechterstellung von Arbeitnehmern und Arbeitslosen sind fast verstummt. Da wird zum Teil heftig zurückgerudert.

              Mein Problem mit der ganzen Sache: Ich halte die Versorgungsmentalität für gefährlich, nicht nur im Osten. Natürlich bin ich dafür, dass Leute in Problemlagen Hilfe bekommen, aber mich beängstigt, dass immer mehr sich in dieser Problemlage häuslich einrichten. Die Frage ist, welches probate Mittel sind, daran etwas zu ändern, die Leute zu reaktivieren, selbstbewusst zu machen, sie wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren.

              Was jetzt passiert ist eine weitere Demoralisierung durch massive Schuldzuweisungen und das finde ich katastrophal. Dennoch halte ich es für äußerst wichtig, die Leute aus der Abhängigkiet von staatlichen Leistungen herauszuholen. Aber die Heuchelei, bei leergefegtem Arbeitsmarkt die unter Druck zu setzen, die dort ausgemustert werden, jeden Tag aufs Neue, das finde ich ekelhaft.

              Der Mensch muss wieder ins Zentrum unserer wirtschaftlichen und politischen Überlegungen rücken, dazu gehört, dass jeder, der sich bemüht, eine Arbeitsstelle finden kann, die halbwegs vernünftig bezahlt ist, dass er sich eine Wohnung leisten kann, eine vernünftige Gesundheitsvorsorge, vielleicht mal eine Reise, Weiterbildung und ein Glas Bier in einer Kneipe seiner Wahl...

              Viele Grüße
              Mathias Bigge

              1. Hi Mathias,

                ... Es sind sicher hunderte von Milliarden auf Pump verschleudert worden, und jetzt greift man ausgerechnet den Ärmsten der Gesellschaft ins Portemonnaie.

                Ich weiß nicht, ob du das so richtig siehst.

                Mit Harz IV werden die Sozialhilfebeträge leicht angehoben, nicht ewta gekürzt. Die Kaufkraft ist etwa auf dem Niveau eines durchschnittlichen Arbeiters in den 60er Jahren. Daran gemessen wäre die Mehrheit unserer Bevölkerung in Armut aufgewachsen.

                Es ist halt die Frage, wie unserere Gesellschaft umgehen will mit denen, die nicht arbeiten können oder wollen, wobei man sich immer klar machen muss, dass es ausgespochen schwierig ist, zwischen "wollen" und "können" richtig zu unterscheiden. Ich glaube sogar, dass viele Betroffene sich hier nicht einmal selbst ehrlich klassifizieren können.

                Ich denke, soviel wie ein durchschnittlicher Arbeiter der 60er Jahre verdient hat, ist durchaus angemessen als Sozialhilfeniveau, soviel sollten sich die Arbeitenden dafür leisten. Als Gegenleistung gibt es eine "ruhige" Gesellschaft, ohne Mord und Totschlag in Slums.

                Was Harz IV zusätzlich an Nachteilen bringt, betrifft nur die - zu Recht entsetzten - gesellschaftlichen Absteiger aus der jüngsten Zeit, die sich auf höherere Arbeitslosengelder verlassen haben, die es nun nicht gibt. Das ist sicher etwas überzogen. Der Effekt, dass diese dann alle aus Angst vor weiterem Abstieg sich irgendeinen Billig-Job suchen und aus der Arbeitslosenstatistik verschwinden, wirdwohl nicht wie erwartet eintreten.

                Aber bessere Rezepte hat auch noch niemand vorgestellt. Schröder wird das machen, was schon Kohl gemacht hat: Auf bessere Konjunktur warten. Dann regelt sich (hoffentlich) alles von selbst...

                Gruß
                Hans35

                1. Hi Hans35,

                  Mit Harz IV werden die Sozialhilfebeträge leicht angehoben, nicht ewta gekürzt. Die Kaufkraft ist etwa auf dem Niveau eines durchschnittlichen Arbeiters in den 60er Jahren. Daran gemessen wäre die Mehrheit unserer Bevölkerung in Armut aufgewachsen.

                  Das wird immer gern behauptet und mit irgendwelchen Warenkörben belegt, genau wie die Preisentwicklung beim Euro. Ich weiß nur, dass mein Vater in den 60er Jahren eine Familie mit drei Kindern allein ernähren konnte, dass wir jedes Jahr eine lange Urlaubsreise gemacht haben und dass meine Eltern an Karriere dachten und Wohlstandsentwicklung, nicht an Arbeitslosigkeit und Konkurs.

                  Natürlich war man damals auch nicht so bescheuert, jedem Konsummist hinterherzulaufen, aber wer musste von Sozialhilfe leben und von Arbeitslosengeld?

                  ....zwischen "wollen" und "können" richtig zu unterscheiden. Ich glaube sogar, dass viele Betroffene sich hier nicht einmal selbst ehrlich klassifizieren können.

                  Richtig. Man muss einen Menschne nur lange genug auf Sozialleistungen setzen, dann traut er sich selbst nicht mal mehr zu, seinen Personalausweis zu verlängern. Und das meine ich nicht ironisch.

                  Ich denke, soviel wie ein durchschnittlicher Arbeiter der 60er Jahre verdient hat, ist durchaus angemessen als Sozialhilfeniveau, soviel sollten sich die Arbeitenden dafür leisten. Als Gegenleistung gibt es eine "ruhige" Gesellschaft, ohne Mord und Totschlag in Slums.

                  Ich verstehe, wie Du das meinst, lege aber trotzdem ein Veto ein:

                  Ein HarzIV-Bezieher dürfte auf der Ebene des Konsums kaum schlechter gestellt sein als ein DDR-Malocher. Trotzdem ist das keine Rechtfertigung dafür, ihn mit allem Komfort auf den Schrott zu werfen und zu deklassieren. Recht auf Arbeit, damit das Recht auf Chancen, nach oben zu kommen, sich weiterzuentwickeln, darum geht es und das wird den Leuten vorenthalten.

                  Was Harz IV zusätzlich an Nachteilen bringt, betrifft nur die - zu Recht entsetzten - gesellschaftlichen Absteiger aus der jüngsten Zeit, die sich auf höherere Arbeitslosengelder verlassen haben, die es nun nicht gibt.

                  Ja, die Zahl der gesellschaftlichen Absteiger wächst und damit die Unzufriedenheit mit der Politik. Jetzt regt man sich über die Montagsdemonstrationen auf, aber dass das noch ein laues Lüftchen ist, scheint den Leuten nicht klar zu sein. Ich halte durchaus Wahlergebnisse mit 15% rechtsradikalen Parteien und 25% linksradikalen für möglich. "Augen zu und durch", heißt das Motto von Schröder, Merkel, Westerwelle, Aussitzen auf höchstem Niveau. Du redest da sehr abstrakt, was aber, wenn es Dich mal selber trifft oder mich? Ich würde mich nicht damit abfinden, mich den Rest meines Lebens als Bittsteller beim Sozialamt kujonieren zu lassen.

                  Aber bessere Rezepte hat auch noch niemand vorgestellt. Schröder wird das machen, was schon Kohl gemacht hat: Auf bessere Konjunktur warten. Dann regelt sich (hoffentlich) alles von selbst...

                  Nein, das ist falsch, Schröder macht das, was Kohl und Waigel auf Pump vermieden haben, er geht die Probleme an. Dass mir sein Lösungsweg nicht gefällt, ändert nichts an dieser Tatsache.

                  Rezepte gibt's durchaus. Für mich ist die mangelnde Verteilung der vorhandenen Arbeit unnütze Tyrannei: Es hat sogar schon große Unternehmen gegeben, die so etwas angegangen sind. Wenn ein Politiker den Mut hätte, zu sagen: "Wir stellen jetzt alle arbeitslosen Lehrer ein, ab einer gewissen Leistung in den Examina, versteht sich, und kürzen äquivalent die Gehälter und Stunden", das fände ich mutig. Das Gleiche wünsche ich mir von dem einen oder anderen unserer tollen Großunternehmen im Arbeiter- und Angestelltenbereich. Da, wo es ihnen was nützt, nämlich bei den Billigjobs, machen sie es doch längst. Welche Lebensmittelkette hat noch nicht mehr als die Hälfte der Mitarbeiter rausgeworfen und durch Minijobinhaber ersetzt? Natürlich ist das organisierbar.

                  Die Lasten gerechter zu verteilen, das wäre auch ein Projekt. Vorsichtiger mit Leistungsgesetzen sein, die Kostenstellen produzieren, wäre ein anderes. Bei öffentlichen Subventionen zu überlegen, ob auch nur eine vage Hoffnung auf Payback besteht, fände ich auch interessant. Und natürlich auch Vermögenssteuer, um Investitionen wieder attraktiv zu machen.

                  Viele Grüße
                  Mathias Bigge

                  1. Hello,

                    Mit Harz IV werden die Sozialhilfebeträge leicht angehoben, nicht ewta gekürzt.

                    Mit den letzten Änderungen (noch CDU) wurden auch die Steuern gesenkt. Das wurde publiziert. Gleichzeitig wurden die Sozialkoasten erhöht. Das führte dazu, dass viele kleine Selbstständige (die freiwillig versichert waren) oder solche, die aus Gründen der "Plattmacherei" mit Schulden aus der Selbstständigkeit in abhängige Beschäftigungen gedängt wurden nun plötzlich 150 Mark mehr im Monat an Sozialabgaben hatten, aber ca. 2.000 Mark weniger im Jahr an Verlustvortrag geltend machen durften. Das waren 3.800 Mark Differenz. Und verkauft wurde es von den P(r)olitikern als "Steuersenkung"

                    Für die Allgemeinheit war es nur eine "Umtopfung", die theoretisch 200 Mark mehr in der Kasse brachte. Aber für viele (ehemalige) Mittelständler war es der Schritt in die Sozialhilfe. Es war das "Rasieren" der sozial engagierten Kräfte. denn wenn diese Leute nicht eine soziale, sondern eine egoistische Einstellung gehabt hätten, wären sie wahrscheinlich nicht in diese Lage gekommen. Es waren noch kurz vor dem SPD-Wahlgewinn ca. 10.000 Betroffene; Alles Ehemalige Arbeitgeber von 3-30 Mitarbeitern.

                    Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                    Tom

                    --
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                    Nur selber lernen macht schlau
                  2. Hi Mathias,

                    wir können hier nicht alles ausdiskutieren, was du geschrieben hat, daher nur ein Punkt:

                    Rezepte gibt's durchaus. Für mich ist die mangelnde Verteilung der vorhandenen Arbeit unnütze Tyrannei:

                    Es gibt Arbeit, es gibt Arbeitskraft, es gibt Kapital, doch irgendwie funktioniert es eben nicht. Die "freie Marktwirtschaft" ist halt ein hochkomplexes System, in dem jeder Teilnehmer auf alles reagiert, was um ihn herum passiert, und das in unvorhersehbarer Weise, mal so und mal so. Das ist einfach nicht ab initio berechbar; das geht ja nicht einmal für das Zusammenleben der Teichen in einem Atomkern, und da ist es viel einfacher, denn die sind viel weniger und sie verhalten sich alle gleich. Die klassische Mechanik war bekanntlich ja sogar schon am "Dreikörperproblem" gescheitert. Für mich sind daher die ganzen "Wirtschaftswissenschaften" reine Kaffeesatzleserei.

                    Man kann natürlich mit Methoden der Chaostheorie rangehen, aber auch da gibt es viel zu wenige gesicherte Tatsachen, von denen man ausgehen kann. Kurz und gut: Es ist einfach nicht genau genug vorhersehbar, welche Maßnahme wie wirkt.

                    Man kann natürlich den Istzustand ignorieren, eine neue Gesellschaft postulieren und die Arbeit "von oben" gerecht verteilen. Das nennt man wohl "Revolution" oder "Kommunismus" oder so. Das hatten wir schon mal, ich glaube, da will auch keiner hin.

                    Ich bleibe dabei: Es ist nur Stochern im Nebel, was gemacht wird, aber vielleicht haben wir ja Glück...

                    Gruß
                    Hans35

                    1. Hi Hans35,

                      Das ist einfach nicht ab initio berechbar; das geht ja nicht einmal für das Zusammenleben der Teichen in einem Atomkern, und da ist es viel einfacher, denn die sind viel weniger und sie verhalten sich alle gleich. Die klassische Mechanik war bekanntlich ja sogar schon am "Dreikörperproblem" gescheitert. Für mich sind daher die ganzen "Wirtschaftswissenschaften" reine Kaffeesatzleserei.

                      Naja, zwischen Kaffesatz und reiner Mathematik ist doch wohl noch ein bisschen Platz *g*

                      Es ist einfach nicht genau genug vorhersehbar, welche Maßnahme wie wirkt.

                      Es kann passieren, dass man sich verpeilt. Aber es wird durchaus aufgrund durchaus risikobehafteter Faktoren wirtschaftlich erfolgreich geplant und kalkuliert. Ein Versicherer hat es auf sehr lange Zeit mit der Entwicklung des Lebensalters zu tun und wird seine Berechnungen immer wieder korrigieren müssen. Wirtschaften muss er trotzdem.
                      Es gibt heute auch eine beliebte Nebelkerzenargumentation, bei der eine Maßnahme immer angeblich genau das Gegenteil dessen bewirkt, was sie zunächst produziert. Lustige beispiele:

                      • Entlassungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen
                      • Steuersenkungen zur Erhöhung der Steuereinnahmen
                      • Senkung der Sozialausgaben führt beim Einzelnen Sozialempfänger zu einer Erhöhung der Einnahmen

                      Die Liste lässt sich fortsetzen. Zunächst würde ich in all diesen Fällen eine solide Berechnung vorziehen: Eine Senkung der Steuern bewirkt zunächst mal Einnahmeverluste und muss durch entsprechende Kredite oder Einsparungen abgesichert werden, auch wenn man langfrisitig auf Wirtschaftsbelebung hofft. Da bin ich Eichel, nicht Waigel.

                      Das nennt man wohl "Revolution" oder "Kommunismus" oder so. Das hatten wir schon mal, ich glaube, da will auch keiner hin.

                      Der "Kommunismus" der DDR nannte sich "Sozialismus" und durch eine Revolution war der nun wirklich nicht entstanden, nicht mal durch eine Revolte wie in der Sowjetunion. Hört sich kleinkariert an, aber dass das System rein fremdbestimmt entstanden ist und von Anfang an gegen die Bewohner dieses Landstreifens durchgesetzt wurde, finde ich nicht nebensächlich. Ein Land, dass eine Mauer braucht, damit nicht alle intelligenten Leute abhauen, "kommunistisch" zu nennen, ist gemessen an der Idee reine Blasphemie, aber sei's drum, der Begriff ist durch die Geschichte eh diskreditiert.

                      Ich bleibe dabei: Es ist nur Stochern im Nebel, was gemacht wird, aber vielleicht haben wir ja Glück...

                      Politiker und Generäle brauchen Fortune, wir wollen es ihnen wünschen, solange wir sie nicht abwählen können...

                      Viele Grüße
                      Mathias Bigge

                      1. Hi Mathias,

                        Es kann passieren, dass man sich verpeilt. Aber es wird durchaus aufgrund durchaus risikobehafteter Faktoren wirtschaftlich erfolgreich geplant und kalkuliert. ...

                        Das ist nicht anders als beim Fußball: Auch da wird ein Rehagel erst Europameister und verliert dann gegen Albanien. Beim Fußball ist das einfach nur interessant und spannend.

                        Der "Kommunismus" der DDR nannte sich "Sozialismus" ...

                        Mag sein, dass ich mit den Begriffen nicht ganz klarkomme. Mir geht es darum, dass sich wohl herausgestellt hat, dass eine zentralistisch auf Plänen beruhende Wirtschaft auch ihre Probleme hat. Die kann man übrigends nicht nur im "Sozislismus" beobachten, sondern auch in "kapitalistischen" Konzernen ab einer gewissen Größe, denn die machen intern auch nichts anderes als Planwirtschaft. Der Leerlauf durch Fehlplanung nimmt mit dem Umfang des Plans überproportional zu, und man macht auch dieselben Beobachtungen wie z.B. geschönte Berichte nach "oben" zu Karrierezwecken usw.

                        Politiker und Generäle brauchen Fortune, wir wollen es ihnen wünschen, solange wir sie nicht abwählen können...

                        Du meinst: Solange sich keine besseren zur Wahl stellen.

                        Viele Grüße
                        Hans35

                        1. Hi Hans35,

                          Der "Kommunismus" der DDR nannte sich "Sozialismus" ...
                          Mag sein, dass ich mit den Begriffen nicht ganz klarkomme. Mir geht es darum, dass sich wohl herausgestellt hat, dass eine zentralistisch auf Plänen beruhende Wirtschaft auch ihre Probleme hat. Die kann man übrigends nicht nur im "Sozislismus" beobachten, sondern auch in "kapitalistischen" Konzernen ab einer gewissen Größe, denn die machen intern auch nichts anderes als Planwirtschaft.

                          Das Konzept "Planwirtschaft" ist in der Sowjetform gescheitert, erwies sich zudem als extremste Form der Diktatur über die Bedürfnisse. Bei allen Reformen in "kommunistischen" Ländern wurde jeder Ansatz von Markt von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Agnes Heller und andere Kritiker haben das zutreffend als einen Kernpunkt für das Scheitern der Gesellschaften sowjetischen Typs herausgearbeitet. Zudem war die Notwendigkeit zentraler Planung immer wieder ein Argument für die politische Diktatur.

                          Das Konzept "Plan" ist zudem an der starren Hierarchie der Planungsinstanzen und an den Dimensionen der riesigen Kombinate gescheitert. Dass dieses Problem auch kapitalistischen Großkonzernen Kopfzerbrechen bereitet, ist richtig. Aber hier hat man strategisch nach Wegen gesucht, Konzerne intern zu strukturieren und sinnvoll zu gliedern.

                          Lieferte eine Abteilung eines Kombinats in der Sowjetunion minderwertige Qualitäten, so war dies ein politisches Problem, genau wie die internen Verrechnungseinheiten. In einem kapitalistischen Konzern ist man dagegen durchaus bereit, eigenen Tochterunternehmen Qualität und pünktliche Lieferung abzuverlangen bei gleichzeitiger scharfer Qualitätskontrolle, die Produktionskosten mit Marktpreisen zu vergleichen. Überhaupt liefert der Markt immer wieder Preis- und Kostenmaßstäbe, während die tatsächliche Lage der Ökonomie in der DDR auch für die Planungsinstanzen ein großes Geheimnis war.

                          Ich hatte mehrmals während der DDR-Zeit Gelegenheit, mit Wirtschaftshistorikern aus der DDR zu diskutieren, die sich mit Arbeiten über die Sozialgeschichte profiliert hatten. Die Frage, warum sie nicht einmal etwas über die Wirtschaftsgeschichte der DDR schreiben würden, wurde hinter vorgehaltener Hand damit beantwortet, dass den Zahlenwerken nicht zu trauen und nicht daran zu denken sei, irgendetwas Seriöses über die DDR-Wirtschaft zu schreiben.

                          So war es selbst für den skeptischen Westen eine große Überraschung, als sie in der DDR eine derart marode Industrie vorfanden. Laut Statistik gehörte die DDR ja jahrelang zu den leistungsfähigsten Wirtschaften der Welt, oft vor westlichen Ländern. Damals hat der Westen die Konsumprobleme damit erklärt, dass die Führung nicht bereit sei, einen nennenswerten Anteil der Produktionsanstrengungen im Konsumgüterbereich anzusiedeln.

                          Viele Grüße
                          Mathias Bigge

                          1. Hallo.

                            Ich hatte mehrmals während der DDR-Zeit Gelegenheit, mit Wirtschaftshistorikern aus der DDR zu diskutieren, die sich mit Arbeiten über die Sozialgeschichte profiliert hatten. Die Frage, warum sie nicht einmal etwas über die Wirtschaftsgeschichte der DDR schreiben würden, wurde hinter vorgehaltener Hand damit beantwortet, dass den Zahlenwerken nicht zu trauen und nicht daran zu denken sei, irgendetwas Seriöses über die DDR-Wirtschaft zu schreiben.

                            Ersatzweise könnte man sich ja mit der französischen Wirtschaft behelfen. So weit ist deren System von einer Planwirtschaft jedenfalls bei den Konzernen ja nicht entfernt.
                            MfG, at

                    2. Hello,

                      Es gibt Arbeit, es gibt Arbeitskraft, es gibt Kapital, doch irgendwie funktioniert es eben nicht.

                      Das ist doch ganz logisch. Die Probleme sind europäisch hausgemacht. Obwohl eine europäische Einigung zu begrüßen ist, da sie uns das Überleben in Frieden und Freiheit garantiert, und auch ein Widerstehen gegen "amerikanische Verhältnisse" , bringt sie uns durch die große Stärke dieser Gemeinschaftr die Probleme.

                      Seit der Euro gegenüber dem Dollar sienen Tiefststand ( so ca. 0,84 Dollar) überwunden hat und nun bei 1,22Dollar steht, und auch gegenüber dem Schweizer Franken ca. 9% aufgeholt hat, kann ein Kapitalbesitzer gar nicht leichter Geld verdienen, als einfach darauf sitzen zu bleiben. Da die Entwicklung Euro<->Dollar auch noch so weitergehen wird (die nächste Runde steht kurz bevor) wird niemand seinen Maschinenpark erneuern lassen (nicht für 100 Euro sondern für 100 Millionen), wenn er das noch eine Weile sich her schieben kann. Der Nebeneffekt ist dabei leider auch, dass kleine und Mittelständiche Unternehmen die Zeche zahlen und nun auch kein Geld mehr haben, die gut erhaltenen gebrauchten Maschinen der Großindustrie abzukaufen. Noch ein Grund mehr für die Großindustrie, noch ein bis zwei Jahre länger darauf sitzen zu bleiben.

                      Volkswirtschaftlich ist das aber trotzdem ein verlust, da weitere Qualitätssteigerung damit unterbrochen ist, es sei denn, man findet andere Wege dafür. Was also durch Hartz-"Reformen" erreicht werden soll ist nichts anderes, als die noch im Job befindlichen Menschen zu mehr Gewissenhaftigkeit zu "erziehen". Das erreicht man mit der Schaffung von Angstpotentialen. man nimmt ihnen die Sicherheit für den Fall des Widerstandes gegen das Kapital.

                      Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                      Tom

                      --
                      Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
                      Nur selber lernen macht schlau
                      1. use Mosche;

                        Da die Entwicklung Euro<->Dollar auch noch so weitergehen wird (die nächste Runde steht kurz bevor) wird niemand seinen Maschinenpark erneuern lassen (nicht für 100 Euro sondern für 100 Millionen), wenn er das noch eine Weile sich her schieben kann. Der Nebeneffekt ist dabei leider auch, dass kleine und Mittelständiche Unternehmen die Zeche zahlen und nun auch kein Geld mehr haben, die gut erhaltenen gebrauchten Maschinen der Großindustrie abzukaufen. Noch ein Grund mehr für die Großindustrie, noch ein bis zwei Jahre länger darauf sitzen zu bleiben.

                        Es passiert folgendes: Der Euro-Kurs ggü. dem Dollar (den Franken lasse ich der Vereinfachung halber weg) steigt. Also werden für mich Importe von Gütern, die ich mit Dollars bezahlen kann, günstiger. Wenn die Entwicklung weitergehen sollte (wie du es erwartest), dann würde ich mit einer Investition, die eben angesprochene Güter betrifft, tatsächlich warten (anders herum gesehen (bspw. aus Sicht eines Amerikaners): momentan sind europäische Güter für ihn recht teuer).

                        Warum aber sollte ich mit einer _inländischen_ Investition warten? Diese Investitionen haben nichts mit dem Wechselkurs zu tun. Daher gibt es für einen Unternehmer auch keinen Grund zu warten, wenn er sowieso vorhat, Produkte im Inland zu kaufen.

                        Vergiß auch nicht, daß, sobald der $/Euro-Kurs etwa 1,3 $/Euro beträgt, es einen massiven Druck auf die EZB geben wird (soweit waren wir ja bereits fast einmal), da alles über diesen Kurs hinaus wirtschaftsschädigend wäre. Deshalb rechne ich nicht damit, daß der Wechselkurs dauerhaft über dieser Grenze bleibt (auch wenn es in den USA ein massives Haushaltsdefizit gibt). Eher wird die EZB ein weiteres mal die Zinsen senken.

                        Daher ist da für diejenigen, die auf einen steigenden Euro tendieren, nicht mehr allzuviel zu holen.

                        use Tschoe qw(Matti);

                        --
                          Anyone who quotes me in their sig is an idiot. -- Rusty Russell.
                        1. Hello,

                          Warum aber sollte ich mit einer _inländischen_ Investition warten? Diese Investitionen haben nichts mit dem Wechselkurs zu tun. Daher gibt es für einen Unternehmer auch keinen Grund zu warten, wenn er sowieso vorhat, Produkte im Inland zu kaufen.

                          Ja. Entschuldige. Das vergass ich leider zu sagen.
                          Die momentane "Krise" führt auch inländisch zu einem "Rabatt-Druck". Sei es, dass die inländischen Hersteller gedrückt werden 'weil es doch so schlecht läuft' oder dass de inländischen Arbeitgeber (physisch mental betrachtet) gedrückt werden und eher in Hatzt XXX gedrängt werden, als dass sie sinnvolle Rbeit tun dürfen. Es wird der Staat und es werden die kleinen Bürger ausgenommen. Gewinnler sind ide Feudalisten, ca. 60.000 an der Zahl im ganzen Ländle, also ca. 7,5*10^(-4)

                          Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                          Tom

                          --
                          Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
                          Nur selber lernen macht schlau
                        2. Hi Matti,

                          Es passiert folgendes: Der Euro-Kurs ggü. dem Dollar (den Franken lasse ich der Vereinfachung halber weg) steigt. Also werden für mich Importe von Gütern, die ich mit Dollars bezahlen kann, günstiger.

                          Deine Ausführungen klingen logisch, es fehlt aber eine Erklärung für den deutschen Exportboom bei genau diesem Kurs, bei relativ hohen Löhnen und relativ geringer Arbeitszeit.

                          Daher ist da für diejenigen, die auf einen steigenden Euro tendieren, nicht mehr allzuviel zu holen.

                          Die Frage ist, ob die Amerikaner versuchen, sich durch einen weiteren Verfall des Dollars von ihren immensen Schulden befreien wollen, ein Interesse, das inzwischen auch die Bundesrepublik bewegen dürfte.

                          Viele Grüße
                          Mathias Bigge

                          1. use Mosche;

                            Es passiert folgendes: Der Euro-Kurs ggü. dem Dollar (den Franken lasse ich der Vereinfachung halber weg) steigt. Also werden für mich Importe von Gütern, die ich mit Dollars bezahlen kann, günstiger.
                            Deine Ausführungen klingen logisch, es fehlt aber eine Erklärung für den deutschen Exportboom bei genau diesem Kurs, bei relativ hohen Löhnen und relativ geringer Arbeitszeit.

                            Dafür studiere ich auch als Nebenfach VWL.
                            Zum Exportboom:
                            Das ist ein Phänomen, welches ich selber nicht verstehe bzw. das der übliche makroökonomische Modellansatz (den ich in meinem Posting beschrieben habe) nicht erklären kann.

                            Deshalb hier zwei kurze Theorien darüber:
                            1. Trotz des starken Euros ist das reale Preisniveau in den USA immer noch höher als in Europa, d.h., man muß für vergleichbare Güter in den USA real mehr bezahlen als in Europa. Also lohnt sich der Import (für einen Amerikaner) immer noch. Kann man sich aufgrund der hohen Lohnstückkosten nicht wirklich vorstellen, daß das Preisniveau hier niedriger sein sollte als in den USA.

                            2. Die Makroökonomie geht davon aus, daß die Güter vertauschbar sind, d.h., es existieren also vergleichbare Güter in den USA und in Europa/Deutschland.
                            Wenn das nicht so ist, lässt sich obenstehende Theorie nicht so einfach anwenden.
                            Daher ist ein möglicher Erklärungsansatz: Europa/Deutschland stellt Güter her, die es in den USA so nicht gibt und welche die USA daher importieren müssen.

                            Daher ist da für diejenigen, die auf einen steigenden Euro tendieren, nicht mehr allzuviel zu holen.
                            Die Frage ist, ob die Amerikaner versuchen, sich durch einen weiteren Verfall des Dollars von ihren immensen Schulden befreien wollen, ein Interesse, das inzwischen auch die Bundesrepublik bewegen dürfte.

                            Ich hoffe, daß sich auch dort die Erkenntnis durchsetzen wird, daß diese Methode wirtschaftlich mehr kaputt macht als sie erreicht.

                            use Tschoe qw(Matti);

                            --
                              Anyone who quotes me in their sig is an idiot. -- Rusty Russell.
                            1. Hello,

                              Deshalb hier zwei kurze Theorien darüber:

                              1. Trotz des starken Euros ist das reale Preisniveau in den USA immer noch höher als in Europa, d.h., man muß für vergleichbare Güter in den USA real mehr bezahlen als in Europa. Also lohnt sich der Import (für einen Amerikaner) immer noch. Kann man sich aufgrund der hohen Lohnstückkosten nicht wirklich vorstellen, daß das Preisniveau hier niedriger sein sollte als in den USA.

                              2. Die Makroökonomie geht davon aus, daß die Güter vertauschbar sind, d.h., es existieren also vergleichbare Güter in den USA und in Europa/Deutschland.
                                Wenn das nicht so ist, lässt sich obenstehende Theorie nicht so einfach anwenden.
                                Daher ist ein möglicher Erklärungsansatz: Europa/Deutschland stellt Güter her, die es in den USA so nicht gibt und welche die USA daher importieren müssen.

                              3. Theorie:
                              Man hat jahrelang deutsche Spitzenleute (wissensmäßig) abgeworben. Die haben in den Ländern, in die sie geholt wurden, inzwischen Entscheidungspositionen erlangt und ihr in DE erworbenes Wissen in Fertigungsprozesse eingebracht. Diese "deutschen" Prozesse lassen sich am wirtschaftlichsten mit den dazu passenden Maschinen und Apparaten bewerkstelligen. Also bestellt man auch die passenden Maschinen dazu.

                              Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                              Tom

                              --
                              Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
                              Nur selber lernen macht schlau
                              1. use Mosche;

                                1. Daher ist ein möglicher Erklärungsansatz: Europa/Deutschland stellt Güter her, die es in den USA so nicht gibt und welche die USA daher importieren müssen.
                                1. Theorie:
                                  Diese "deutschen" Prozesse lassen sich am wirtschaftlichsten mit den dazu passenden Maschinen und Apparaten bewerkstelligen. Also bestellt man auch die passenden Maschinen dazu.

                                Im Prinzip ist das eigentlich Theorie Nr. 2, meine ist allerdings weitläufiger.

                                use Tschoe qw(Matti);

                                --
                                  Anyone who quotes me in their sig is an idiot. -- Rusty Russell.
                            2. Hi Matti,

                              Zum Exportboom:
                              Das ist ein Phänomen, welches ich selber nicht verstehe bzw. das der übliche makroökonomische Modellansatz (den ich in meinem Posting beschrieben habe) nicht erklären kann.

                              Es gibt ja durchaus verschiedene Ansätze. Mir scheint das Kernphänomen zu sein, dass man den Glauben an keynesianistische Ansätze auf breiter Front aufgegeben hat, in der Politik wie in der Ökonomie. An dessen Stelle ist ein neoliberales Denken getreten. Ich finde die Erklärungsmuster durchaus politisch, es fehlt der Mut zur Entwicklung anderer Modelle.

                              Einen Kritikpunkt hast Du ja bereits angesprochen. Die unterstellte Gleichheit der Güter und ihre globale, objektive Vergleichbarkeit.

                              Ich möchte zurück zur politischen Sicht der Dinge: Die Kriterien wirtschaftlichen Erfolgs sind durchaus eine politische Frage. Es wird so getan, als gebe es immer objektive Kriterien und Parameter, das ist aber nicht der Fall. Beispiel: Die Wirtschaftwissenschaft überschreitet ihren Horizont, wenn sie die Umverteilung nach oben, Lohnsenkungen und Entlassungen als einzigen Weg charakterisiert. Es ist eine durchaus politische Frage, aob das Ziel wirtschaftlichen Handelns nicht ein breit gestreuter Wohlstand sein muss.

                              Deshalb hier zwei kurze Theorien darüber:

                              1. Trotz des starken Euros ist das reale Preisniveau in den USA immer noch höher als in Europa,

                              Das entspricht nicht meinen Erfahrungen, die aber natürlich subjektiv sind. Für viele Konsumartikel ist das Preisniveau augenfällig niedriger.

                              1. Die Makroökonomie geht davon aus, daß die Güter vertauschbar sind, d.h., es existieren also vergleichbare Güter in den USA und in Europa/Deutschland.
                                Daher ist ein möglicher Erklärungsansatz: Europa/Deutschland stellt Güter her, die es in den USA so nicht gibt und welche die USA daher importieren müssen.

                              Ja, die Bewertung der Güter erweist sich als schwierig. Es ist gar nicht so einfach, die Tatsache, dass man deutsche Autos geil findet, in Dollar oder Euro umzurechnen.

                              Die Frage ist, ob die Amerikaner versuchen, sich durch einen weiteren Verfall des Dollars von ihren immensen Schulden befreien wollen, ein Interesse, das inzwischen auch die Bundesrepublik bewegen dürfte.
                              Ich hoffe, daß sich auch dort die Erkenntnis durchsetzen wird, daß diese Methode wirtschaftlich mehr kaputt macht als sie erreicht.

                              Aufgrund der hohen Verbindlichkeiten der USA wurde diese Entwicklung in Börsenkreisen seit Jahren prognostiziert. Was sich aus diesem Trend entwickelt, halte ich für offen.

                              Viele Grüße
                              Mathias Bigge

                              1. Hello,

                                Einen Kritikpunkt hast Du ja bereits angesprochen. Die unterstellte Gleichheit der Güter und ihre globale, objektive Vergleichbarkeit.

                                Das ist aber nicht immer anwendbar. Auch eine totale Transparenz auf Knoppfdruck lässt noch genügend Lücken für die Abweichung vom System Angebot und Nachfrage. Stell Dir mal vor, Du hast Hunger und der Hamburger ksotet bei McDoof in Paris nur halbsoviel wie bei dem McDoof bei Dir an der Straßenecke. Nimmst Du deshalb das Angebot aus Frankreich war? Bis der Hamburger da ist, ist er doch kalt, auch wenn Du voll transparent übers Internet bestellen kannst. Mit dem Handwerker, der Dein Dach reparieren soll, ist das genauso. Wenn der extra aus Warschau anreisen soll, weil die da nur 1/3 des Lohnes bekommen, den wir hier haben, dann lohnt sich das auch nicht mehr.

                                Die Chance bei der Globalisierung und Gigantomanie liegt also gerade in der Reregionalisierung und Vereinzelung/Individualisierung von Produkten und Leistungn, da es mit herkömmlicher Technik niemals eine totale Distribution in Nullzeit geben wird. Und auch hierbei kann das Internet durch intelligente Börsen und virtuelle Marktplätze helfen. Nur, zu deren Entwicklung müsste jeder kleine Anbeiter einen Beitrag leisten, da die großen Investoren gewiss kein Interesse daran haben, ihre kleinen Konkurrenten wiedererstarken zu lassen.

                                Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                                Tom

                                --
                                Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
                                Nur selber lernen macht schlau
                            3. Hallo, Matti!

                              das geht nicht speziell an dich:

                              besorgt euch mal von Helmut Creutz "Das Geldsyndrom".
                              da könnt ihr lesen, wo unsere wirklichen, richtig grossen probleme liegen, wie die langfristige perspektive aussieht und welchen spielraum unsere politiker noch haben für ihre entscheidungen.
                              ich versuche nach dem lesen dieses buches erst mal, meine contenaunce wiederzufinden.

                              freundl. Grüsse aus Berlin, Raik

                  3. Hallo Mathias.

                    Ein HarzIV-Bezieher dürfte auf der Ebene des Konsums kaum schlechter gestellt sein als ein DDR-Malocher.

                    Soweit muss der Vergleich nicht hergeholt sein. Ich weiß nicht, wer gestern rein zufällig im NDR-Fernsehen ("Markt") den Beitrag zum ALG II gesehen hat. Da wurde ein Arbeitnehmer aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet (http://www.ndr.de/tv/markt/archiv/20040913_1.html). Fazit war, dass der Bezieher von ALG II _finanziell_ nicht schlechter gestellt ist, als wenn er einen Vollzeitjob mit 800 EUR Nettogehalt ausüben würde. Wo es solche Jobs gibt? Hier zum Beispiel:

                    • Gastronomie
                    • Wachschutz
                    • Friseurhandwerk

                    Übrigens empfehle ich jedem, der die "Hartz IV"-Diskussion objektiv führen möchte, die Erläuterungen von offizieller Seite zu lesen:

                    http://www.bundesregierung.de/Politikthemen/-,11826/Arbeitslosengeld-II-Hartz-IV.htm

                    Ja, die Zahl der gesellschaftlichen Absteiger wächst und damit die Unzufriedenheit mit der Politik. Jetzt regt man sich über die Montagsdemonstrationen auf, aber dass das noch ein laues Lüftchen ist, scheint den Leuten nicht klar zu sein.

                    Nun, heute Morgen war im Radio zu hören, dass die Teilnehmerzahlen seit Wochen rückläufig sind. Das kann man jetzt wieder interpretieren wie man will.

                    Ich halte durchaus Wahlergebnisse mit 15% rechtsradikalen Parteien und 25% linksradikalen für möglich.

                    Hm, da muss ich dir widersprechen. Linksradikale Parteien (nein, die PDS ist nicht linksradikal) haben in der jüngeren Vergangenheit noch nie eine politische Rolle gespielt. Und rechtsradikale Parteien sind schlicht und ergreifend nicht regierungsfähig. Ich kann mich entsinnen, dass vor etlichen Jahren die Reps im Berliner Senat saßen. Nachdem sie die politische Bühne mit Anträgen gegen Polenmärkte und gegen "Überfremdung" torpedierten, waren sie nach der Hälfte der Legislaturperiode weg vom Fenster.

                    Oder nehmen wir die DVU, die bis vor ein paar Jahren im Magdeburger Landtag saß. Die hatten seinerzeit etwas um die 6% Stimmanteil (schlimm genug), haben es aber wegen innerparteilicher Querelen nicht länger als 1 Jahr auf der landespolitischen Bühne ausgehalten.

                    Nein, so lange es weder Rechts- noch Linksradikalen gelingt, sich politisch zu formieren, sehe ich persönlich (noch) keine Gefahr. Allerdings sehe ich mit Besorgnis die Entwicklung in meiner ehemaligen Heimat Mecklenburg, wo sich rechtsradikale Gruppierungen, die einst als "Kameradschaften" oder "Sturmtrupps" agierten, zu "Bürgerbewegungen" formieren. Da treten die Kahlen von einst als seriöse Bürgerbewegte mit Schlips und Kragen auf, das Designerhemd vermag kaum die Skin-Tattoos zu verbergen. Stammtischpolemik statt markigem Geschrei, das kommt beim HartzIV-geplagten Bürger an. Darum tut Aufklärung not, denn noch ist es nicht zu spät. Wenn es erst soweit ist, dass die rechten regierungsfähig sind, ist es zu spät.

                    Bei öffentlichen Subventionen zu überlegen, ob auch nur eine vage Hoffnung auf Payback besteht, fände ich auch interessant. Und natürlich auch Vermögenssteuer, um Investitionen wieder attraktiv zu machen.

                    Hm? Was bitteschön soll an einer Wiedereinführung der Vermögensteuer gut sein? Das BVerfG hat es in seinem berühmten Urteil vom 22.06.1995 sehr schön beschrieben, warum die VSt verfassungswidrig ist. Selbst wenn die Vorgaben des Urteils umgesetzt würden, käme ein Verwaltungsaufwand nur für die Wiedereinführung auf die Finanzbehörden zu, der in keinerlei Relation zu den entsprechenden Steuereinnahmen steht, von dem laufenden Verwaltungsaufwand für die laufende Bearbeitung ganz zu schweigen.

                    Freundschaft!
                    Siechfred

                    --
                    Wissen bedeutet zu wissen, wo es steht.
                    1. Hello,

                      Ein HarzIV-Bezieher dürfte auf der Ebene des Konsums kaum schlechter gestellt sein als ein DDR-Malocher.

                      Er ist aber auf der Seite des Datenschutzes bzw. der Sammelwut über seine persönlichen Daten wesentlich schlechter gestellt, als jemand, der nur seine Lohnsteuerkarte abgeben muss. Er muss sich ständig mit irgendwelchem teilweise unverständlichen Papierkram rumschlagen. Er muss sich den "Arsch plattsitzen" um seine Rechte wahrnehmen zu können.

                      Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                      Tom

                      --
                      Fortschritt entsteht nur durch die Auseinandersetzung der Kreativen
                      Nur selber lernen macht schlau
                      1. Hi Tom,

                        Ein HarzIV-Bezieher dürfte auf der Ebene des Konsums kaum schlechter gestellt sein als ein DDR-Malocher.
                        Er ist aber auf der Seite des Datenschutzes bzw. der Sammelwut über seine persönlichen Daten wesentlich schlechter gestellt, als jemand, der nur seine Lohnsteuerkarte abgeben muss.

                        Und verliert eventuell seine Altersabsicherung und steht dann als Rentner weiter unter Kuratel der Behörden...

                        Viele Grüße
                        Mathias Bigge

                    2. Hallo,

                      Ich weiß nicht, wer gestern rein zufällig im NDR-Fernsehen ("Markt") den Beitrag zum ALG II gesehen hat...

                      nö, ich habe keinen Fernseher, kenne den NDR aber noch aus meiner Bremer Zeit und kann ihm die Regierungstreue durchaus bestätigen :-)

                      Fazit war, dass der Bezieher von ALG II _finanziell_ nicht schlechter gestellt ist, als wenn er einen Vollzeitjob mit 800 EUR Nettogehalt ausüben würde.

                      eieiei, vielleicht brauchen die beim NDR mal einen Mathe-Praktikanten. Ich werde 550.- Euro _einschließlich_ Miete bekommen.

                      Nun, heute Morgen war im Radio zu hören, dass die Teilnehmerzahlen seit Wochen rückläufig sind.

                      Das kann ich aus Dortmund leider bestätigen.

                      Gruß, Andreas

                      --
                      http://forum.andreas-lindig.de <img src="http://forum.andreas-lindig.de/bilder/logo.png" border="0" alt="">
                      einfach mal testen und Meinung hinterlassen
                    3. Hallo

                      Fazit war, dass der Bezieher von ALG II _finanziell_ nicht schlechter gestellt ist, als wenn er einen Vollzeitjob mit 800 EUR Nettogehalt ausüben würde.

                      Gewagt, gewagt! Diese Aussage ist ziemlich allgemein gehalten. Das ALG II
                      setzt sich schließlich aus mehreren Teilbeträgen zusammen, die recht
                      unterschiedliche Höhen erreichen können.

                      Ich kann mich entsinnen, dass vor etlichen Jahren die Reps im Berliner Senat saßen. Nachdem sie die politische Bühne mit Anträgen gegen Polenmärkte und gegen "Überfremdung" torpedierten, waren sie nach der Hälfte der Legislaturperiode weg vom Fenster.

                      Naja, im Berliner Senat saßen die nicht, sondern im Berliner Abgeordnetenhaus.
                      Im Senat saß eine SPD/AL-Koalition unter dem regierenden Bürgermeister Momper.
                      Die Legislaturperiode war wegen der Neuwahlen nach der Wiedervereinigung
                      (02.12.1990) ja auch nur etwa 2 Jahre lang.

                      Bei öffentlichen Subventionen zu überlegen, ob auch nur eine vage Hoffnung auf Payback besteht, fände ich auch interessant. Und natürlich auch Vermögenssteuer, um Investitionen wieder attraktiv zu machen.

                      Hm? Was bitteschön soll an einer Wiedereinführung der Vermögensteuer gut sein? Das BVerfG hat es in seinem berühmten Urteil vom 22.06.1995 sehr schön beschrieben, warum die VSt verfassungswidrig ist. Selbst wenn die Vorgaben des Urteils umgesetzt würden, käme ein Verwaltungsaufwand nur für die Wiedereinführung auf die Finanzbehörden zu, der in keinerlei Relation zu den entsprechenden Steuereinnahmen steht, von dem laufenden Verwaltungsaufwand für die laufende Bearbeitung ganz zu schweigen.

                      Komisch, daß als das Hauptargument gegen die Vermögenssteuer immer wieder
                      der Verwaltungsaufwand kommt. Ich finde den Gedanken, mit der Erhebung den
                      Anreiz für Investitionen zu erhöhen, interessant, schließlich sollen Steuern
                      _steuern_, z.B. den Geldfluss in bestimmte Anlageformen.
                      Außerdem hat das BVerfG die Vermögenssteuer _nicht_ für verfassungswidrig erklärt.
                      Es ging bei dem Urteil um die unterschiedliche Gewichtung verschiedener
                      Anlageformen, wodurch der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt wurde.

                      Tschö, Auge

                      --
                      Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen.
                      (Victor Hugo)
                      1. Hallo Auge.

                        Diese Aussage ist ziemlich allgemein gehalten. Das ALG II
                        setzt sich schließlich aus mehreren Teilbeträgen zusammen, die recht
                        unterschiedliche Höhen erreichen können.

                        Nun, ich gab nur wieder, was in der Sendung gesagt wurde. Und dass für den Vergleich immer die gleiche Person herangezogen wurde, hielt ich nicht für erwähnenswert.

                        Naja, im Berliner Senat saßen die nicht, sondern im Berliner Abgeordnetenhaus. [...]

                        Ja, danke für die Richtigstellung.

                        Komisch, daß als das Hauptargument gegen die Vermögenssteuer immer wieder
                        der Verwaltungsaufwand kommt.

                        Finde ich nicht. Auch ein Staat muss in gewissem Umfang wirtschaftlich denken, und aus diesem Blickwinkel erscheint eine Wiedereinführung der Vermögensteuer mehr als unsinnig. Und volkswirtschaftliche Lenkungseffekte vermag ich nicht zu erkennen.

                        Ich finde den Gedanken, mit der Erhebung den Anreiz für Investitionen zu erhöhen, interessant, schließlich sollen Steuern _steuern_, z.B. den Geldfluss in bestimmte Anlageformen.

                        Das würde voraussetzen, dass bestimmte Vermögensformen begünstigt besteuert oder sogar von einer Besteuerung ausgenommen werden würden. Ob das dann wiederum verfassungsgemäß ist, bezweifle ich.

                        Außerdem hat das BVerfG die Vermögenssteuer _nicht_ für verfassungswidrig erklärt. Es ging bei dem Urteil um die unterschiedliche Gewichtung verschiedener Anlageformen, wodurch der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt wurde.

                        Es ging namentlich um die Divergenz zwischen Besteuerung von sonstigem, insbesondere Barvermögen (Bemessungsgrundlage war der Nennwert) und Grundvermögen (Bemessungsgrundlage war ein Vielfaches des Einheitswertes). IIRC stand eine Verfassungsklage wegen der besonderen Besteuerung von Betriebsvermögen seinerzeit auch bereits in den Startlöchern. Wie also soll der Staat mit der Wiedereinführung einer Vermögensteuer die Investitionstätigkeit anregen? Das müsste mir mal jemand erklären.

                        Freundschaft!
                        Siechfred

                        --
                        Wissen bedeutet zu wissen, wo es steht.
                      2. Hello,

                        Komisch, daß als das Hauptargument gegen die Vermögenssteuer immer wieder
                        der Verwaltungsaufwand kommt. Ich finde den Gedanken, mit der Erhebung den
                        Anreiz für Investitionen zu erhöhen, interessant, schließlich sollen Steuern
                        _steuern_, z.B. den Geldfluss in bestimmte Anlageformen.
                        Außerdem hat das BVerfG die Vermögenssteuer _nicht_ für verfassungswidrig erklärt.
                        Es ging bei dem Urteil um die unterschiedliche Gewichtung verschiedener
                        Anlageformen, wodurch der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt wurde.

                        Sie ist mit Sicherheit nicht aufwändiger, als die Verwaltung der Sozialhilfeempfänger.

                        Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                        Tom

                        --
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                        1. Hallo Tom.

                          Sie ist mit Sicherheit nicht aufwändiger, als die Verwaltung der Sozialhilfeempfänger.

                          Wozu die Stammtischpolemik? Das können Bild und Konsorten doch viel besser ;)

                          Freundschaft!
                          Siechfred

                          --
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                  4. Hallo Matthias,

                    Ein HarzIV-Bezieher dürfte auf der Ebene des Konsums kaum schlechter gestellt sein als ein DDR-Malocher. Trotzdem ist das keine Rechtfertigung dafür, ihn mit allem Komfort auf den Schrott zu werfen und zu deklassieren. Recht auf Arbeit, damit das Recht auf Chancen, nach oben zu kommen, sich weiterzuentwickeln, darum geht es und das wird den Leuten vorenthalten.

                    Und das ist Zentral. Es ist nicht das Geld. Das ist zwar wenig, aber aus eigener Erfahrung mit Sozialhilfe kann ich durchaus bestätigen, daß es nicht "zuwenig zum leben" ist. Ich lebe noch.

                    Das wirkliche Problem ist die Demütigung, der man ausgesetzt wird. Und ich finde es immer wieder klasse, daß Du Dich hier "hinstellst" und die Sicht etwas geraderückst. Denn die Mehrheitssicht auf das "arbeitsscheue Gesindel" ist genau das, was die Regierung haben will.

                    Gruß, Andreas

                    --
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                    1. Hello,

                      Das wirkliche Problem ist die Demütigung, der man ausgesetzt wird. Und ich finde es immer wieder klasse, daß Du Dich hier "hinstellst" und die Sicht etwas geraderückst. Denn die Mehrheitssicht auf das "arbeitsscheue Gesindel" ist genau das, was die Regierung haben will.

                      Der "Regierung" geht das vollkommen am, Arsch vorbei, egal, ob sie nun unter "Kohl and Amigos" oder uner "Schröder und Freunde" firmiert. Geschmiert werden die Kerlchen immer von denselben 60.000 Feudalisten, die nach ca. 100 Jahren Pause nun wieder Oberwasser bekommen haben. Aber was sind schon 100 Jahre für "echten" Adel?

                      Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                      Tom

                      --
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                      1. Der "Regierung" geht das vollkommen am, Arsch vorbei,...

                        das glaube ich nicht ganz, wenn Du meintest, daß ihr die Volkesmeinung am Arsch vorbei geht. Denn schließlich ist sie auf eine mehrheitliche Zustimmung angewiesen, um dauerhaft etwas durchzusetzen. Ob da nun die Betroffenen zustimmen oder die anderen, das ist für Schröder natürlich egal.

                        Gruß, Andreas

                        --
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                        1. Hello,

                          Der "Regierung" geht das vollkommen am, Arsch vorbei,...

                          das glaube ich nicht ganz, wenn Du meintest, daß ihr die Volkesmeinung am Arsch vorbei geht. Denn schließlich ist sie auf eine mehrheitliche Zustimmung angewiesen, um dauerhaft etwas durchzusetzen. Ob da nun die Betroffenen zustimmen oder die anderen, das ist für Schröder natürlich egal.

                          Du irrst.
                          Wenn die Schauspieler doch zum selben Ensemble gehören, ist es doch egal, wer das Stück beginnt und wer es beendet, Hauptsache die Kasse stimmt.

                          Harzliche Grüße aus http://www.annerschbarrich.de

                          Tom

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                    2. Hi Andreas-Lindig,

                      Es ist nicht das Geld. Das ist zwar wenig, aber aus eigener Erfahrung mit Sozialhilfe kann ich durchaus bestätigen, daß es nicht "zuwenig zum leben" ist. Ich lebe noch.
                      Das wirkliche Problem ist die Demütigung, der man ausgesetzt wird. Und ich finde es immer wieder klasse, daß Du Dich hier "hinstellst" und die Sicht etwas geraderückst.

                      Meine Position ist nicht abstrakt konstruiert, ich sehe mich direkt von der Entwicklung bedroht. So viele Pleiten in meinem Umfeld, kaum Aufträge, wollen wir hoffen, dass nicht noch irgendetwas Krasses passiert, dann könnte das Ganze aus dem Ruder geraten.

                      Es ist eigenartig, das die SPD derart mit der großen Industrie verbandelt ist, es wäre so viel zuerreichen, wenn man drei Etagen tiefer ansetzen würde. Eine minimale Entlastung kann dort wirklich etwas bewegen, direkt Arbeitsplätze schaffen, aber gerade auch in den Kommunen und im Land setzen die Sozialdemokraten zur Verblüffung der CDU immer wieder auf zweifelhafte "Leuchtturmprojekte" und lassen die Substanz dabei kaputt gehen.

                      Unsere Gesellschaft wird kälter, es fehlt an Respekt vor den Menschen, die in den Unternehmen und für die Verwaltung zur bloßen Rechengröße degradiert werden. Was kann helfen? Aus meiner Sicht:

                      • Verteilung der vorhandenen Arbeit
                      • Investitionen im Bildungsbereich
                      • bessere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen
                      • bessere Berücksichtigung der Folgekosten von politischen Entscheidungen
                      • Verbesserung der Qualität von Gesetzen und Verordnungen
                      • Verschlankung der Bürokratie
                      • Steuergesetze, die auch die großen Unternehmen und Vermögen angemessen erfassen
                      • Verbesserung der Kontrolle von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung
                      • höhere Strafen für Unternehmen, die systematisch Schwarzarbeiter beschäftigen

                      Viele Grüße
                      Mathias Bigge

                      1. kaum Aufträge, wollen wir hoffen, dass nicht noch irgendetwas Krasses passiert, dann könnte das Ganze aus dem Ruder geraten.

                        das tut mir leid. Ich dachte immer, die Selbständigen hier aus dem Forum stünden ganz gut da.

                        Es ist eigenartig, das die SPD derart mit der großen Industrie verbandelt ist, es wäre so viel zuerreichen, wenn man drei Etagen tiefer ansetzen würde.

                        scheint nur nicht im Interesse der Entscheider zu liegen, etwas zu erreichen (außer persönlicher Vorteile). Ich glaube da mittlerweile wirklich an einen Systemfehler. Bis man sich hier bis zu Macht hochgedient hat, ist man dermaßen versaut, bzw. kommt überhaupt erst mit derartigem Charakter dorthin, daß man dort nur noch das Interesse hat, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und perönliche Vorteile hat man nun mal am meisten, wenn man mit den Kapitalhaltern anbändelt.

                        aber gerade auch in den Kommunen und im Land setzen die Sozialdemokraten zur Verblüffung der CDU immer wieder auf zweifelhafte "Leuchtturmprojekte" und lassen die Substanz dabei kaputt gehen.

                        siehe Dortmunder Bahnhof, Konzerthaus, TransRapid Dortmund-Düsseldorf...
                        Aber wir alle sind verantwortlich dafür, unser Vertrauen nicht an solche Leute zu verschwenden, denen es vor allem um Glanz und Statuspflege geht. Leider lassen sich immer noch sehrsehrviele Bürger von der angeblichen "Kompetenz" der Bosse blenden. Daß es hier nicht um Kompetenz, sondern um Interessen geht, merken viele halt zu spät - wenn der Kindergarten des eigenen Kindes verödet, das Kind in der Schule verblödet, man sich in der Stadt fast nirgends kostenlos setzen kann, das Westparkfest platt gemacht wird (...Liste unendlich fortzusetzen). Es wird sich nichts ändern, wenn nicht die Mehrheit sich _bewußt_gegen_ materiellen Reichtum/individuelle Vorteile und Ansehen und dafür _für_ mehr Lebensqualität entscheidet.

                        Was kann helfen? Aus meiner Sicht:

                        • Verteilung der vorhandenen Arbeit

                        jo, aber auch hier gilt: viele müßten etwas loslassen. Wer ist dazu bereit? Wie kann man die Leute davon überzeugen, daß sie am Ende etwas gewinnen?

                        • Investitionen im Bildungsbereich

                        jo, auch hier gilt: warum wurde einer zum Kanzler gewählt, von dem _vorher_ bekannt war, daß ihm Prestige und Autos wichtiger sind als Lebensqualität im Kleinen für viele?

                        • bessere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen

                        jo, auch hier gilt: warum streben die Leute in die Großbetriebe? Warum lassen sie sich von Daimler erpressen. Sind wir wirklich auf dieses Kapital angewiesen? Ich glaube nicht. Gier ist das Problem.

                        • bessere Berücksichtigung der Folgekosten von politischen Entscheidungen

                        jo, aber auch hier ist die individuelle Gier das Maß. Hartz IV wird massive Folgekosten haben. Aber E*ON, Daimler etc. sollen mit der Agenda 2010 an die Weltspitze anschließen, mehr nicht.

                        • Verschlankung der Bürokratie

                        da sachste was. Das Problem besteht schon seit der Antike. Gab es mal ein sehr interessantes Feature im WDR V drüber. Im Moment erlebe ich das in der Werkstatt der Diakonie hier in Dortmund, wo ich ein Jahr gearbeitet habe ganz praktisch. Der Laden ist der reinste Saustall, gut arbeiten kann man da nicht. Für Leute die gern sorgfältig arbeiten, wie mich z.B. ist das einfach demotivierend und entsprechend geht die Produktion gegen Null. Aber immer mehr Leute für Verwaltung werden da eingestellt. Mittlerweile haben die dort 9 Angestellte in Verwaltungs- und Fachanleiter-/Sozialarbeiterbüros für im Schnitt vielleicht 10-20 Mitarbeiter/Helfer in den Werkstätten. Sogar eine Betriebswirtin. Aber meinst Du es würden auch nur ein einziges mal die Werkstattmitarbeiter gefragt, was sie brauchen, wie die Werkstätten gestaltet/strukturiert werden sollen, damit man da vernünftig arbeiten kann? Meinst Du das defekte Klo würde repariert? Nein, statt dessen ein Zettel: "dieses Waschbecken nicht benutzen ... nach dem Klogang kräftig gegen den Spülkasten hauen, sonst gibt es Überschwemmung" etc. Angefangen haben die mit _einem_ Tischler und _einem_ Sozialarbeiter als Projektleiter. Bei gleicher Werkstättenauslastung. So ein Wasserkopf bläht sich einfach von selbst auf, weil jeder Verwaltungsmitarbeiter meint, er bräuchte noch Leute unter sich, die bei ihm was beantragen müssen.

                        • Steuergesetze, die auch die großen Unternehmen und Vermögen angemessen erfassen

                        jo, aber dazu muß man sich erst vom großen Kapital unabhängig machen/fühlen. Wer sich von denen abhängig fühlt und immer erpressen läßt (s.o.) wird Großunternehmen nicht besteuern.

                        Gruß, Andreas

                        --
                        "Reicher Mann und armer Mann standen da und sahen sich an
                        und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich"
                        (Berthold Brecht)
                        1. habe d'ehre

                          das tut mir leid. Ich dachte immer, die Selbständigen hier aus dem Forum stünden ganz gut da.

                          "Wir" kaempfen mit anderen Problemen:

                          • Auftraege fliegen nicht als gebratene Tauben durch die Gegend und unsere Kosten kann ich mir nicht beim Sozialamt oder sonstwo einfordern.

                          • Banken drehen Dir als Kleinunternehmen sehr leicht den Hahn zu, da ja kein regelmassiger Geldeingang aus der gleichen Quelle erfolgt. Du kannst Dir wahrscheinlich kein Bild davon machen wie schwierig es ist, als Kleiner einen vernuenftigen Dispo zu erhalten. Jeder Angestellte mit einem noch so minimalen Gehalt ist da besser gestellt.

                          • Das Finanzamt hat dich als Kleinen eigentlich permanent in der Zwickmuehle. Wehe, Du gibst eine UST-Meldung mal eine Woche zu spaet ab: Verzugszinsen, Schaetzung Umsatz, Festlegung fiktive UST-Schuld und bei Nichtzahlung nach erster Mahnung greifen sie Dein Konto => ohne Vorwarnung und Bescheid. Du merkst es erst, wenn Dich ein freundlicher Mensch von der Bank anruft und Dich auf diese Tatsache hinweist.

                          • Schulden bei Partnern, da etliche Kunden meinen, eine evtl. Teil/Zahlung nach 4-8 Monaten ist ja auch noch in Ordnung. Und nein, Du willst gar nicht wissen wieviele Aussenstaende wir haben, ich glaube Dir wuerde uebel werden. ;-)

                          Lass Dir gesagt sein, mit Webseiten alleine gewinnst Du heute keinen Blumentopf mehr. Du musst Allianzen (wie wir) eingehen, neue Segmente erschliessen, andere Wege gehen. Den Kampf gegen Freiberufler kannst Du als kleine Agentur nicht gewinnen, da du immer zu teuer bist. Ein gutes Beispiel war die Anfrage von *schindu* vor kurzem. Da brauchen wir gar nicht anzubieten, da wir bei korrekter Kostenkalkulation den Auftrag nie bekommen haetten. Man kann kleine Sachen mal nicht kostendeckend nebenbei machen, aber nicht auf Dauer.

                          Ich will jetzt nicht nur schwarzmalen, aber die Meinung ueber Selbststaendige ist (hier?) sehr einseitig gepraegt. Die kleinen Philosophen, die hier permanent aufjaulen wenn ein kleines Projekt angeboten wird, waren wahrscheinlich noch nie in der Situation, dass so ein Job vielleicht die naechste Miete finanzieren kann.

                          Vielleicht wird ein Projekt real, welches unser Werber gerade anbaggert, schaut nicht schlecht aus. Wenn wir zum Zuge kommen sind die naechsten fuenf Jahre finanziert und wir muessten wahrscheinlich sogar Leute einstellen. Mal abwarten, aber bis dahin kann ich "ch dachte immer, die Selbständigen hier aus dem Forum stünden ganz gut da" nicht zweifelsfrei unterschreiben.

                          man liest sich
                          Wilhelm

                          1. Hi,

                            Vielleicht wird ein Projekt real, welches unser Werber gerade anbaggert, schaut nicht schlecht aus. Wenn wir zum Zuge kommen sind die naechsten fuenf Jahre finanziert und wir muessten wahrscheinlich sogar Leute einstellen.

                            ja, dann denk an mich. Ich wollte mich schon seit einigen Jahren mal veraendern und etwas Wesentliches mitgestalten. Also, ich stehe Gewehr bei Fuss. (Natuerlich nur, wenn's vom "Profil" her fuer Euch passen wuerde)

                            Gruss,
                            Ludger

                            --
                            "Machts der Gerd nicht, machts der Franz."
                        2. Hallo, Andreas!

                          ... Ich glaube da mittlerweile wirklich an einen Systemfehler. ...

                          ja, der heist "zins" und "zinseszins".

                          ... Und perönliche Vorteile hat man nun mal am meisten, wenn man mit den Kapitalhaltern anbändelt.

                          ja, wobei die grössten teils keine eigenen betriebe mehr haben.

                          Was kann helfen? Aus meiner Sicht:

                          • Verteilung der vorhandenen Arbeit
                            ... Wie kann man die Leute davon überzeugen, daß sie am Ende etwas gewinnen?

                          solange es leistungsloses einkommen gibt (siehe oben), werden wir alle am ende verlieren, früher oder später.

                          Warum lassen sie sich von Daimler erpressen. Sind wir wirklich auf dieses Kapital angewiesen? Ich glaube nicht.

                          darauf würde ich es auch ankommen lassen wollen. und im zweifel gibt es hier immer noch genug inovatieve leute, die diese "lücke" wieder ausfüllen könnten, sogar mit besseren produkten.

                          • bessere Berücksichtigung der Folgekosten von politischen Entscheidungen

                          jo, aber auch hier ist die individuelle Gier das Maß. Hartz IV wird massive Folgekosten haben. Aber E*ON, Daimler etc. sollen mit der Agenda 2010 an die Weltspitze anschließen, mehr nicht.

                          • Verschlankung der Bürokratie

                          teile das geld für jede behörde in lohngelder und sachgelder ein. wenn die chefs der behörden mehr leute einstellen, sinkt automatisch ihr anteil aus dem lohn-pott. die sachmittel dürfen nur für die zu bewältigenden aufgaben eingesetzt werden.

                          • Steuergesetze, die auch die großen Unternehmen und Vermögen angemessen erfassen

                          jo, aber dazu muß man sich erst vom großen Kapital unabhängig machen/fühlen. Wer sich von denen abhängig fühlt und immer erpressen läßt (s.o.) wird Großunternehmen nicht besteuern.

                          solange es ein geld-system mit zins und zinseszins gibt, entsteht immer wieder automatisch eine abhängigkeit, die sich bis zum kollaps (staatsbankrott/"währungsreform") verstärkt.

                          <zitat Helmut Creutz-"Das geld-Syndrom">
                           ...
                          Bekannter und nachprüfbarer ist die Kultur- und Wirtschaftsblüte
                          in der Staufferzeit. »Ein Geschenk des Geldwesens«,
                          wie Hans Weitkamp im Untertitel seines Buches
                          »Das Hochmittelalter« schreibt. In dieser Zeit der Hochgotik
                          gab es ebenfalls ein Geld, das nicht von Dauer war, nämlich
                          die einseitig geprägten so genannten Brakteaten. Dieses Geld wurde
                          aus dünnem Silberblech gefertigt, hatte also
                          einen geringeren Metallwert und auch eine geringere Haltbarkeit.
                          Das Entscheidende an den Brakteaten aber war,
                          dass sie im Jahr ein- bis zweimal ›verrufen‹, das heißt, durch
                          öffentlichen Aufruf als ungültig erklärt wurden. Sie mussten
                          dann gegen neu geprägte Münzen eingetauscht werden,
                          wobei man für vier alte Münzen durchweg nur drei neue
                          erhielt.
                           ...
                          In der Brakteatenzeit, vor allem dem 13. und 14. Jahrhundert,
                          entstanden allein im deutschen Sprachraum mehrere
                          hundert Städte.Die Hanse hatte ihre Blüte, die Wirtschaft
                          gedieh und zum ersten Mal gab es so etwas wie einen
                          breiten Bürgerreichtum. Den Spuren dieser Zeit kann man
                          in den wenigen unversehrt gebliebenen Städten bzw. Altstadtbezirken,
                          wie z.B.Dinkelsbühl, Rothenburg, Nördlingen
                          oder Lübeck, noch nachgehen. Nie wieder hat es so viele
                          Künstler und Kunsthandwerker gegeben wie in diesen
                          Jahrhunderten. Fast alle Balken an den Bürgerhäusern und
                          selbst der letzte Stein auf den Spitzen der Kirchen und
                          Kathedralen waren kunstvoll gestaltet, ebenso die Glasfenster
                          und Kirchengestühle.
                          Gerade die Kathedralen legen heute noch Zeugnis ab
                          von dem Reichtum dieser Zeit. Sie wurden nicht – wie die
                          Pyramiden – durch Zwangsarbeiter errichtet, sondern von
                          hoch bezahlten Handwerkern und Baumeistern. Und dieser
                          breit gestreute Wohlstand war nicht die Folge einer
                          ständigen Leistungssteigerung oder eines Wirtschaftswachstums
                          in unserem heutigen Sinne. Er war ganz einfach
                          die Folge einer langen Epoche des Wirtschaftens mit einem
                          relativ verstetigten Geldkreislauf, einer Epoche der Wohlstandmehrung
                          durch die weitgehende Vermeidung der sonst
                          sich wiederholenden verarmenden Konjunktureinbrüche:
                          Er war die Folge eines umlaufenden Geldes, dem der Ausbeutungscharakter
                          weitgehend genommen war!
                           ...
                          </zitat>

                          freundl. Grüsse aus Berlin, Raik

                        3. Hi Tom3,

                          Ich dachte immer, die Selbständigen hier aus dem Forum stünden ganz gut da.

                          Die kriegen den Abschwung teilweise sehr direkt zu spüren.

                          aber gerade auch in den Kommunen und im Land setzen die Sozialdemokraten zur Verblüffung der CDU immer wieder auf zweifelhafte "Leuchtturmprojekte" und lassen die Substanz dabei kaputt gehen.
                          siehe Dortmunder Bahnhof, Konzerthaus, TransRapid Dortmund-Düsseldorf...

                          Nicht zu vergessen Phönix - dafür werden die meisten kleinen Projekte geopfert...

                          • Verschlankung der Bürokratie
                            Werkstatt der Diakonie hier in Dortmund

                          Kenn ich gar nicht - ich dachte, hier in diesem Kaff würde ich alles mitkriegen *g*
                          Es ist aber tatsächliche ein eigenartiger Trend in vielen sozialen Projekten, dass die, die die praktische Arbeit machen, nur eine zu vernachlässigende Funktion der Funktionärsebene sind.

                          Viele Grüße
                          Mathias Bigge

                          1. Hallo.

                            Es ist aber tatsächliche ein eigenartiger Trend in vielen sozialen Projekten, dass die, die die praktische Arbeit machen, nur eine zu vernachlässigende Funktion der Funktionärsebene sind.

                            Warum sollten soziale Projekte, Sportverbände, Kammern etc. auch nicht ein Abbild des betriebswirtschaftlich geprägten politischen Systems sein?
                            MfG, at

                            1. Hi at,

                              Warum sollten soziale Projekte, Sportverbände, Kammern etc. auch nicht ein Abbild des betriebswirtschaftlich geprägten politischen Systems sein?

                              Sie sind es in vieler Hinsicht nicht, und da sehe ich die betriebswirtschaftliche Situation auch anders, denn da kommt eher die Kraft zusammen, den Wasserkopf zu verschlanken, wenn Not am Mann ist.

                              Viele Grüße
                              Mathias Bigge

                              1. Hallo.

                                Sie sind es in vieler Hinsicht nicht, und da sehe ich die betriebswirtschaftliche Situation auch anders, denn da kommt eher die Kraft zusammen, den Wasserkopf zu verschlanken, wenn Not am Mann ist.

                                Leider habe ich dort noch nie mehr "Not am Mann" erlebt als man mit steigenden Beiträgen hätte kompensieren können.
                                MfG, at

                                1. Hi at,

                                  Leider habe ich dort noch nie mehr "Not am Mann" erlebt als man mit steigenden Beiträgen hätte kompensieren können.

                                  Jetzt klärt sich für mich der Dissens: Du dachtest an Ersatzkassen und dergl. mehr, während ich an freie Träger  dachte...

                                  Viele Grüße
                                  Mathias Bigge

                                  1. Hallo.

                                    Jetzt klärt sich für mich der Dissens: Du dachtest an Ersatzkassen und dergl. mehr, während ich an freie Träger  dachte...

                                    Ich dachte auch an:

                                    • Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern
                                    • öffentlich-rechtliche Sendeanstalten
                                    • Sportverbände und Vereine
                                    • öffentliche Kultur- und Freizeiteinrichtungen
                                    • Energieversorger und Abfallwirtschafter
                                      ...
                                      Wenn es Einzelfälle wären, könnten sie ja noch auffallen. So aber gehen sie in der Masse kongruent handelnder Institutionen unter.
                                      MfG, at
                                    1. Hi at,

                                      • Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern
                                      • öffentlich-rechtliche Sendeanstalten

                                      Hier stimmt Deine Aussage.

                                      • Sportverbände und Vereine

                                      Das ist kompliziert, bei den Verbänden stimmt es eher als bei den Vereinen.

                                      • öffentliche Kultur- und Freizeiteinrichtungen

                                      Hier geht die Finanzierung eher aus dem Steuertopf, und da sind permanente Erhöhungen seit Jahren nicht mehr durchsetzbar.

                                      • Energieversorger und Abfallwirtschafter

                                      Die ja, aber auch hier ist die Situation inzwischen komplex aufgrund der verwirrenden Mischung aus öffentlichen und privaten Institutionen, politischen Vorgaben und Gesetzen, sowie Profitinteressen. Nicht umsonst finden sich hier krasse Fälle von Korruption.

                                      ...
                                      Wenn es Einzelfälle wären, könnten sie ja noch auffallen. So aber gehen sie in der Masse kongruent handelnder Institutionen unter.

                                      Ich gebe Dir Recht, dass alle Zwnagsverbände den Mitgliedern gern tief in die Tasche fassen und alles tun, um Konkurrenz auf ihrem Terrain zu verhindern.

                                      Bei freien Trägern, wie ich sie meine, wird aufgrund von Projektmitteln, Spenden und öffentlicher Förderung gearbeitet, hier ist eine Erhöhung von Gebühren oft sehr begrenzt.

                                      Viele Grüße
                                      Mathias Bigge

                      2. Hi,

                        Unsere Gesellschaft wird kälter,

                        Quatsch, ich gehe davon aus, dass gerade das Gegenteil eintreten wird, wenn die "sozialdemokratische" Unehrlichkeit und Falschheit ueberwunden wird. Wenn man wieder ehrlich Geschaefte machen kann und sagen kann, wozu man Lust hat.

                        es fehlt an Respekt vor den Menschen,

                        Es gibt aber auch zuviel falschen Respekt vor den Menschen.

                        die in den Unternehmen und für die Verwaltung zur bloßen Rechengröße degradiert werden.

                        Nein, das kann sich eigentlich kein Unternehmen leisten. Das wuerde die Firmenkultur kaputt machen. Geschieht das doch, dann aus Unvermoegen und Dummheit.

                        Was kann helfen?
                        Aus meiner Sicht:

                        • Verteilung der vorhandenen Arbeit

                        Durch speziell ausgebildetes stattlichess Personal?   :-(

                        • Investitionen im Bildungsbereich

                        Durch Fr.Bulmann?   :-(

                        • bessere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen

                        Subventionierung aba nich, oder?

                        • bessere Berücksichtigung der Folgekosten von politischen Entscheidungen

                        Besser, also nachhaltiger, also vom naechsten Wahltermin unabhaengig? Wie soll das gehen?

                        • Verbesserung der Qualität von Gesetzen und Verordnungen

                        Weniger Gesetze!

                        • Verschlankung der Bürokratie

                        Weniger Beamte und stattliche Angestellte, weniger Umverteilung, weniger Gesetzestexte, weniger "Gerechtigkeit".

                        • Steuergesetze, die auch die großen Unternehmen und Vermögen angemessen erfassen

                        Einfachere Gesetze!

                        • Verbesserung der Kontrolle von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung

                        Denunziantenpraemien, harte Strafen, Ausweisungen von auslaendischen illegalen Arbeitskraeften.

                        • höhere Strafen für Unternehmen, die systematisch Schwarzarbeiter beschäftigen

                        Ggf. Schliessung.

                        Gruss,
                        Ludger,
                        der heute mal wieder etwas radikaler drauf ist

                        1. Hi Ludger,

                          Unsere Gesellschaft wird kälter,
                          Quatsch, ich gehe davon aus, dass gerade das Gegenteil eintreten wird, wenn die "sozialdemokratische" Unehrlichkeit und Falschheit ueberwunden wird. Wenn man wieder ehrlich Geschaefte machen kann und sagen kann, wozu man Lust hat.

                          Solche Interventionen gegen die "political correctnes" finde ich inzwischen albern. Mit der wahren Welt die falsche abschaffen, hat schonmal jemand vorgeschlagen. Aber die Maske, es ginge allen nur um Arbeitsplätze und Allgemeinwohl, ist doch längst gefallen.

                          es fehlt an Respekt vor den Menschen,
                          Es gibt aber auch zuviel falschen Respekt vor den Menschen.

                          Darunter leiden wir nicht wirklich, oder? Ich wüsste allerdings einige Kontexte, in denen das gilt, vielleicht wirst Du da mal konkreter.

                          die in den Unternehmen und für die Verwaltung zur bloßen Rechengröße degradiert werden.
                          Nein, das kann sich eigentlich kein Unternehmen leisten. Das wuerde die Firmenkultur kaputt machen. Geschieht das doch, dann aus Unvermoegen und Dummheit.

                          Sollte man meinen. Ich denke, kaum eine große Firma könnte sich heute leisten, eine interne, anonyme Mitarbeiterbefragung zu veröffentlichen. Das Management vieler Unternehmen setzt strikt auf Konfrontation mit der Belegschaft, da wird die Fassade "Firmenkultur" dünn, auch wenn es immer noch auf jeder Website einige köstliche Anmerkungen zur Unternehmens"philosophie" gibt.

                          • Verteilung der vorhandenen Arbeit
                            Durch speziell ausgebildetes stattlichess Personal?   :-(

                          Staatliches?

                          • Investitionen im Bildungsbereich
                            Durch Fr.Bulmann?   :-(

                          Die Reihe der unfähigen SPD-Bildungspolitiker ließe sich verlängern.

                          • bessere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen
                            Subventionierung aba nich, oder?

                          Subventionen sind böse[TM], fast so schrecklich wie Layouttabellen. Was wir statt dessen brauchen? Subventionen natürlich....

                          • bessere Berücksichtigung der Folgekosten von politischen Entscheidungen
                            Besser, also nachhaltiger, also vom naechsten Wahltermin unabhaengig? Wie soll das gehen?

                          Es ist seit Jahren ein Phänomen, dass Gesetze quasi versuchsweise gemacht werden. Wenn dann Kritik laut wird, oder in der Praxis alles schief geht, wird nachgebessert. Mein Lieblingsbeispiel sind Gesetze, deren Folgen auch nach Inkrafttreten kein Experte verbindlich erläutern mag.

                          • höhere Strafen für Unternehmen, die systematisch Schwarzarbeiter beschäftigen
                            Ggf. Schliessung.

                          der heute mal wieder etwas radikaler drauf ist

                          Wir leben in radikalen Zeiten. Es wäre wirklich ein radikaler Schnitt nötig, um die Anzahl der Gesetze und Verordnungen drastisch zu reduzieren.

                          Viele Grüße
                          Mathias Bigge

                          1. Hi,

                            es fehlt an Respekt vor den Menschen,
                            Es gibt aber auch zuviel falschen Respekt vor den Menschen.
                            Darunter leiden wir nicht wirklich, oder?

                            doch, finde ich schon. Statt richtigem Respekt stelle ich oft diesen falschen sozio-paedagigischen fest. Der ist am allerschlimmsten.

                            Das Management vieler Unternehmen setzt strikt auf Konfrontation mit der Belegschaft, da wird die Fassade "Firmenkultur" dünn, auch wenn es immer noch auf jeder Website einige köstliche Anmerkungen zur Unternehmens"philosophie" gibt.

                            Mag sein, dass das so ist, wenn die Globalisierung klar werden laesst, dass die Arbeit in Deutschland zu teuer geworden ist und auch die Manager scharf gemacht werden von deren Abnehmern. Das waere dann tatsaechlich ein Alarmsignal, wenn dem so ist.

                            Subventionen sind böse[TM], fast so schrecklich wie Layouttabellen. Was wir statt dessen brauchen? Subventionen natürlich....

                            Pointiert, aber nicht lustig.

                            Es ist seit Jahren ein Phänomen, dass Gesetze quasi versuchsweise gemacht werden.

                            Das ist aber gut so. Viele wuenschen sich Gesetze mit Verfallsdatum. Das wuerde in unserem System einiges vereinfachen.

                            der heute mal wieder etwas radikaler drauf ist
                            Wir leben in radikalen Zeiten. Es wäre wirklich ein radikaler Schnitt nötig, um die Anzahl der Gesetze und Verordnungen drastisch zu reduzieren.

                            Also Du siehst, Matthias, gelegentlich erlaube ich mir einen zustimmenden, gelegetlich einen dissenzfeststellenden Kommentar. Ich habe natuerlich soz. unabhaengig von allem, eine klare Vorstellung, wie ein gut funktionierendes kapiotalistisches System aussehen wird.
                            Bei Dir ist mir nicht ganz klar, was Du im Hinterkoepfchen hast. Du kannst ja mal bei Gelegenheit ein paar Zeilen dazu schreiben.

                            Gruss,
                            Ludger

                            --
                            "Machts der Gerd nicht, machts der Franz."
                            1. Hi Ludger,

                              Statt richtigem Respekt stelle ich oft diesen falschen sozio-paedagigischen fest. Der ist am allerschlimmsten.

                              Also Du siehst, Matthias, gelegentlich erlaube ich mir einen zustimmenden ... Kommentar.

                              Ich hoffe, es hat nicht weh getan...

                              Bei Dir ist mir nicht ganz klar, was Du im Hinterkoepfchen hast.

                              Hutgröße 64 und Köpfchen *g*

                              Ich bin davon überzeugt, dass auch ein gut funktionierender Kapitalismus seine zerstörerischen Seiten hat, was allerdings durch die Möglichkeit gemildert wird, dass die wertguten Menschen gefüllte Tüten mit Mist nach Hause schleppen können, z.B. von "Strauss Innovation" oder im Schachclub "klammern" können.

                              "Es gibt kein wahres Leben im falschen."
                              "Wir haben das wahre und damit auch das falsche Leben zerstört."

                              Viele Grüße
                              Mathias Bigge

                              1. Hi,

                                "Es gibt kein wahres Leben im falschen."
                                "Wir haben das wahre und damit auch das falsche Leben zerstört."

                                weil ich gerade noch ein paar Minuten Zeit habe...

                                Was ist denn hier mit Leben gemeint, was mit wahr, was mit falsch, und was mit Zerstoerung?

                                (Und dabei habe ich schon so viele Filme franzoeischer Regisseure aus den 60er und 70er Jahren gesehen.)

                                Gruss,
                                Ludger

                                --
                                "Bio, wo bist Du?"
                                1. Hi Ludger Keitlinghaus,

                                  "Es gibt kein wahres Leben im falschen."
                                  "Wir haben das wahre und damit auch das falsche Leben zerstört."

                                  Was ist denn hier mit Leben gemeint, was mit wahr, was mit falsch, und was mit Zerstoerung?

                                  Das ist bei Nietzsche und Adorno nicht in drei Sätzen zu sagen *g*

                                  Viele Grüße
                                  Mathias Bigge

  7. Holladiewaldfee,

    Nuun, was ist normal!? Fakt ist, jede Detonation über Grund löst pilzförmige Wolken aus. Aber es gibt eben ein paar kleine aber feine Unterschiede, welche eine TNT - Detonation (normaler Sprengstoff) von einer NuklearDetonation (Atombombe) unterscheiden.

    Ja - aber die sind nicht immer offensichtlich.

    Aber die Medien berichten darüber, als ob es eben nicht möglich ist, zwischen diesen beiden Detonationstypen zu unterscheiden.

    Das ist es auch denke ich nicht immer, vor allem wenn man zu weit weg ist.

    Wo es doch so ist...:
    Jeder Seismologe weiß, dass nukleare Detonationen bereits anhand der Mikrobarogramme erkannt werden können, und zwar weltweit.

    Bitte werfe nicht kleine taktische Gefächtsköpfe mit den Riesenbomben, mit denen die Amis und Russen so gerne angegeben haben, in einen Topf. Wenn Du eine "alte", konventionelle Bombe zündest, dann tuts einen Riesenrumms und den kannst Du ganz sicher von "normalen" Bomben unterscheiden. Bei einem kleinen taktischen Kopf wäre ich mir da nicht mehr so sicher. Hier dürften die Signaturen nicht mehr so eindeutig sein, wie sie es bei großen Bomben sind. Meiner bescheidenen Meinung nach ist diese Methode auch hauptsächlich bei unterirdischen Tests anzuwenden. Bei oberirdischen Tests verpufft doch recht viel. Da dürfte bei kleineren Sprengköpfen dann nicht mehr viel für die Signatur übrigbleiben.

    Jeder Rundfunktechniker weiß um den elektromagnetischen Impuls, welche eine Nukleardetonation auslöst. Usw.

    Den EM-Puls bekommst Du vor allem mit, wenn die Bombe in der Atmosphäre gezündet wird. Typisches Szenario: A-Bomben-Zündung über der amerikanischen West- oder Ostküste. Die gesamte Elektronik geht drauf, außer speziell geschützte Rechenanlagen. Wie lange die noch leben, hängt von den verfügbaren Elektrizitätsressourcen ab, da die Energieversorgung zusammenbricht.

    Den Puls gibt es sicher auch bei oberflächennaher Zündung, hier muß man aber die Geländebeschaffenheit mit in die Rechnung aufnehmen. Im Gebirge gezündet (wie es in Nordkorea ja geschehen sein soll) dürften die Berge einen Großteil wegdämpfen. Wie's mit den atmosphärischen Reflektionen aussieht kann ich nicht sagen, dazu fehlt mir das Hintergrundwissen. Aber allein aufgrund der durch die Berge bedingten Winkelabhängigkeit dürfte das nicht allzuweit kommen?!

    Darüberhinaus solltest Du bedenken, daß der EM-Puls bei einem kleinen taktischen Sprengkopf doch sehr viel kleiner aufällt als bei den großen Bomben.

    Aber in den Medien wird das wiedermal so dargestellt, als gäbe es keine Seismologen oder Rundfunktechniker, als wäre es nicht möglich, zu unterscheiden, ob die Kommunisten in Nordkorea eine 'normale' Bombe oder eine 'Atombombe' gezündet haben.

    Ich hoffe, Du hast nun verstanden, daß man das beileibe nicht immer einfach unterscheiden kann. Und glaub mir, wenn man es wüßte, daß es eine A-Bombe war, würden die Medien es ordentlich breittreten - schließlich ist Amerika auf Nordkorea nicht wirklich gut zu sprechen.

    Wisst Ihr was!? Ich lasse mich nicht verarschen. Jedenfalls nicht auf diese Art und Weise.

    (kein Kommentar)

    Und aus meiner Sicht hat es sowieso keinen zu geben, der irgendeinem Land vorzuschreiben hat, ob es Atombomben haben darf oder nicht.

    Jeder bessere Physik-Student hat nach Abschluß seines Studiums einen Großteil des Wissens, das es braucht, um eine A-Bombe herzustellen. Es fehlen lediglich die Mittel. Das Geheimnis dahinter ist nicht sooo groß, praktisch alle relevanten Informationen sind öffentlich verfügbar. Anreicherung, kritische Massen, Reinheitsgrade, "Moderatoren" etc. - alles öffentlich dokumentiert. Wenn man jetzt noch einen kompetenten Chemiker an der Seite hat (zwecks dem Sprengstoff für die Initialzündung und der Herstellung und Trennung von UF6), ist die Sache gelaufen. Das einzige wirkliche Problem ist die Rohstoffbeschaffung.

    Machts ma gut ;-)

    Machs besser ;-)

    Ciao,

    Harry

    --
      Bald kommt die Waldfee ... (Projektphase: Planung)
      Bis dahin:
      http://harry.ilo.de/projekte/berge/
  8. ...was hier berichtet wird:

    http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/18295/1.html

    hi

    und

    so long
    ole
    (8-)>

    --
    Vegetables? Yes,...for example garlic!