Hallo,
Desweiteren habe ich mich in letzter Zeit um RSS gekümmert - wir sind bei XML angekommen: SVG, MathML, RSS (, ATOM, ...) - mit denen wird man wohl in nächster Zeit öfter zu tun bekommen. Das passt wie ich finde auch gut in SelfHTML.
Weder SVG noch MathML noch RSS haben derzeit die Relevanz, die es bräuchte, um in SELFHTML zumindest in den Grundzügen dokumentiert zu werden. MathML ist und bleibt eine Nischensprache, für SVG sehe ich momentan keine langfristige Perspektive, die es für SELFHTML prädestiniert, und RSS hat zwar mittlerweile Wichtigkeit, aber es ist und bleibt eine nebensächliche Zusatztechnik. Solcher gibt es viele. Für diese existieren bereits jeweils brauchbare Dokumentationen. Sicher wäre es sinnvoll, das Konzept der Syndication, der (Atom-, MetaWeblog-)APIs usw. im SELF-Stil als übergreifende Theorie zu erläutern, doch genau für solche Spezialtechniken sind die SELFHTML aktuell Feature-Artikel gedacht.
Wo ich aber sehr viel mehr Verbesserungspotential sehe, als bei der Themenauswahl ist eine kontinuierlichere Weiterentwicklung (und das scheint ja gemacht zu werden). SelfHTML 8 muss man schon sehr selektiv lesen, um aktuell relevante Informationen daraus zu beziehen, das ist für Einsteiger kaum bis nicht möglich.
Es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass ein Projekt wie SELFHTML genau deshalb zum Scheitern verurteilt ist: Weil es nicht mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung Schritt halten kann, weil der Umfang der Neuerungen durch den Umfang von SELFHTML zu groß ist. Solche vernichtende Kritik kommt natürlich von Leuten, die es selbst nie geschafft haben, brauchbare technische Dokumentationen zu schreiben, geschweige denn uns gegenüber brauchbare Verbesserungsvorschläge zu machen. Insofern muss man solche Meckerei nicht ernst nehmen. Obwohl ich nicht denke, dass SELFHTML durch seinen Anspruch auf hohem Niveau scheitert, halte ich die Beobachtung trotzdem erst einmal für zutreffend. Es ist ja nicht so, als wüssten wir das nicht und als hätte Stefan Münz das nicht gewusst. Die Konsequenz daraus ist, dass die SELFHTML-Doku bewusst nicht in allen Bereichen die »bleeding edge« der gegenwärtigen Entwicklung wiedergeben will und sich nicht so detailliert mit potenziellen Zukunftstechniken auseinandersetzen kann, wie es in schnelllebigen Weblogegemeinden der Fall ist. SELFHTML kann auch keine Aneinanderreihung von Fachliteratur im O'Reilly-Stil sein, bei der jede technische Feinheit des jeweiligen Teilthemas aus informationswissenschaftlicher Perspektive erschöpfend behandelt wird. Die Experten für CSS werden immer Lücken im CSS-Kapitel sehen, die Experten für JavaScript/DOM immer Lücken in diesem Kapitel, dasselbe gilt für XML und Perl, dasselbe wird für PHP und SQL gelten, falls sie in Version 9 zur Sprache kommen.
Mathias