Moin,
Hat man ADS (Aufmekrsamkeits-defizit-syndrom) von geburt an?
Ja. Es spricht viel dafür, dass es sich bei ADS um eine Störung des Dopamin-Stoffwechsels handelt. Dopamin ist ein chemischer Botenstoff, der (neben anderen Botenstoffen) für bestimmte Kommunikationsabläufe im Hirn zuständig ist.
Die herrschende Meinung geht davon aus, dass diese Störung angeboren ist. Es gibt sogar Wissenschaftler, die von einem genetischen Defekt ausgehen und deshalb eine Vererblichkeit unterstellen. Nur wenige Fachleute halten ADS für eine (anerzogene) Charakterschwäche.
Wie stellt man ADS bei jemanden fest?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. ADS hat viele Facetten und Ausprägungen. ADS ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Diagnose (und Therapie) sind daher nicht einfach. Ich empfehle den Besuch einer ADS-Selbsthilfe-Gruppe, die es in wohl jeder größeren Stadt gibt oder den Besuch eines ADS-Informationsabends, den Volkshochschulen, Kliniken oder ähnliches ab und an anbieten. Dort wird es sicherlich Tipps von ADSlern oder ADS-Eltern geben, welche Ärzte in der Nähe zu empfehlen sind.
Im Verlag Oberstebrink sind zwei Bücher über ADS (ein für erwachsene ADSler, eine über ADS-Kinder), die mir persönlich sehr gut gefallen haben.
Aus meiner Sicht wichtig: Auf eine Diagnose drängen, dann über Therapie reden, und erst dann handeln. Vorher aber auf alle Fälle eine zweite Meinung (==anderer Arzt) einholen. Und: nicht zu schnell auf Medikamente schielen oder drängen lassen.
Viele Grüße
Swen Wacker