Hallo Christian,
und einen trifft es immer, warum also nicht auch mal dich?
Weil damit jegliche Motivation und Leistungsbereitschaft derjenigen vernichtet wird, die das Zeug dazu haben, weitere Arbeitsplätze zu schaffen.
Du magst mich vielleicht gleich für einen elitären Sack halten, aber so eine Arbeit ist nicht allen zuzumuten.
Wenn ich mir vorstelle, ein guter Filialleiter oder ein exzellenter Programmierer verlieren, aus welchen Gründen auch immer, ihren Job und bekommen keinen neuen (was trotz oder gerade wegen ihrer hohen Qualifikation kein Einzelfall wäre), und sie müssten nach einem Jahr im Park Hundescheiße wegräumen, wird mir ganz schlecht.
Wie macht sich das im Lebenslauf? Diese Leistungsträger werden nie wieder einen adäquaten Job bekommen, ihr Leben ist gelaufen. Das kann nicht richtig sein.
Jetzt könnte man natürlich sagen, da haben die beiden was falsch gemacht, sich nicht gut genug verkauft. Ich kenne einige wirklich gute Leute, die eher ruhig eine hervorragende Arbeit geleistet haben und all ihre Energie in ihren Job gesteckt haben, bis irgend ein Zirkuspferd mit halber Qualifikation aber doppelt so großem Mundwerk sie verdrängt hat. Was ich damit sagen will ist, dass gerade die wirklichen Leistungsträger immer Schwierigkeiten haben werden, sich gut zu verkaufen. Und gerade die werden von Hartz IV verkauft.
Frag' mich jetzt bitte nicht, nach welchen Kriterien ich die Zumutbarkeit eines Jobs für eine bestimmte Person definieren würde: Ich weiß es nicht.
Das einzige, das ich weiß: Trotz all seiner Schönheit, seines Reichtums und seiner Sicherheit wird mir in diesem Land angesichts der allgemein zunehmenden Verachtung der Menschenwürde und der Abnahme an Solidarität allmählich Angst und Bange.
Tom C.