landol: StreamingVideo: Direkt ab Kamera auf Web?

Wir möchten ab eine Videokamera direkt ein StreamingVideo auf eine Webseite einbinden.

Welches sind so eure Erfahrungen und Tools. Wie zum Beispiel eine komplette Box die sowas liefert, welche Onlinesoftware(Real,WMP,Flash?) oder via Videokarte und PC?

  1. Moin!

    Wir möchten ab eine Videokamera direkt ein StreamingVideo auf eine Webseite einbinden.

    Welches sind so eure Erfahrungen und Tools. Wie zum Beispiel eine komplette Box die sowas liefert, welche Onlinesoftware(Real,WMP,Flash?)
    oder via Videokarte und PC?

    Das allerwichtigste, was du benötigst, ist Bandbreite!

    Die Bandbreite hängt von diversen Faktoren ab, die du bislang noch nicht mitgeteilt hast:
    1. Welche Auflösung (in Pixeln) soll das gesendete Bild haben? Kleine Auflösungen bedeuten "Briefmarkenkino", man erkennt also fast nichts, aber auch geringere Bandbreitenanforderung.
    2. Welche Bildfrequenz? Ein Bild (oder weniger) pro Sekunde spart ganz erheblich Bandbreite, aber es ruckelt natürlich auch wahnsinnig. 12,5 Bilder pro Sekunde sind einigermaßen akzeptabel, korrekt wären 25 Bilder pro Sekunde. Wenn aber keine flüssige Bewegungsdarstellung erforderlich ist, wäre das wiederum zuviel.
    3. Ton dabei? Der frißt bei schmalbandiger Übertragung bis zu 50% der Bandbreite, bei Breitbandvideo wird er anteilsmäßig irrelevant.

    Alle diese Faktoren zusammengenommen führen am Ende unter anderem zu folgenden Möglichkeiten:
    1. Modem/ISDN-Bandbreite, nicht mehr als 45 kBit/s. Das Ergebnis wird winzig sein (maximal 160x120 Pixel), ruckelig (nicht mehr als 12,5 Bilder/s), ekligen Ton haben (8 bis 12 kBit/s bei 11 kHz Samplerate in Mono) und deshalb verhältnismäßig unansehnlich.
    2. DSL-Bandbreite, um die 300 bis 500 kBit/s. Das Ergebnis hat eine vernünftige Auflösung von 320*240 Pixeln, volle Bildrate (25 Bilder/s), ordentlichen Ton (MP3-Qualität von 96 kBit/s oder mehr, also 44.1 kHz Samplerate, Stereo), sieht also recht gut aus, erfordert aber natürlich ziemlich viel Bandbreite.

    Zu bedenken ist: Die genannten Bandbreiten sind PRO ZUSCHAUER zu liefern. Jeder bekommt vom Streaming-Server seinen exklusiven Datenstrom nach Hause zugestellt. Wenn also 10 Zuschauer eine DSL-Bandbreite abfordern, sind das schon mal 3 MBit/s, die dein Streamingserver liefern muß. Deshalb ist es nicht empfehlenswert, den Streamingserver direkt "neben der Kamera" zu platzieren, weil die bezahlbaren IP-Leitungen für solche hohen Datenraten nicht ausgelegt sind, sondern es sollte bei einem gut angebundenen Provider ein Relay installiert sein, welches _einmal_ den Datenstrom von der Kamera holt und ihn dann je Zuschauer multipliziert.

    Mit konkreten Ratschlägen zur technischen Umsetzung kann ich dir leider nicht behilflich sein, da ich keinen Überblick mehr über den aktuellen Markt habe. Das wäre Aufgabe eines entsprechenden Experten.

    • Sven Rautenberg
    1. hi sven danke für deine wirklich gute ausführungen.

      bandbreite sollte kein problem sein. gedacht war, das wir von der kamera direkt auf eine box gehen, welche uns das format auf ein taugliche grösse runterrechnet. von dort gehen wir mittels adsl zum provider. und der provider bittet eh genug bandbreite an. es ist auch nur für ein kleiner kundenstamm gedacht. also kaum mehr als 1-2 personen gleichzeitig.

      technisch habe ich bis jetzt nur videokarten gefunden, welche dies umrechnen. am liebsten wäre mir aber grad eine all-in-one-box? auch noch nie was davon gehört?

      gruss martin

      1. Moin!

        bandbreite sollte kein problem sein. gedacht war, das wir von der kamera direkt auf eine box gehen, welche uns das format auf ein taugliche grösse runterrechnet. von dort gehen wir mittels adsl zum provider. und der provider bittet eh genug bandbreite an. es ist auch nur für ein kleiner kundenstamm gedacht. also kaum mehr als 1-2 personen gleichzeitig.

        Das funktioniert aber nur, wenn der Provider, wie dargelegt, eine Relaystation bietet, denn ADSL hat ja in Senderichtung eine wesentlich kleinere Bandbreite, als in Empfangsrichtung. Wenn du also eine Bandbreite von 300 kBit/s anbieten willst, benötigst du schon die schnellsten ADSL-Angebote der meisten Provider, um Bandbreite für nur EINEN Zuschauer aufzubringen, denn normal sind Upstream-Bandbreiten von 128 oder 192 kBit/s (das reicht beides nicht für einen Zuschauer), 384 kBit/s ist nur bei den schnellen Zugängen zu finden (reicht gerade so für einen Zuschauer), und 500 kBit/s (das mir bekannte Maximum für ADSL derzeit) gibts z.B. bei der Telekom gar nicht (es würde auch nicht für zwei Zuschauer reichen).

        Außerdem unterschätze nie die Attraktivität von Streams. Wenn du erst mal "entdeckt" und in irgendeinem Blog erwähnt wirst, dann hast du augenblicklich ein Problem, wenn du nur auf zwei Zuschauer gleichzeitig eingerichtet bist.

        technisch habe ich bis jetzt nur videokarten gefunden, welche dies umrechnen. am liebsten wäre mir aber grad eine all-in-one-box? auch noch nie was davon gehört?

        Deine "All-in-one"-Box nennt sich Streaming-Server, ist ein stinknormaler Intel- oder AMD-basierter "PC" im 19"-Servergehäuse (Edel-Ausführungen nehmen eine Höheneinheit = teuer, normal käufliche PC-Komponenten passen in Gehäuse mit vier Höheneinheiten - die Gehäuse sind aber auch nicht so billig, wie man erwartet), enthält ein geeignetes Betriebssystem (Linux wohl nicht unbedingt, jedenfalls sind mir dazu ad hoc keine Streaming Server bekannt, die das Video direkt komprimieren), die Video-Capture-Karte und das Streaming-Server-Programm, welches dann live die hereinkommenden Bild- und Toninformationen in einen Stream umrechnet und idealerweise dann nur an den Relayserver beim Provider weiterreicht. Aber natürlich kannst du die Besucher auch direkt auf deinen Streamingserver zugreifen lassen (wobei die Frage ist, ob das funktioniert, denn sowas hängt von der Software ab, die benutzt wird).

        An Streamingformaten hast du im Prinzip drei Wahlmöglichkeiten: Windows Media, Real oder Quicktime. Alle drei Streamingserver sind irgendwie kostenlos bei den Herstellern herunterzuladen und für den regulären Einsatz mit wenigen Zuschauern auch nahezu oder ganz kostenlos zu benutzen. Du könntest also relativ gefahrlos erstmal zuhause ausprobieren, was geht - und was nicht. :)

        • Sven Rautenberg