Moin!
Servus fastix,
Wenn man sagt "nein, das ist alles Informationsfreiheit, jeder soll das selber filtern", dann müssen wir auch sämtliche Art von Pornographie, islamistische Hassprediger und sonstige Seiten zulassen.
Anders herum gebe ich natürlich gerne zu, dass es gefährlich ist jemanden frei nach Schnauze entscheiden zu lassen, was gefährlich ist und was nicht.Beckstein begibt sich mit seinem Wünschen gefährlich nahe an eine Tradition der Zensur, welche von Fürst Metternich über die Bücherverbrennungen im 3. Reich bis hin zu sämtlichen Kultur- und Wissenschaftsministern der DDR (und einem gewissen Regierungspräsident in Düsseldorf) reicht.
Man muss sich aber immer auch in die Lage versetzen, was wäre, wenn...
... eines Deiner Kinder stirbt, weil ein verwirrter Extremist denkt, das „Zeitalter des Wuhaga“ mit einer Unkrautbombe ankündigen zu müssen.
... ein verwirrter Extremist denkt, man könne die innere Sicherheit „sichern“, in denen man der Bevölkerung keine kritischen Informationen mehr zugänglich macht, und Filter dann auch auf administrationskritische Seiten anwenden zu seien.
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Wo sind die Vorteile/Nachteile von Beckmanns Idee? Ist die „Meinungsfreiheit“, ein so wichtiger Wert unserer Gesellschaft, nicht bloß eine Farce?
Meinungen der politisch etablierten Parteien gleichen sich sehr oft, Parteien an den Rändern werden geächtet. Fängt Zensur nicht hier schon an?
Wenn irgend jemand meint, er brauche eine Bombe, dann wird eine Zensur des Webs ihn ebensowenig wie jede andere Zensur daran hindern das Wissen zu finden und eine zu bauen. Besser ist es also, dafür zu sorgen, dass eine Gesellschaft solchen Anschlägen begegnen kann ohne ihre Freiheit zu verlieren. Denn genau das würde dazu führen, dass Menschen zu der Meinung kommen, sie bräuchten Bomben.
Es gibt immer wieder Menschen, die glauben, sie bräuchten Bomben, um ihre Ansichten durchzusetzen.
Ihnen leichtfertig den Schlüssel/die Informationen zu überlassen, diese auch zu bauen, könnte man leicht auch als „verantwortungslos“ auslegen, vorallem, da die technischen Möglichkeiten gegeben sind.
Zumindest könnten wohl die Versuche experimentierfreudiger Jugendlicher, sich so eine Bombe zu basteln unterbunden werden.
Eindeutig kriminelle/terroristisch motivierte Attentäter werden auch keine Kosten scheuen, sich am Schwarzmarkt Sprengstoff zu besorgen, das Geld dafür ist ja auch vorhanden.
Veröffentlicht auf die Gefahr hin, von Beckstein mit auf die Liste der zu zensierenden gesetzt zu werden.
Für mich geht es um Unterscheidung zwischen politischer und informativer Zensur.
Politische Zensur á la „Nieder mit dem Regime“ -> NEIN!
Informative Zensur á la „Sprenge Deine Stadt - Eine Anleitung in 10 Schritten“ -> wäre in meinen Augen zu überlegen.
Dass es hier Graubereiche gibt, und das eine leicht in das andere abrutschen kann, auch, dass die Angst um die öffentliche Sicherheit in letzter Zeit immer mehr pervertiert wird, nur um Phantasien vom Überwachungsstaat durchzuboxen ist mir durchaus bewusst.
MFFG (Mit freundlich- friedfertigem Grinsen)
fastix®
mit freundlichen Grüßen,
Andreas Kampitsch
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