n'Abend,
Das OOP im Moment so "in" ist, liegt daran, dass man sie auch ohne Informatikstudium verstehen kann ...
halte ich für ein Gerücht. Ich kenne sowohl die "klassische" prozedurale Programmierung (und fühle mich wohl dabei), als auch das Konzept der OOP. Und ich finde die objektorientierte Philosophie _wesentlich_ komplizierter als den klassischen linearen Ansatz.
Und auch die Menschen, denen ich bisher Grundzüge der Programmierung vermitteln wollte, hielten den OO-Ansatz durchweg für komplizierter gehalten als die traditionelle prozedurale Denkweise - und das waren teilweise Laien, die *keine* Ahnung/Erfahrung mit Programmieren hatten teilweise auch Leute, die schon Grundkenntnisse hatten.
Das kann gut sein. Ich bin wahrscheinlich zu lange an die Denkweise gewöhnt (worden). Allerdings kann ich dir was die traditionelle prozedulare Programmierung fast zustimmen. Ich bin gerade dabei ein Projekt in C (wirklich C und kein C++) zu realisieren. Gegenüber dem Projekt in Java das ich vorher gemacht habe, ist sind die Probleme mit Pointer etc. fast angenehm ;-)
und man in ihr die meisten Probleme recht elegant lösen kann.
Das streite ich nicht ab; vor allem gibt es Aufgaben, für die OOP geradezu prädestiniert ist. Aber es ändert nichts daran, dass man zu einem hohen Grad an Abstraktion fähig sein muss - so viel, dass man sich diese Denkweise erst mühsam aneignen muss, weil sie eben _nicht_ dem natürlichen Alltagsdenken entspricht, auch wenn das immer wieder behauptet wird.
Auch das konnte ich sehr häufig bei meinen Kommilitionen beobachten, die erst mit Beginn des Studiums auf objektorientierte Programmierung getrimmt wurden...
Und was ich besonders schlimm finde: Einige Profs die ich kenne sind extrem auf OOP (und Java) fixiert und lassen sich auf keine Diskussion darüber ein, ob OOP und Java für das jeweilige Problem wirklich der beste Ansatz ist...
Gruß
Stareagle