Alter Anonymus: Das leidige Thema Altersvorsorge

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Das leidige Thema Altersvorsorge

Alter Anonymus
  • sonstiges
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    Cheatah
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      Hans
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        Matzberger Marcus
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        Cheatah
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                Hans
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                  Sascha Knappe
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                    Hans
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                  Sven Rautenberg
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                Jens Müller
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                    Jens Müller
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    Sven Rautenberg
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    Siechfred
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      Sven Rautenberg
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          Siechfred
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            Jens Müller
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                      Siechfred
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    Alter Anonymus
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        Sven Rautenberg
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          Hans
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            Sven Rautenberg

Hallo,

ich arbeite als Freiberufler und habe mich kürzlich bei verschiedenen Banken und Versicherungen zum Thema Altersvorsorge beraten lassen – ein Thema, das letztlich alle Freiberufler betrifft.

Mal abgesehen davon, dass ich in dieser Materie nicht so drin bin, scheinen mir die Angebote völlig unvergleichbar, da sie (1) auf verschiedenen Konzepten und (2) auf Vorhersagen über mehrere Jahrzehnte beruhen. Gerade der zweite Punkt macht aus der Entscheidung, die ich hier lieber rational und auf Fakten basierend treffen möchte, eine letztendlich völlig willkürliche.

Wie habt Ihr Euch entschieden, welches Modell, welches Institut, und auf welcher Basis habt Ihr diese Entscheidung getroffen? Banklehre gemacht, oberflächliches Vergleichen, aus dem Bauch oder wer am nettesten gelächelt hat?

Diese diffuse Frage wird bestimmt diffuse Antworten nach sich ziehen, diese können aber dennoch für viele interessant sein.

Gruß Anonymus, der hier sonst mit anderem Namen unterwegs ist.

P. S.: Ich habe einige Berechnungsprogramme gesehen. Au weia! Leute, wir haben noch Arbeit für Jahrzehnte. Bloss, ob die jemand bezahlt, ist noch unklar …

  1. Hi,

    ich arbeite als Freiberufler

    ich zwar nicht, aber auch ich werde (hoffentlich) mal alt werden :-)

    Wie habt Ihr Euch entschieden, welches Modell, welches Institut, und auf welcher Basis habt Ihr diese Entscheidung getroffen?

    Ich habe mich vom AWD beraten lassen. Etwas Ähnliches (DVAG, MLP, ... welcher Dienstleister auch immer) würde ich Dir auch empfehlen. Informiere Dich dabei vor allem darüber, wie der Dienstleister vorgeht, also welche Angebote er betrachtet. Vor allem: Traue keinem, der eigene Produkte anbietet.

    Diese diffuse Frage wird bestimmt diffuse Antworten nach sich ziehen, diese können aber dennoch für viele interessant sein.

    Für Selbständige ist übrigens Rürup einen Blick wert, schon allein weil sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einbeziehen lässt.

    Cheatah

    --
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    X-Please-Search-Archive-First: Absolutely Yes
    1. Hi Cheatah !

      Für Selbständige ist übrigens Rürup einen Blick wert, schon allein weil sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einbeziehen lässt.

      Es war einmal ein Lackierer, der hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Er arbeitete bei einer Firma, die Autos lackiert. Irgendwann einmal konnte er nicht mehr arbeiten, weil er ständig husten mußte und überhaupt schien seine Lunge unter der Arbeit gelitten zu haben. "Ah, ich habe doch eine BU ! Die wird mir jetzt bestimmt das Geld hinten reinschieben".

      Gesagt getan. Das erste Gutachten sagte: Mann ist krank, Versicherung muß zahlen. Die Versicherung wollte aber kein Geld zahlen. Somit forschte sie in der Vergangenheit nach und siehe da: Der Mann hat beim Abschluß der Versicherung nicht angegeben, daß er gelegentlich gehustet hat, was auf seine Bronchien zurückzuführen war. Also hat danach der gleiche (!) Gutachter bescheinigt, daß die Versicherung nicht zahlen muß.

      Ergo: Der Abschluß einer BU sagt nicht aus, daß diese auch zahlt, wenn man nicht mehr die Arbeit ausführen kann, die man gelernt hat. Die Versicherung kann auch den Vorschlag machen, daß der Mann irgendwas anderes arbeiten soll (die sogen. "Verweisklausel").

      BTW: Der Betreuer meiner Diplomarbeit meinte 1996 dazu: "Uns Informatikern muß schon der Kopf abfallen, damit wir BU werden".

      Gruß

      Hans

      1. Hallo Hans,

        BTW: Der Betreuer meiner Diplomarbeit meinte 1996 dazu: "Uns Informatikern muß schon der Kopf abfallen, damit wir BU werden".

        Nicht unbedingt. Ich arbeite bei der Versicherung, die vor 111 Jahren die BU-Versicherung in Deutschlad eingeführt hat. Eine Sachbearbeiterin hat mir von einem Fall erzählt, bei dem einer BU wurde, weil der Bildschirm ihn immer ansprang, wenn er davorsaß.

        Grüße
        Marcus

        --
        si vis pacem, para iustitiam
      2. Hi,

        Es war einmal ein Lackierer, [...]

        es gibt für alles immer Einzelfälle, die "dagegen sprechen". Diese sind bei einer grundsätzlichen Betrachtung aber nicht zweckdienlich.

        Ergo: Der Abschluß einer BU sagt nicht aus, daß diese auch zahlt, wenn man nicht mehr die Arbeit ausführen kann, die man gelernt hat.

        Natürlich nicht. Der Abschluss einer Lebensversicherung sagt auch nicht, dass diese ausgezahlt wird, wenn man stirbt.

        Die Versicherung kann auch den Vorschlag machen, daß der Mann irgendwas anderes arbeiten soll (die sogen. "Verweisklausel").

        Sofern dies Gegenstand des Vertrags ist. Bei meiner BU beispielsweise ist das ausgeschlossen, und ich bekomme auch Geld ausgezahlt, wenn ich bis zum Ende der Laufzeit nicht berufsunfähig werde. Deswegen lässt man sich ja von jemandem beraten, der sich mit der Materie auskennt.

        BTW: Der Betreuer meiner Diplomarbeit meinte 1996 dazu: "Uns Informatikern muß schon der Kopf abfallen, damit wir BU werden".

        Falsch. Wenn ich Gicht bekomme, bin ich ein BU-Fall. Wenn ich Probleme mit dem Betrachten eines Monitors bekomme auch. Ebenso wenn mir eine Straßenbahn über die Hand fährt oder mein Rücken es nicht mehr zulässt, dass ich lange sitze oder stehe. Und niemand kann von mir verlangen, dass ich statt dessen Telefonsupport mache oder die Blumen gieße. BU ist eben nicht BU.

        Cheatah

        --
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        1. Hallo!

          Falsch. Wenn ich Gicht bekomme, bin ich ein BU-Fall. Wenn ich Probleme mit dem Betrachten eines Monitors bekomme auch. Ebenso wenn mir eine Straßenbahn über die Hand fährt oder mein Rücken es nicht mehr zulässt, dass ich lange sitze oder stehe. Und niemand kann von mir verlangen, dass ich statt dessen Telefonsupport mache oder die Blumen gieße. BU ist eben nicht BU.

          Das ist DEINE Meinung. Aber möglicherweise leider nicht die der Sachverständigen die die BU bescheinigen müssen.

          mfg
            frafu

          1. Hi frafu

            Das ist DEINE Meinung. Aber möglicherweise leider nicht die der Sachverständigen die die BU bescheinigen müssen.

            Richtig. Daher kann ich das Geld für die BU gleich beim Roulette einsetzen.

            Gruß

            Hans

            1. Hallo Hans,

              nein, bei meiner BU ist es ausgeschlossen, dass ich eine vergleichbare oder andere Tätigkeit ausüben muss. Selbst Teilzeit ist ausgeschlossen.
              Und wenn ich der meinung bin, ich kann dann noch als Gärtner irgendwo arbeiten, dann bekomme ich die monatliche Summe der Versicherung trotzdem, obwohl ich arbeite...
              Wie Cheatah schon schieb, es ist besser, wenn man sich richtig beraten lässt und den Abschluß macht, der einem am schlüssigsten erscheint.

              Schönen Gruß aus München

              die knappschaft

              --
              sh:(  fo:|  ch:?  rl:°  br:$,<,>  n4:&  ie:|  mo:|  va:)  de:]  zu:)  fl:|  ss:|  ls:[,#
              1. Hi !

                nein, bei meiner BU ist es ausgeschlossen, dass ich eine vergleichbare oder andere Tätigkeit ausüben muss.

                Äh, folgendes:

                if (arzt_sagt_knappschaft_ist_krank)
                   if (!verweisklausel)
                      geld_auszahlen();
                   else
                      arschkarte_ziehen();
                else
                   arschkarte_ziehen();

                so, die Frage ist: SCHREIBT Dich ein Arzt in letzter Instanz berufsunfaehig ? Bedenke, es geht hier nicht um ein paar Mark fuenfzig. Es sind hier je nach Alter der Person und monatlicher Zahlung über die Jahrzehnte mehrere Millionen Euro drin !

                Daher gibt es Gutachten, Gegengutachten etc. Der ausdrückliche Hinweis, daß es keine Verweisklausel gibt, ist noch keine Garantie, daß Deine Krankheit auch wirklich als solche vom Amtsarzt oder anderer ärztlicher Person in letzter Instanz bestätigt wird !

                Gruß

                Hans

                1. Hallo Hans,

                  ich/wir rede von BU und nicht von, ich hab keinen Bock mehr zu malochen...

                  Schönen Gruß aus München

                  die knappschaft

                  --
                  sh:(  fo:|  ch:?  rl:°  br:$,<,>  n4:&  ie:|  mo:|  va:)  de:]  zu:)  fl:|  ss:|  ls:[,#
                  1. Hi !

                    ich/wir rede von BU und nicht von, ich hab keinen Bock mehr zu malochen...

                    ach so. Ja, meine Mutter hatte als Sekretärin mit ihrem steifen Arm auch keinen Bock mehr zu "malochen". Deswegen hat der Arzt damals gesagt, sie kann im Sekretariat arbeiten. Einmal mit der linken Hand, dann mal mit der rechten Hand etwas und so weiter. Rente gab es null komma nix.

                    Gruß

                    Hans

                2. Moin!

                  Bedenke, es geht hier nicht um ein paar Mark fuenfzig. Es sind hier je nach Alter der Person und monatlicher Zahlung über die Jahrzehnte mehrere Millionen Euro drin!

                  Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt auch bei vorübergehender Berufsunfähigkeit, nicht nur bei endgültiger. Das nur mal als Nebenaspekt, dass man diese Versicherung nicht erst braucht, wenn man sowieso nichts mehr von dem Geld hat.

                  - Sven Rautenberg

                  --
                  My sssignature, my preciousssss!
              2. Hallo ,

                nein, bei meiner BU ist es ausgeschlossen, dass ich eine
                vergleichbare oder andere Tätigkeit ausüben muss. Selbst
                Teilzeit ist ausgeschlossen.

                Eine andere Taetigkeit musst immer ausueben, es sei denn du
                bekommst einen Schwerbehindertenausweis welcher dich als 100%
                Schwerbehindert und als _nicht_ mehr Arbeitsfaehig ausweist.

                Und wenn ich der meinung bin, ich kann dann noch als Gärtner
                irgendwo arbeiten, dann bekomme ich die monatliche Summe
                der Versicherung trotzdem, obwohl ich arbeite...

                Mein Vater hat als Schlosser auf der GHH gearbeitet, eines Tages
                bekam er dann eine Kontaktallergie (gemixed mit Neurodermitis)
                gegen Chrom und einige andere Schwermetalle. 70% Behinderung.
                Als Schlosser kann er nicht mehr arbeiten.

                Nun hat die Gute GHH ihm damals angeboten, eine Umschulung
                zu zahlen die einer Meistertaetigkeit entsprechen wuerde, da
                er damals den Meisterbrief machte. (Das seine Planstelle, nach
                Schliessung der GHH abgebaut wurde, is ne andere Geschichte)

                Die Berufsgenossenschaft zahlt ihm heute eine Berufsunfaehigkeits-
                rente, die einem halben Monatsgehalt eines Industrie
                Schlossermeisters entspricht. Und zwar in jedem Fall, ob er einer
                Arbeit nachgeht, oder nicht.

                Dennoch, heute arbeitet er in einem anderen Job. Zwar nicht
                ganz so Hochqualifiziert, wie es seiner Ausbildung entspricht,
                aber er ist mit seinem Job zufrieden.

                Auch eine Frisoese, zum Beispiel, kann nach der Berufsunfaehigkeit
                in Ihrem Job, jederzeit eine anderen Arbeit nachgehen.

                gruesse aus'm ruhrpott
                  jens mueller

                --
                Computers should be like an old VW Beetle: it runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs...
                1. Hallo.

                  Auch eine Frisoese, zum Beispiel, kann nach der Berufsunfaehigkeit
                  in Ihrem Job, jederzeit eine anderen Arbeit nachgehen.

                  Die gehören aber auch zur Risikogruppe. Ob die sich bei ihrem Gehalt überhaupt die für sie besonders hohen Prämien leisten können, ist fraglich.
                  MfG, at

                  1. Hi at,

                    Auch eine Frisoese, zum Beispiel, kann nach der
                    Berufsunfaehigkeit in Ihrem Job, jederzeit eine anderen
                    Arbeit nachgehen.

                    Die gehören aber auch zur Risikogruppe. Ob die sich bei ihrem
                    Gehalt überhaupt die für sie besonders hohen Prämien leisten
                    können, ist fraglich.

                    Klar koennen die, ist in den Sozialabgaben inklusive die
                    Umschulung bei Berufsunfaehigkeit.
                    Wenn bei einem solchen 'Risikoberuf' Job wegen
                    Geringfuehgigkeit (400 Euro Job) keine geregelten Sozialabgaben
                    gezahlt werden, dann muss der Staat, noch, die Kosten der
                    Umschulung tragen.

                    gruesse aus'm ruhrpott
                      jens mueller

                    --
                    Computers should be like an old VW Beetle: it runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs...
                    1. Hallo.

                      Wenn bei einem solchen 'Risikoberuf' Job wegen
                      Geringfuehgigkeit (400 Euro Job) keine geregelten Sozialabgaben
                      gezahlt werden, dann muss der Staat, noch, die Kosten der
                      Umschulung tragen.

                      Du sprichst von Geringfügigkeit, ich von Tarifen.
                      MfG, at

                2. Hallo,

                  Hallo ,

                  nein, bei meiner BU ist es ausgeschlossen, dass ich eine
                  vergleichbare oder andere Tätigkeit ausüben muss. Selbst
                  Teilzeit ist ausgeschlossen.

                  Eine andere Taetigkeit musst immer ausueben, es sei denn du
                  bekommst einen Schwerbehindertenausweis welcher dich als 100%
                  Schwerbehindert und als _nicht_ mehr Arbeitsfaehig ausweist.

                  Wenn deine private BU-Versicherung( nicht die Erwerbsunfähigkeitsrente aus der Sozialversicherung) dir die BU bestätigt und dir die Leistung ausreicht brauchst du nicht zu arbeiten. Wer sollte dich dazu zwingen?

                  Grüße
                  Marcus

                  --
                  si vis pacem, para iustitiam
    2. Hallo.

      Ich habe mich vom AWD beraten lassen. Etwas Ähnliches (DVAG, MLP, ... welcher Dienstleister auch immer) würde ich Dir auch empfehlen.

      Ich nicht. Man muss schon einiges von der Materie verstehen, um die Lücken vieler Berater zu kompensieren.

      Informiere Dich dabei vor allem darüber, wie der Dienstleister vorgeht, also welche Angebote er betrachtet. Vor allem: Traue keinem, der eigene Produkte anbietet.

      Vielfach wird in Richtung möglichst hoher Provisionen beraten. Ob die nun aus eigenen oder fremden unpassenden Produkten stammen, ist da nachrangig.
      MfG, at

  2. Moin!

    Mal abgesehen davon, dass ich in dieser Materie nicht so drin bin, scheinen mir die Angebote völlig unvergleichbar, da sie (1) auf verschiedenen Konzepten und (2) auf Vorhersagen über mehrere Jahrzehnte beruhen. Gerade der zweite Punkt macht aus der Entscheidung, die ich hier lieber rational und auf Fakten basierend treffen möchte, eine letztendlich völlig willkürliche.

    Was hat man dir denn so angeboten?

    Grundsätzlich gibts erstmal zwei verschiedene Altersvorsorgemöglichkeiten für Freiberufler: Das staatliche System, und das private. Wobei die erste Möglichkeit ja leider nur eher zweifelhaften Erfolg verspricht.

    Privat vorsorgen kann man dann mit diversen Anlagemöglichkeiten, die alle unterschiedliche Rendite versprechen. Und im Zweifel auch unterschiedliche Ausstiegs- und Auszahlungsmodalitäten haben können.

    Wieviel Rendite eine Anlageform abwirft, kann niemand vorhersagen. Da bist du gefragt, einen Risikolevel festzusetzen (Anlage nur festverzinslich, in Immobilien(fonds), oder in Aktien - oder was sonst angeboten wird) - und auch gefragt, welche Rendite du der Anlageform in dem Zeitrahmen bis zu deiner Rente zutraust.

    Die Berechnungsprogramme nehmen dann diese angenommene Rendite und rechnen sie in eine Rentensumme am Ende der Laufzeit um.

    Und dann werden dir in den Angeboten oft diverse Renditeentwicklungen ausgeworfen.

    Ignoriere zunächst alle, außer der mit 0%. Denn wenn die Anlage nichts abwirft, dann kannst du direkt erkennen, wieviel von deinem eingezahlten Geld für die Verwaltung draufgeht. Einfach die Summe des eingezahlten Geldes mit der bei einer Einmalzahlung fälligen Auszahlungssumme vergleichen - die Differenz genehmigt sich das Unternehmen. Und da liegen die Unterschiede.

    In der Realität wird sich die Rendite natürlich anders entwickelt - erhofftermaßen besser, als du angenommen hast, also gibts auch mehr Rente. Der Verwaltungsanteil aber bleibt gleich.

    Und da ist es auch relativ egal, welche Anlageform du gewählt hast - sie wird (mit gewissen Schwankungen) irgendetwas abwerfen. Das genauer zu betrachtende Problem der Anlage ist lediglich, ob diese ein besonderes Risiko birgt, welches ganz speziell dich bzw. die Anleger nur genau dieser Anlageform trifft, während der Markt insgesamt sich prächtig entwickelt. Es geht also um die gute alte Risikostreuung. Beispielsweise: Geht mein Rentenversicherungsunternehmen pleite? Oder fällt die ach so tolle Immobilie, auf die ein Fonds gesetzt hat, einem Erdbeben zum Opfer?

    - Sven Rautenberg

    --
    My sssignature, my preciousssss!
  3. Hell-O!

    Wie habt Ihr Euch entschieden, welches Modell, welches Institut, und auf welcher Basis habt Ihr diese Entscheidung getroffen?

    Ich empfehle meist folgende Grundabsicherung:

    Rentenversicherung:

    Zunächst gilt es hier zu entscheiden, ob man gesetzlich oder privat vorsorgen will. Im Handwerk z.B. besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen RV. Im Bereich Webdesign könnte man versicherungspflichtig über die Künstlersozialkasse sein. Alternativ bieten viele Berufsstände eigene Versorgungswerke an, in denen meist auch Versicherungspflicht besteht.

    Entscheidet man sich für die private Vorsorge - entweder als einziger oder als ergänzender Weg - empfiehlt sich zuerst die sog. Rürup-Rente. Ergänzend dazu und in Abhängigkeit von den persönlichen Verhältnissen (verheiratet, Anzahl der Kinder) kann eine Riester-Rente sinnvoll sein und ist es in den meisten Fällen auch. Der Vorteil beider Versicherungen ist, dass sie steuerlich gefördert werden und Hartz-IV- bzw. insolvenzsicher sowie grundsätzlich nicht pfändbar sind.

    Berufsunfähigkeit:

    Oft unterschätzt, doch immens wichtig. Das persönliche Einkommen steht und fällt mit der persönlichen Arbeitsleistung. Wenn man diese nicht mehr erbringen kann, wovon soll man dann leben? Also *immer* eine BUV abschließen, ob als Teil einer Rentenversicherung oder als separate Versicherung kommt auf das Angebot an. Als Faustregel kann man sagen, dass 1000 Euro BU-Rente etwa 20-30 Euro Monatsbeitrag kosten (je nach Beruf und Alter). Zudem immer darauf achten, ob die Versicherungsbedingungen eine Verweisungsklausel beinhalten und wenn ja, wie sie ausgestaltet ist. Denn solche Klauseln können dich deine BU-Rente kosten. Überspitzt gesagt kannst du ohne Arme schlecht programmieren, aber Parkplatzwächter ist allemal noch drin. Ach ja, und man sollte sich über die möglichen Unterschiede zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit informieren, die der Versicherer evtl. macht.

    Lebensversicherung:

    Sie sind m.E. eigentlich nur noch als Beigabe interessant, z.B. um die Anverwandten abzusichern. Gerade in diesem Bereich sollte man auch mal über die deutschen Grenzen hinaus ins europäische Ausland schauen. Dort gibt es renommierte Anbieter, die im Vergleich zu deutschen Versicherern mehr als konkurrenzfähige Angebote haben.

    Grundsätzlich halte ich Cheatahs Hinweis für wichtig, mit der Planung der Altersvorsorge einen unabhängigen Finanzdienstleister zu beauftragen. Das kann der freie Versicherungsmakler um die Ecke, aber auch AWD, DVB o.ä. sein.

    Siechfred

    --
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    1. Moin!

      Grundsätzlich halte ich Cheatahs Hinweis für wichtig, mit der Planung der Altersvorsorge einen unabhängigen Finanzdienstleister zu beauftragen. Das kann der freie Versicherungsmakler um die Ecke, aber auch AWD, DVB o.ä. sein.

      Naja, was man vom AWD so im Internet lesen kann, insbesondere von ehemaligen Mitarbeitern, ermuntert ja nun nicht gerade, mit dem Laden zusammenzuarbeiten.

      Es erschüttert jedenfalls erheblich den Eindruck, man würde dort unabhängig beraten. Sicherlich ist das durchaus auch möglich - aber jeglicher Finanzberater steht halt im Konflikt, einen Mittelweg zu finden zwischen dem Wohl und Interesse des Kunden, und seiner eigenen Interessen - und die sind oftmals schlicht finanzieller Natur, also werden die Produkte als besonders gut angepriesen, bei denen der Vertreter höhere Provisionen kassiert.

      Ist mir persönlich schon mit einem Bankberater (nicht AWD) passiert. Der hat sich, obwohl er von meiner begonnenen Selbständigkeit wußte, nicht für Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeit interessiert (auch nicht nachgefragt, was da schon für Absicherung besteht), sondern sich auf die Rentenversicherung gestürzt. Ist als Produkt einfach zu verkaufen, keine Gesundheitsprüfung (wer krank ist, tut der Versicherung ja nur gutes, wenn er früh stirbt), einfach nur Kapitalanlage.

      Der Finanzberater meines Vertrauens wies mich außerdem noch auf einen weiteren Umstand hin, den die Angebote des Bankberaters aufwiesen: Obwohl er mein Geburtsdatum kannte, und alle Tarifrechner automatisch 65 Jahre als Rentenalter annehmen, hat er manuell die damalige automatische Laufzeit von 34 auf 35 Jahre erhöht. Warum, ist unbekannt. Die Aussage meines Finanzberaters dazu: 35 Jahre Laufzeit bedeutet die maximale Provision, 34 Jahre Laufzeit wäre weniger Provision. Und ob man nun mit 65 oder 66 Jahren in Rente geht, ist doch heute völlig egal, oder? :-|

      - Sven Rautenberg

      --
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      1. Hi Sven,

        Grundsätzlich halte ich Cheatahs Hinweis für wichtig, mit der Planung der Altersvorsorge einen unabhängigen Finanzdienstleister zu beauftragen. Das kann der freie Versicherungsmakler um die Ecke, aber auch AWD, DVB o.ä. sein.
        Naja, was man vom AWD so im Internet lesen kann, insbesondere von ehemaligen Mitarbeitern, ermuntert ja nun nicht gerade, mit dem Laden zusammenzuarbeiten.

        Einige meiner Schüler arbeiten für den AWD...

        Es kommt ein Problem hinzu: Kein Finanzdienstleister vertritt Direktversicherer, sodass einem prinzipiell ein wichtiger Teil des Marktes entgeht.

        Warum sollte man provisionspflichtig einen Vermittler zwischenschalten? Doch nur, wenn man sich davon etwas erhofft. Es muss also eine kompetente Person sein, die mich etwa im Schadensfalle davor schützt, Fehler bei der Schadensmeldung zu machen.

        Das Standardgerede der Finanzdienstleister ist auswendiggelernter Unfug und man kann sich die 90 Minuten gut ersparen. Es fragt sich, ob ich einen kompetenten Menschen finde, der mich in diesen Sachen dauerhaft betreut.

        Früher gab es kostenpflichtig eine Versicherungsberatung bei den Verbraucherzentralen. Vielleicht eine interessante Adresse. Auch die Vergleiche bei Finanztest oder dergleichen liefern Daten.

        Viele Grüße
        Mathias Bigge

        1. Hell-O!

          Warum sollte man provisionspflichtig einen Vermittler zwischenschalten?

          Ganz einfach: Weil bei den meisten Versicherern das Vertreterprinzip gilt (mal abgesehen von den Direktversicherern).

          Früher gab es kostenpflichtig eine Versicherungsberatung bei den Verbraucherzentralen.

          Ein Vertreter/freier Makler wäre kostenfrei.

          Siechfred

          --
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          1. Hallo ,

            Früher gab es kostenpflichtig eine Versicherungsberatung bei den Verbraucherzentralen.

            Ein Vertreter/freier Makler wäre kostenfrei.

            Aber auch unabhaengig?

            Nein, ein Freier Vertreter kann nicht unabhaengig sein, weil Sie /
            Er ja auch verkaufen muss, ohne Verkauf keine Provision und ohne
            Provision hat der Vertreter selbst nix zu beissen zwischen die
            Kiemen.

            Eine wirklich unabhaengige Beratung, ist nur durch Dienstleister
            gewaehrleistet, die an den Vertraegen selbst nichts Verdienen. Das
            sind die Institutionen der Verbraucherzentralen, sowie der Stiftung
            Warentest.

            In wie weit die Medien, im speziellen der Oeffentlichrechtlichen
            Medien, sich beteildigen koennen und muessen, ist eine
            vollkommen andere Frage.

            gruesse aus'm ruhrpott
              jens mueller

            --
            Computers should be like an old VW Beetle: it runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs, and runs...
            1. Hell-O!

              Ein Vertreter/freier Makler wäre kostenfrei.
              Aber auch unabhaengig?

              Die Unabhängigkeit wäre mir relativ egal, wenn die Beratung eine vernünftige ist. Zudem sind die Unterschiede bei den Versicherern im Bereich der staatlich regulierten Versicherungen (Rürup und Riester) ebenso marginal, wie die bei der BU-Versicherung.

              Eine wirklich unabhaengige Beratung, ist nur durch Dienstleister
              gewaehrleistet, die an den Vertraegen selbst nichts Verdienen. Das
              sind die Institutionen der Verbraucherzentralen, sowie der Stiftung
              Warentest.

              Von einer Beratung durch die Verbraucherzentralen halte ich persönlich nicht viel. Und die Stiftung Warentest berät nicht. Und selbst wenn du bei der Verbraucherzentrale warst oder dich durch die Versicherungsvergleiche gewühlt hast - der Gang zum Vertreter deines Vertrauens bleibt dir letztlich nicht erspart. Ein Teufelskreis also :-)

              Siechfred

              --
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              1. Hallo,

                (...)Zudem sind die Unterschiede bei den Versicherern im Bereich der staatlich regulierten Versicherungen (Rürup und Riester) ebenso marginal, wie die bei der BU-Versicherung.

                Gerade bei der BU sind die Unterschiede riesig. Weniger in den Beiträgen, als in den Versicherungsbedingungen. Der Hauptunterschied liegt in der Verweisungsklausel (Stichwort abstrakte Verweisung). Es gibt Versicherer, die einfach darauf verweisen, dass man ja noch etwas anderes arbeiten könnte und solche, die mit Ausnahme weniger Berufsgruppen  ein BU anerkennen, wenn man im erlernten / ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten kann und natürlich alle Schattierungen dazwischen.

                Grüße
                Marcus

                --
                si vis pacem, para iustitiam
                1. Hell-O!

                  Gerade bei der BU sind die Unterschiede riesig. [...]

                  Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, hast du sicher Recht :-)

                  Siechfred

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                  1. Hallo Siechfred,

                    Gerade bei der BU sind die Unterschiede riesig. [...]

                    Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, hast du sicher Recht :-)

                    Was, wenn nicht die Versicherungsbedingungen sollen bei einer BU-Versicherung ausschlaggebend sein? Insbesondere, da die Beiträge sich nicht so sehr unterscheiden.

                    Grüße
                    Marcus

                    --
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                    1. Hell-O!

                      Gerade bei der BU sind die Unterschiede riesig. [...]
                      Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, hast du sicher Recht :-)
                      Was, wenn nicht die Versicherungsbedingungen sollen bei einer BU-Versicherung ausschlaggebend sein?

                      Eben. Wenn du eine BU mit einer anderen vergleichen willst, müssen die Rahmenbedingungen weitest gehend identisch sein. Wenn dem so ist, wirst du feststellen, dass die Unterschiede in der Tat nicht gravierend sind. Ein Versicherungsvergleich sollte sich m.E. nie primär an der Beitragshöhe orientieren.

                      Siechfred

                      --
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                      1. Hallo,

                        Gerade bei der BU sind die Unterschiede riesig. [...]
                        Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, hast du sicher Recht :-)
                        Was, wenn nicht die Versicherungsbedingungen sollen bei einer BU-Versicherung ausschlaggebend sein?

                        Eben. Wenn du eine BU mit einer anderen vergleichen willst, müssen die Rahmenbedingungen weitest gehend identisch sein. Wenn dem so ist, wirst du feststellen, dass die Unterschiede in der Tat nicht gravierend sind. Ein Versicherungsvergleich sollte sich m.E. nie primär an der Beitragshöhe orientieren.

                        Da würde ich dir auch nie wiedersprechen. In deinem Beitrag hast du aber geschrieben

                        (...)Zudem sind die Unterschiede bei den Versicherern im Bereich der staatlich regulierten Versicherungen (Rürup und Riester) ebenso marginal, wie die bei der BU-Versicherung.

                        und das war mir zu pauschal.

                        Grüße
                        Marcus

                        --
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          2. Hi Siechfred,

            Warum sollte man provisionspflichtig einen Vermittler zwischenschalten?
            Ganz einfach: Weil bei den meisten Versicherern das Vertreterprinzip gilt (mal abgesehen von den Direktversicherern).

            Anders gesagt: Durch jede Art von Vertretern schließe ich Direktversicherer aus und die sind oft die günstigsten. Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass sehr häufig die Empfehlungen "unabhängiger" Berater weit ungünstiger sind als Direktversicherer, wie eine kurze Recherche im Netz oder ein paar Anrufe zeigen.

            Mir erscheint ein zwischengeschalteter Vertrteter vor allem dann sinnvoll, wenn er im Schadensfall mit Tipps zu meinen Gunsten bereitsteht.

            Früher gab es kostenpflichtig eine Versicherungsberatung bei den Verbraucherzentralen.
            Ein Vertreter/freier Makler wäre kostenfrei.

            Das ist nur scheinbar so, denn die Provisionen gehen natürlich in verschiedener Form in die Kalkulation ein.

            Viele Grüße
            Mathias Bigge

      2. Hi,

        Naja, was man vom AWD so im Internet lesen kann, insbesondere von ehemaligen Mitarbeitern, ermuntert ja nun nicht gerade, mit dem Laden zusammenzuarbeiten.

        ähnliches hört man aber auch von den anderen Dienstleistern, oder von jedem anderen großen Betrieb. Wer kennt nicht die Geschichte von dem Bundeswehr-Feldwebel, der erschossen wurde, als er seinen Wachdienst testen wollte? Und ich bestreite dabei nicht mal, dass das stimmt.

        Es erschüttert jedenfalls erheblich den Eindruck, man würde dort unabhängig beraten.

        Nun ja. Jeder betont seine eigene Unabhängigkeit, oft mit den wirrsten Begründungen. Die DVAG beispielsweise meint, sie sei unabhängig, weil sie nur die Produkte weniger Partner vertreibt. Ist man bei der DVAG deswegen schlecht beraten?

        Sicherlich ist das durchaus auch möglich - aber jeglicher Finanzberater steht halt im Konflikt, einen Mittelweg zu finden zwischen dem Wohl und Interesse des Kunden, und seiner eigenen Interessen

        So wie bei jedem anderen auch. Und wenn es nicht die eigenen Interessen sind, dann deshalb, weil er sie gar nicht verfolgen kann - was gewöhnlich bedeutet, dass er ein Gehalt bezieht und es ihm somit potenziell egal ist, wie gut Du beraten bist.

        und die sind oftmals schlicht finanzieller Natur, also werden die Produkte als besonders gut angepriesen, bei denen der Vertreter höhere Provisionen kassiert.

        Das kann sich beispielsweise beim AWD nur in der Art des Produkts (Vorsorge, Absicherung, Anlage, ...) niederschlagen, nicht im Anbieter. Frage den Berater, wie er an sein Geld kommt - egal zu welchem Institut er gehört.

        Der Finanzberater meines Vertrauens wies mich außerdem noch auf einen weiteren Umstand hin, den die Angebote des Bankberaters aufwiesen: Obwohl er mein Geburtsdatum kannte, und alle Tarifrechner automatisch 65 Jahre als Rentenalter annehmen, hat er manuell die damalige automatische Laufzeit von 34 auf 35 Jahre erhöht. Warum, ist unbekannt. Die Aussage meines Finanzberaters dazu: 35 Jahre Laufzeit bedeutet die maximale Provision, 34 Jahre Laufzeit wäre weniger Provision. Und ob man nun mit 65 oder 66 Jahren in Rente geht, ist doch heute völlig egal, oder? :-|

        Mein AWD-Berater hat einen Tarifrechner benutzt, der je nach Anbieter mein Alter nach Geburtsdatum oder nach -jahr angenommen hat - weil die Anbieter es eben mal so und mal so definieren. Dafür hat er, als ich ziemlich deutlich abblockte, den Versuch komplett aufgegeben, mich zu einer privaten Krankenversicherung zu bewegen, obwohl ich damit einige tausend Euro hätte sparen können[1]. Mein Bankberater hingegen hat mir, als ich ihn um Fond-Empfehlungen bat, einen Internet-Fond angeboten, weil ich in dem Bereich arbeite.

        Und ich bin mir absolut sicher, dass hier irgend jemand sich über die Beratung bei der Deutschen Bank, der Allianz, LBS, MLP oder dem Onkel des Nachbarn aufregen kann, weil er schlechte Erfahrung damit gemacht hat. Ich bezweifle nicht, dass das jeweils stimmt. Was ich aber für dumm[2] halte ist, deswegen vom jeweiligen Institut abzuraten. Nur weil ein DVAG-Berater bei mir ziemlich trottelige Empfehlungen abgegeben hat, oder weil sich ex-DVAGler über das schneeballartige Vergütungsmodell ereifern, heißt das nicht, dass die DVAG schlecht ist. Es gibt zu *jedem* hinreichend viele Dinge, die "nicht gerade ermuntern, mit dem Laden zusammenzuarbeiten". Wenn Du Dich danach richtest, darfst Du Dich nicht beraten lassen.

        Cheatah

        [1] Meine Schuld, kann man sagen, oder aber auch mangelnder Einsatz seinerseits.
        [2] Richtig: Für dumm.

        --
        X-Self-Code: sh:( fo:} ch:~ rl:° br:> n4:& ie:% mo:) va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:~ js:|
        X-Self-Code-Url: http://emmanuel.dammerer.at/selfcode.html
        X-Will-Answer-Email: No
        X-Please-Search-Archive-First: Absolutely Yes
        1. Hi Cheatah,

          die Qualität einer Beratung ist tatsächlich schwer zu beurteilen, wenn man nicht hinter die Kulissen gucken kann. Was mich immer skeptisch macht, sind Firmen, die nach modifizierten Schneeballsystemen arbeiten, "in der Struktur", wie es so schön heißt. Ein weiterer Negativpunkt sind für mich auswendiggelernte Frage-Antwort-Spiele, durchgeführt von Leuten, die von der Materie keine Ahnung haben. Ich traue mich nicht, hier Namen zu nennen, aber es ist leicht herauszufinden, wer so arbeitet.

          Die Qualität der Beratung durch die Banken ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen, da ein Teil meiner Familie in der Branche unterwegs sit, weiß ich auch warum: Die "Berater" stehen unter stetig wachsendem Druck, bestimmte Produkte umzusetzen, egal, ob es dem Kunden was nützt.

          Viele Grüße
          Mathias Bigge

  4. Tachchen!

    Ich habe bei meiner Beschäftig mit dem Thema zwei Erkenntnisse für mich gewonnen:

    1. Du kannst es auf keinen Fall planvoll druchdacht richtig machen.

    Denn das würde voraussetzen, dass du wenigstens grob die Eckdaten
    deiner Rechte und Pflichten kennen würdest. Du kennst aber weder
    deine Beitragshöhe (außer der für das aktuelle Jahr) noch deine
    Ansprüche mit Eintritt in die Rente (außer du möchtest von dem Betrag
    leben, den die Versicherungen zwangsweise garantieren müssen).

    2. Du tust es nur für dein gutes Gewissen, damit du irgendwas getan hast.

    Wenn du jeden Monat für deine x€ Beitrag ein Stück Gold kaufst und es
    zur Sicherheit in einem Bankschließfach deponierst, solltest du trotz
    Schließfachgebühren mit 65/67/71 Jahren wahrscheinlich besser dastehen.

    Wenn du es niemandem erzählst, wäre es sogar ewig sicher vor Steuern,
    Hartz IV & Co ... aber das wäre natürlich illegal. Mist auch!

    Gruß

    Die schwarze Piste

    --
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    1. Hi schwarze Piste,

      1. Du kannst es auf keinen Fall planvoll druchdacht richtig machen.

      Das einzige, das für mich feststeht, ist die Tatsache, dass alle Einzahlungen in die öffentlichen Systeme ineffizient sind. Dein Vergleich mit den Goldstücken stimmt da locker, ich würde aber sogar noch weitergehen und vermuten, dass ich mehr Ansprüche hätte als jetzt, wenn ich für die gesamten Einzahlungen in in Rentenversicherung Hövels Hausbräu gekauft und lediglich das Geld für das Pfand als Rente hätte....

      Viele Grüße
      Mathias Bigge

      1. Tachchen!

        Das einzige, das für mich feststeht, ist die Tatsache, dass alle Einzahlungen in die öffentlichen Systeme ineffizient sind.

        Wobei ich vor kurzem gelesen habe, dass das staatliche Rentensystem im
        Grundsatz wesentlich effizienter arbeitet, als alle privaten Vorsorgesysteme.
        Lediglich der politische Umgang damit macht das Auszahlungsergebnis immer
        unattraktiver.

        Gruß

        Die schwarze Piste

        --
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        1. Hallo!

          Wobei ich vor kurzem gelesen habe, dass das staatliche Rentensystem im
          Grundsatz wesentlich effizienter arbeitet, als alle privaten Vorsorgesysteme.

          Die staatliche österr. Krankenversicherungen hat Eigenkosten von ~ 3 Prozent. Das soll mir eine private mal zeigen. Da liegt der Werbeetat schon bei 20%.

          mfg
            frafu

        2. Hi schwarze Piste,

          Wobei ich vor kurzem gelesen habe, dass das staatliche Rentensystem im Grundsatz wesentlich effizienter arbeitet, als alle privaten Vorsorgesysteme.

          Das klingt gut. Die Realität sieht so aus, dass der Auszahlungsbetrag in keinem Verhältnis zu den geleisteten Beiträgen steht. Natürlich sind das versteckte Steuern, ob es ein Systemfehler ist, kann ich nicht beurteilen.

          Viele Grüße
          Mathias Bigge

    2. Hallo Freunde des gehobenen Forumsgenusses,

      Wenn du jeden Monat für deine x€ Beitrag ein Stück Gold kaufst und es
      zur Sicherheit in einem Bankschließfach deponierst, solltest du trotz
      Schließfachgebühren mit 65/67/71 Jahren wahrscheinlich besser dastehen.

      Wenn du es niemandem erzählst, wäre es sogar ewig sicher vor Steuern,
      Hartz IV & Co ... aber das wäre natürlich illegal. Mist auch!

      Muss man jetzt Steuern zahlen, weil man Wertgegenstände/Wertmetalle besitzt? Muss ich etwa Steuern für den _Besitz_ meines PCs zahlen?

      Gruß
      Alexander Brock

      1. Hell-O!

        Wenn du es niemandem erzählst, wäre es sogar ewig sicher vor Steuern,
        Hartz IV & Co ... aber das wäre natürlich illegal. Mist auch!
        Muss man jetzt Steuern zahlen, weil man Wertgegenstände/Wertmetalle besitzt?

        Nö, seit 1996 nicht mehr. Aber wer weiß, wenn sich die Linke durchsetzt, gibt's bestimmt auch bald wieder eine Vermögensteuer. Und wer weiß, welche Reichtümer du bis dahin angehäuft hast ;-))

        Muss ich etwa Steuern für den _Besitz_ meines PCs zahlen?

        Reichen dir die Steuern für Erwerb und Betrieb denn nicht aus? ;-)

        Siechfred

        --
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      2. Tachchen!

        Muss man jetzt Steuern zahlen, weil man Wertgegenstände/Wertmetalle besitzt?

        Momentan nicht, allerdings gab es schon eine Reihe von Herangehensweisen,
        die diesen Satus aushöhlten ... und sicher nicht gänzlich aus dem Gedächtnis
        unserer gewählten Staatsträger verschwunden sind:

        1. Reichensteuer
        2. Spekulationssteuer
           (gibt es ab 2007 vollumfänglich, man müsste sie nur auf Edelmetalle ausweiten)
        3. der Verkauf von Edelmetallen könnte - wieder(?) - besteuert werden

        Gruß

        Die schwarze Piste

        --
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  5. Hallo,
    Also ich habe mir für dieses Problem (ich bin zwar nicht selbständig, aber das Problem der privaten Altersvorsorge hat ja ein Angestellter genauso) jemanden von der Deutschen Vermögensberatung herangezogen und muss sagen, damit hab ich bisher recht positive Erfahrungen gemacht - die Sachen, die er mir bisher so empfohlen hat scheinen nicht völliger Humbug zu sein, soweit ich das beurteilen kann.

    Allerdings muss man dazu sagen, dass ich den jenigen vorher schon flüchtig kannte, und sein guter Ruf ihm voraus geeilt ist, und ich glaube das ist das wichtigste, dass man seinem Gegenüber vertrauen kann.

    Sicher ist auch, dass man damit immer einen Tick teurer fährt, als wenn man sich um alles selbst kümmert und die besten Angebote usw. aus dem Internet o.ä. sucht.
    Mir persönlich ist es das wert, wenn ich dafür was bekomme, was sinnvoll aufeinander abgestimmt ist, ohne dass ich mich allzuviel darum kümmern muss.

    Aber wieviel man für diesen Mehrwert ausgeben will, muss jeder selbst wissen.

    Jörg

  6. Hallo @all,

    vielen Dank für diesen Thread. Vor allem hat mich die insgesamt sehr differenzierte Sichtweise gefreut und mir gezeigt, dass es für Euch auch ein Leben abseits des Computers gibt. Auch wenn ich kaum Fakten dazu gewonnen habe, ist mir noch klarer geworden, dass – wie ich schon vermutet hatte – es kein fichtig oder ralsch gibt. Letztendlich kochen alle mit Wasser. Einige schlechter, einige besser.
    Also werde ich versuchen, meinen Perfektionismus etwas herunterzuschrauben und mich der Sache widmen.

    Falls der Thread noch im Gang ist:

    Haltet Ihr es für sinnvoll, die Rentenversicherung(en) auf verschiedene Institute aufzusplitten oder ist das eher von Nachteil, da man dann mehrere Ansprechpartner hat?

    Danke nochmals,
    Gruß Alter Anonymus

    1. Moin!

      Haltet Ihr es für sinnvoll, die Rentenversicherung(en) auf verschiedene Institute aufzusplitten oder ist das eher von Nachteil, da man dann mehrere Ansprechpartner hat?

      Risikostreuung. Von daher empfehlenswert. Wenn ein Versicherer pleite geht (was zwar unwahrscheinlich ist, aber nie auszuschließen), geht nicht deine gesamte Altersvorsorge mit den Bach runter.

      - Sven Rautenberg

      --
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      1. Tachchen!

        Wenn ein Versicherer pleite geht

        Gibt es dafür nicht verpflichtend Rückversicherer?

        Gruß

        Die schwarze Piste

        --
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    2. Hi !

      Haltet Ihr es für sinnvoll, die Rentenversicherung(en) auf verschiedene Institute aufzusplitten oder ist das eher von Nachteil, da man dann mehrere Ansprechpartner hat?

      Auf jeden Fall: Private Rente, NICHT Riester, da
      1.) Nachgelagerte Besteuerung, liegt z. Zt bei 33 %, erfährt man nur, wenn lange genug bohrt.
      2.) Das ganze Geld gibt es nicht auf einmal, sondern nur als Rente (ja, ich weiß, da wird gerade "nachgebessert")
      3.) Du kriegst das Geld nur, wenn Du in Deutschland wohnst.

      Dann Immobilien (Abschreibung 2% p.a. von 80% des Kaufpreises, Zinsen für Kredit können mit Mieteinnahmen verrechnet werden, und, zumindest alte Gesetzeslage: Wenn Du das Teil nach 10 Jahren verkaufst mußt Du nichts versteuern)

      Kleine Spielerei: Aktien. Hier kann ich keine Tips geben, da ich mich da meist auf meinen Bauch verlasse (und der hat mich noch nie im Stich gelassen, trotz vieler Diäten :-(( )

      Wichtiger Tip: Nicht zuviel intellektueller Kram ("wenn ich jetzt hier 1 cent spare und dort statt 3,25 nur 3,249% zahle, dann kann ich mit verrechneter Gebühr unter Berücksichtigung des Mondstandes vielleicht doch noch...") sondern sich auf den gesunden Menschenverstand verlassen. Keine neuartige Anlagemöglichkeit macht definitiv reich/schön/potent. Frage immer zuerst nach den Risiken, dann nach den Vorteilen !

      Und: wer sagt, daß auch noch in 40 Jahren die Rente mit Rentenbeiträgen vom Einkommen bezahlt wird. Warum dann nicht Rentenbeitrag bei 5% und die Rente durch eine Mehrwertsteuer von 30% bezahlen? Dann mußt Du mit Deiner Rente auch auskommen können !

      Gruß

      Hans

      1. Hell-O!

        Auf jeden Fall: Private Rente, NICHT Riester, da
        1.) Nachgelagerte Besteuerung, liegt z. Zt bei 33 %, erfährt man nur, wenn lange genug bohrt.

        Woher hast denn diesen Prozentsatz? Verwechselst du das vielleicht mit dem Ertragsanteil? Und überhaupt - was hast du gegen die Riesterrente?

        2.) Das ganze Geld gibt es nicht auf einmal, sondern nur als Rente (ja, ich weiß, da wird gerade "nachgebessert")

        Wo wird da was nachgebessert?

        3.) Du kriegst das Geld nur, wenn Du in Deutschland wohnst.

        Unsinn, ganz im Gegenteil. Ab 2005 sind auch Rentenbezieher im Ausland in Deutschland beschränkt steuerpflichtig (siehe § 49 Absatz 1 Nr. 7 EStG).

        Dann Immobilien (Abschreibung 2% p.a. von 80% des Kaufpreises, Zinsen für Kredit können mit Mieteinnahmen verrechnet werden, und, zumindest alte Gesetzeslage: Wenn Du das Teil nach 10 Jahren verkaufst mußt Du nichts versteuern)

        Das ist mir zu milchmädchenhaft.

        Siechfred

        --
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        1. Hi !

          1.) Nachgelagerte Besteuerung, liegt z. Zt bei 33 %, erfährt man nur, wenn lange genug bohrt.

          Woher hast denn diesen Prozentsatz? Verwechselst du das vielleicht mit dem Ertragsanteil? Und überhaupt - was hast du gegen die Riesterrente?

          Den Prozentsatz habe ich von BHW aus dem Jahre 2002, wurde auch von einem Riester-Experten bestätigt. Es wird die KOMPLETTE Rente, nicht der Ertragsanteil, wie bei einer "normalen" Rente, besteuert.

          2.) Das ganze Geld gibt es nicht auf einmal, sondern nur als Rente (ja, ich weiß, da wird gerade "nachgebessert")

          Wo wird da was nachgebessert?

          Daß man zumindest 50% der Summe cash auf die Hand bekommen kann und die andere Hälfte als Rente bekommt. Hat mir ein Versicherungsvertreter erzählt, nachdem ich ihm Punkt 2 unter die Nase gehalten habe

          3.) Du kriegst das Geld nur, wenn Du in Deutschland wohnst.

          Unsinn, ganz im Gegenteil. Ab 2005 sind auch Rentenbezieher im Ausland in Deutschland beschränkt steuerpflichtig (siehe § 49 Absatz 1 Nr. 7 EStG).

          Ich rede nicht von "besteuern", sondern von überhaupt bekommen !

          Dann Immobilien (Abschreibung 2% p.a. von 80% des Kaufpreises, Zinsen für Kredit können mit Mieteinnahmen verrechnet werden, und, zumindest alte Gesetzeslage: Wenn Du das Teil nach 10 Jahren verkaufst mußt Du nichts versteuern)

          Das ist mir zu milchmädchenhaft.

          Hm ? Du hast z.B. 5.000 Euro Mieteinnahmen im Jahr. Die Wohnung kostet mit Grundstück 200.000 Euro, 80% sind 160.000, 2% davon sind 3.200 Euro. Dann kommen Zinsen für den Kredit (nicht die Tilgung !), die Du ebenfalls von den Mieteinnahmen abziehen kannst. Somit kannst Du die Mieteinnahmen quasi brutto einschieben und damit den Kredit bezahlen und brauchst nur einen kleinen Teil Deines Einkommens für die Tilgung aufbringen

          Gruß

          Hans

          1. Hell-O!

            Den Prozentsatz habe ich von BHW aus dem Jahre 2002, wurde auch von einem Riester-Experten bestätigt. Es wird die KOMPLETTE Rente, nicht der Ertragsanteil, wie bei einer "normalen" Rente, besteuert.

            In der Tat. Und deshalb muss derjenige, der dir die 33% genannt hat, eine exorbitant gute Glaskugel haben. Oder er wollte dir ein für ihn lukrativeres Produkt verticken (eine kapitalgedeckte Renten- bzw. Lebensversicherung bringt um einiges mehr an Provision als eine Riesterrente).

            Wo wird da was nachgebessert?
            Daß man zumindest 50% der Summe cash auf die Hand bekommen kann und die andere Hälfte als Rente bekommt.

            Das gibt's schon immer, allerdings in Höhe von 30% des Kapitals (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 AltZertG), für eine Nachbesserung an dieser Stelle hätte ich gerne eine Quellenangabe. Ansonsten könnte der Altersvorsorge-Eigenheimbetrag gemeint gewesen sein. Allerdings kann man da nur bereits angespartes Vermögen bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 Euro (mindestens 10.000 Euro) "entnehmen" und muss den entnommenen Betrag zurückzahlen, bis man 65 ist.

            3.) Du kriegst das Geld nur, wenn Du in Deutschland wohnst.
            Unsinn, ganz im Gegenteil. Ab 2005 sind auch Rentenbezieher im Ausland in Deutschland beschränkt steuerpflichtig (siehe § 49 Absatz 1 Nr. 7 EStG).
            Ich rede nicht von "besteuern", sondern von überhaupt bekommen !

            Wer eine Riesterrente abschließt, bekommt sie auch, selbst wenn er nach Indien auswandert. Zwar muss derjenige dann die erhaltenen Zulagen bzw. erzielten Steuerersparnisse zurückzahlen, seine Rente bekommt er trotzdem. Die Rückzahlung braucht er übrigens nur bis maximal 15% des Rentenbetrages zu leisten, im Übrigen wird gestundet.

            Du hast z.B. 5.000 Euro Mieteinnahmen im Jahr. Die Wohnung kostet mit Grundstück 200.000 Euro, 80% sind 160.000, 2% davon sind 3.200 Euro. Dann kommen Zinsen für den Kredit (nicht die Tilgung !), die Du ebenfalls von den Mieteinnahmen abziehen kannst. Somit kannst Du die Mieteinnahmen quasi brutto einschieben und damit den Kredit bezahlen und brauchst nur einen kleinen Teil Deines Einkommens für die Tilgung aufbringen

            Das ist mir immer noch zu milchmädchenhaft. Eine vernünftige Altersvorsorge (die mit Immobilien durchaus möglich ist) lässt sich so nicht stricken, wer das so macht, ist unseriös. Woher nimmst du die 80%? Was ist mit den Nebenkosten, die man nicht auf den Mieter umlegen kann, und den sonstigen Kosten? Was ist mit der Instandhaltungsrücklage? Was ist bei Leerstand? Was ist, wenn sich der Zinsanteil im Kapitaldienst zu Gunsten des Tilgungsanteils verschiebt? Solche Fragen spielen eine Rolle, wenn man seinem Gegenüber auch in 10 Jahren noch guten Gewissens in die Augen sehen möchte.

            Siechfred

            --
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            1. Hi !

              Das ist mir immer noch zu milchmädchenhaft. Eine vernünftige Altersvorsorge (die mit Immobilien durchaus möglich ist) lässt sich so nicht stricken, wer das so macht, ist unseriös. Woher nimmst du die 80%? Was ist mit den Nebenkosten, die man nicht auf den Mieter umlegen kann, und den sonstigen Kosten? Was ist mit der Instandhaltungsrücklage? Was ist bei Leerstand? Was ist, wenn sich der Zinsanteil im Kapitaldienst zu Gunsten des Tilgungsanteils verschiebt? Solche Fragen spielen eine Rolle, wenn man seinem Gegenüber auch in 10 Jahren noch guten Gewissens in die Augen sehen möchte.

              Oh, vergessen:

              80%: Pauschale vom Finanzamt
              Nebenkosten: Kosten, die beim Finanzamt angegeben werden können
              Instandhaltungsrücklage: Kann man auch (entweder ganz oder zum Teil) beim FA geltend machen (ich gebe meist alles an, was ich finden kann, WISO-Programm spuckt mir dann am Ende immer einen Betrag aus, den ich vom FA zurück bekomme)
              Leerstand: Wenn "zwischendurch" die Wohnung ein paar Monate die Wohnung leer steht, sind Deine Einnahmen kleiner, Deine Ausgaben bleiben aber fix -> mehr Geld vom FA. Wenn die Wohnung mehrere Jahre von Anfang an leer ist, zweifelt das FA an Deiner "Gewinnerzielungsabsicht"
              Kapitaldingens: Zwischenfinanzierter Bausparvertrag -> Ich bekomme einen Kredit über xxx Euro von der Bank (nach Nachweis, daß ich Barvermögen habe). Bei dem Kredit zahle ich nur Zinsen. Gleichzeitig baue ich einen Bausparvertrag auf, der so groß ist wie der Kredit. Nach den 10 Jahren zahle ich mit dem Bausparvertrag den Kredit auf einen Schlag zurück und bezahle gemütlich die niedrigen Zinsen des Bausparvertrages.

              Weitere Fragen, einfach posten :-)

              Gruß

              Hans

              1. Hi !
                [...]
                Bausparvertrag den Kredit auf einen Schlag zurück und bezahle gemütlich die niedrigen Zinsen des Bausparvertrages.

                Die Zinsen kannst Du natürlich auch wieder absetzen, aber da dann die Kosten niedriger als die Mieteinnahmen (da niederiger Zinssatz) sind, mußt Du unter Umständen Deine Miete versteuern.

                Gruß

                Hans

              2. Hell-O!

                Nebenkosten: Kosten, die beim Finanzamt angegeben werden können

                Ich meinte es zwar eher mietrechtlich, aber so ist's auch recht :-)

                Instandhaltungsrücklage: Kann man auch (entweder ganz oder zum Teil) beim FA geltend machen (ich gebe meist alles an, was ich finden kann, WISO-Programm spuckt mir dann am Ende immer einen Betrag aus, den ich vom FA zurück bekomme)

                Ähm, du weißt, was eine Instandhaltungs*rücklage* ist?

                Weitere Fragen

                Nö, die kann ich mir noch ganz gut selber beantworten ;-)

                Übrigens, falls du nicht verstanden hast, worauf ich hinaus wollte:
                Altersvorsorge in Form einer Immobilie kostet Geld. Es ist illusorisch zu behaupten, eine Immobilie rechne sich immer ohne eigenen finanziellen Beitrag, das ist nämlich nicht so, solange du einen Kredit abzuzahlen hast. Selbst wenn du nur Zinsen zahlst und parallel dazu Bausparen betreibst oder in eine Lebensversicherung einzahlst, wirst du unterm Strich zuzahlen müssen. Es kommt also darauf an, wieviel und welche Rendite dir diese Zuzahlung bringt. Und möglicherweise stellt sich dabei heraus, dass diese Zuzahlung in einer Rentenversicherung besser aufgehoben ist als in einer Immobilie.

                Siechfred

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                1. Hi !

                  Ähm, du weißt, was eine Instandhaltungs*rücklage* ist?

                  Ja, aber die Kosten dafür kann man doch auch wieder angeben, oder?

                  Übrigens, falls du nicht verstanden hast, worauf ich hinaus wollte:

                  [...]

                  Ja, klar, ist das mit einem gewissen Risiko verbunden. Ähnlich wie bei Grundstücksspekulationen. Aber mal ehrlich: ist es nicht ein schönes Gefühl, an der Wohnung abends vorbeizufahren, man sieht, es brennt Licht und am nächsten ersten gibt es wieder einen Schub auf's Konto? :-) Viel "anschaulicher" als bei einer privaten Rente, die ich natürlich auch habe.

                  Gruß

                  Hans

                  PS: Ich liebe "Monopoly", aber ich glaube, das konntest Du Dir denken ;-)

                  1. Hell-O!

                    Ähm, du weißt, was eine Instandhaltungs*rücklage* ist?
                    Ja, aber die Kosten dafür kann man doch auch wieder angeben, oder?

                    Die Zuführung zur Instandhaltungsrücklage sind keine Kosten. Wenn du dann tatsächlich Instandhaltungsarbeiten machen lässt, kannst du die Kosten dafür natürlich angeben.

                    PS: Ich liebe "Monopoly", aber ich glaube, das konntest Du Dir denken ;-)

                    Hehe, über Monopoly bin ich hinaus ;-))

                    Siechfred

                    --
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      2. Moin!

        Dann Immobilien (Abschreibung 2% p.a. von 80% des Kaufpreises, Zinsen für Kredit können mit Mieteinnahmen verrechnet werden, und, zumindest alte Gesetzeslage: Wenn Du das Teil nach 10 Jahren verkaufst mußt Du nichts versteuern)

        Immobilien als Altersvorsorge halte ich für äußerst kritisch.

        Begründung: Alleine deswegen, weil da ein paar Steine geordnet aufeinandergestapelt sind, kriegt man noch kein Geld in die Tasche. Immobilien kosten Geld: Für Steuern, Gebühren, Wartung, Instandhaltung, Betrieb, Versicherungen etc.

        Und das Risiko besteht, dass unerwartete und unplanbare Ereignisse den Wert der Immobilie ganz erheblich drücken: Brand, Blitzschlag, Explosionen, Stürme, Vandalismus etc. können den Totalverlust zur Folge haben. Dann steht man erstmal ohne Haus - und damit ohne Altersversorgung - da.

        Aber auch langfristige strukturelle Veränderungen können den einst prognostizierten wirtschaftlichen Erfolg zerstören: In Deutschland nimmt die Bevölkerungszahl ab, es wird unweigerlich immer mehr Wohnraum leerstehen, und der Trend zum Einfamilienhaus am Standrand verstärkt noch den Druck auf die Mietpreise von Mehrfamilienhäusern. In Ostdeutschland Immobilienbesitz zu haben ist beispielsweise - mit Ausnahme der derzeit wachsenden Wirtschaftsgebiete - sehr unattraktiv. Häuser auf dem immer weiter verlassen werdenden Land erweisen sich als nahezu unverkäuflich und unvermietbar.

        Immobilien halte ich aus diesen Gründen für keine wirklich belastbare Altersvorsorge.

        Man kann, wie deine Zahlenspielereien das andeuten, ins Immobiliengeschäft einsteigen. Das bedeutet: Man betreibt im Prinzip ein Vermietungsgeschäft und ist verantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg. Kann man machen, erfordert Wissen, Geld wird nicht automatisch abgeworfen, sondern muß erarbeitet werden: Wer sowas machen will, soll das tun. Das ist aber keine Altersvorsorge, sondern der Neben- oder Haupterwerb (den man, zugegeben, noch bis ins hohe Alter weiterführen kann).

        Oder man entscheidet sich für eine privat genutzte Immobilie. Die kostet dann allerdings wirklich Geld (auch im Rentenalter!), weil im Keller ja keine Gelddruckmaschine eingemauert sein wird. Die Vergleichsmöglichkeit dazu wären die Mietzahlungen, und es gibt sicherlich auch steuerliche Anreize für Immobilienbesitz, aber man geht eben Risiken ein, die oben angedeutet wurden: Man kann das Haus nicht mal eben unter den Arm klemmen und woanders hinstellen, wenn einem die Wohngegend nicht mehr gefällt, die vierspurige Ortsumgehungsstraße hinter dem Garten gebaut wird, ein Tornado das Dach abdeckt oder der nette kleine Bach nebenan plötzlich zum reißenden Strom wird, und das gesamte Erdgeschoß überflutet.

        - Sven Rautenberg

        --
        My sssignature, my preciousssss!
        1. Hi !

          ähm, wo bitte schön, glaubst Du, wird letztendlich Dein Geld, daß Du der Versicherung gibst, angelegt?

          Siehe Bayerische Versorgungskammer: Sehr hoher Prozentsatz in Immobilien.

          Dann drück' mal die Daumen, daß kein Tornado, reißener Bach etc. die Immobilien Deiner Renten-Versicherung wegreißen oder wegspülen ;-)

          Gruß

          Hans

          1. Moin!

            ähm, wo bitte schön, glaubst Du, wird letztendlich Dein Geld, daß Du der Versicherung gibst, angelegt?

            Siehe Bayerische Versorgungskammer: Sehr hoher Prozentsatz in Immobilien.

            Der Unterschied ist: Die Versicherungen kriegen soviel Geld zusammen, dass sie sich problemlos sowohl mehrere Immobilien an verschiedenen Orten des Landes oder gar der Welt leisten können, als auch eine professionelle Analyse von Risiko und Rendite zu jeder Immobilie.

            Wenn du als "Einzelkämpfer" dir nur eine einzige Immobilie leisten kannst, sieht die Lage komplett anders aus.

            Abgesehen davon gibts ja auch noch Aktien, in die man investieren kann. Immobilien sind zur Alterssicherung jedenfalls nicht zwingend erforderlich.

            - Sven Rautenberg

            --
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