Ina: Frustabbau, das gibts doch nicht....

Hi, muss mal kurz meinem Frust freien Lauf lassen, wenns euch stört dann löscht es halt bitte wieder.

Immer wieder lese ich Meldungen wie diese hier:

http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/06/07/reeperbahn-schlitzer/keiner-muss-ins-gefaengnis,geo=4765552.html

Es kotzt mich an das immer wieder hören zu müssen, jeder Steuersünder wird wesentlich härter bestraft aber Delikte wo personen körperliche Schäden bekommen, wie in dem Fall und immer wieder im Kindeschänderfällen, kommen glimpflich davon. Ja wo leben wir denn? Grrr, dicker Hals und Wut im Bauch, wegen machtlos was dagegen zu tun.

Ina

  1. gudn tach!

    Immer wieder lese ich Meldungen wie diese hier:
    http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/06/07/reeperbahn-schlitzer/keiner-muss-ins-gefaengnis,geo=4765552.html

    daran solltest du etwas aendern.

    Ja wo leben wir denn?

    in einem gebiet, in dem dich keiner daran hindert, schlechte berichterstattungen zu lesen.

    Grrr, dicker Hals und Wut im Bauch, wegen machtlos was dagegen zu tun.

    /archiv/2008/1/t165199/#m1077060

    prost
    seth

  2. Moin,

    die Wiedergabe und Berichterstattung über Prozesse und Urteile gehört zu den schwierigeren journalistischen Arbeiten. Denn ein Zeitungsbericht neigt immer dazu, vom Einzelfall zur Verallgemeinerung zu streben, während das Urteil nie allgemein sondern stets individuell sein muss.

    Der Leser muss sowohl eine sachliche, vollständige Information über den Tathergang erhalten als auch die Beweggründe des Gerichts kennen lernen - um sich dann schließlich selbst ein Urteil bilden zu können. Die Meinung des Blattes oder des Journalisten kann er dann zusätzlich, eventuell, auseinen Kommentar des Blattes erfahren. Dann, aber auch nur dann, kann der Leser darauf vertrauen, sich selbst eine Meinung gebildet haben können.

    Solche handwerklichen Fähigkeiten kann man der BILD-Zeitung generell absprechen. Sie will häufig genug über Gerichtsurteile nicht objektiv berichten sondern emotionalisieren, eine eigene Welt erschaffen. Häufig genug sind wohl zudem auch deren Journalisten nicht kompetent genug, marktübliches Leistungsniveau zu erreichen. Ich habe gerade Freitag während des Mittagstisches neben einem ehemaligen Bildzeitung-Reporter gesessen, der einen (mir zufällig aus andere Quelle bekannten) Sachverhalt einen Freud erzählte. Mir verging fast der Appettit, als ich mir vorstellte, dass der Mann das realitätsferne Geschwätz, das er da absonderte, anscheinend wirklich glaubte. Glücklicherweise ging es dabei um komplett belanglose Dinge wie Landespolitik, die eh keinen Schwanz interessieren, wenn sie in der Zeitung ständen und nicht um Täter/Opfer-Beziehungen wie in dem Bericht, den Du verlinkt hast, der zumindest für die Beteiligten noch Bedeutung hat und Täter und Opfer noch jahrelang stigmatisieren kann.

    Deshalb rate Dir dringend, Dich _nie_ auf BILD-Zeitungsmeldungen zu verlassen, sondern Dir den Reflex anzugewöhnen, bei BILD-Zeitungsartikeln fehlerhafte journalistische Arbeit zu vermuten. Mehr dazu gibt es leider Gottes fast täglich hier: http://www.bildblog.de nachzulesen. Das gilt umso mehr, wenn die Situation nach Vorurteilen schreit: Ausländer als Täter, deutsche Opfer, Reeperbahn, Jugendbande.

    Gruß

    Swen

  3. Hy Ina,

    mir kommen immer die gleichen Gefühle, wenn ich das hier lese:
    http://bildblog.de/

    Unabhängig von der Tragik, die ein Fall wie der geschilderte mit diesem Ausgang hätte, so musst Du davon ausgehen, dass das Käseblatt mit den Großbuchstaben oft wissentlich oder unwissentlich Dinge anders darstellt als sie geschehen, nur um Gefühle aufwallen zu lassen, weil das anscheinend Quote macht.

    Also, beruhig Dich, beschäftige Dich mit was Schönem und lies vor Allem ne gute Zeitung ;)

    -Sam

  4. Sup!

    Vielleicht kannst Du Schill überreden, wieder in Hamburg als Richter tätig zu werden. Oder lange genug ultra-konservativ wählen, so dass <bild-modus>diese ganzen kriminellen Ausländer keine Staatsbürgerschaft mehr bekommen und beim kleinsten Mucks ins Pfefferland abgeschoben werden!</bild-modus>.

    Du könntest auch eine lokale Dependance der NRA gründen oder ein Bürgerwehr...

    Es ist halt nicht so einfach mit dem Strafrecht. Wenn man einen 17-jährigen für 5-25 Jahre in den Knast steckt, wird aus dem im Leben nichts mehr. Und das will man ja auch nicht unbedingt.

    Gruesse,

    Bio

    -- Never give up, never surrender!!!
    1. Es ist halt nicht so einfach mit dem Strafrecht. Wenn man einen 17-jährigen für 5-25 Jahre in den Knast steckt, wird aus dem im Leben nichts mehr.

      <polemik>Richtig, wir wollen den Fünfen ja nicht die Karrieren als Auftragsschläger, Geldeintreiber, Drogenhändler oder Zuhälter versauen.</polemik>

      Ob aus dem Leben was wird (im Sinne von gesellschaftskompatibel), wenn die Täter den Eindruck bekommen, dass man jemanden aufschlitzen kann, ohne dafür (aus ihrer Sicht) ernsthaft zur Rechenschaft gezogen zu werden, möchte ich genauso stark bezweifeln.
      Eine Bewährungsstrafe ist für die jedenfalls so ziemlich das Gleiche wie ein Freispruch. Ein halbes Jahr Jugendstrafe mit anschließender Bewährung wäre ein wirksamerer Warnschuss gewesen.

      1. Das ist alles pure Hypothese, da wir [nach Lektüre|angesichts] der Quelle Null Ahnung von tatsächlichen Tathergang haben. Hier im Forum wird, soweit mir noch bekannt, angesichts solcher Quellenlage üblicherweise das Hellseher-Glaskugel-Argument gezückt.

        1. Das ist alles pure Hypothese, da wir [nach Lektüre|angesichts] der Quelle Null Ahnung von tatsächlichen Tathergang haben.

          Gottseidank lässt sich mit drei Blicken in die etwas seriösere Lokalpresse deine Wissenslücke schließen. Natürlich kann es dir am Allerwertesten vorbeigehen, was in Irgendwo-nur-nicht-bei-mir-um-die-Ecke passiert, nichtsdestotrotz möchte ich anmerken, dass ich gerade angesichts von
          Schnittwunden beträchtlichen Ausmaßes das reflexhafte Abtun als "pure Hypothese", nur weil Ausgangspunkt ein Bild-Artikel war, für überaus unpassend halte. Nicht jeder Bild-Artikel ist von Anfang bis Ende frei erfunden, so mancher ist es nur zur Hälfte …

          1. Problematisiert habe ich die unseriöse Darstellung der Bild-Zeitung, die es dem unformierten Leser unmöglich macht, sich objektiv eine Meinung zu bilden. Hinzu kommt, dass wir wohl davon ausgehen können, dass der typische BILD-Zeitungs-Leser keine weitere schriftliche (lokale) Informationsquelle zur Verfügung hat und damit den typischen Stuss einer durchschnittlichen Meldung in der Bild-Zeitung ungefiltert als "wahr" abspeichert.
            Was ich persönlich von dem Urteil halte, war für meine Argumentation belanglos.

            Was die Schnittwunden angeht, so unterstellst mir reflexartiges Abtun, was den Kern nicht wirklich trifft. Ich versuche beim Lesen (übrigens auch anderer Medien) unvoreingenommen zu bleiben und schlußfolgere aus einer Schnittwunde nicht reflexartig "der andere war böse" sondern lasse auch die Deutung zu, dass der Ablauf des Geschehens komplexer ist und nicht zu scherenschnittartigen Gut-Böse Mustern taugt.

            1. Hallo.

              Ich [...] schlußfolgere aus einer Schnittwunde nicht reflexartig "der andere war böse" sondern lasse auch die Deutung zu, dass der Ablauf des Geschehens komplexer ist und nicht zu scherenschnittartigen Gut-Böse Mustern taugt.

              Richtig.
              MfG, at

              1. Moin,

                Richtig.

                Geiles Teil. Danke

                Swen

      2. Sup!

        <polemik>Richtig, wir wollen den Fünfen ja nicht die Karrieren als Auftragsschläger, Geldeintreiber, Drogenhändler oder Zuhälter versauen.</polemik>

        Ob aus dem Leben was wird (im Sinne von gesellschaftskompatibel), wenn die Täter den Eindruck bekommen, dass man jemanden aufschlitzen kann, ohne dafür (aus ihrer Sicht) ernsthaft zur Rechenschaft gezogen zu werden, möchte ich genauso stark bezweifeln.
        Eine Bewährungsstrafe ist für die jedenfalls so ziemlich das Gleiche wie ein Freispruch. Ein halbes Jahr Jugendstrafe mit anschließender Bewährung wäre ein wirksamerer Warnschuss gewesen.

        Tja, wenn diese Menschen so eine Karriere einschlagen wollen, dann werden Sie innerhalb kürzester Zeit wieder straffällig und dann werden die Bewährungsstrafen fällig.
        Ein halbes Jahr Knast in dem Alter ist ggf. nicht so eine gute Idee, man weiss ja, was man im Knast lernt und wen man da kennenlernen kann.

        Gruesse,

        Bio

        -- Never give up, never surrender!!!
    2. Grüße,| Sup!

      Vielleicht kannst Du Schill überreden, wieder in Hamburg als Richter tätig zu werden. Oder lange genug ultra-konservativ wählen, so dass <bild-modus>diese ganzen kriminellen Ausländer keine Staatsbürgerschaft mehr bekommen und beim kleinsten Mucks ins Pfefferland abgeschoben werden!</bild-modus>.

      du - als "Insider" - sprich ausländer - kann ich nur sagen - ja.
      bild übertreibt und verdreht fakten, zudem die straffällig gewordenen in 90% der fälle deutsche bürger sind und nicht abschiebbar sind. aber ich würde echt auf harte prügelstrafe plädieren. 15 peitschenhiebe an jeder marktplatzecke mit öffentlicher demütigung, sowie 2 jähriges kloputzen am hauptbahnhof (mit einer zahnbüsrste) wäre sicher abschräkender als die bewährungsstrafen.

      Es ist halt nicht so einfach mit dem Strafrecht. Wenn man einen 17-jährigen für 5-25 Jahre in den Knast steckt, wird aus dem im Leben nichts mehr. Und das will man ja auch nicht unbedingt.

      klar - in der freiheit kann er aus seinem leben echt was machen. er kann ein mörder werden, ein dieb - er kann alles werden ! mit 90% wahrscheninlichkeit landen solche leute im knast - bloß erst nachdem sie wirklich scheiße gebaut haben. und ich hätte es gern, dass DU den hinterblieben erklärst- warum du der meinung bist, es war notwendig es soweit kommen zu lassen.

      na ja - wir alle wissen wann die kriege enden.. verbrechen hören zeitglich auf.

      MFG
      bleicher

      http://www.sexgott-or-not.com/?test=428054

      -- __________________________-
      Menschen an sich , sind nicht schlecht - es sind nur ihre Taten (c).
      1. ... aber ich würde echt auf harte prügelstrafe plädieren. 15 peitschenhiebe an jeder marktplatzecke mit öffentlicher demütigung, sowie 2 jähriges kloputzen am hauptbahnhof (mit einer zahnbüsrste) wäre sicher abschräkender als die bewährungsstrafen.

        So war's im Mittelalter. Glücklicherweise haben die meisten Menschen dieses Gedankengut überwunden.

        Struppi.

        1. So war's im Mittelalter. Glücklicherweise haben die meisten Menschen dieses Gedankengut überwunden.

          Bahnhöfe, Klos und Zahnbürsten im Mittelalter? SCNR

          Aber dass solche Strafen keine Abschreckung wären, sieht man doch in einigen Staaten in den USA. Denn wenn die Todesstrafe nicht abschreckt, tuts auch keine andere Strafe. Wer ein Verbrechen begeht, denkt vorher nicht drüber nach, wie hoch die Strafe ist.

          1. Hello,

            Aber dass solche Strafen keine Abschreckung wären, sieht man doch in einigen Staaten in den USA. Denn wenn die Todesstrafe nicht abschreckt, tuts auch keine andere Strafe. Wer ein Verbrechen begeht, denkt vorher nicht drüber nach, wie hoch die Strafe ist.

            Das möchte ich substantiierter betrachten.

            Wenn jemand ein Verbrechen begeht, ohne dies vorsätzlich zu tun, dann halte ich das für berücksichtigenswert. Wenn jemand ein "Verbrechen" begeht, weil er sich keinen anderen Rat mehr weiß, also von der Gesellschaft keine Hilfe bekommt für sein eigentliches Problem, dann halte ich es für nutzlos, diesen Menschen mit der Todesstrafe zu bestrafen, denn es wird, wenn man an den gesellschaftlichen Umständen, die zu diesem Verbrechen geführt haben, nichts ändert, weitere Fälle geben. Und derjenige, der mit der Todesstrafe bestraft wird, hat es dann "hinter sich", kann also auch nicht mehr aktiv an der Veränderung der Zustände und den daraus (fälschlich) resultierenden "Verbrechenshandlungen" mitwirken.

            Gesellschaftspolitisch wäre es also immer günstiger, die Umstände zu betrachten, den "Delinquenten" aktiv an der Aufarbeitung und Veränderung der Umstände zu beteiligen und ihn wieder zu integireren.

            Nur wenn dies nicht geht, oder keinerlei Misstände in der Gesellschaft zum verbrechen geführt haben, sondern bloße Missachtung allgemein anerkannter Regeln, bloße Raffgier odre sonstiges, dann ist es wohl das billigste (im doppelten Sinne) für die Gesellschaft, sich dieses Menschen zu entledigen.

            Wenn es aber nur aus Bequemlichkeit sder Regierenden heraus geschieht, dann folgt irgendwann wieder die nächste Revolution. Bis es soweit ist, werden dann aber noch unzählbar viele unschuldige Menschen unter dem System leiden müssen.

            Ein harzliches Glückauf

            Tom vom Berg

            --
            Nur selber lernen macht schlau
            http://bergpost.annerschbarrich.de

          2. Grüße,

            Aber dass solche Strafen keine Abschreckung wären, sieht man doch in einigen Staaten in den USA. Denn wenn die Todesstrafe nicht abschreckt, tuts auch keine andere Strafe. Wer ein Verbrechen begeht, denkt vorher nicht drüber nach, wie hoch die Strafe ist.

            einspruch! ich sprach nicht ovn der todesstrafe sondern demütigung.

            klohputzen würde zumindest die abschreken, die knaststrafe als "cool" sehen und dann damit zu protzen hoffen wenn die doch noch erwischrt werden. denn vor allem extreme szene hats im knast "leichter".

            MFG
            bleicher

            http://www.sexgott-or-not.com/?test=428054

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            Menschen an sich , sind nicht schlecht - es sind nur ihre Taten (c).
            1. einspruch! ich sprach nicht ovn der todesstrafe sondern demütigung.

              Das meine ich ja. Wenn sich jemand von der Todesstrafe nicht abschrecken lässt, meinst du wirklich, den juckt es, gedemütigt zu werden? So jemand sollte dringend seine Prioritäten überdenken.