Christoph Schnauß: Virtualisierung: "echtes" Betriebssystem virtuell betreiben

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hallo,

Kann man eine echte Festplatte auf der meinetwegen Windows installiert ist (also C:/ bzw. hda1) in einem vmware "mounten" (oder so ähnlich) und den Virtuellen PC z.B. unter Linux mit der echten Windows-Festplatte betreiben.

Ja, das kann man. Aber VMware bechreibt es selbst als "dangerous". Es kann passieren, daß dann dein "echtes" Windows nicht mehr starten mag, sofern du deinen PC als DualBoot-PC eingerichtet hast, von dem aus wahlweise Linux oder Windows gestartet werden können. Das hängt damit zusammen, daß VMware auch eine fixe Festplatte bzw. Partition als "virtuelle" Maschine behandelt. Und wenn du sie anlegst, wird auch ein neuer "virtueller" MBR erzeugt. Wenn deine eingebundene Partition oder Platte nun "echt" ist, gibt das unter Umständen derbe Probleme.

Was nahezu reibungslos funktioniert, ist eine "schmalere" Variante. Lege dir unter Linux/VMware eine vollständige virtuelle Windows-Maschine an und binde dann eine "echte" Partition als zweite virtuelle Festplatte ein. Auf dieser Partition kannst du dann deine Daten und Projekte ablegen, es sollten aber keine Systemkomponenten enthalten sein, und diese Partition darf nicht gleichzeitig auch in deinem kubuntu gemountet sein.

Auf meinem PC habe ich Kubuntu und Windows parallel installiert, jetzt wäre es schön wenn man das Windows aus dem Linux heraus betreiben könnte. Vielleicht sogar mit virtualbox, die hat nämlich den seamless modus, in dem man ein Windows-BS "rahmenlos" unter einem andren Host betreiben kann.

Das funktioniert mit Virtalbox sogar deutlich besser als mit VMware. Insgesamt erscheint Virtualbox derzeit deutlich eleganter als VMware und hat darüber hinaus den Vorteil, daß es "frei" ist und keiner Lizenz bedarf.

Trotzdem gibt es erhebliche Risikofaktoren. Du kannst folgendes probieren: installiere dir Windows zweimal. Auf zwei verschiedene Partitionen (sda1 und sda2, Kubuntu liegt dann auf sda3 oder am besten auf der zweiten Platte.

Dann nimmst du für deine Experimente immer nur _eines_ der beiden installierten Windows-Systeme. Der Grund: crashst du es, funktioniert das andere immer noch.

Die Alternative lautet WINE. Damit kannst du einige (nicht alle) Windows-Programme direkt und ohne Umwege unter Linux betreiben. Was in der Regel nicht funktioniert, ist der Internet Explorer, aber kleinere Programme wie Notepad und selbst der registry-Editor lassen sich problemlos aufrufen und bedienen.

Grüße aus Berlin

Christoph S.

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