Deus Figendi: Welche Lizenz für mein Projekt?

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Hallo

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Ich habe schon lange darüber nachgedacht mein Projekt als OpenSource freizugeben.
Meine Angst dabei ist jedoch, dass die Software dann an ein finanziell überlegenes Unternehmen verloren geht...

Die Frage ist, welche Intentionen und Ziele du mit der OpenSource-Lizenz verfolgst.
Wenn du den Gedanken von "free Software" toll findest und fördern willst, dann gehört einfach dazu, dass es ausdrücklich erlaubt und erwünscht ist, dass diese Software kommerziell verwendet wird und Forks wachsen natürlich gelegentlich über ihre Ursprünge hinweg.
Oder aber du findest "free" gar nicht so toll (oder es ist es dir nicht wert) und du möchtest einfach die Vorteile von Quelloffenheit nutzen, also dass jedermann reingucken und dich auf Sicherheitslücken hinweisen kann und so fort.
Für den ersten Fall gibt es keine Alternative, lebe damit und nimm eine der üblichen freien Lizenzen.
Für den zweiten Fall gibt es zweieinhalb Möglichkeiten:
1. Du nimmst eine offene Lizenz, die selbst unter einer freien Lizenz steht (von der man also Derivate erstellen darf) fügst einen Punkt oder mehrere ein, die deinen Wünschen entsprechen: schließt z.B. kommerzielle Projekte aus oder sicherst dir einen Anteil daran, oder du sicherst dir die Kontrolle darüber (räumst dir selbst das Recht ein fremde Projekte einzustampfen) oder sowas.
2. Du schreibst deine Eigene Lizenz/EULA, die deinen Wünschen entspricht.
2,5. Du schreibst gar keine Lizenz und stellst den Code einfach so online. Wenn man keine Lizenz angibt und das Produkt die Schöpfungshöhe erreicht, dann hast du automatisch alle Rechte (all rights reserved). Niemand darf dir dein Zeug klauen ohne dass du es nicht unterlizensierst.

Den Quellcode offen zu legen bedeutet nicht automatisch alle Rechte zu gewähren, die geläufige OpenSource-Lizenzen so frei setzen. Wenn du deinen Quellcode veröffentlichst hast du dennoch noch alle Rechte daran, am Code und an den binären Resultaten.
Hat aber auch ein paar Nachteile:

  • Es ist unfrei.
  • Du musst ggf. händisch auf Nachfrage unterlizensieren.
  • Du kannst keine freie Software verwenden. (zumindest keine mit Copyleft/ShareaAlike)
  • Benutzer/Entwickler könnten abgeschreckt werden. Ich jedenfalls würde ein quelloffenes Projekt mit Vorsicht genießen, wenn ich die Lizenz nicht kenne. Dem kann man ggf. entgegenwirken, wenn man nach 1. eine freie Lizenz verändert und das deutlich dran schreibt. Also ganz oben fett drüber "dies ist eine modifizierte Variante der GPL, Änderungen sind fett markiert" oder so... dann lese ich die Änderungen und entscheide dann ob das okay für mich ist.

Kern ist aber: OpenSource bedeutet nicht zwingend frei.

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