dzilak peter: Zukunft des Programmierens Webanwendung?

Sagen wir so, noch vor ein paar Jahren war es logisch. Wenn jemand eine Anwendung oder ein Spiel programmiert hat, so hat er zu einer Programmiersprache gegriffen.
Heute sind viele Anwendungen ins Web gewandert. Textverarbeitungen macht man online, Spiele spielt man online, etc.
Ich möchte eine kleine Adressverwaltung programmieren, einfach mehr just for fun. Ich glaube mit Visual Basic ist es einfacher und schneller oder mit Access als mit einer Webanwendung, da man bei einer Webanwendung ja auch beachten muß, das man Datenspeicher zur Verfügung stellt, wo jemand seine Daten speichern kann.

Ich sehe es wie folgt.
Vorteil einer "normalen" Windows Anwendung: Ich muß mir keine Gedanken um Sicherheitslücken machen, muß keinen Webserver zur Verfügung stellen, muß keine Angst haben wegen Performanceprobleme vom Provider
vorteil einer Webanwendung: Ich könnte Werbebanner draufstellen, Änderungen sind schnell durchgeführt.

Ich persönlich glaube nicht das die Zukunft in reinen Webanwendungen liegt. Ich glaube immer noch, das man ein Spiel das als .exe Datei vorliegt performenter gestalten kann als jede Webanwendung. Und mir selber macht es etwas Angst. Eine Webanwendung ist irgendwo gespeichert, mithin auch meine Daten. Und in ein paar Jahren ist die Webanwendung verschwunden. Meine .exe Dateien kann ich auch noch in 15 Jahren aufrufen.

Wie gesagt ich habe relativ gute Visual Basic Kenntnisse und das ganze ist eher just for fun. Natürlich würde es meinem ego gut tun, wenn meine Anwendung mal von 10 oder mehr Leuten genutzt wird.

  1. Sagen wir so, noch vor ein paar Jahren war es logisch. Wenn jemand eine Anwendung oder ein Spiel programmiert hat, so hat er zu einer Programmiersprache gegriffen.

    Ebenso wie heute. Oder glaubst du, Webanwendungen sind Voodoo?

    Ich möchte eine kleine Adressverwaltung programmieren, einfach mehr just for fun. Ich glaube mit Visual Basic ist es einfacher und schneller oder mit Access als mit einer Webanwendung, da man bei einer Webanwendung ja auch beachten muß, das man Datenspeicher zur Verfügung stellt, wo jemand seine Daten speichern kann.

    Hä? Wieso glaubst du, VB und Access laufen zwingend auf dem Desktop und ne Webanwendung zwingend im Internet auf einem fremden Server?

    Ich sehe es wie folgt.
    Vorteil einer "normalen" Windows Anwendung: Ich muß mir keine Gedanken um Sicherheitslücken machen, muß keinen Webserver zur Verfügung stellen, muß keine Angst haben wegen Performanceprobleme vom Provider

    Du glaubst, dass du unter Windows keine Sicherheitslücken erzeugen kannst? Dann lass die Finger davon, du baust ne Bombe und keine Adressverwaltung ....

    vorteil einer Webanwendung: Ich könnte Werbebanner draufstellen,

    Wo ist der Vorteil?

    Änderungen sind schnell durchgeführt.

    Du führst online leichter eine Änderung durch als auf deinem eigenen Rechner? Na du musst echt ein Genie sein

    Ich persönlich glaube nicht das die Zukunft in reinen Webanwendungen liegt.

    Damit dürftest du ein eideutiger Aussenseiter sein.

    Ich glaube immer noch, das man ein Spiel das als .exe Datei vorliegt performenter gestalten kann als jede Webanwendung.

    Wieso glaubst du, eine Webanwendung kann keine .exe sein und wieso glaubst du, eine .exe ist automatisch performant? eine .exe kann auch in PHP, Ruby, VB o.a. programmiert sein und selbst in C kann ein schlechter Programmierer eine langsame Anwendung programmieren

    Und mir selber macht es etwas Angst. Eine Webanwendung ist irgendwo gespeichert, mithin auch meine Daten. Und in ein paar Jahren ist die Webanwendung verschwunden. Meine .exe Dateien kann ich auch noch in 15 Jahren aufrufen.

    Wieso glaubst du, eine Webanwendung läuft zwangsläufig bei einem Provider und wieso glaubst du, dein Rechner ist haltbarer als der in einem Rechenzentrum?

    Wie gesagt ich habe relativ gute Visual Basic Kenntnisse und das ganze ist eher just for fun. Natürlich würde es meinem ego gut tun, wenn meine Anwendung mal von 10 oder mehr Leuten genutzt wird.

    Du hast ein grundsätzliches Verständnissproblem. Finde heraus, was eine Webanwendung ausmacht, dann wirst du sehen, das geht auch in VB und auf deinem Rechner zuhause.
    Wieviele Leute deine Software nutzen, hängt nur davon ab, wie du sie verbreitest/anbietest und wie gut sie ist.

    1. Ich persönlich glaube nicht das die Zukunft in reinen Webanwendungen liegt.

      Damit dürftest du ein eideutiger Aussenseiter sein.

      Warum? Ich glaub das auch nicht. Es wird immer Bedarf nach lokalen Anwendungen geben. Einfach aus dem Grund weil man nicht alles im Browser machen kann oder will.

      Wenn ich die Anwendungen sehe die in manchem Intranet laufen, wie stinklangsam sich da ein Formular aufbaut und wie unpraktisch es ist wenn bei jeder Aktion eine Anfrage an den Server stattfinden muss... ich hoffe das setzt sich nicht noch weiter durch.

      Wer mach übrigens Textbearbeitung in einer Webanwendung?

      1. Wer mach übrigens Textbearbeitung in einer Webanwendung?

        Kann sehr praktisch sein. Wir setzen im Unternehmen Google Drive ein bzw. hatten wir es eingesetzt, aber der tolle Geschäftsführer muss ja einen Schritt zurück machen...
        Naja auf jeden Fall haben wir eines unserer Projekte mit Google Drive umgesetzt. Dokumentation wurde mit dem Textprogramm gemacht und die Todoliste / Fehlerliste mit der Tabellenkalkulation. Wichtige Daten wie Passwörter oder Zugangsdaten standen da natürlich nicht drin. Das war super effektiv ! Vor allem die Chatfunktion bzw. die Automatischen E-Mails wenn man in einem Kommentar die E-Mail Adresse erwähnte waren sehr hilfreich.

        Gruß
        Autsurzing falsch schreiber
        T-Rex

        1. Wichtige Daten wie Passwörter oder Zugangsdaten standen da natürlich nicht drin.

          Das sagt ja eigentlich schon alles.
          Um einen Brief an Tante Berta zu schreiben werden das vielleicht einige nutzen, aber es werden wohl keine Unternehmen ihre Dokumente fremden anvertrauen.

          1. Um einen Brief an Tante Berta zu schreiben werden das vielleicht einige nutzen

            Aber gerade dazu ists doch völliger Unsinn. Ok, außer man hat kein Schreibprogramm zur Hand.
            Oder wenn man Tante Berta dann sagt man war grad in der Cloud und kommt sich saucool dabei vor :-)

          2. Um einen Brief an Tante Berta zu schreiben werden das vielleicht einige nutzen, aber es werden wohl keine Unternehmen ihre Dokumente fremden anvertrauen.

            Naja genau das haben wir ja gemacht.
            Bei Google liegen unsere ToDo Listen. Grundlegende Überlegungen bzw. Unternehmerische Strategien sind das zwar nicht, aber es sind eben Listen mit Erfahrung. Wenn jemand weiß was für Portale wir betreiben, kann man aus den Listen viel Erfahrung und anfängliche Fehler lesen. Ist aber alles kein Problem wie wir finden.
            Rein theoretisch könnte Google die Dinger aber an unsere Konkurenten Verkaufen, die würden sich die Finger danach lecken.

            Gruß
            50% mehr Rechtschreibfehler durch den neuen BH meiner Frau
            T-Rex

          3. Wichtige Daten wie Passwörter oder Zugangsdaten standen da natürlich nicht drin.

            Das sagt ja eigentlich schon alles.
            Um einen Brief an Tante Berta zu schreiben werden das vielleicht einige nutzen, aber es werden wohl keine Unternehmen ihre Dokumente fremden anvertrauen.

            Mehr als du denkst, siehe dir nur all die großen Softwarehersteller für ERP, MaWi, CRM, Buchhaltung etc. an. Die meisten Produkte bekommst man auch als Mietservice in der Cloud. Am Gesamtvolumen immer noch ein kleiner Anteil, aber bei den verschiedenen Zielgruppen gibt es ordentliche Unterschiede in die eine oder andere Richtung. Es gibt auch Dienstleister die Langzeitarchivierung anbieten. Un die Daten liegen bestimmt nicht bei einem selbst.

            Ein Markt ist da, egal wie Sinnvoll das sein mag oder nicht.

        2. Kann sehr praktisch sein.

          Kann. Aber man sollte trotzdem das nachdenken nicht vergessen.
          Ich habe auch schon Erfahrungen mit einer Art Cloud. Die liegt innerhalb des Unternehmens, nicht sonst irgendwo. Trotzdem ist der Zugriff brutal langsam.
          Wo man früher in einer Ordnerstruktur gesucht hat, muss man jetzt erst mal auf die Webseite navigieren und dann in einem mit Informationen viel zu überflutetem Websystem suchen.
          Wo man früher Dateien per Klick sortiert und Ordner per Klick geöffnet hat, wird heute ständig ein sich drehendes Kringelchen oder sonst ein animiertes Symbol zwischengeschoben, weil eine neue Seite angefordert, erzeugt, ausgeliefert werden muss.
          Sowas geht einem mit der Zeit gewaltig auf die ...

          Versteht mich nicht falsch!
          Für einige Abläufe kann das alles durchaus sinnvoll sein. Nur sollte man sich dann nicht verzetteln und alles mögliche in ein System prügeln wollen, das man im Leben niemals wirklich braucht, das einem dafür aber die Übersicht nimmt.
          Es gibt trotz allem immer noch Arbeitsabläufe die auf bisherige Art und Weise schneller sind. Da kann mir niemand was anderes erzählen. Oder anders, man darf mich jederzeit gerne überzeugen, dann aber bitte mit Fakten die ich nicht widerlegen kann ;-)

          1. Om nah hoo pez nyeetz, Encoder!

            Für einige Abläufe kann das alles durchaus sinnvoll sein.

            Zum Beispiel für das Einsammeln von Statistiken einzelner Schulen durch das Schulamt und das zur Verfügung stellen entsprechender Formulare.
            Im konkreten Fall handelt es sich allerdings nicht um eine online-Bearbeitung der Formulare, sondern um einen down- und upload entsprechender pdf-Dokumente.

            Matthias

            --
            1/z ist kein Blatt Papier.

          2. Also wir haben viele Dateien auch auf unserem "Server". Chaos pur. Bei Google hingegen sind nur ein paar Listen. Deshalb empfindet mand as jetzt noch als übersichtlicher.

            Gruß
            Chaostheorie Fan
            T-Rex

          3. Wo man früher in einer Ordnerstruktur gesucht hat, muss man jetzt erst mal auf die Webseite navigieren und dann in einem mit Informationen viel zu überflutetem Websystem suchen.

            Das hat aber nichts mit einer Webanwendung per se zu tun sondern mit deren Umsetzung.
            Es gibt vermutlich ähnlich viele schlechte Desktop-Anwendungen, die das gleiche Problem haben, wie das, von dir, geschilderte.

            Es ist absolut kein Problem, eine Webanwndung wie einen Dateiexplorer aufzubauen um in einer Ordnerstruktur zu navigieren.

            Dabei hängt die Geschwindigkeit immer von der Programmumsetzung und der Hardware ab.

      2. Hallo,

        Ich persönlich glaube nicht das die Zukunft in reinen Webanwendungen liegt.
        Damit dürftest du ein eideutiger Aussenseiter sein.
        Warum? Ich glaub das auch nicht. Es wird immer Bedarf nach lokalen Anwendungen geben. Einfach aus dem Grund weil man nicht alles im Browser machen kann oder will.

        ich glaube, wir müssen den Begriff "Webanwendung" hier differenzieren, denn ich sehe darin *zwei* entscheidende Aspekte, die nicht zwingend zusammenhängen:

        a) Bedienung einer Anwendung per Browser vs. native GUI
         b) localhost vs. Intranet vs. Internet

        Die Steuerung und Bedienung einer Anwendung über einen Browser ist wohl für viele Einsatzfälle vorstellbar, und hat für die Programmierer auch noch den Vorteil, dass sie weniger Aufwand ins GUI der Anwendung investieren müssen - auch wenn andererseits durch den Browser zusätzliche Unwägbarkeiten auftreten können.

        Aber die Frage, *wo* denn eine solche "Webanwendung" laufen soll, halte ich für sehr entscheidend. Solange sie auf dem localhost läuft und den Browser "nur" als Frontend verwendet, besteht in puncto Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Vertrauenswürdigkeit kein Unterschied zu echten lokalen Anwendungen; auch auf einem Server im Intranet sehe ich da noch kein wirkliches Problem.
        Sobald die Webanwendung aber im öffentlichen Internet läuft, hätte ich immer ein ungutes Gefühl dabei. Ich muss einem Fremdanbieter vertrauen - nicht nur dass er selbst die Finger von meinen Daten lässt, sondern auch dass er dafür sorgt, dass auch andere Nutzer nicht drankommen. Und ich habe mit der Internet-Verbindung (angefangen bei meinem eigenen Zugangs-Provider über die Netz-Infrastruktur bis hin zum Anbieter, der die Applikation hostet) zusätzliche Faktoren, die die Verfügbarkeit empfindlich beeinträchtigen können

        Aus diesen Gründen würde ich eine extern gehostete Webanwendung nur für Dinge nutzen wollen, die mir nicht wirklich wichtig sind, und bei denen ich im Fall einer Störung auch achselzuckend sagen kann, "Na dann eben nicht". Wichtige Dinge möchte ich dort haben, wo ich auch selbst Einfluss nehmen und notfalls Hand anlegen kann.

        Wer mach übrigens Textbearbeitung in einer Webanwendung?

        Hab ich noch nie gemacht. Technisch kann ich es mir vorstellen, ich würde es aber nicht wollen.

        Ciao,
         Martin

        --
        In Ägypten haben früher 150000 Leute 35 Jahre lang an einer Pyramide gearbeitet. Aber bei uns arbeiten doppelt so viele Leute doppelt so lange allein an der Baugenehmigung.
          (Dieter Nuhr, deutscher Kabarettist)
        Selfcode: fo:) ch:{ rl:| br:< n4:( ie:| mo:| va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:µ js:(
        1. Hallo!

          Solange sie auf dem localhost läuft und den Browser "nur" als Frontend verwendet, besteht in puncto Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Vertrauenswürdigkeit kein Unterschied zu echten lokalen Anwendungen; auch auf einem Server im Intranet sehe ich da noch kein wirkliches Problem.

          Das halte ich für ein falsches Sicherheitsgefühl.

          Sobald die Webanwendung aber im öffentlichen Internet läuft, hätte ich immer ein ungutes Gefühl dabei. Ich muss einem Fremdanbieter vertrauen - nicht nur dass er selbst die Finger von meinen Daten lässt, sondern auch dass er dafür sorgt, dass auch andere Nutzer nicht drankommen.

          Probleme mit Verfügbarkeit, Sicherheit und Vertraulichkeit treten nicht erst auf, wenn Daten in der Cloud gespeichert werden. Ich würde sogar behaupten, dass Privatrechner und kleinere Intranets häufiger befallen und angegriffen werden als dedizierte Server in der Cloud. Die Sicherheitsstandards bei letzteren sind höher als die von üblichen Privatrechnern oder die von Rechnern in kleinen Firmen.

          Und ich habe mit der Internet-Verbindung (angefangen bei meinem eigenen Zugangs-Provider über die Netz-Infrastruktur bis hin zum Anbieter, der die Applikation hostet) zusätzliche Faktoren, die die Verfügbarkeit empfindlich beeinträchtigen können

          Das stimmt. Allerdings habe ich solche Probleme grundsätzlich im Intranet ebenfalls. Da brauche ich eigene Kräfte, die Infrastruktur aufbauen, Sicherheitsregeln durchsetzen, Server administrieren, Anwendungen installieren und skalieren, Installationen pflegen, Einbrüche und Leaks analysieren, Malware entfernen usw.

          Das ist einfach ein Kostenfaktor, und ob letztlich eine sichere und besser verfügbare Anwendung herauskommt, steht infrage.

          Aus diesen Gründen würde ich eine extern gehostete Webanwendung nur für Dinge nutzen wollen, die mir nicht wirklich wichtig sind, und bei denen ich im Fall einer Störung auch achselzuckend sagen kann, "Na dann eben nicht".

          Als ob Desktop-Harware und -Software ohne Ausfälle, ohne Fehler und Bugs wären oder gar redundant verfügbar wären. Wie viele Computer im Consumer-Bereich haben denn RAIDs, wieviele lokale Datenbanken werden repliziert, wieviele haben einen Zweitrechner, sollte der erste abrauchen?

          Wichtige Dinge möchte ich dort haben, wo ich auch selbst Einfluss nehmen und notfalls Hand anlegen kann.

          Das sagt über den Sinn und Erfolg der Einflussnahme noch nichts aus. Unternehmen, die Datenspeicherung und Anwendungen in der Cloud anbieten, haben mehr Server- und Sicherheits-Know-How als du, ich und andere hier zusammen.

          Grüße,
          Mathias

          1. Hi,

            Solange sie auf dem localhost läuft und den Browser "nur" als Frontend verwendet, besteht in puncto Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Vertrauenswürdigkeit kein Unterschied zu echten lokalen Anwendungen; auch auf einem Server im Intranet sehe ich da noch kein wirkliches Problem.
            Das halte ich für ein falsches Sicherheitsgefühl.

            warum das? Worin siehst du sicherheitstechnisch den Unterschied zwischen einer reinrassigen, nativen Anwendung und einer Web-Applikation, die komplett lokal läuft?

            Probleme mit Verfügbarkeit, Sicherheit und Vertraulichkeit treten nicht erst auf, wenn Daten in der Cloud gespeichert werden. Ich würde sogar behaupten, dass Privatrechner und kleinere Intranets häufiger befallen und angegriffen werden als dedizierte Server in der Cloud. Die Sicherheitsstandards bei letzteren sind höher als die von üblichen Privatrechnern oder die von Rechnern in kleinen Firmen.

            Das mag sein, die Rechenzentren der großen Anbieter mögen extrem zuverlässig sein. Aber bis dorthin muss ich erstmal kommen. Tatsache ist, dass ich als DSL-Nutzer keine Möglichkeit der Einflussnahme habe, wenn mal die DSL-Verbindung nicht funktioniert. Und der Fall tritt häufiger ein, als eine lokale Störung innerhalb meines eigenen Einflussbereichs, die ich selbst beheben könnte.
            Kein Internet-Zugangsprovider garantiert mir 100% Verfügbarkeit. Und die werden wissen, warum.

            Und ich habe mit der Internet-Verbindung (angefangen bei meinem eigenen Zugangs-Provider über die Netz-Infrastruktur bis hin zum Anbieter, der die Applikation hostet) zusätzliche Faktoren, die die Verfügbarkeit empfindlich beeinträchtigen können
            Das stimmt. Allerdings habe ich solche Probleme grundsätzlich im Intranet ebenfalls.

            Ja. Aber da kann ich sie selbst diagnostizieren, lokalisieren und beheben.

            Aus diesen Gründen würde ich eine extern gehostete Webanwendung nur für Dinge nutzen wollen, die mir nicht wirklich wichtig sind, und bei denen ich im Fall einer Störung auch achselzuckend sagen kann, "Na dann eben nicht".
            Als ob Desktop-Harware und -Software ohne Ausfälle, ohne Fehler und Bugs wären oder gar redundant verfügbar wären.

            Sind sie nicht, natürlich nicht. Aber gerade darum sorge ich ja für Redundanz - durch Backups, durch Bereitstellung von zwei oder mehr annähernd gleichwertigen Arbeitsplätzen, durch Ersatz-Hardware im Schrank. Nur für meinen Zugang zum Internet habe ich keine wirkliche Redundanz. Okay, ich kann noch mit dem Notebook via UMTS ins Netz, zur Not sogar den UMTS-Zugang den anderen Hosts im LAN zur Verfügung stellen. Aber ein angemessener Ersatz ist das nicht; es ist eher wie das Notrad, mit dem man nur kurze Strecken und mit höchstens 50km/h fahren sollte.

            Wie viele Computer im Consumer-Bereich haben denn RAIDs, wieviele lokale Datenbanken werden repliziert, wieviele haben einen Zweitrechner, sollte der erste abrauchen?

            Keine Ahnung - aber abgesehen von RAIDs habe ich das. Und anstatt RAIDs habe ich tagesaktuelle Backups der anfallenden Arbeitsdaten. So paranoid sind vielleicht nur wenige Nutzer - aber jeder hätte die Möglichkeit dazu. Wenn aber der DSL-Zugang wegen eines Problems bei 1&1 mal zwei Tage lang nicht geht (was durchaus schon vorgekommen ist), kann ich mich darüber ärgern. Mehr aber auch nicht.

            Wichtige Dinge möchte ich dort haben, wo ich auch selbst Einfluss nehmen und notfalls Hand anlegen kann.
            Das sagt über den Sinn und Erfolg der Einflussnahme noch nichts aus.

            Nein, nicht unmittelbar. Aber zumindest die Chance, dass ich da selbst etwas erreichen kann, ist um ein Vielfaches größer als irgendwo weit weg, wo ich allenfalls per Telefon den zuständigen Leuten Feuer unterm Hintern machen kann. Und selbst das ist denen in der Regel schnurz, auch wenn der Support mit freundlichen Worten versucht, mich zu trösten.

            Unternehmen, die Datenspeicherung und Anwendungen in der Cloud anbieten, haben mehr Server- und Sicherheits-Know-How als du, ich und andere hier zusammen.

            Ja. Das schwächste Glied in der Kette ist aber das Unternehmen, das die Strecke dazwischen zur Verfügung stellt. Und ob dieses Unternehmen nun 1&1 oder Telekom oder KabelBW heißt, macht keinen wirklichen Unterschied.

            Schönes Wochenende,
             Martin

            --
            In der Theorie stimmen Theorie und Praxis genau überein.
            Selfcode: fo:) ch:{ rl:| br:< n4:( ie:| mo:| va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:µ js:(
            1. Hallo,

              Nur für meinen Zugang zum Internet habe ich keine wirkliche Redundanz.

              Wer Cloud-Dienste nutzt, wird ein Teil des Geldes, das er dabei einspart, natürlich in eine redundante Internetverbindung investieren (müssen). Das ist nun wirklich das kleinste Problem. Der Sinn der Cloud ist gerade, dass von verschiedenen Geräten und verschiedenen Zugängen auf die Dienste und Daten zugegriffen werden kann.

              Allgemein halte ich es für nicht zielführend, gegen Cloud-Dienste mit »Ich kann alles selbst in meinem kleinen Netzwerk machen« zu argumentieren. Natürlich kann ich das, aber niemand nutzt Cloud-Dienste, bloß weil es geht und gegebenenfalls Kosten spart gegenüber einer eigenen Infrastruktur. In fast allen Fällen werden gewisse Fähigkeiten der Cloud benötigt: Kollaboratives Arbeiten, verteiltes Speichern, Synchronisierung über viele Geräte hinweg, einfache Skalierung und Redundanz, Performance, Sicherheit.

              Wenn ich nur ein bisschen Textverarbeitung für mich selbst mache, brauche ich keine Anwendung in der Cloud, sofern ich unter ähnlichen Bedingungen eine Desktop-Anwendung bekomme.

              Grüße,
              Mathias

              1. Hi,

                Nur für meinen Zugang zum Internet habe ich keine wirkliche Redundanz.
                Wer Cloud-Dienste nutzt, wird ein Teil des Geldes, das er dabei einspart, natürlich in eine redundante Internetverbindung investieren (müssen).

                gut, jetzt sind wir also bei Cloud-Diensten. Bis dorthin ist es zwar von Webanwendungen aus gesehen nicht mehr weit, aber das ist dennoch wieder ein geringfügig anderes Szenario.

                Wenn ich nur ein bisschen Textverarbeitung für mich selbst mache, brauche ich keine Anwendung in der Cloud, sofern ich unter ähnlichen Bedingungen eine Desktop-Anwendung bekomme.

                Genau das sagen ja auch dzilak peter und Encoder, an den ich mich mit meinem Beitrag angehängt habe - dass es auch für traditionelle lokale Anwendungen auf lange Sicht noch Bedarf geben wird und Web-Applikationen (oder Cloud Services, wenn du die unbedingt noch ins Spiel bringen möchtest) nicht für alle Fälle eine Lösung sind.

                Ciao,
                 Martin

                --
                Lieber eine Fliege im Porzellanladen
                als ein Elefant in der Suppe.
                Selfcode: fo:) ch:{ rl:| br:< n4:( ie:| mo:| va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:µ js:(
      3. Moin

        Wer mach übrigens Textbearbeitung in einer Webanwendung?

        Meine freundin zB. Sie benutzt sehr viel google docs.

        Mfg entropie

        --
        Whenever people agree with me I always feel I must be wrong.
          -- Oscar Wilde
      4. Warum? Ich glaub das auch nicht. Es wird immer Bedarf nach lokalen Anwendungen geben. Einfach aus dem Grund weil man nicht alles im Browser machen kann oder will.

        Du weisst aber, dass es einen Unterschied gibt zwischen "da liegt die Zukunft" und "es wird immer Bedarf geben"?
        Die Zukunft liegt auch in der digitalen Speicherung von Musik und trotzdem werden immer noch fleissig Schallplatten produziert.

        Wenn ich die Anwendungen sehe die in manchem Intranet laufen, wie stinklangsam sich da ein Formular aufbaut und wie unpraktisch es ist wenn bei jeder Aktion eine Anfrage an den Server stattfinden muss... ich hoffe das setzt sich nicht noch weiter durch.

        Ich habe meine Daten im Büro, auf dem hHandy, im Laden (und dort an jedem Rechner) verfügbar. Meine Netzwerke sind per DSL miteinander verbunden und auch die Server im RZ synchronisieren sich ständig mit den Datenbanken.
        Ohne Webanwendungen würde ich mindesten 2-3 Leute einstellen müssen, die das von Hand machen. Willst du mir das bezahlen?

        Kann sein, dass du es nicht brauchst, aber du bist wohl auch ne Ausnahme. Dass ein Privatmensch keine Intranetlösung braucht oder einen lokal installierten Webserver, kann sein bzw. ist klar. Aber welcher Privatmensch benötigt eine spezielle Webanwendung die dezentral verfügbar ist?
        Also nicht alles verteufeln sondern den Anwendungszweck sehen ;)

        Wer mach übrigens Textbearbeitung in einer Webanwendung?

        Praktisch jeder, der ein CMS nutzt. Und das dürften viele Millionen sein ...

  2. hi,

    1998 ging mein erstes Perl/CGI-Script online in die Produktion. Die Faszination, mit netzwerkfähigen Programmen eine standortübergreifende Zusammenarbeit wesentlich effizienter machen zu können, hat mich seither nicht wieder verlassen.

    Umso besser, wenn der Manager im Unternehmensbereich etwas versteht von Best Practice und die drei ITIL-Bücher nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hat und darüber hinaus praktisch anwenden konnte: Durch mich, als Programmierer von ungezählten Webapplikationen für die Firma in Karlsruhe.

    Hotti (danke Thomas B., so einen Chef wie Dich werde ich wohl nie wieder finden)

    --
    Wenn in meinem Team jemand unersetzlich ist, wäre ich ein schlechter Teamleader (Thomas B.)
  3. Sagen wir so, noch vor ein paar Jahren war es logisch. Wenn jemand eine Anwendung oder ein Spiel programmiert hat, so hat er zu einer Programmiersprache gegriffen.
    Heute sind viele Anwendungen ins Web gewandert. Textverarbeitungen macht man online, Spiele spielt man online, etc.
    Ich möchte eine kleine Adressverwaltung programmieren, einfach mehr just for fun. Ich glaube mit Visual Basic ist es einfacher und schneller oder mit Access als mit einer Webanwendung, da man bei einer Webanwendung ja auch beachten muß, das man Datenspeicher zur Verfügung stellt, wo jemand seine Daten speichern kann.

    Letzteres brauchst du bei einen lokalen anwendung auch. Heutzutage eine "kleine" webanwendung zu bootstrappen ist dank einiger frameworks ein kinderspiel. Wenn man weiss was man tut, kommt ganz am ende vielleicht wirklich ne anwendung raus.

    Ich sehe es wie folgt.
    Vorteil einer "normalen" Windows Anwendung: Ich muß mir keine Gedanken um Sicherheitslücken machen, muß keinen Webserver zur Verfügung stellen, muß keine Angst haben wegen Performanceprobleme vom Provider
    vorteil einer Webanwendung: Ich könnte Werbebanner draufstellen, Änderungen sind schnell durchgeführt.

    Werbebanner kannst du auch bei localen anwendungen haben. Und änderungen sind im schlimmsten fall DIE HÖLLE. Wenn du an einer bestehenden web anwendung etwas änderst was tiefgreifender ist, zB. die struktur der datenbank, kann das schnell sehr eklig und nervig werden.
    Ich kann mich glücklicherweise gar nicht mehr daran erinnern wie gruselig sowas mit PHP vor 10 jahren war...

    Ich persönlich glaube nicht das die Zukunft in reinen Webanwendungen liegt. Ich glaube immer noch, das man ein Spiel das als .exe Datei vorliegt performenter gestalten kann als jede Webanwendung. Und mir selber macht es etwas Angst. Eine Webanwendung ist irgendwo gespeichert, mithin auch meine Daten. Und in ein paar Jahren ist die Webanwendung verschwunden. Meine .exe Dateien kann ich auch noch in 15 Jahren aufrufen.

    Heb dir mal sone exe anwendung auf, und versuch das mal in 15 jahren. Ich würde wetten du kannst nicht. Siehe alte windows95 anwendungen, die teilweise nicht mehr auf win7/8 laufen.

    Das ist eine grosse konstante bei jeder art der programmierung. Du musst die richtigen tools (programmiersprachen) für den richtigen job benutzen.

    Jede webanwendung die ich schreibe läuft natürlich erst local bevor sie auf einem oder mehreren server landet. Das heisst es ist genau so eine locale anwendung wie auch eine webanwendung. Die wird in 15 jahren nicht weg sein. Auch nicht in 30.

    Ich glaube einige haben immernoch nicht realisiert wie gross der unterschied zwischen einer webanwendung und einer webseite sein kann. Eine webseite stellt mehr oder weniger viel statischen inhalt zur verfügung, natürlich auch durch ein dynamisches backend oder einer datenbank - obwohl ich bei kleineren geschichten, gerne komplett auf datenbanken verzichte.

    Bei einer webanwendung stellst du ein programm nach, was am ende genauso auf deinem rechner laufen könnte. Doch es gibt einige vorteile bei webanwendungen, die vor allem für firmen interessant sind:

    * platform übergreifend (in den meisten fällen). Ich muss nicht für windows oder linux programmieren. (anyways, wer hostet seine anwendungen schon auf nem windows...) - und dabei spreche ich nicht nur von der anwendung (die server software) an sich. Ich kenne mittlerweile einen elektro herd der mit android läuft. Von diesem *könntest* du dann über HTTP auf das frontend zugreifen und es *BENUTZEN*. Deine anwendung läuft auf einer sehr begrenzten umgebung. Einen browser gibts überall! [1]
      * skalierbarkeit. Ob du nun 1 anwender hast, 100, 10000 oder 1000000. Du hast nur ein backend was es zu verwalten gibt (auch wenn das aus verschiedenen instanzen/servern bestehen kann). Das macht die wartung am ende auch leichter..
      * zentrale ODER dezentrale verwaltung von daten (ganz essentiell). Du hast backups so weit verteilt wie du willst, so aktuell wie du willst. Alternativ sorgst du dafür das einzelne anwendungen daten miteinander abgleichen und sich selber up to daten halten können.
      * mehr sicherheit. Natürlich nur wenn mans richtig macht (das ist eine kunst, tbh). Wenn du daten nur auf verschlüsselten kanälen überträgst (geht auch durch anwendungsunabhängige aufsätze, wie VPN), daten nur verschlüsselst auf den servern ablegst musst du nur dafür sorgen das die backend rechner "halbwegs" gesichert sind. Ein gestohlenes firmennotebook, oder ein zugeschnittener virus für dein programm könnte dafür sorgen das du einen daten-supergau hast. Gefeit bist du natürlich trotzdem nicht dafor

    Wie gesagt ich habe relativ gute Visual Basic Kenntnisse und das ganze ist eher just for fun. Natürlich würde es meinem ego gut tun, wenn meine Anwendung mal von 10 oder mehr Leuten genutzt wird.

    Wenn du möchtest, suche ich dir mal ein bisschen literatur zu entwicklung von kleineren webanwendungen mit ruby und sinatra raus. Wenn du schon gute kentnisse hast ist das für dich ein wochenende spielerei und spass. Nur als vorschlag.

    Abschliessend; ich sehe kein problem damit sich eine anwendung in "seiner" programmiersprache zu schreiben um sie danach zu benutzen. Ich habe sehr viel zeit "verschwendet" in der ich sowas gemacht habe. Einige diese programme benutze ich 8 jahre später noch. Das war der grund warum ich gelernt habe zu programmieren - mir macht es halt spass dinge zu bauen. Aber eine sache die mir sehr geholfen hat war ab und zu mal den sprung ins kalte wasser zu tun und etwas *neues* zu lernen. Und da gibts gerade unglaublich viel interessantes im web-bereich. Das hält auch die birne fit! ;)

    [1] Einen browser gibts überall:
        Deswegen sind webanwendung die zukunft! Schau dir mal die steigenden userzahlen im netz an mit usern, die mit mobilen endgeräten untwegs sind.

    Mfg entropie

    --
    Whenever people agree with me I always feel I must be wrong.
      -- Oscar Wilde