Claudia: günstige Krankenversicherung

Schönen guten Tag,

könnt ihr mir eine gute und vor allem günstige Krankenversicherung empfehlen? Ich mache ich mich zum 01.10.2014 Selbstständig.

Liebe Grüße
Claudia

  1. Hello,

    könnt ihr mir eine gute und vor allem günstige Krankenversicherung empfehlen? Ich mache ich mich zum 01.10.2014 Selbstständig.

    Dann stell auf jeden Fall einen Antrag auf ermäßigten Beitrag für Selbstständige mit geringem Einkommen - oder fängst Du gleich mit einem fetten Gehalt an? :-)

    Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

    Tom vom Berg

    --
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    1. Hallo Tom,

      Dann stell auf jeden Fall einen Antrag auf ermäßigten Beitrag für Selbstständige mit geringem Einkommen - oder fängst Du gleich mit einem fetten Gehalt an? :-)

      ´
      Danke für deine Info. Kann man das bei jeder Versicherung beantragen? Kannst du mir vielleicht eine gute Versicherung empfehlen?

      Leider nein :/ derzeit sind es zwei Kunden für die ich arbeite. Monatlich sind es bei beiden Kunden 600,00 Euro. Also wirklich noch nicht viel.

      Liebe Grüße
      Claudia

      1. Moin!

        Dann stell auf jeden Fall einen Antrag auf ermäßigten Beitrag für Selbstständige mit geringem Einkommen - oder fängst Du gleich mit einem fetten Gehalt an? :-)

        ´
        Danke für deine Info. Kann man das bei jeder Versicherung beantragen? Kannst du mir vielleicht eine gute Versicherung empfehlen?

        Leider nein :/ derzeit sind es zwei Kunden für die ich arbeite. Monatlich sind es bei beiden Kunden 600,00 Euro. Also wirklich noch nicht viel.

        Ich weiß, dass die Fragestellung natürlich unbeantwortbar ist, aber: Rechnest du in naher Zukunft noch mit mehr Kunden? Oder machst du dich, irgendwie gezwungenermaßen, mit einem aktuellen Bruttoeinkommen von 1200 Euro im Monat selbständig? Wie soll das funktionieren?

        Wieviel Zeit geht für die beiden Kunden pro Tag/Woche drauf? Ist das schon eher Vollzeit?

         - Sven Rautenberg

        1. Hallo Sven Rautenberg,

          Ich weiß, dass die Fragestellung natürlich unbeantwortbar ist, aber: Rechnest du in naher Zukunft noch mit mehr Kunden? Oder machst du dich, irgendwie gezwungenermaßen, mit einem aktuellen Bruttoeinkommen von 1200 Euro im Monat selbständig? Wie soll das funktionieren?

          Ich finde kein Job und muss aber Miete usw. bezahlen, also bleibt mir nichts anders übrig als mich Selbständig zu machen da ich auf keinen Fall vom Amt leben will. Ich bin gerade 25 Jahre, hab also noch alles vor mir und kann mir etwas aufbauen.

          Wieviel Zeit geht für die beiden Kunden pro Tag/Woche drauf? Ist das schon eher Vollzeit?

          Die Arbeitszeit für beide Kunden ist jeweils Mittwoch und Samstag den halben Tag. Also habe ich noch viel Zeit um weitere Kunden zu suchen.

          Liebe Grüße
          Claudia

  2. Hallo

    könnt ihr mir eine gute und vor allem günstige Krankenversicherung empfehlen? Ich mache ich mich zum 01.10.2014 Selbstständig.

    so es irgend geht, bleibe als freiwillig Versicherte bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

    In jungen Jahren und bei hohem Einkommen sind die kommerziellen Versicherer eine feine Sache, keine Frage, aber der Horror kommt für nicht Wenige in Form absurd hoher Beiträge im Rentenalter, für manche Selbständige auch schon früher, nämlich bei einer Firmenpleite und dann mit den ganz normalen Beiträgen und der fristlosen Kündigung bei Rückständen.

    Gerade, wenn du jetzt schon auf den Preisaspekt schielst, läufst du Gefahr, am falschen Ende zu sparen. Dann sind nicht die GKV-Beiträge zu hoch, sondern deine Einnahmen zu niedrig, mithin dein Geschäftsmodell nicht tragfähig. Dafür deine Gesundheitsversorgung bis an dein Lebensende aufs Spiel zu setzen, ist ein kapitaler Fehler. Der Wechsel in die PKV ist nicht mal eben rückgängig zu machen! Im schlimmsten Fall stehst du ganz ohne Versicherung da. Die zwangsweise Einführung des Basistarifs durch den Gesetzgeber hatte schon ihren Grund.

    Gruß, Jeanette

    PS: Hast du Geld über, kannst du ja denen was spenden - da landen nämlich die PKV-Opfer.

    1. könnt ihr mir eine gute und vor allem günstige Krankenversicherung empfehlen? Ich mache ich mich zum 01.10.2014 Selbstständig.

      so es irgend geht, bleibe als freiwillig Versicherte bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

      Das kann ich nur so dick und fett unterstreichen, wie man es sich irgendwie vorstellen kann.

      In jungen Jahren und bei hohem Einkommen sind die kommerziellen Versicherer eine feine Sache, keine Frage, aber der Horror kommt für nicht Wenige in Form absurd hoher Beiträge im Rentenalter, für manche Selbständige auch schon früher, nämlich bei einer Firmenpleite und dann mit den ganz normalen Beiträgen und der fristlosen Kündigung bei Rückständen.

      Gerade, wenn du jetzt schon auf den Preisaspekt schielst, läufst du Gefahr, am falschen Ende zu sparen. Dann sind nicht die GKV-Beiträge zu hoch, sondern deine Einnahmen zu niedrig, mithin dein Geschäftsmodell nicht tragfähig. Dafür deine Gesundheitsversorgung bis an dein Lebensende aufs Spiel zu setzen, ist ein kapitaler Fehler. Der Wechsel in die PKV ist nicht mal eben rückgängig zu machen! Im schlimmsten Fall stehst du ganz ohne Versicherung da. Die zwangsweise Einführung des Basistarifs durch den Gesetzgeber hatte schon ihren Grund.

      Ich würde da tatsächlich zustimmen. Wenn die Selbständigkeit nicht in der Lage ist, die notwendigen laufenden Ausgaben zu finanzieren, sollte man den Schritt noch einmal überdenken. Sprich: Entweder hat man Rücklagen und die Aussicht, nach gewisser Anschubfinanzierung den Break-Even zu erreichen, oder man hat keine Rücklagen, aber durch Noch-Nicht-Ganz-Selbständigkeit schon ein gewisses Momentum (Kundenbasis, laufende Erträge, Referenzen für neue Kunden), dass man den Übergang auch so hinkriegt.

      Private Krankenversicherungen können es sich erlauben, die Verträge (vielleicht in gewissen Grenzen) frei zu definieren, insbesondere hinsichtlich der abgedeckten Krankheitsschemata. Gerade hierbei kann man als Versicherer sehr attraktiv aussehende Tarife schnitzen. Dies geschieht aber immer zu Lasten der abgedeckten Risiken.

      Ich habe persönliche Erfahrungen mit einer privaten Versicherung. Der tatsächlich aufgetretene Gesundheitsfall war nicht mit versichert, ich zahlte also zusätzlich zu teuren Krankenversicherungsbeiträgen die medizinische Behandlung obendrein noch selbst. Und das zu einem Zeitpunkt, bei dem sich die Selbständigkeit gerade explosionsartig in Luft aufgelöst hat. Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist mir seinerzeit nur durch die Einführung der "Krankenversicherungspflicht für alle" gelungen, da ich die private Versicherung irgendwann gekündigt hatte, danach eine kurze Zeit als Zeitarbeitskraft gesetzlich versichert tätig war, und diese gesetzliche Versicherung zum Zeitpunkt der Versicherungspflicht meine letzte Versicherung war.

      Seit dieser Erfahrung ist mein Motto: Ich steh' bedingungslos auf Solidargemeinschaft. Selbst wenn die Politik bei den gesetzlichen Versicherungen noch verschlimmern würde: Es wird eine Versicherung bleiben, die grundsätzliche Leistungen anbietet und anteilig zum Einkommen kostet. Verdiene ich wenig, kostet meine Krankenversicherung wenig. Verdiene ich viel, kostet sie viel (bis zu einem definierten Maximum, über das man bei einer Grundsatzdiskussion über das gesamte Krankenversicherungssystem noch mal diskutieren sollte).

      PS: Hast du Geld über, kannst du ja denen was spenden - da landen nämlich die PKV-Opfer.

      Obwohl ja jede Person in Deutschland jetzt die Pflicht hat, eine Krankenversicherung zu haben.

      Ach ja, gerade für Frauen mit Familienplanungsideen blöd: Die private Krankenversicherung versichert natürlich nur die eine Person. Kinder gehen von Geburt an extra. Die Gesetzliche versorgt den Nachwuch ohne Aufpreis mit.

       - Sven Rautenberg

      1. so es irgend geht, bleibe als freiwillig Versicherte bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

        Das kann ich nur so dick und fett unterstreichen, wie man es sich irgendwie vorstellen kann.

        Hmm, ist das so? Warum? Als Single kommt man meiner Meinung nach deutlich günstiger mit einer privaten KV weg, mit Frau und 2 Kindern bezahlt man dann etwas mehr, bis die Kinder das Studium abgeschlossen haben, bleibt also nur noch der beitrag in der Rente, soweit ich das jetzt sehe, ist der nicht höher als in der gesetzlichen Krankenkasse, oder übersehe ich was?

        In jungen Jahren und bei hohem Einkommen sind die kommerziellen Versicherer eine feine Sache, keine Frage, aber der Horror kommt für nicht Wenige in Form absurd hoher Beiträge im Rentenalter, für manche Selbständige auch schon früher, nämlich bei einer Firmenpleite und dann mit den ganz normalen Beiträgen und der fristlosen Kündigung bei Rückständen.

        Warum sollen die Beiträge im Rentenalter eine absurde Höhe einnehmen?
        Ich bin nicht Selbständig, aber bei Kündigung (bis 50?) fällt man doch automatisch in die gesetzliche KV zurück?

        Gerade hierbei kann man als Versicherer sehr attraktiv aussehende Tarife schnitzen. Dies geschieht aber immer zu Lasten der abgedeckten Risiken.

        Sehe ich jetzt nicht so, meist wird ja eher anders herum argumentiert, aber auch das sehe ich nicht. OK, die Privaten bieten auch günstigere Tarife an, damit habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber wenn ich alles reinnehme, was angeboten wird, komme ich mit meinem 2 Kindern nur unwesentlich über den Betrag einer Gesetzlichen.

        Ich habe persönliche Erfahrungen mit einer privaten Versicherung. Der tatsächlich aufgetretene Gesundheitsfall war nicht mit versichert, ich zahlte also zusätzlich zu teuren Krankenversicherungsbeiträgen die medizinische Behandlung obendrein noch selbst. Und das zu einem Zeitpunkt, bei dem sich die Selbständigkeit gerade explosionsartig in Luft aufgelöst hat.

        Ist das eine Spezialität der Selbständigkeit?  Als Angestellter bekomme ich nach den ?40? Tagen Lohnfortzahlung Krankenhaustagegeld. Die Höhe legt man selbst fest, bis zur Höhe des Gehalts, geht das für Selbständige nicht?
        Auch mit nicht versicherten Gesundheitsfällen kann ich nichts negatives über die privaten KV berichten und auch ich habe da persönliche Erfahrungen sammeln müssen (aber ich habe auch für mich und meine Kinder alles reingenommen was angeboten wurde - damit war ich als Single wesentlich günstiger weggekommen, jetzt mit 2 Kindern nicht wesentlich teurer - will man mehr Kinder, kann es sein, dass man mit der Gesetzlichen besser fährt, das kahm für mich persöhnlich aber nie in Frage).
        Aber auch nichts positives(wobei ich ein Einbettzimmer schon vorziehen würde, wenn ich mal betroffen sein sollte, aber auch da bin ich mir nicht sicher, dass man dieses auf jeden Fall bekommen würde). Es ist m.M.n. eine rein wirtschaftliche Sache.

        1. Moin!

          so es irgend geht, bleibe als freiwillig Versicherte bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

          Das kann ich nur so dick und fett unterstreichen, wie man es sich irgendwie vorstellen kann.

          Hmm, ist das so? Warum? Als Single kommt man meiner Meinung nach deutlich günstiger mit einer privaten KV weg, mit Frau und 2 Kindern bezahlt man dann etwas mehr, bis die Kinder das Studium abgeschlossen haben, bleibt also nur noch der beitrag in der Rente, soweit ich das jetzt sehe, ist der nicht höher als in der gesetzlichen Krankenkasse, oder übersehe ich was?

          Nach meinem Kenntnisstand gibt es in der privaten Krankenversicherung keine Mitversicherung von Ehegatten oder Kindern. Zwei Personen kosten also grundsätzlich das Doppelte, sofern beide privat versicherbar sind. Ansonsten ist nur einer privat versichert, der andere gesetzlich (und die Kinder dann dort auch). Das bedeutet aber auch, dass die Betrachtung der Kosten sich nicht verbessert, denn auch in diesem Fall gibt es zwei Versicherungen und doppelte Kosten für zwei Personen.

          Das Problem für den Single ist, dass ihm niemand kalkulieren kann, was die private Krankenversicherung über seine Lebensdauer hinweg kosten wird. Natürlich kommt er günstig weg, wenn er leicht oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient (egal ob selbständig oder angestellt), verglichen mit der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Frage ist ja nur: Wie entwickeln sich die Kosten über die Jahre?

          Klar ist: Es wird nicht billiger. Aber wieviel teurer wirds? Und an welchen Faktoren hängt das? Das kann selbst die Versicherung mit allen heute vorliegenden Daten, Gesundheitsentwicklung, Sterbetabellen etc. nicht vorhersagen oder kalkulieren.

          Mit anderen Worten: Die Entscheidung für die private Krankenversicherung ist ein unkalkulierbares finanzielles Wagnis. Denn die Tarife der privaten Krankenversicherung orientieren sich nicht nach der allgemeinen Gesundheitslage der Bevölkerung, sondern nur nach der Gesundheit aller Versicherungsnehmer, schlimmstenfalls nur derjenigen im gleichen Tarif.

          Klar kann man in den Basistarif wechseln. Das bedeutet dann aber analog zur freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse Beiträge, die sich aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze errechnen. Für Fälle geringen Einkommens sind monatlich 627 Euro für den Basistarif kaum stemmbar, selbst der halbe Tarif für Bezieher von Hartz4 oder Sozialhilfe ist heftig viel.

          Die gesetzliche Krankenversicherung möchte zwischen 14,9% und 15,5% des aktuellen Einkommens von Pflichtversicherten haben. Das ist in Krisenzeiten superwenig (bei Selbständigen ist das Problem dass sie keine Pflichtversicherten sind, aber durch Arbeitslosigkeit oder Arbeitsaufnahme wieder zu Pflichtversicherten werden können).

          Wie teuer ist deinen Informationen zufolge der Tarif für Rentner sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung?

          Pflichtversicherte Rentner zahlen den üblichen Anteil von 15,5%, wie beim Arbeitsverhältnis übernimmt die Rentenkasse davon 7,3% für die gesetzliche Rente.

          Bei Privatversicherung zahlt die gesetzliche Rentenkasse nur diesen gleichen Anteil von 7,3% als Zuschuss - alles, was aufgrund des Tarif darüber hinaus geht, ist aus eigener Tasche zu tragen. Und der Tarif ist einkommensunabhängig.

          In jungen Jahren und bei hohem Einkommen sind die kommerziellen Versicherer eine feine Sache, keine Frage, aber der Horror kommt für nicht Wenige in Form absurd hoher Beiträge im Rentenalter, für manche Selbständige auch schon früher, nämlich bei einer Firmenpleite und dann mit den ganz normalen Beiträgen und der fristlosen Kündigung bei Rückständen.

          Warum sollen die Beiträge im Rentenalter eine absurde Höhe einnehmen?

          Man hört von Einzelfällen. Das Problem ist, dass es keinerlei veröffentlichte Tarifstruktur der PKV gibt.

          Ich bin nicht Selbständig, aber bei Kündigung (bis 50?) fällt man doch automatisch in die gesetzliche KV zurück?

          Du wirst als Rentner nur dann gesetzlich pflichtversichert, wenn du in der zweiten Hälfte deines Erwerbslebens mindestens 90% der Zeit gesetzlich versichert warst (egal ob pflicht oder freiwillig).

          Menschen ab 55 haben nahezu keine Chance, aus der PKV zurückzukehren - sie müssen dazu in den Jahren ab dem 50 bis 55 Lebensjahr mindestens einen Tag lang gesetzlich versichert gewesen sein.

          Menschen unter 55 Jahren, die angestellt viel verdienen, haben nur die Chance zur GKV, indem sie ein Jahr lang weniger als die Beitragsbemessungsgrenze verdienen.

          Selbständige in der PKV haben nur die Chance auf GKV, indem sie einen neuen Hauptjob im Angestellenverhältnis annehmen, der unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt und die Hauptquelle sowohl des Einkommens, als auch der Arbeitszeit ist.

          Beide Gruppen können sich auch für ein Jahr arbeitslos melden. Das bedeutet für Arbeitnehmer den Verlust des Jobs und für Selbständige die komplette Aufgabe ihres Geschäftsbetriebs.

          Keine dieser Lösungen ist simpel durchführbar. Und es bedeutet immer den Verlust der schon teuer in der PKV bezahlten Altersrückstellungen.

          Gerade hierbei kann man als Versicherer sehr attraktiv aussehende Tarife schnitzen. Dies geschieht aber immer zu Lasten der abgedeckten Risiken.

          Sehe ich jetzt nicht so, meist wird ja eher anders herum argumentiert, aber auch das sehe ich nicht. OK, die Privaten bieten auch günstigere Tarife an, damit habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber wenn ich alles reinnehme, was angeboten wird, komme ich mit meinem 2 Kindern nur unwesentlich über den Betrag einer Gesetzlichen.

          Wie sieht denn deine Beitragsrechnung aus?

          Ich habe persönliche Erfahrungen mit einer privaten Versicherung. Der tatsächlich aufgetretene Gesundheitsfall war nicht mit versichert, ich zahlte also zusätzlich zu teuren Krankenversicherungsbeiträgen die medizinische Behandlung obendrein noch selbst. Und das zu einem Zeitpunkt, bei dem sich die Selbständigkeit gerade explosionsartig in Luft aufgelöst hat.

          Ist das eine Spezialität der Selbständigkeit?  Als Angestellter bekomme ich nach den ?40? Tagen Lohnfortzahlung Krankenhaustagegeld. Die Höhe legt man selbst fest, bis zur Höhe des Gehalts, geht das für Selbständige nicht?

          Krankenhaustagegeld gibts nur, wenn das im Tarif mit drin ist, und man den auch bezahlen will/kann. Und natürlich: Wenn man im Krankenhaus liegt. Das war nicht der Fall.

          Als Selbständiger hat man auch keine Lohnfortzahlung. Krankenhaustagegeld nach 40 Tagen Krankenhausaufenthalt bedeutet, dass es einen wirklich richtig massiv erwischt hat - wenn man nach 40 Tagen nicht wieder auf den Beinen ist, kann man sich seine selbständige Existenz vermutlich hinterher auch von der Intensivstation abholen.

          Auch mit nicht versicherten Gesundheitsfällen kann ich nichts negatives über die privaten KV berichten und auch ich habe da persönliche Erfahrungen sammeln müssen (aber ich habe auch für mich und meine Kinder alles reingenommen was angeboten wurde - damit war ich als Single wesentlich günstiger weggekommen, jetzt mit 2 Kindern nicht wesentlich teurer - will man mehr Kinder, kann es sein, dass man mit der Gesetzlichen besser fährt, das kahm für mich persöhnlich aber nie in Frage).
          Aber auch nichts positives(wobei ich ein Einbettzimmer schon vorziehen würde, wenn ich mal betroffen sein sollte, aber auch da bin ich mir nicht sicher, dass man dieses auf jeden Fall bekommen würde). Es ist m.M.n. eine rein wirtschaftliche Sache.

          Das heißt also, dass du bei zweifelsfrei besseren ärztlichen Leistungen im Bedarfsfall (den man sich nicht wünscht) derzeit einen Beitrag für eine private Krankenversicherung zahlst, der höher ist als dein entsprechender gesetzlicher Beitrag.

          Damit entfiele dein Argument, die private Versicherung sei günstiger. Sie KANN günstiger sein, wenn man einen Tarif nimmt, wo nicht alles drin ist. Dann sollte man aber keinen Partner und Kinder haben.

          Weiterhin wäre die Frage, wie teuer deine private Krankenversicherung sein wird, wenn du mit 65, 67 oder dem dann relevanten gesetzlichen Rentenalter wieder Single wärst (alternativ: Kinder aus dem Haus, der Partner noch nicht) und die private Krankenversicherung mit deiner Rente zu finanzieren hast. Wenn du zu der glücklichen Personengruppe gehörst, die ein Leben lang dauerhaft hohe Erträge aus selbständiger oder gut bezahlter Angestelltentätigkeit beziehen, wird es dir nicht schwerfallen, entsprechend in Rentenversicherungen eingezahlt oder sonstige Rücklagen gebildet zu haben. Dann macht eine private Krankenversicherung vermutlich keinen Unterschied.

          Wir diskutieren hier aber eher den Fall der deutlich unterfinanzierten, gefühlt zwangsweise angetretenen Selbständigkeit, mit wenig Aussicht auf enorme Einnahmen. Und in so einer Situation ist es höchst fraglich, ob sich bis zum Rentenalter so viele Rücklagen ansammeln, dass eine PKV finanzierbar ist.

           - Sven Rautenberg

          1. Hallo Sven,

            ich werfe hier mal (m)eine Zahl in den Raum: ich bin jetzt seit 27 Jahren privat versichert und in dieser Zeit hat sich der Beitrag etwa vervierfacht.

            Gruß, Jürgen

            1. Hallo,

              ich bin jetzt seit 27 Jahren privat versichert und in dieser Zeit hat sich der Beitrag etwa vervierfacht.

              ... inflationsbereinigt also etwa verdoppelt.

              Ciao,
               Martin

              --
              Die Zeit, die man zur Fertigstellung eines Projekts wirklich braucht, ist immer mindestens doppelt so lang wie geplant.
              Wurde dieser Umstand bei der Planung bereits berücksichtigt, gilt das Prinzip der Rekursion.
              Selfcode: fo:) ch:{ rl:| br:< n4:( ie:| mo:| va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:µ js:(

              1. Moin!

                Hallo,

                ich bin jetzt seit 27 Jahren privat versichert und in dieser Zeit hat sich der Beitrag etwa vervierfacht.

                ... inflationsbereinigt also etwa verdoppelt.

                Der GKV-Beitragssatz war vor 27 Jahren bei 11,8%, hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen (also 5,9%). Er ist heute bei 15,5%, mit 8,2% Arbeitnehmeranteil.

                Die GKV ist also heute bei 138% des Arbeitnehmeranteils, wie vor 27 Jahren, insgesamt bei 131%.
                Die Beitragsbemessungsgrenze war 1990 bei 4725 DM oder 2415 EUR. Heute ist sie bei 4050 EUR.

                Das kann man jetzt mal so auf sich wirken lassen.

                Die private Krankenversicherung ist vom Geldbetrag her absolut knapp vervierfacht, unabhängig vom Einkommen.

                Die gesetzliche Krankenversicherung hat sich für Arbeitnehmer, die schon damals über der heutigen Beitragsbemessungsgrenze verdienten, also immer "nur" den maximalen Beitrag zahlen, von 142 EUR auf 332 EUR erhöht - das ist das 2,3 fache. Derselbe Faktor gilt für diejenigen, die die gesamte Zeit lang immer gerade knapp über der Beitragsbemessungsgrenze verdient haben und freiwillig gesetzlich versichert blieben.

                Arbeitnehmer unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze haben sicherlich individuell unterschiedliche Einkommensentwicklungen erlebt - die statistischen Bruttoeinkommen sollen sich von 2040 EUR im Jahre 1990 hin zu 3989 EUR im Jahre 2012 entwickelt haben. Das würde beim Arbeitnehmeranteil eine Veränderung von 120 EUR hin zu 327 EUR bedeuten, immerhin ein Faktor von 2,7 über die Zeit.

                Die allgemeine Inflation hat sich von 1991 bis 2013 vom Preisindex 70,2 zu 105,7 entwickelt, das ist ein Faktor von 1,5.

                Ich möchte meinen, dass die Aussage "die gesetzliche Krankenversicherung ist über die Jahre weniger teuer geworden, als die private" gerechtfertigt ist. Es ist daher vermutlich korrekt extrapoliert, dass diese Aussage auch in der Zukunft gilt.

                Auffällig ist halt, dass zur gesetzlichen Krankenversicherung problemlos öffentlich Dokumente über den Beitragsverlauf recherchierbar sind, dies bei der privaten Krankenversicherung aber ausnahmslos nicht der Fall ist. Man gerät immer auf Vermittlungsseiten, die (so unterstelle ich) parteiisch das Thema kleinreden und beschönigen wollen und hierbei korrekte Fakten nicht brauchen können.

                 - Sven Rautenberg

                1. Hi,

                  Die private Krankenversicherung ist vom Geldbetrag her absolut knapp vervierfacht, unabhängig vom Einkommen.

                  DIESE private Krankenversicherung, die von JürgenB. Und selst damit, ist sie immer noch günstiger als wenn er sich in der GKV versichert hätte.

                  Ich möchte meinen, dass die Aussage "die gesetzliche Krankenversicherung ist über die Jahre weniger teuer geworden, als die private" gerechtfertigt ist. Es ist daher vermutlich korrekt extrapoliert, dass diese Aussage auch in der Zukunft gilt.

                  Das geht aber (meiner Meinung nach) nur bis zu dem Punkt, wo die private Krankenversicherung nicht mehr günstiger als die Gesetzliche ist. Und das eigentlich sogar noch gemittelt über die Jahre mit Kindern und Partner.

                  Ich will hier keine Lanze für die PKV brechen, aber so wie das hier dargestellt wird, müsste ich nach der Arbeit losziehen um Flaschen zu sammeln, damit ich wenigstens meine Krankenkasse bezahlen kann.

                  1. Hello,

                    Ich will hier keine Lanze für die PKV brechen, aber so wie das hier dargestellt wird, müsste ich nach der Arbeit losziehen um Flaschen zu sammeln, damit ich wenigstens meine Krankenkasse bezahlen kann.

                    Das kommt dann, wenn Du Rentner wirst...

                    Ich empfehle Dir, die Glasflaschen Anderen zu überlassen und nur die Kunstoffflaschen und Dosen mitzunehmen, die sind leichter und haben einen höheren Pfandwert :-P

                    Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

                    Tom vom Berg

                    --
                     ☻_
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                    Die ultimative Seite für Selbermacher

                  2. Hallo unknown,

                    ... aber so wie das hier dargestellt wird, ...

                    meine Erfahrungen:

                    • PKV sind für eine Person günstiger als GKV (bezogen auf den Höchstbetrag)
                    • PKV sind für 2+ Personen ungünstiger als GKV ( " )
                    • PKV sind im Alter deutlich teurer als in der Jugend
                        (Inzwischen müssen die PKV Altersrücklagen bilden, daher kann der
                         Anstieg jetzt geringer ausfallen)
                    • PKV zahlen (fast) alles
                    • für Beamte gibt es zur PKV keine echte Alternative

                    Gruß, Jürgen

                    1. Hi,

                      • PKV sind für 2+ Personen ungünstiger als GKV ( " )

                      PKV sind nach meiner Erfahrung für eine 4 Köpfige Familie gemittelt über die Jahre preislich mit der GKV vergleichbar
                      Das hängt natürlich im wesentlichen vom Verdienst des Partners ab.
                      Und vom Zeitpunkt der Partnerschafft, wer den Heiratsantrag schon vorbereitet hat, sollte sich das
                      mit der PKV nochmal überlegen (oder mit der Heirat).

                      • PKV sind im Alter deutlich teurer als in der Jugend
                          (Inzwischen müssen die PKV Altersrücklagen bilden, daher kann der
                           Anstieg jetzt geringer ausfallen)

                      Durch die Rücklagen hat man (auf jeden Fall in meiner, ich dachte aber generell) im Rentenalter überhaupt keinen Anstieg mehr. Im Gegenteil, irgendwann sinkt der sogar, das war aber so spät (?mit 85?), daß man das vernachlässigen kann.

            2. ich werfe hier mal (m)eine Zahl in den Raum: ich bin jetzt seit 27 Jahren privat versichert und in dieser Zeit hat sich der Beitrag etwa vervierfacht.

              Ích habe jetzt auch noch mal nachgerechnet, ich bin jetzt nach 16 Jahren bei 195.58%

          2. Hi,

            Nach meinem Kenntnisstand gibt es in der privaten Krankenversicherung keine Mitversicherung von Ehegatten oder Kindern. Zwei Personen kosten also grundsätzlich das Doppelte, sofern beide privat versicherbar sind. Ansonsten ist nur einer privat versichert, der andere gesetzlich (und die Kinder dann dort auch). Das bedeutet aber auch, dass die Betrachtung der Kosten sich nicht verbessert, denn auch in diesem Fall gibt es zwei Versicherungen und doppelte Kosten für zwei Personen.

            Ja, das muss man beachten und kann sich das vorher durchrechnen. Dazu muss man allerdings vorher wissen, wieviele Kinder man später mal haben möchte.

            Das Problem für den Single ist, dass ihm niemand kalkulieren kann, was die private Krankenversicherung über seine Lebensdauer hinweg kosten wird. Natürlich kommt er günstig weg, wenn er leicht oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient (egal ob selbständig oder angestellt), verglichen mit der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Frage ist ja nur: Wie entwickeln sich die Kosten über die Jahre?

            Das kann man bei der gesetzlichen Krankenversicherung doch auch nicht sagen. Und eine private würde sich ja selbst die Geschäftsgrundlage nehmen, wenn sie teurer als die gesetzlichen werden würde.

            Klar ist: Es wird nicht billiger. Aber wieviel teurer wirds? Und an welchen Faktoren hängt das? Das kann selbst die Versicherung mit allen heute vorliegenden Daten, Gesundheitsentwicklung, Sterbetabellen etc. nicht vorhersagen oder kalkulieren.

            Ja, aber teurer wirds auch für die gesetzlich Krankenversicherten werden.

            Mit anderen Worten: Die Entscheidung für die private Krankenversicherung ist ein unkalkulierbares finanzielles Wagnis. Denn die Tarife der privaten Krankenversicherung orientieren sich nicht nach der allgemeinen Gesundheitslage der Bevölkerung, sondern nur nach der Gesundheit aller Versicherungsnehmer, schlimmstenfalls nur derjenigen im gleichen Tarif.

            Gut, sorum betrachtet gibt es doch Unterschiede. Wie hoch man das bewertet muss jeder für sich entscheiden.

            Klar kann man in den Basistarif wechseln. Das bedeutet dann aber analog zur freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse Beiträge, die sich aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze errechnen. Für Fälle geringen Einkommens sind monatlich 627 Euro für den Basistarif kaum stemmbar, selbst der halbe Tarif für Bezieher von Hartz4 oder Sozialhilfe ist heftig viel.

            Du willst sagen, wenn dein oben genannter Fall eintritt, also aufgrund der Gesundheitslage aller Versicherten deiner PKV in deinem Tarif, steigen die Beiträge deines Tarifes ins Unermessliche, bleibt einem nichts anderes übrig als in den Basistarif zu wechseln? Und dieser Basistarif orientiert sich an der Beitragsbemessungsgrenze?
            Der Basistarif ist der Tarif, der den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse entspricht? Dann würde dieser ja aber schon mehr kosten als eine gesetzliche Krankenversicherung.
            Den Tarif, also den der den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse entspricht, würde man doch aber als Entscheidungsgrundlage nehmen, ob man sich gesetzlich oder privat versichert. Oder gibt es dann Tarife mit mehr Leistung die auch noch weniger Kosten? Und dieser Basistarif ist tatsächlich als Fallback für deinen o.g. Fall gedacht und deswegen teurer, weil dieser Fall doch nicht so unwahrscheinlich ist, wie ich ihn jetzt sehe.

            Wie teuer ist deinen Informationen zufolge der Tarif für Rentner sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung?

            Als gesetzlich Versicherter, dachte ich ändert sich nichts, er bezahlt seinen (halben) Beitrag wie bisher, nur nicht auf das Gehalt, sondern auf die Rente.
            Als privat Versicherter zahlt man seinen Beitrag wie bisher(dieser steigt dann auch nicht mehr), allerdings muss man den Arbeitgeberanteil jetzt selber zahlen. Dafür fiehl auch irgendwas weg, Krankenhaustagegeld und ???. Kompensiert den Arbeitgeberanteil aber natürlich nicht.

            Pflichtversicherte Rentner zahlen den üblichen Anteil von 15,5%, wie beim Arbeitsverhältnis übernimmt die Rentenkasse davon 7,3% für die gesetzliche Rente.

            Achso, war eine rhetorische Frage, ich lass meine Antwort mal trotzdem stehen.

            Bei Privatversicherung zahlt die gesetzliche Rentenkasse nur diesen gleichen Anteil von 7,3% als Zuschuss - alles, was aufgrund des Tarif darüber hinaus geht, ist aus eigener Tasche zu tragen. Und der Tarif ist einkommensunabhängig.

            Die Rentenkasse zahlt auch noch mal 7,3% der Rente? War mir nicht bewusst, aber ist ja noch besser als von mir gedacht.
            Dann kann man davon ausgehen, dass man im Rentenalter für die Kinder nichts mehr zahlt. Der Partner zahlt aber wieder seinen eigenen Beitrag.
            Damit zahlt man mehr, als in der Gesetzlichen, aber nicht in angstmachendem Maße.

            Du wirst als Rentner nur dann gesetzlich pflichtversichert, wenn du in der zweiten Hälfte deines Erwerbslebens mindestens 90% der Zeit gesetzlich versichert warst (egal ob pflicht oder freiwillig).

            Menschen ab 55 haben nahezu keine Chance, aus der PKV zurückzukehren - sie müssen dazu in den Jahren ab dem 50 bis 55 Lebensjahr mindestens einen Tag lang gesetzlich versichert gewesen sein.

            Menschen unter 55 Jahren, die angestellt viel verdienen, haben nur die Chance zur GKV, indem sie ein Jahr lang weniger als die Beitragsbemessungsgrenze verdienen.

            Also wird es ab 50 kritisch, rutscht man dann in die Arbeitslosigkeit, wird es teuer.

            Beide Gruppen können sich auch für ein Jahr arbeitslos melden. Das bedeutet für Arbeitnehmer den Verlust des Jobs und für Selbständige die komplette Aufgabe ihres Geschäftsbetriebs.

            Das setzt vorraus, man will unbedingt wieder in die GKV.
            Das einzig kritische ist meiner Meinung nach aber, man wird wirklich arbeitslos mit 50+

            Gerade hierbei kann man als Versicherer sehr attraktiv aussehende Tarife schnitzen. Dies geschieht aber immer zu Lasten der abgedeckten Risiken.

            Sehe ich jetzt nicht so, meist wird ja eher anders herum argumentiert, aber auch das sehe ich nicht. OK, die Privaten bieten auch günstigere Tarife an, damit habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber wenn ich alles reinnehme, was angeboten wird, komme ich mit meinem 2 Kindern nur unwesentlich über den Betrag einer Gesetzlichen.

            Wie sieht denn deine Beitragsrechnung aus?

            Was meinst du mit Beitragsrechnung? Ich rechne so:
            * ich spare 10 Jahre als Single in der PKV mehrere 100€ pro Monat.
            * zahle dann 25 Jahre mit 2 Kindern und Frau gute 100€ pro Monat mehr.
            * habe dann nochmal 5 Jahre wo ich mit Frau wieder wenige 100€ pro Monat spare.
            * dann bin ich 67 und zahle nochmal, na sagen wir mal 20 Jahre, gute 100€ pro Monat mehr.
            Schneide ich damit gut ab? Nicht wesentlich.
            Abgeschlossen hatte ich die PKV natürlich als Single, da sah es gut aus.
            Würde ich es wieder tun, wenn ich jetzt nochmal 25 wäre? Vermutlich nicht, aber ich sehe auch keine Veranlassung zu warnen, die PKV ruiniert einen.

            Das heißt also, dass du bei zweifelsfrei besseren ärztlichen Leistungen im Bedarfsfall (den man sich nicht wünscht) derzeit einen Beitrag für eine private Krankenversicherung zahlst, der höher ist als dein entsprechender gesetzlicher Beitrag.

            Ja, ich(als Familie) zahle derzeit einen höheren Beitrag als in der Gesetzlichen. Ob die "zweifelsfrei besseren ärztlichen Leistungen" nun wirklich soviel besser sind, sehe ich noch nicht. Das auch Hokuspokus bezahlt wird zähle ich nicht zu besseren ärztlichen Leistungen.

            Damit entfiele dein Argument, die private Versicherung sei günstiger. Sie KANN günstiger sein, wenn man einen Tarif nimmt, wo nicht alles drin ist. Dann sollte man aber keinen Partner und Kinder haben.

            Ich sage ja nicht, sie ist durchweg günstiger, sondern sehe nur keinen Grund Angst vor ins unermessliche steigende Beiträge zu machen oder vor nicht enthaltenen Leistungen. Sobald man Leistungen streichen lassen muss, um günstiger als in der GKV zu kommen, macht es überhaupt keinen Sinn mehr über eine PKV nachzudenken. Nur wenn man mindestens die gleichen Leistungen wie in der GKV wesentlich günstiger bekommt, muss man überhaupt erst darüber nachdenken. Will man genug Kinder für eine Fußballmanschaft kann man auch gleich wieder aufhöhren.

            Wir diskutieren hier aber eher den Fall der deutlich unterfinanzierten, gefühlt zwangsweise angetretenen Selbständigkeit, mit wenig Aussicht auf enorme Einnahmen. Und in so einer Situation ist es höchst fraglich, ob sich bis zum Rentenalter so viele Rücklagen ansammeln, dass eine PKV finanzierbar ist.

            Das muss man beachten, klar, aber ihr habt die PKV hier so dargestellt, als könnten die Beitrage jederzeit durch die Decke gehen und ab der Rente kommt erst der richtige "Horror".

            1. Hallo unknown,

              ... Und eine private würde sich ja selbst die Geschäftsgrundlage nehmen, wenn sie teurer als die gesetzlichen werden würde.

              das gilt nur für den Einsteigertarif. Da du nach einigen Jahren aus Altersgründen die PKV nicht mehr wechseln kannst, kann sie dann (fast) verlangen, was sie will.

              Gruß, Jürgen

              1. Hallo,

                ... Und eine private würde sich ja selbst die Geschäftsgrundlage nehmen, wenn sie teurer als die gesetzlichen werden würde.

                das gilt nur für den Einsteigertarif. Da du nach einigen Jahren aus Altersgründen die PKV nicht mehr wechseln kannst, kann sie dann (fast) verlangen, was sie will.

                Ja, theoretisch könnte sie das machen, müsste dann immer neue Einsteigertarife anbieten und wenn sich das dann rumgesprochen hat, würde keiner mehr eine PKV abschließen.

                1. Hello,

                  das gilt nur für den Einsteigertarif. Da du nach einigen Jahren aus Altersgründen die PKV nicht mehr wechseln kannst, kann sie dann (fast) verlangen, was sie will.

                  Ja, theoretisch könnte sie das machen, müsste dann immer neue Einsteigertarife anbieten und wenn sich das dann rumgesprochen hat, würde keiner mehr eine PKV abschließen.

                  Träum weiter.

                  Menschen sind sooo vergesslich.

                  Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

                  Tom vom Berg

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                2. Hallo unknown,

                  Hallo,

                  ... Und eine private würde sich ja selbst die Geschäftsgrundlage nehmen, wenn sie teurer als die gesetzlichen werden würde.

                  das gilt nur für den Einsteigertarif. Da du nach einigen Jahren aus Altersgründen die PKV nicht mehr wechseln kannst, kann sie dann (fast) verlangen, was sie will.

                  Ja, theoretisch könnte sie das machen, müsste dann immer neue Einsteigertarife anbieten und wenn sich das dann rumgesprochen hat, würde keiner mehr eine PKV abschließen.

                  Wie du an dieser Diskussion merkst, spricht sich das nicht rum. Ich kann hier auch nur aus meiner Erfahrung sprechen. Mein Versuch, die PKV zu wechseln ist daran gescheitert, dass die neue zwar einen günstigeren Tarif angeboten hat, aber wegen "Vorerkrankungen" einen Riskozuschlag da zugerechnet hat, womit der Tarif dann doch ungünstiger war.

                  Allerdings muss ich auch feststellen, dass die medizinische Versorgung für "uns Private" schon Spitze ist. Ich habe in letzter Zeit oft den Unterschied zwischen Gesetzlichen und Privaten feststellen können. Mein persönliches Fazit: PKV sind gut und teuer.

                  Gruß, Jürgen

                  1. Hallo,

                    Wie du an dieser Diskussion merkst, spricht sich das nicht rum. Ich kann hier auch nur aus meiner Erfahrung sprechen.

                    Also bezahlst du jetzt tatsächlich mehr mit deiner PKV als in der GKV?! Das kann ich von meiner nach 15 Jahren nicht sagen (wenn ich Kinder und Frau natürlich außen vor lasse).

                    Allerdings muss ich auch feststellen, dass die medizinische Versorgung für "uns Private" schon Spitze ist. Ich habe in letzter Zeit oft den Unterschied zwischen Gesetzlichen und Privaten feststellen können.

                    Das wird ja immer gerne behauptet, aber ich sehe nicht, daß ein gesetzlich Krankenversicherter schlechter behandelt wird(oder ich besser).
                    Im Krankenhaus schon gar nicht, da bekommt der privat Versicherte nicht die bessere Spritze.
                    Chefarztbehandlung ist gut und schön, aber wenn du ins Krankenhaus kommst, welchen Arzt willst du da wählen? Woher willst du wissen, wer da der beste ist?
                    Einbettzimmer(wenn eins frei ist), ja das hat was, aber das ist nichts medizinisch Bedeutendes.
                    Beim Arzt komme ich auch nicht vor allen anderen an die Reihe, wie das gerne behauptet wird, sonder Reihe mich wie alle anderen in die Schlange ein.
                    Dort bekommt man als privat Versicherter dann auch nicht das Wundermittel, höchstens versuchen sie dir ne Sauerstoffkur aufzuschwatzen oder irgendeinen anderen Hokuspokus.
                    Termine bei einem Facharzt bekommt man schneller, das ist wahr.

                    1. Also ich bin privat unversichert, wenn ich in Deutschland oder in der Schweiz zum Doc gehe, sei es Blutbild machen lassen, Sonographie, Medis verschreiben, Hautarzt, Urologe ... dann bezahle ich cash oder auf Rechnung. Deswegen komme ich auch nicht eher dran oder bekomme einen Termin beim Facharzt einfach so durch vorbeischauen. Da darf ich mich genauso zwischen die ganzen AOK Omas und nasehochziehenden Hartz4er einreihen und auch mal 'ne Stunde länger warten. Auf meinen Hautarzttermin musste ich 4 Monate warten, sprich 4 Monate vorher anfragen.

                      Was ich aber bemerkt habe, die Fachärzte/Quacksalber versuchen einem dann gern doch die Premium-Behandlung aufzuschwatzen - denn was tut man nicht alles für seine Gesundheit. :-)

                      Über die letzten 12 Monate habe ich dadurch etwa 750 Euro zusammen bezahlen müssen, Hautkrebsvorsorge, Szintigraphie, Sonographie, Blut und Autoimmun Sachen, Urologe hier, Augenarzt da ... krank war ich nie. Und PKV Beiträge musste ich auch nicht zahlen, wären für mich jetzt schon exorbitant teuer.

                      In der Schweiz vor Jahren ist mein Gesundheitsversicherungsbeitrag über 7 Jahre hinweg von 155 CHF auf 224 CHF gestiegen (ohne, dass sich irgendwas bei den Leistungen geändert oder gar verbessert hätte), bei 1500 CHF Selbstbeteiligung. Das Modell damals hatte sich für mich gerechnet, da ich selten über 700 Franken hinausgeritten bin bei den Ausgaben und die dann auch wieder steuerlich geltend machen konnte. Aber das ist Schweiz, da sind so viele Dinge besser :-)).

                      Merke: Der Sieger ist am Ende immer die Versicherung. Das ist deren Geschäftskonzept, seit je her.

                      Da bleib ich lieber xsund!.

                      Cheers, Frank

                      1. Hallo Frank,

                        Also ich bin privat unversichert,

                        und wie viele Jahresgehälter hast du als Rücklage?

                        Gruß, Jürgen

                        1. Sagen wir so, mehr als genügend. Wobei das Wort 'Jahresgehalt' ja auch noch sehr undefiniert ist. :-) Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich nicht (mehr) in Deutschland/Schweiz lebe, sondern dort nur zum Arzt gehe.

                          Ich wollte nur sagen, dass man auch als kompletter Selbstzahler nicht bevorzugt behandelt wird.

                    2. Hallo unknown,

                      Also bezahlst du jetzt tatsächlich mehr mit deiner PKV als in der GKV?! Das kann ich von meiner nach 15 Jahren nicht sagen (wenn ich Kinder und Frau natürlich außen vor lasse).

                      wenn ich nur meinen Tarif nehme, ist der günstiger als der AN-Anteil des Höchstbetrags der GKV. Als NRW-Beamter muss ich mich je nach Anzahl der berücksichtigten Kinder zu 30% oder 50%, meine Frau zu 30% und die Kinder zu 20% privat versichern, den Rest der Rechnungen zahlt der Arbeitgeber. Daher war für mich der Vergleichsbetrag immer der Höchstbetrag der GKV incl. AG-Anteil. Zu Spitzenzeiten bin ich da so gerade noch drunter geblieben.

                      Gruß, Jürgen

    2. Moin Moin!

      so es irgend geht, bleibe als freiwillig Versicherte bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

      In jungen Jahren und bei hohem Einkommen sind die kommerziellen Versicherer eine feine Sache, keine Frage, aber der Horror kommt für nicht Wenige in Form absurd hoher Beiträge im Rentenalter, für manche Selbständige auch schon früher, nämlich bei einer Firmenpleite und dann mit den ganz normalen Beiträgen und der fristlosen Kündigung bei Rückständen.

      Das kann ich nur dick, fett, rot, blinkend (;-) unterstreichen. Mein Vorgesetzter im Nachbarbüro hat sich in jungen Jahren für eine private KV entschieden, jetzt füllt er seinen Rentenantrag aus und schimpft seit Jahren über die private KV, die ihm langsam die Haare vom Kopf frißt. Ein Wunder, dass sie nicht noch seine Erstgeborene verlangen. Das kommt wahrscheinlich, sobald er in Rente ist.

      Vor meiner kurzen Selbständigkeit hab ich mein ganzes Zahlenmaterial mit einem sehr erfahrenen Steuerberater aus dem weiteren Bekanntenkreis durchrechnen und durchdiskutieren können, und mit das Erste, was er mir gesagt hat, war. "Lass die Finger von der privaten KV. Zahl lieber jetzt etwas mehr in die gesetzliche KV als 'freiwillig Versicherter' und hab dafür immer noch niedrige Beiträge, wenn Du alt, grau und krank bist."

      Alexander

      -- Today I will gladly share my knowledge and experience, for there are no sweeter words than "I told you so".
  3. Guten Abend,

    ich habe vorhin mit der AOK und der HUK telefoniert. Die AOK möchte pro Monat von mir 360,00 Euro :/ das kann ich mir niemals leisten bzw. jetzt zu beginn nicht, das sind 1/3 von dem was ich einnehme werden.

    Die HUK möchte von 122,00 Euro bei 1500,00 Euro Selbstbeteiligung.

    Keine Ahnung was ich machen soll. Die Selbstständigkeit ist meine einzige Chance die ich habe um nicht vom Amt leben zu müssen was ich auf keinen Fall möchte!

    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Hello,

      ich habe vorhin mit der AOK und der HUK telefoniert. Die AOK möchte pro Monat von mir 360,00 Euro :/ das kann ich mir niemals leisten bzw. jetzt zu beginn nicht, das sind 1/3 von dem was ich einnehme werden.

      Die HUK möchte von 122,00 Euro bei 1500,00 Euro Selbstbeteiligung.

      Keine Ahnung was ich machen soll. Die Selbstständigkeit ist meine einzige Chance die ich habe um nicht vom Amt leben zu müssen was ich auf keinen Fall möchte!

      Frag mal bei der Techniker-Krankenkasse und denke auch daran, nach dem Tarif für Selbstständige mit geringem Einkommen zu fragen. Der liegt so  bei ca. 155 Euro.

      Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

      Tom vom Berg

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    2. Moin!

      Guten Abend,

      ich habe vorhin mit der AOK und der HUK telefoniert. Die AOK möchte pro Monat von mir 360,00 Euro :/ das kann ich mir niemals leisten bzw. jetzt zu beginn nicht, das sind 1/3 von dem was ich einnehme werden.

      Die HUK möchte von 122,00 Euro bei 1500,00 Euro Selbstbeteiligung.

      Keine Ahnung was ich machen soll. Die Selbstständigkeit ist meine einzige Chance die ich habe um nicht vom Amt leben zu müssen was ich auf keinen Fall möchte!

      Lass es mich so klar formulieren: Deine Selbständigkeit ist zum Scheitern verurteilt. Das sage ich dir als gescheiterter Selbständiger.

      Selbst unter günstigsten Annahmen deiner bisherigen Schilderungen bist du schon jetzt zu billig. Ich rechne:

       Zwei Kunden á 600 EUR/Monat = 1200 EUR/Monat
       Jeweils 0,5 Tage Aufwand pro Woche pro Kunde = 1 Tag Aufwand pro Woche.
       (Sollte ich dich da falsch verstanden habe, und du machst ZWEI halbe Tage pro Kunde: Alle Verdienste durch zwei teilen!)
       4 Wochen pro Monat macht 4 Tage Arbeit im Monat
       4 Tage Arbeit verkaufen für 1200 EUR macht 300 Euro pro Tag.

       Tagessatz: 300 Euro.

      Ich gehe mal davon aus, dass du deinen Kunden bisher keine Rechnung mit Mehrwertsteuer ausstellst. Beim Wechsel in die Selbständigkeit wirst du das aber irgendwann müssen. Nehmen wir an, dass du den Vorteil des Umsatzsteuervorabzugs von Beginn an nutzen willst, um deine Anschaffungen gegenrechne zu können. Das bedeutet für deine Kunden, dass sie plötzlich 19% mehr auf der dann Brutto-Rechnung haben - du kostest dann also brutto plötzlich 357 Euro. Das macht dem Kunden dann nichts aus, wenn er Vorsteuer abziehen kann, denn er zahlt netto weiterhin nur 300 Euro. Wenn nicht, hast du ein Problem, denn du wirst teurer, ohne mehr dadurch zu verdienen.

      Willst du den Kunden nicht mit den Mehrausgaben belasten, hast du nur zwei Möglichkeiten: Entweder du rechnest die 300 Euro als Brutto, dann bleiben dir als Einnahme nur noch 252 Euro übrig - oder du bleibst steuerlich erstmal Kleingewerbetreibende, dann sind deine Rechnungen ohne Umsatzsteuer, dein Kunde kann davon keine Vorsteuer ziehen wie jetzt auch, und du kriegst den gesamten Betrag als Einnahme - kannst im Gegenzug aber auch keinerlei gewerbliche Ausgaben umsatzsteuerlich dagegen rechnen, d.h. alle deine Ausgaben sind im Vergleich 19% teurer, als bei der Umsatzsteuer abführenden Konkurrenz.

      Egal, ob Kleingewerbe oder Umsatzsteuer obendrauf: 300 Euro pro bezahltem Tag. 1200 Euro im Monat (bei 4 Tagen Arbeit, 18 bis 27 Tage unbezahlt). 14400 Euro brutto im Jahr.

      Das allererste, was du davon zu bezahlen hast, ist Einkommensteuer. Kostet dich 1240 Euro im Jahr. Außerdem die Nerven zur Erstellung der Einkommensteuererklärung (dazu bist du verpflichtet), inkl. der Verwaltung der zugehörigen Belege. Die zu zahlende Steuer darfst du übrigens erstmal geeignet auf einem Konto ansammeln, bis du einen Steuerbescheid für das erste Jahr bekommst. Mit dem Steuerbescheid kriegst du die Zahlungsaufforderung, die Steuern für den zurückliegenden Zeitraum praktisch sofort zu zahlen, und als Vorauszahlung für den nächsten Zeitraum dann regelmäßig auch recht viel Geld.

      Sofern du Umsatzsteuer ausweist, ist die Umsatzsteuer auch sehr zeitnah zu entrichten, da ist das Finanzamt aber fixer als bei der Einkommensteuer. Als Umsatzsteueranfänger darfst du dich zum Einarbeiten dann auch jeden Monat mit der Umsatzsteuervoranmeldung herumschlagen, inklusive deren elektronischer Übermittlung ans Finanzamt und der rechtzeitigen Überweisung des Geldbetrags.

      Danach kommt, wie du unschwer festgestellt hast, die Krankenversicherung. Bei monatlichen Ausgaben von 122 Euro PKV zahlst du im Jahr 1464 Euro. Wirst du krank, zahlst du die ersten 1500 Euro deiner Krankheitskosten auch selbst. Wenn du das ausreizt, zahlst du also zusätzlich noch die 1500 Euro im Jahr Selbstbeteiligung. Zusätzlich zahlst du auch alle Krankheitskosten, die in diesem Tarif nicht versichert sind (vermutlich zählen die auch nicht zur Selbstbeteiligung). Also best case 1464 Euro im Jahr, worst case 2964 Euro bei der privaten Krankenversicherung.

      Die gesetzliche Krankenversicherung kostet dich 4320 Euro im Jahr - allerdings ohne Selbstbeteiligung, und ohne gravierende Lücken beim Versicherungsschutz.

      Von deinen geringen jährlichen Einnahmen bleiben dir also:

          14400 EUR Umsatz
        -  1240 EUR Einkommensteuer
        -  1460 EUR Private Krankenversicherung
          11700 EUR Einnahmen

      Das ist der best case - bei Krankheit fehlen dir spontan bis zu weiteren 1500 Euro. Außerdem hast du bei Krankheit ganz schnell Einkommenseinbußen, weil du nicht arbeiten kannst.

      Abgesehen davon bist du mit diesem Plan absolut unzureichend abgesichert. Es fehlt dir MINDESTENS noch eine Haftpflichtversicherung (kostet keine 60 Euro im Jahr, also Peanuts), eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Rentenversicherung. Die letzteren beiden darfst du in ähnlicher Höhe kalkulieren, wie die private Krankenversicherung - je nach Absicherungsniveau.

      Es bleiben dir also Jahreseinnahmen deutlich unter 10000 Euro. Deutlich unter 833 Euro im Monat.

      Du wirst als erstes nach diesen Zwangsabgaben die Miete bezahlen wollen. Wenn das überraschend weniger als 400 Euro sind: Gratulation, du wohnst sehr günstig (Nebenkosten, Strom, Heizung, Wasser etc. müssen da aber schon mit rein). Blieben 433 Euro im Monat übrig zum Leben.

      Der Hartz4-Satz liegt bei 391 Euro, und hat nicht das unkalkulierbare Risiko der privaten Krankenversicherung. Man muss dafür aber auch nicht vier Tage im Monat arbeiten und sich die restliche Zeit mit Steuererklärungen und der Neukundengewinnung herumschlagen.

      Ich kann deine Aversion gegen "das Amt" verstehen. Ich stand selbst schon vor der Entscheidung, nach der Ablehnung des normalen Arbeitslosengeldes Hartz4 zu beantragen oder unbeeinträchtigt vom Amt meine Jobsuche zu starten und meine Ersparnisse aufzubrauchen. Ich hab mich für die Jobsuche entschieden und gelangte erst nach Monaten zu einem Job, den ich nicht bereut habe. Es hat aber Nerven gekostet.

      Wenn du dich also in die Selbständigkeit gezwungen fühlst, weil du keine Alternative siehst, ist das für mich noch ein viel deutlicheres Warnsignal dafür, dass du keinerlei wirtschaftlichen Plan aufgestellt hast, der dir die Bedingungen beschreibt, unter denen du überhaupt eine wirtschaftlich tragfähige Selbständigkeit starten kannst. Insbesondere hast du dich mit Sicherheit noch in keiner Weise über irgendwelche relevanten Fördergelder informiert, von wem auch immer die kommen könnten. Sofern tatsächlich die Situation gegeben wäre, dass deine Selbständigkeit grundsätzlich soviel abwerfen würde, wenn nur die erste Durststrecke überwunden wäre, wäre es natürlich fatal, wenn du uninformiert Geldquellen ungenutzt lässt bzw. deren Nutzung sogar unmöglich machst (manche Fördergelder lassen sich z.B. nur VOR dem Start beantragen, nicht mehr DANACH, oder auch nur bei der ersten Selbständigkeit, danach nie wieder).

      Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass diese Förderungen dir die Selbständigkeit retten. Ohne Wirtschaftsplan kriegst du von keinem Geld. Ohne Wirtschaftsplan siehst du nicht, was du in den Monaten verdienen musst, welche Ausgaben du mit Sicherheit haben wirst, was am Monatsende für dich privat übrigbleibt. Ohne Plan wirst du scheitern - und im Zweifel eine private Krankenversicherung und einen Haufen Schulden am Hals haben und aus der Situation nicht mehr rauskommen: Die gesetzliche Krankenversicherung nimmt dich nur, wenn du (bei Leistungsbezug) arbeitslos bist oder einen Job hast. Einen Job zu finden funktioniert schon jetzt für dich nicht, und "Geld vom Amt" lehnst du ab.

       - Sven Rautenberg

  4. hi Claudia,

    Schönen guten Tag,

    könnt ihr mir eine gute und vor allem günstige Krankenversicherung empfehlen? Ich mache ich mich zum 01.10.2014 Selbstständig.

    Liebe Grüße
    Claudia

    Für künstlerische Tätigkeiten gäbe(!) es auch die KSK. http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/faqfuerunternehmenundverwerter.php

    mfg

    tami

  5. Ich möchte hier keine Links posten.

    Ich empfehle aber jedem, die Suchmaschine seiner Wahl mit

    pkv altersarmut

    zu füttern.

    Vor 45 Jahren war das Preisleistungsverhältnis der Privaten Krankenversicherung noch erheblich besser. Ich bin froh heute, das ich vor 30 Jahren als Mitarbeiter zurück in die gesetzliche Krankenversicherung musste.

  6. Schönen guten Tag,

    ich hab es nicht gemacht, danke für eure Antworten!

    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Hello,

      ich hab es nicht gemacht, danke für eure Antworten!

      es ist überigens keine schlechte Idee, schon in die passende GKV zu wechseln, solange man noch nicht selbstständig ist. Man sollte sich aber vorher bestätigen lassen, dass sie einen im Falle des Wechsels in die Selbstständigkeit auch weiterversichern und zu welchem Kurs.

      Jetzt hast Du ja noch ein wenig Zeit, sodass Du das in Ruhe planen kannst.

      Und wenn Du ALG-I oder -II beziehst, dann kannst Du auch "dazuverdienen". Die Anmeldung eines Gewerbes solltest Du dann aber schriftlich mit der Behörde abklären vorher. Du musst dann aber leider ziemlich viel Papier liefern monatlich. Aber Du kannst trotzdem bereits ausprobieren, ob es klappen könnte und vorarbeiten.

      Den Kopf nun vollkommen in den Sand zu stecken, rate ich Dir nicht!

      Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

      Tom vom Berg

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