Gerhard1: Französisches Fernsehen über Internet

Hallo, wie kann ich dem Internet bzw. den franz. Sendern vorgaukeln, dass ich eine französische Internetadresse besitze? Der Tor versteckt zwar meine Adresse, aber ich kann ihm wohl keine vorgeben.

  1. Hallo Gerhard1,

    Du wirst wohl einen Proxy in Frankreich brauchen.

    Du könntest aber auch einfach die Rechte der Medienanbieter/Urheber respektieren.

    Wenn Medien nur in einem Land angeboten werden, liegt das an den fälligen Angaben für die Künstler. Biete ich ein Medium in Deutschland an, zahle ich als Distributor Gebühren für 83 Millionen potentielle Konsumenten, auch wenn sich nur 100 dafür interessieren.

    Die französischen Sender zahlen Lizenzen für 66 Millionen Franzosen. Nicht für eine unbekannte Zahl internationaler Trittbrettfahrer.

    Jedes "ja aber" bemäntelt lediglich den Umstand, dass da jemand Medien konsumieren will, ohne dem Künstler dafür Entgelt zu leisten.

    Rolf

    --
    sumpsi - posui - clusi
    1. Hi there,

      Die französischen Sender zahlen Lizenzen für 66 Millionen Franzosen. Nicht für eine unbekannte Zahl internationaler Trittbrettfahrer.

      Das ist der eigentliche Hintergrund, gleichwohl eine verfälschte Sicht auf die Dinge.

      Jedes "ja aber" bemäntelt lediglich den Umstand, dass da jemand Medien konsumieren will, ohne dem Künstler dafür Entgelt zu leisten.

      Dem Künstler kann das idR sowas von egal sein. Daß Dir das selbst (zumindest unter-) bewußt ist zeigst Du ja, indem Du etwas von weiter oben von Medienanbieter/Urhebern schreibst. Diese Personengruppe ist im 21. Jahrhundert mit den Künstlern mitnichten identisch. Es ist zudem zwar richtig, daß der Preis für die Lizenzen unter Annahme einer Zugangsbeschränkung ausgehandelt wird, allerdings entsteht den Medienanbietern keinerlei Nachteil, wenn diese auf irgendeine Art und Weise umgangen wird und den Künstlern schon gar nicht.

      Und, abgesehen davon, den Künstler mußt Du mir erst einmal zeigen, der ein Interesse daran hätte, nicht von möglichst vielen Zuschauern betrachtet und beachtet werden zu können.

      Ob jemand also irgendwelche Medieninhaberrechte "respektiert", wie Du schreibst, oder nicht, muß jeder selbst für sich entscheiden, aber hier mit dem Entgelt für die Künstler zu "argumentieren" ist scheinheiliges Schwingen einer Moralkeule...

      1. Hallo klawischnigg,

        ... allerdings entsteht den Medienanbietern keinerlei Nachteil, wenn diese auf irgendeine Art und Weise umgangen wird und den Künstlern schon gar nicht.

        Vielleicht bin ich ja einfach unwissend, was Abrechnungsmodalitäten bei Sendungen angeht. Der am französischen Inhalt interessierte Kunde könnte sich die DVD zur Sendung kaufen. Wohnte er in Frankreich, würde er der dortigen Senderfinanzierung unterworfen sein - wie auch immer die aussieht. Guckt er von Deutschland aus schwarz, tut er beides nicht.

        Was mir auf jeden Fall merkwürdig vorkommt, ist die Annahme, dass ein Unrecht keins mehr sei, wenn man nichts von einem Nachteil bemerkt. Da steckt ein prinzipieller Denkfehler drin.

        Beispiel: Wenn ich in der Straßenbahn ohne Ticket angetroffen werde und argumentiere, dass ich bei irgendeiner Form von erzwungenem Ticketkauf zu Fuß gegangen oder Rad gefahren wäre und darum dem Verkehrsunternehmen kein Schaden entsteht, entlockt das dem Kontrolleur auch nur ein müdes Lächeln.

        Rolf

        --
        sumpsi - posui - clusi
        1. n'Abend,

          Was mir auf jeden Fall merkwürdig vorkommt, ist die Annahme, dass ein Unrecht keins mehr sei, wenn man nichts von einem Nachteil bemerkt. Da steckt ein prinzipieller Denkfehler drin.

          ich denke, das st mal wieder so ein Fall, wo man zwischen Recht und Gerechtigkeit unterscheiden muss.

          Beispiel: Wenn ich in der Straßenbahn ohne Ticket angetroffen werde und argumentiere, dass ich bei irgendeiner Form von erzwungenem Ticketkauf zu Fuß gegangen oder Rad gefahren wäre und darum dem Verkehrsunternehmen kein Schaden entsteht, entlockt das dem Kontrolleur auch nur ein müdes Lächeln.

          Das mag sein; dasselbe gilt wohl, wenn ich argumentiere, dass ein Fahrgast mehr oder weniger (ich) für den Betreiber der Straßenbahn keinen Unterschied macht. Das ist zwar sachlich richtig, trotzdem wollen die von jedem einzelnen Fahrgast den Fahrpreis kassieren.

          Beschauliche Feiertage noch,
           Martin

          --
          Ich stamme aus Ironien, einem Land am sarkastischen Ozean.
        2. Lieber Rolf,

          Der am französischen Inhalt interessierte Kunde könnte sich die DVD zur Sendung kaufen.

          darauf, dass diese Möglichkeit grundsätzlich und immer existiert, würde ich mich nicht verlassen. Es gab schon viele Sendungen, die der deutsche Steuerzahler mit seinen GEZ-Gebühren finanziert hat, die er aber nach deren Depublikation aus den Mediatheken der Sender nicht mehr sehen konnte, die es aber nie als DVD (oder in anderen Medienformaten) legal zu kaufen gab.

          Mir ist diese Diskussion um Verwertungsrechte und Urheberrechte von zu viel Scheinheiligkeit und Unrecht geprägt.

          Liebe Grüße

          Felix Riesterer

        3. Hi there,

          Was mir auf jeden Fall merkwürdig vorkommt, ist die Annahme, dass ein Unrecht keins mehr sei, wenn man nichts von einem Nachteil bemerkt. Da steckt ein prinzipieller Denkfehler drin.

          Da haben wir mich mißverstanden. Ich wollte mich keineswegs als moralische Instanz gerieren, auch schrieb ich sinngemäß, es müsse jeder selbst mit sich ausmachen, ob das überhaupt ein Unrecht darstellte. Was ich in diesem Zusammenhang kritisiere ist das häufige Vorschieben vom verschwindenden Künstlerwohlstand, der immer wieder mit dem Verletzen von Medien- resp. Ausstrahlungsrechten in Verbindung gebracht wird. Dieses Junktim existiert nicht.

          Beispiel: Wenn ich in der Straßenbahn ohne Ticket angetroffen werde und argumentiere, dass ich bei irgendeiner Form von erzwungenem Ticketkauf zu Fuß gegangen oder Rad gefahren wäre und darum dem Verkehrsunternehmen kein Schaden entsteht, entlockt das dem Kontrolleur auch nur ein müdes Lächeln.

          Dazu kann ich nichts sagen, ich hab' schon lange keinen öffentlichen Verkehr mehr gehabt...

    2. Die französischen Sender zahlen Lizenzen für 66 Millionen Franzosen.

      Du ast gelesen die Name von die TO?

      1. Hallo,

        Die französischen Sender zahlen Lizenzen für 66 Millionen Franzosen.

        Du ast gelesen die Name von die TO?

        i-i, der at die ard im Namen...

        Gruß
        Kalk

  2. Der Tor versteckt zwar meine Adresse, aber ich kann ihm wohl keine vorgeben.

    Das geht wohl.

    1. Hi there,

      Der Tor versteckt zwar meine Adresse, aber ich kann ihm wohl keine vorgeben.

      Das geht wohl.

      leicht off topic - ich kenn' mich bei Tor nicht wirklich aus, aber ich vermeine gehört zu haben, daß Streaming über Tor nicht wirklich funktioniert, weil viel zu langsam. Oder hat sich das in den letzten Jahren dramatisch verbessert?

      1. leicht off topic

        Nein. Der TO hat Tor explizit erwähnt. Meine Antwort bezog sich nur darauf.

        aber ich vermeine gehört zu haben, daß Streaming über Tor nicht wirklich funktioniert, weil viel zu langsam

        Ja. Es gibt zufallsbedingt langsame und schnelle Verbindungen. Zudem ist es wahrscheinlich, dass die Aussender bekannte Tor-Exits blockieren, denn das ist relativ einfach.

        Freilich kann man das Problem wahrscheinlich schneller - aber nicht "günstiger" über einen VPN Dienst oder einen gemieteten virtuellen Server lösen (beim eigenen Server dann entweder ein VPN einrichten oder aber einen ssh-socket bauen und den als "Proxy" nutzen, einen echten Proxy zu installieren geht natürlich auch...). Allerdings ist auch hier relativ leicht feststellbar, dass der Zugriff aus einem Rechenzentrum kommt - nur eben nicht, wer da zugreift. Könnte ja auch die externe Firewall bzw. das VPN einer Organaisation (Firma, Behörde, Verein, …) sein.

        1. Hi there,

          leicht off topic

          Nein. Der TO hat Tor explizit erwähnt. Meine Antwort bezog sich nur darauf.

          Ja eh, ich meinte ja auch meine Replik und nicht Deine Antwort...;)

          1. ich meinte ja auch meine Replik

            Achso. Aber nein! So richtig offtopic war Deine Antwort, dass Verbindungen via Tor zu schleichsam fürs Streamen seien, auch nicht.

  3. Dieser Beitrag wurde gelöscht: Beitrag ist Spam.