Stefan Muenz: Das Internet Basis für Aufklärung? Oder Propaganda?

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Hallo Wolfgang,

Das Internet führt eben zu mehr Aufklärung.

Ich glaube, das ist immer noch der entscheidende Punkt. Die Leute koennen dort leichter an Information kommen. Beispiel Medizin: wer heute eine Krankheit hat, kann sich mit einem halben Tag Recherche mehr Wissen ueber diese Krankheit zusammenklicken, als sein Hausarzt je darueber wissen wird. Ein Hausarzt, der das weiss und selber diese Moeglichkeit der Recherche im Internet nutzt, kann offen mit seinen Patienten umgehen und freut sich vielleicht sogar, wenn da ein Patient mit einer URL daherkommt, wo von einem neuen Heilverfahren fuer die eigene Krankheit die Rede ist. Aber wenn es ein Arzt ist, der seine Reputation auf Herrschaftswissen baut, und der es nicht ertragen kann, wenn Patienten zu einchlaegigen Informationsquellen Zugang haben - dann haben wir eben die Situation, die mir auch in der grossen Politik und bei ranghohen Funktionaeren der Fall zu sein scheint: diese Leute haben alle Angst, dass ihr Herrschaftswissen untergraben wird, dass sich jeder wenn er will sehr eingehend ueber Hintergruende und Zusammenhaenge bei den Themen, die ihn interessieren, informieren kann, und dass auch mehr und mehr Menschen von dieser Moeglichkeit Gebrauch machen.

Und dann wird das Internet eben madig gemacht. Es sei schlecht, weil es dort Kriminalitaet und Rechtsradikalitaet gebe. Ja, bitte, die ganze Welt ist schlecht, weil es das dort auch gibt. Aber deshalb wird auch nicht reglementiert, wohin die Amsel heute morgen zu fliegen hat, oder wie blau der Himmel maximal sein darf. Wer keine Ahnung von einem Medium hat, soll die Finger davon lassen, und es ist die Aufgabe der (internationalen) Netzgemeinde, zu verhindern, dass solche Elefanten im Prozellanladen ihr Unwesen treiben. Sollen sie bei der Christiansen ihr Gesabber loslassen, die werten Volksvertreter und Verbandsvertreter, um zu uebertuenchen, dass sie nicht mal in der Lage sind, eine Maus so zu fuehren, dass sie damit die Schaltflaeche zum Schliessen eines Fensters treffen. Wer hoert da eigentlich noch zu? Wir?

viele Gruesse
  Stefan Muenz