Hi,
hier nun auch "mein Senf" zu der aktuellen "Cyberterrorismus"-Hysterie:
Obwohl der finanzielle Schaden, der durch "ILOVEYOU" verursacht wurde,
angeblich enorm ist, sind wir diesmal wohl noch mit einem "blauen Auge"
davongekommen. Bei einer entsprechenden Schadensroutine hätten durchaus
auch schlimmere Aktionen ausgelöst werden können. Das Löschen oder
Zunichtemachen von Daten auf der Festplatte des betroffenen PCs ist
dabei sicherlich noch der harmlosere Fall.
Bei dem ganzen Medienrummel, der derzeit um "ILOVEYOU" gemacht wird,
fällt mir auf, daß immer nur versucht wird, irgend einen "Schuldigen"
zu finden oder gegen die "Kriminalität im Netz" vorzugehen, aber nicht
gegen die - um es mal milde auszudrücken - Unerfahrenheit der Anwender.
"Cyberterrorismus muss bekämpft werden" heißt es z.B. auf den Seiten der
CSU (http://www.csu.de/aktuelles/csu_in_den_medien/linkpage7979.htm).
Technische Mittel gegen diese Art der Gefahr wird es aber auch in
Zukunft wohl kaum geben, und bis die Virenscanner eine neue Art erst
einmal kennen und die neuesten Updates der Virus-Definitionsdateien
überall verteilt und installiert sind, vergeht genug Zeit für ein Virus,
sich global zu verbreiten - wie es im aktuellen Fall ja geschehen ist.
Wäre es statt dessen nicht viel sinnvoller, Mitarbeiter an
Arbeitsplätzen mit E-Mail-Zugang über potentielle Gefahren aufzuklären
und ihnen ihre eigene Verantwortung im Umgang mit diesem Medium
klarzumachen? Bei Beachtung *einfachster* Verhaltensregeln, z.B. daß es
*grundsätzlich* keine besonders gute Idee ist, E-Mail-Anhänge unbedacht
zu öffnen, bei denen man sich nicht 100% sicher ist, daß sie keinen
Schaden anrichten können, wäre *nichts* passiert.
Statt aber allgemein auf solche Gefahren hinzuweisen, werden bei jedem
Auftauchen eines neuen Virus, Trojaners oder Wurms panikartig
massenweise Viruswarn-Kettenmalis durch die Gegend geschickt.
Unerfahrene Anwedner sind dann meist nicht in der Lage, Hoaxes von
echten Warnungen zu unterscheiden und leiten dann grundsätzlich alle
noch so abstrusen "Warnmails" weiter, wenn sie auch nur das Wort
"Viruswarnung" in Verbindung mit dem Namen irgend einer bekannten
Herstellerfirma (IBM, Microsoft oder Siemens) enthalten, wodurch die
Unwissenheit und die Hysterie nur noch gesteigert werden...
Soweit mein "Senf" dazu.
Gruß,
Stefan