Bertold Bernreuter: Nach dem Zeilenumbruch ist der Text ...?

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Hallo!

Tja, so ist das halt mit der deutschen Sprache! :-)

Es gibt sogar eine Regel dafür.

Bäume werden umgebrochen, Texte werden umbrochen.

Es macht ja auch einen deutlichen Unterschied, ob ich ein Hindernis auf der Straße einfach umfahre, oder ob ich es, wie es sich gehört, umfahre. :-P

Und nun noch schnell die Erklärung zum scheinbar seltsamen Befund:
(Grammatikhasser bitte Ohren zuhalten!)

"úmfahren" in der Bedeutung von "beim Fahren umwerfen" ist ein sog. trennbares Verb ("ich fahre etwas um"). Deswegen wird im Partizip Perfekt das "ge" zwischen Partikel und Verb gesetzt: "úmgefahren"
(jeweils anfangsbetont)

"umfáhren" in der Bedeutung von "um etwas herumfahren" ist kein trennbares Verb ("ich umfáhre etwas") und nicht anfangsbetont. Deswegen wird das Partizip Perfekt ohne "ge" gebildet: "umfáhren"

Genauso verhält es sich mit "úmbrechen" (transitiv: umgraben, intransitiv: umstürzen) und "umbréchen" (Text formatieren). Daher also wiederum "umgebrochen" versus "umbrochen":
"der Baum ist umgebrochen" versus "der Text wird umbrochen".

Bevor jemand umbricht, breche ich hier ab ...

Prächtige Grüße
Bertold Bernreuter