Stonie: Hoppala - was macht Kazaa denn da?

Hallo zusammen,

seht mal, was mein lieber Mann soeben bei ZD-Net fand:

http://zdnet.com.com/2100-1105-873416.html

Da gibt es also diese Firma namens Brilliant Digital Entertainment in Kalifornien. Die Leute stellen digitale Anzeigentechnologie her - auf gut Deutsch: Systeme zum Vertrieb von online-Werbung.

Eine Geschäftspartnerin von Brilliant Digital hat offensichtlich Kazaa gekauft und so ermöglicht, dass die Anzeigendistributoren der Kazaa-Software ein bisschen Code hinzufügen. Damit können sie, wenn alles so läuft, wie sie es sich vorstellen, jeden Computer nutzen, der die Kazaa-Software installiert hat, um dort ihre Anzeigen zu bunkern und über diese Computer zu vertreiben. Wenn jetzt ein Kazaa-Nutzer kommt und sagt, er habe nichts davon gewusst und er sei dagegen, dass er und sein Computer für solche Zwecke genutzt werden, dann muss der Mensch sich entgegenhalten lassen, dass er dem zugestimmt hat, als er das "ja-Häckchen" bei den Nutzungsbedingungen gesetzt hat. Da steht's nämlich drin (Zitat aus dem Artikel von ZD-Net mit Übersetzung):

"You hereby grant (Brilliant) the right to access and use the unused computing power and storage space on your computer/s and/or Internet access or bandwidth for the aggregation of content and use in distributed computing," [...] "The user acknowledges and authorizes this use without the right of compensation."

"Hiermit geben Sie (Brilliant) das recht, die ungenutzte Rechenleistung und Speicherplatz auf Ihrem/Ihren Computer/n und/oder Internetzugang oder Bandbreite für das Hinzufügen von Inhalten und Benutzung in verteilter Rechenarbeit," [...] "Der Benutzer bestätigt und erlaubt diese Benutzung ohne das Recht auf Kompensation."

In ca. vier Wochen ist es so weit - dann plant Brilliant, dieses inzwischen gigantische eigene Netzwerk, das unabhängig von Kazaa läuft, zu starten. Vielleicht ist es doch nicht so 'ne gute Idee, solche Gratisdienste zu nutzen...

File Griese,

Stonie

  1. Moin,

    "You hereby grant (Brilliant) the right to access and use the unused computing power and storage space on your computer/s and/or Internet access or bandwidth for the aggregation of content and use in distributed computing," [...] "The user acknowledges and authorizes this use without the right of compensation."

    Hmm, der Absatz war mir bei der ersten Installation auch schon aufgefallen. Hab dann aber einfach mal auf Ja gedrückt.

    Als ich KaZaA eben ausprobieren wollte, hat es festgestellt dass AdAware (sehr nützliches Programm) den Ad-Client deinstalliert hatte und wollte nicht mehr laufen. Also war eine Neuinstallation angesagt.

    Naja, die "Termz of Use" (kein Vertipper, das steht da wirklich drüber) enthalten doch einige lustige Stellen:

    "You agree not to use the Software to:
    [...]
    2.7 Transmit any data that contains software viruses" (hmm, das muss das sein was auf der Download-Seite als "great new features" angepriesen wurde, quasi eine Art Virenschutz ;)
    "2.9 Interfere with or disrupt the Software or [...] networks connected to the Software" (Weia, ich darf KaZaA also weder beenden noch meine Internetverbindung trennen? Naja, macht Sinn wenn die mich als Werbebannerserver haben wollen)

    "6.1 Certain features of the KaZaA Media Desktop may require payment in the future" (Nachtigall, ick hör' dir trapsen)

    Die von dir zitierten Nutzungsbedingungen für den BDE Player hängen übrigens unter den KaZaA-Nutzungsbedingungen an. Man könnte sie fast übersehen, wenn man glaubt dass nach dem KaZaA-Text nichts mehr kommt.

    Schade dass der erste Programmstart schief ging, die Fehlermeldung war aber cool "pure virtual function call".

    Weiss jemand was genaueres darüber was die Werbeleute machen wollen? Laut meiner Personal Firewall wollte KaZaA zu verschiedenen Rechnern auf Port 80, 1214 und einmal auf 1309 (oder so ähnlich) connecten. Port 1214 ist für das FastTrack-Protokoll notwendig, da hab ich einfach mal die Verbindung durchgelassen. Reicht das schon um die BDE-Nutzung meines Rechners zu verbieten?

    --
    Henryk Plötz
    Grüße von der Ostsee

  2. Hi Stonie,

    sorry, nur kurz :

    Vielleicht ist es doch nicht so 'ne gute Idee, solche Gratisdienste zu nutzen...

    Vielleicht. Schau mal, was KaZaA sonst noch drauf hat : http://bse.dnsalias.org/ed2k/kazaa

    Gruß,
    _Dirk

    1. Moin,

      Vielleicht. Schau mal, was KaZaA sonst noch drauf hat : http://bse.dnsalias.org/ed2k/kazaa

      Hmm, kannt du mir das erklären? Ich weiss nicht was daran jetzt für oder gegen KaZaA spricht?
      FastTrack benutzt neben seinem proprietären Protokoll zum Verwalten der Indexlisten und Suchanfragen simples HTTP zum Downloaden der eigentlichen Inhalte. Wenn eine Node also eine Antwort auf eine Suchanfrage gekriegt hat, dann macht sie eine Verbindung zu dem in der Antwort genannten Host auf Port 1214 auf und sendet den GET-Request. _Genau_ das selbe macht dein Webbrowser auch wenn du in Google auf einen Link klickst (naja der Port ist dann 80 statt 1214) und ich habe noch nie eine "Why Webbrowser Sucks"-Seite gesehen.

      --
      Henryk Plötz
      Grüße von der Ostsee

      1. Moin,

        Vielleicht. Schau mal, was KaZaA sonst noch drauf hat : http://bse.dnsalias.org/ed2k/kazaa

        Hmm, kannt du mir das erklären? Ich weiss nicht was daran jetzt für oder gegen KaZaA spricht?
        FastTrack benutzt neben seinem proprietären Protokoll zum Verwalten der Indexlisten und Suchanfragen simples HTTP zum Downloaden der eigentlichen Inhalte. Wenn eine Node also eine Antwort auf eine Suchanfrage gekriegt hat, dann macht sie eine Verbindung zu dem in der Antwort genannten Host auf Port 1214 auf und sendet den GET-Request. _Genau_ das selbe macht dein Webbrowser auch wenn du in Google auf einen Link klickst (naja der Port ist dann 80 statt 1214) [...]

        Das heißt also, ich könnte mit ein paar gefälschten Headern mit meinem Browser auf das KaaZaa-Netzwerk zugreifen, wenn ich nur weiß, wie die Datei heißt und wer sie hat ... hehe (tiptip :-)
        Wie praktisch (*lechz*) ...

        Ciao,

        Harry

        1. Moin,

          Das heißt also, ich könnte mit ein paar gefälschten Headern mit meinem Browser auf das KaaZaa-Netzwerk zugreifen, wenn ich nur weiß, wie die Datei heißt und wer sie hat ... hehe (tiptip :-)
          Wie praktisch (*lechz*) ...

          Google mal nach ShadowFT, das ist genau das was du beschreibst (und funktioniert afaik nicht mehr).

          --
          Henryk Plötz
          Grüße von der Ostsee

      2. Hi Henryk,

        Hmm, kannt du mir das erklären? Ich weiss nicht was daran jetzt für oder gegen KaZaA spricht?

        Hab's beim Rumsurfen gefunden und fand, daß es eindeutig _dagegen_ spricht. Schließlich ist da z.B. ein kleiner Unterschied, ob Dein Browser die Worte "Herr der Ringe" loggt, oder aber ob es KaZaA tut ;-)

        Gruß,
        _Dirk

        1. Moin,

          Hab's beim Rumsurfen gefunden und fand, daß es eindeutig _dagegen_ spricht. Schließlich ist da z.B. ein kleiner Unterschied, ob Dein Browser die Worte "Herr der Ringe" loggt, oder aber ob es KaZaA tut ;-)

          Ich bin mir noch immer nicht sicher dass ich das verstehe. Die Seite bezieht sich (soweit ich sehe) darauf dass bei ihm unverhofft HTTP-Requests auf Port 1214 auftauchen, obwohl er keinen KaZaA-Client betreibt. Das bedeutet aber dass er eine dynamische IP-Addresse hat und derjenige der die Addresse vor ihm hatte, eine KaZaA-Node war, und dass noch veraltete Indexeinträge im FastTrack-Netz waren oder dass ein User sich nach Empfang der Ergebnisse viel Zeit bis zum Starten des Downloads gelassen hat.
          Das macht also alle Befürchtungen des Begleittext zunichte:
          1. Irgendein Logging-Service wird nicht zufällig auf einer IP landen die zuvor einem KaZaA-User gehörte, und selbst wenn, werden die Verbindungsversuche sehr schnell aufhören. Da wäre es viel bequemer und sicherer einen modifizierten KaZaA-Client zu verwenden der angibt eine Menge Files zu haben und dann Download-Versuche zu loggen. _Das_ geht aber in jedem P2P-Netzwerk und ist nicht FastTrack-spezifisch.
          2. Speziell T-Online hat daran kein Interesse so etwas mit netcat aufzubauen, da bei ihnen eh alle Pakete zu ihren Kunden vorbeikommen. Merke: Deinem Internetprovider nicht zu trauen ist immer blöd. Genau dieses Loggen geht dann auch in jedem anderen P2P-Netzwerk, es sei denn das Netzwerk schafft es die richtigen Dateien ohne eine Anforderung zu übermitteln und das möchte ich doch mal sehen (IP Transport over Avian Carriers? ;). Der einzige sichere Weg dagegen wäre starke Verschlüsselung und eine Public Key Infrastructure, und das hat kein P2P-Netzwerk, oder der Freenet-Ansatz.

          --
          Henryk Plötz
          Grüße von der Ostsee

          1. Hi,

            ... (...) ... [...].

            ...und da verließen sie ihn. Tut mir leid, aber ehrlich, ich versteh kein Wort von dem, was Du da geschrieben hast :-)

            Alles, was ich als Laie von der Page, die ich genannt hatte, aufgeschnappt habe, war, daß KaZaA ganz nüchtern alles loggt, was man als User downloaded. Und zwar so loggt, daß es scheinbar jeder sehen kann. Und das geht mir gegen den Strich.

            Aber ich glaub Dir auch gerne, wenn das Unsinn ist, was da auf der Page steht. Hab's halt nur mal so in die Runde geworden, weil ich jüst in dem Moment drauf stieß, als Stonie von KaZaA geschrieben hat.

            Gruß,
            _Dirk

  3. hi

    In ca. vier Wochen ist es so weit - dann plant Brilliant, dieses inzwischen gigantische eigene Netzwerk, das unabhängig von Kazaa läuft, zu starten. Vielleicht ist es doch nicht so 'ne gute Idee, solche Gratisdienste zu nutzen...

    vielleicht sollte man doch die Finger mehr oder weniger komplett von derartigen Diensten lassen. Es gilt ja eh immer schon als rechtlich problematisch mit diesen Diensten und jetzt werden die PCs der User für alles mögliche und unmögliche genutzt.

    <troll>
    ..wobei - ist da für Windows-User irgendwas großartig neu dran?
    Ob all der Löcher kann den PC ja eh jeder als Fileserver nutzen
    </troll>

    gruss Kai

    1. Moin!

      vielleicht sollte man doch die Finger mehr oder weniger komplett von derartigen Diensten lassen. Es gilt ja eh immer schon als rechtlich problematisch mit diesen Diensten und jetzt werden die PCs der User für alles mögliche und unmögliche genutzt.

      Naja... Das ist vielleicht nicht sooooo das Argument gegen die Benutzung. Vielleicht sollte man die Finger vom Internet lassen. Da wird auch so viel illegales getrieben... ;-)

      Ciao!
      Sebastian

  4. Hoi,

    Eine Geschäftspartnerin von Brilliant Digital hat offensichtlich Kazaa
    gekauft und so ermöglicht, dass die Anzeigendistributoren der Kazaa-Software
    ein bisschen Code hinzufügen. Damit können sie, wenn alles so läuft, wie sie
    es sich vorstellen, jeden Computer nutzen, der die Kazaa-Software
    installiert hat, um dort ihre Anzeigen zu bunkern und über diese Computer zu
    vertreiben. Wenn jetzt ein Kazaa-Nutzer kommt und sagt, er habe nichts
    davon gewusst und er sei dagegen, dass er und sein Computer für solche
    Zwecke genutzt werden, dann muss der Mensch sich entgegenhalten lassen,
    dass er dem zugestimmt hat, als er das "ja-Häckchen" bei den
    Nutzungsbedingungen gesetzt hat. Da steht's nämlich drin (Zitat aus dem
    Artikel von ZD-Net mit Übersetzung):

    "You hereby grant (Brilliant) the right to access and use the unused
    computing power and storage space on your computer/s and/or Internet access
    or bandwidth for the aggregation of content and use in distributed
    computing," [...] "The user acknowledges and authorizes this use without
    the right of compensation."

    Wie gut, dass so etwas in DE nicht rechtsverbindlich ist ;-)

    Gruesse aus dem schoenen LH,
     c.j.k

  5. hi!

    http://zdnet.com.com/2100-1105-873416.html

    Der heise-Artikel dazu:
      http://www.heise.de/newsticker/data/cgl-04.04.02-000/

    Darin wird auch erklärt, wie man den BDE-Client deinstallieren kann.
    Keine Ahnung, ob danach der Kazaa-Client noch funktioniert. Man könnte
    aber ja stattdessen Kazaa Lite verwenden:
      http://www.kazaalite.tk/

    bye, Frank!