Sven Rautenberg: Arbeitsspeicher, Sektoren, Spuren und Datenverschlüsselung

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Moin!

und was versteht man darunter im Zusammenhang unter einem Schlüssel

Der Schlüssel ist das variable Element der Verschlüsselung. Nehmen wir ein populäres Beispiel: Der Satz "guten Tag" wird mit dem Schlüssel "hallo" verschlüsselt; der Algorithmus ist eine simple Alphabetverschiebung, wie sie schon Cäsar genutzt hatte. Der erste Buchstabe des Satzes wird mit dem ersten Buchstaben des Schlüssels verschoben (g+h=o - g ist der 7. Buchstabe des Alphabets, h der 8., 7+8=15, der 15. Buchstabe ist o), der zweite des Satzes mit dem zweiten des Wortes (u+a=v), usw. bis zum je fünften Buchstaben; der sechste Buchstabe des Satzes wird dann wieder mit dem ersten Buchstaben des Schlüssels verschlüsselt. Das Ergebnis "ovfqc Bbs" lässt sich nur wieder entschlüsseln, wenn man Kenntnis über den Schlüssel hat.

Naja, so ganz stimmt das nicht. Bei dieser wirklich dummen Verschlüsselung kann man auch mit ein wenig Kryptoanalyse drauf kommen, wie der Schlüssel und deswegen auch der verschlüsselte Satz lauten. Denn dummerweise tauchen gewisse Buchstaben in der Sprache häufiger auf als andere, und dieses Muster kann man als Ansatzpunkt sehr gut benutzen.

Deswegen: Sicher sind die Verschlüsselungsmechanismen, welche von anerkannten Cryptographen als sicher bezeichnet werden (jedenfalls bis zum Beweis des Gegenteils). Vollkommen unsicher sind mit Sicherheit ;) selbst ausgedachte Mechanismen. Dass Cäsar mit seiner Verschlüsselung Erfolg hatte, lag an der begrenzten Rechenkapazität der damaligen Zeit. Die deutsche Wehrmacht hatte mit ihrer Enigma-Maschine schon weniger Glück - das haben die Polen (und später auch die Engländer) schon recht bald geknackt und konnten praktisch alle Funksprüche mitlesen.

- Sven Rautenberg

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