xwolf: Peinlich peinlich - Namenssuche von Phoenix

Hi,

wenn das nicht peinlich/doof ist:
Um markenrechtlichen Problemen zu entgehen, wird ein Alternativname zu Phoenix gesucht.
Man sucht wohl einige Zeit lang...um dann einen Namen zu finden,
der nicht nur auch viel schwerwiegendere markenrechtliche Probleme (das interessiert ja nur Lawlurker)
aufwirft, sondern auch bereits der Namen eines anderen grossen OpenSource-Projekts ist  (was bedeutender ist) . :)=
Siehe z.B.
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-15.04.03-001/
http://www.intern.de/news/4235.html

Also wirklich, das erste was jemand tun sollte, der einen neuen Namen für ein Produkt sucht, ist, im Internet schauen, was damit noch verbunden ist.
Der erste Treffer bei Google hätte den Phoenix-Leuten doch genug sagen muessen.... aber vielleicht haben die sich ja gedacht, es wäre nur irgend so ein 1-Mann-Sourceforge-Projekt...

Nun ja... ein 1-Mann-Projekt mit eigener Konferenz demnächst: http://www.firebird-conference.com/

Cioa,
  Wolfgang

  1. Hi Wolfgang,

    Um markenrechtlichen Problemen zu entgehen, wird ein Alternativname zu Phoenix gesucht.

    warum Phoenix, Firebird, sonstwas, wo doch Mozilla bereits eine "eingeführte Marke" ist? Es ist schon schwer genug, die breite Masse von schlechter Software zu befreien. Eine gute Alternative umzubenennen, halte ich da für äußerst kontraproduktiv. "Mozilla Browser", "Mozilla Mail" usw. würden mir noch einleuchten, eventuell sogar "Gecko". Aber "Firebird"? Das klingt wie ein peinlicher Aufguss der 80er. Gibt es einen Grund für die Umbenennung?

    Grüße,
     Roland

    1. Hi Orlando,

      warum Phoenix, Firebird, sonstwas, wo doch Mozilla bereits eine "eingeführte Marke" ist?

      soweit ich das verstanden habe, ist "Phoenix" ein ganz anderer Ansatz, um den Gecko herum einen Browser zu bauen als derjenige, den "Mozilla" bisher verwendet.

      Es ist schon schwer genug, die breite Masse von schlechter Software zu befreien.
      Eine gute Alternative umzubenennen, halte ich da für äußerst kontraproduktiv.
      "Mozilla Browser", "Mozilla Mail" usw. würden mir noch einleuchten, eventuell sogar "Gecko".

      "Gecko" ist bereits als Produktname vergeben - das ist eine andere Abstraktionsebene (und deren Name für ganz verschiedene Produkte zu verwenden würde die Sache auch wieder unübersichtlicher machen). "Gecko" wird insbesondere von Fremdfirmen in deren Produkte eingebaut ...

      Gibt es einen Grund für die Umbenennung?

      Ich habe vor ein paar Tagen mal die neue
          http://www.mozilla.org/roadmap.html
      gelesen, welche die Planungen bis etwa Version 1.6 beschreibt.

      Soweit ich das verstanden habe, bedeutet dies, daß Phoenix statt (!) Mozilla der Haupt-Gecko-Browser werden soll (weil das Konzept besser ist).
      Um dies zu tun, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man benennt "Phoenix" nach "Mozilla" um (und schafft damit wieder Chaos, weil es bisher eben beide gibt) oder man verwendet "Phoenix" als einen von vielen Produktnamen, wie "Gecko" oder "Bugzilla" oder was auch immer, und "Mozilla" nur noch als das "Sammelbecken" aller Projekte der Gruppe (und so habe ich die Roadmap in etwa verstanden).

      Und wenn das stimmen würde, dann wäre es für die Mozilla-Leute natürlich um so wichtiger, mit ihrem (dann) neuen Flaggschiff nicht in juristisch unsicheren Gewässern zu segeln ...

      Viele Grüße
            Michael

      --
      T'Pol: I apologize if I acted inappropriately.
      V'Lar: Not at all. In fact, your bluntness made me reconsider some of my positions. Much as it has now.
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      1. Hi Michael,

        soweit ich das verstanden habe, ist "Phoenix" ein ganz anderer Ansatz, um den Gecko herum einen Browser zu bauen als derjenige, den "Mozilla" bisher verwendet.

        ich habe in Erinnerung, dass die Anwendungen getrennt werden sollen. Das ist an sich sehr sinnvoll, mir wäre es auch lieber, Opera hätte keinen Mail-Client und Newsreader eingebaut. Dann ginge er sicher noch auf eine einzelne Diskette...

        "Gecko" ist bereits als Produktname vergeben - das ist eine andere Abstraktionsebene (und deren Name für ganz verschiedene Produkte zu verwenden würde die Sache auch wieder unübersichtlicher machen). "Gecko" wird insbesondere von Fremdfirmen in deren Produkte eingebaut ...

        Gecko ist doch die Rendering-Engine, oder? Das ist ja wohl das Herzstück von Moz..., ich meine Fire..., nein Geck..., also ich halte das für keine gute Idee ;-)

        Soweit ich das verstanden habe, bedeutet dies, daß Phoenix statt (!) Mozilla der Haupt-Gecko-Browser werden soll (weil das Konzept besser ist).

        Das weiß man erst, nachdem man 1.3 fertiggestellt hat und an 1.4 arbeitet?

        [...] und "Mozilla" nur noch als das "Sammelbecken" aller Projekte der Gruppe (und so habe ich die Roadmap in etwa verstanden).

        Ich versteh's trotzdem nicht. Gibt es einen sinnvollen Grund, den Browser anders zu nennen? Ist doch egal, welche Codefragmente in ihm stecken.

        Und wenn das stimmen würde, dann wäre es für die Mozilla-Leute natürlich um so wichtiger, mit ihrem (dann) neuen Flaggschiff nicht in juristisch unsicheren Gewässern zu segeln ...

        Ist "Mozilla" nicht eigenständig genug? Mein WinCommander wird für mich auch immer so heißen...

        Grüße,
         Roland

        --
        http://www.fu2k.org/alex/css/layouts/3Col_OrderedAbsolute.mhtml
        http://aktuell.de.selfhtml.org/tippstricks/beitrag.htm
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        1. Hi Orlando,

          Soweit ich das verstanden habe, bedeutet dies, daß Phoenix statt (!) Mozilla der Haupt-Gecko-Browser werden soll (weil das Konzept besser ist).
          Das weiß man erst, nachdem man 1.3 fertiggestellt hat und an 1.4 arbeitet?

          ich finde es überhaupt schon spektakulär, daß die Mozilla-Leute ein eigenes Projekt aufgeben (oder zumindest zurückfahren), weil ein anderes besser ist.

          [...] und "Mozilla" nur noch als das "Sammelbecken" aller Projekte der Gruppe (und so habe ich die Roadmap in etwa verstanden).
          Ich versteh's trotzdem nicht. Gibt es einen sinnvollen Grund, den Browser anders zu nennen? Ist doch egal, welche Codefragmente in ihm stecken.

          Gerade _weil_ "Mozilla" der Name für einen Haufen Zeug ist, möchte _ich_ nicht so gerne haben, daß der Browser auch "Mozilla" heißt. Stell Dir mal vor, der Internet Explorer hieße "der Windows" ... ;-) Und auch die Firma Netscape hatte früher mal ganz schön viele verschiedene Produkte (u. a. einen Webserver und einen Proxy-Server).

          Ist "Mozilla" nicht eigenständig genug?

          Offenbar nicht - so habe ich die Roadmap-Anmerkungen zu "Mozilla-the-platform" und "Mozilla-the-application-suite" jedenfalls verstanden. Es sieht so aus, als solle künftig nur noch die "platform" mit "Mozilla" gemeint sein.

          Mein WinCommander wird für mich auch immer so heißen...

          Tja, der heißt inzwischen offiziell halt auch total anders. ;-)

          Viele Grüße
                Michael

          --
          T'Pol: I apologize if I acted inappropriately.
          V'Lar: Not at all. In fact, your bluntness made me reconsider some of my positions. Much as it has now.
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  2. Update:

    Wie ich vermutete, wollen sich die Datenbank-Firebird-Leute das mit
    dem Browser nicht gefallen lassen.
    Der Eintrag von Helen Borrie (Firebird Project Admin,  FirebirdSQL)
    ist da ziemlich herbe:

    http://www.mozillazine.org/talkback.html?article=3075
    "
    Protecting Mozilla's Open Source Cred...
    submitted by helebor (user profile)
    Tuesday April 15th, 2003 11:57:30 PM
    ----
    Asa Dotzler has no comment to make on the theft of the Firebird mark, except to say that he and his lawyers are "comfortable" with it. Clearly his lawyers have advised him that the *real* Firebird project has no money (we are, after all, volunteers producing software for free distribution) and thus not a risk for a lawsuit. Isn't this horribly reminiscent of the kind of corporate bullying that spawned the OSI, after all?

    Be assured that we of the *real* Firebird Project ARE incensed about this filthiest of dirty tricks, launched without warning by a crowd which has pretensions to being "open" in the broader sense espoused by the OSI. This is not a "free and open" tactic in any sense except that by which felons believe others' property is "free for the taking" and "a glass door is always open".

    So, Asa Dotzler is "comfortable" with stealing our mark. Is he also "comfortable" with the near-certainty that RedHat, SuSe, et al., the Linux distributors on which the marketing position of Mozilla products depend, will be unwilling to risk a trademark dispute by deploying these products with their distros?

    We of the *real* Firebird are proud of our product and devoted to our branding. Our marks are not there for the taking, as Asa will discover, to his and Mozilla's severe cost. The law is on our side: we have nearly three years of widespread international use of our mark. All Mozilla has is an application to use it, which will surely fail if taken to court. If Asa's lawyers failed to point that out to him, then he should ask them for his money back.

    The heart of this dispute is not "legal comfort", however. It's the doing of this dirty deed in the heartland of open source, where we are all supposed to be above such things. If Open Source is to win, we can well do without brother cynically stealing from brother. The easy route will be for Asa to quickly unwind what he has wound up and pay us the courtesy of an apology. The hard route will be Mozilla to proceed with this and lose its Open Source cred and goodwill.

    How hard is that choice, Asa? How much do these things matter to Mozilla?
    -----
    Helen Borrie Firebird Project Admin (LINK) FirebirdSQL Foundation founder and committee member (LINK) Firebird technical developer and author
    "