Oi,
Das eine Firmeninterne Präsentation keine allgemeingültige Statistik ist, sollte eigentlich jedem schon aufgefallen sein.
Mein voriger Arbeitgeber beschäftigt etwa 150.000 Mitarbeiter, davon einige zehntausend in Außendienstpositionen die über sämtliche nur denkbaren Permutationen aus Hard- und Software verschiedenster Generationen verfügen. Dort könnte ich eine ausreichende Repräsentativität unterstellen. Im vorliegenden Fall finde ich keinerlei entsprechende Informationen, auch keine, die den o.a. Satz von Dir rechtfertigen.
Ansonsten siehe Antwort an Wilhelm T.
Was trotzallem aber der intention des Postings gerecht wird, ist, dass du als Entwickler keinen Einfluss auf bestimmte Gegebenheiten hast
Ja klar, danach pflege ich zu handeln und habe auch nichts gegenteiliges behauptet. Allerdings pflege ich auch nicht im Dunkeln zu tappen und davon auszugehen, daß ich alle nur denkbaren Clientkonfigurationen zu erwarten habe und dementsprechend auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner entwickle. Eine Betrachtung der Zielgruppe vor Beginn der Entwicklung kann sehr fruchtbar sein, besonders hätte es das im vorliegenden Fall sein können.
und die auch hier oft vorgetragene Einstellung, dass JS ausschalten und Netscape 4.x benutzen, eine Sache von Rückständigkeit und/oder übertriebener Sicherheitswahn ist, zeugt eher von einer engstirnigen Ansicht von Fortschritt und modernität.
? Der Schuh paßt mir wieder nicht.
Ich bin in keiner grossen Firma, aber ich kann mir vorstellen, dass wenn man versucht eine Firma mit 500 EDV Arbeitsplätzen immer auf dem laufenden zu halten, die Kosten kaum noch überschaubar sind und der nutzen eher gering ist.
Ich glaube das Gelächter wäre größer wenn eine Firma versucht auf den neusten Stand zu kommen und dadurch ein evtl. gut funktionierendes System (für die Firmenzwecke) umkrempelt, plötzlich nichts mehr so klappt wie vorher - und das ist eher der Fall, als das es zu Problemen kommt, nur weil ein paar Internetseiten nicht mehr aufrufbar sind.
Das ist ein weites und beliebig ausuferndes Diskussionsfeld. Es fehlt mir an Zeit, mich in sowas zu verstricken (ich muß mir irgendwie noch mein Essen für heute verdienen). Die Fragen nach systemadministrativer Strategie kann von niemanden befriedigend beantwortet werden. Schon gar nicht pauschal, es liegen immer Besonderheiten im Einzelfall vor. Aber Deine Implikation von "Never change a running system" ("500 EDV Arbeitsplätzen immer auf dem laufenden zu halten") ist sicherlich eine falsche Pauschalierung; eine nicht optimale Strategie, denn sie sorgt für eine systematisch Entkopplung von der Entwicklung der Außenwelt und endet langfristig in einer großangelegten Systeminnovation mit entprechenden Umstellungsproblemen. Vielleicht gibt es auch einen Einzelfall, in dem das nicht zutrifft - müßig, darüber zu diskutieren...
Fakt ist, daß an den entscheidenden Stellen Leute sitzen, die das alles nicht im Griff haben. Das führt dann zu Dingen wie: gigantisch großer Versicherungskonzern läßt sein Legion von Vertretern mit Netscape 4.x surfen, "weil das das sicherste ist". Tatsächlich haben die Verantwortlichen keinen Plan, welche Gefahren tatsächlich beim Einsatz modernerer Clients drohen und wie diese mit kalkulierbarem Risiko beherrscht werden können. Schon gar nicht stellt sich ihnen die Frage, welche negativen Implikationen der Netscape-Einsatz auf der anderen Seite der Waagschale aufwirft. Eines meiner Lieblingsstichworte: Vollkostenbetrachtung. Aber dafür braucht man statt BWL- und Informatik-fachidiotenbestückter Projektteams universell gebildete Generalisten. Bang! Da bin ich schon wieder voll drin in meinem Sermon... Deshalb steige ich hier besser aus der Diskussion aus; ich muß noch arbeiten!
HTH Robert