Aleksej V.: illegales kopieren von software

Hallo,

ich bin in der Schule im Moment mit einem Projekt bescheftigt, welches den titel "Auswirkungen des illegalen kopierens von software auf die politik" hat. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar links zu artikeln über dieses thema geben würdet. erlich gesagt weiss ich nicht so genau, was da bei dem thema genau zusammenkommen soll. ich würde mich über ein paar tipps freuen und bitte euch über eure persönliche meinung zu diesem thema

  1. Hi,
    http://www.google.de/ und zur Bedienung selbiger http://www.suchfibel.de.

    Der Linksetzer i.a.
    --

  2. Hallo!

    Ich hab zwar keine schlauen Links, aber eine persönliche Meinung:

    Das Problem an der Sache mit dem Kopieren ist ja, dass man an Lizenzvereinbarungen gebunden ist. Und es kommt darauf an, wie diese gestaltet sind, damit die Sache erst illegal wird. "Illegales Kopieren" bedeutet ja für die meisten User, dass man kein Geld für Software bezahlen will, da man dieses entweder nich hat und / oder der Preis viel zu hoch is oder die Software das Geld einfach nich Wert is (z.B. alle M$-Produkte *g*). Ich bin auch der Meinung, da ich selbst Programmiere, dass man sich für die Arbeit, die man Leistet, auch bezahlen lassen kann. Allerdings sollte das in einem vernünftigen Rahmen bleiben und nich mal 500 EU$ für z.B. ein OS verlangen, was am Ende überhaupt nich das Geld wert war, wo ein wunderbares stabiles Linux gerade mal bis 100 EU$ kostet und ich noch die Sources dazukriege! Oder wie ich gestern gehört hab, gleich mal ~5.000 EU$ für "3D Studio" oder ~2.000 EU$ für "Visual Studio .NET" ... etc. Wer so hoch kalkuliert, muss einfach damit rechnen, dass da nich viele mitmachen.
    Ich vertreibe meine Programme unter der GPL (www.fsf.org), da ich denke, dass mich erstens niemand gezwungen hat, diese Software zu entwickeln und ich diese + deren Sources vorallem für Nützlichkeits- und Lernzwecke bereitstelle, nich, um mich daran zu bereichern, wie es bei vielen anderen der Fall is.
    Die GLP ist auch eine Lizenz, wo man illegal werden kann, wenn man sich nich daran hält, allerdings verbietet diese NICHT das Kopieren, Verändern und Weitergeben von Software, sondern unterstützt das Konzept sogar. Bei anderen Lizenzen hat man gleich das Gefühl, dass diese nur dazu geschaffen wurden, um die Endverbraucher dieser Produkte zu binden, um ja kein Geld zu verlieren.
    Wie schon gesagt, hat man das Recht darauf, sich für seine Arbeit bezahlen zu lassen, wenn es allerdings Ausmaße annimmt, wie die vor kurzem ins Leben gerufene TCPA, in der Vorgegaukelt wird, alles wird sicherer, besser und kompatibler, in Wirklichkeit aber nur die totale Kontrolle und Macht über die Verbraucher als Ziel förmlich hervorstinkt, sollten sich die Firmen wirklich mal einen Kopf machen, einen Gang zurückzuschalten und ihre Gier und den Geiz mehr zu dämpfen, als zu versuchen, mit dem Kopf unbedingt durch die Wand zu krachen, das verursacht nämlich derbe Kopfschmerzen. *g*

    ---> <www.notcpa.org> <----

    Unbedingt anschauen und verbreiten, das darf nich durchkommen!

    So, soviel dazu. Hoffe, das nützt dir was.

    Grüße, Mario :)

    1. Hallo,

      bedeutet dies also, daß ich jedes eindeutig überteuerte Produkt ohne Bezahlung aus den Laden mitnehmen darf und jedes unsinnige Vertragsangebot nicht unbedingt ausschlagen muß, sondern es zum Schein annehmen kann um mich dann nicht daran zu halten?

      Chräcker

      1. Grüße!

        Hm, wer sagt denn das?? Du weisst, was ich meine und kannst mir mit Sicherheit nich erzählen, dass du keine Software kopierst und immer brav für dein Windows, deine MP3s (bzw. CDs), deine Filme, etc. bezahlt hast.
        Ich will damit ausdrücken, dass die Firmen, die teure Software zur Verfügung stellen, das Potential, dass Endverbraucher "illegal" werden gleich mit liefern, einzig aus Gier und Geiz; oder wieso denkst du, dass eine Firma, die ohnehin schon scheisse Steinreich is, immernoch endviel Kohle für Windows, Office, Visual Studio, etc. verlangt, die sich kein Normalverdiener, ganz zu schweigen von Schülern und angehenden Programmieren / Designern / etc., leisten kann und das soweit geht, das nun sogar die Privatsphere kontrolliert werden soll (TCPA)? Sicher nich der Sicherheit wegen, OK, der Sicherheit schon, nämlich ihrer, dass sie keine Kohle "einbüßen".
        Wäre gute Windows-Software erschwinglich (schau in die Linux-Welt), gäbe es weniger Software-Piraten. Das wollt ich damit sagen. Es is ein Unterschied, wenn du in der Bahn wg. Schwarzfahrens angekreidet wirst und dafür 100  statt 30  zahlen sollst, auch wenn du gegen deren Beförderungsbedingungen verstoßen hast ... es wäre einfach unfair. ;)

        Grüße,
          Mario

        1. Hallo,

          Hm, wer sagt denn das?? Du weisst, was ich meine und kannst mir mit Sicherheit nich erzählen, dass du keine Software kopierst und immer brav für dein Windows, deine MP3s (bzw. CDs), deine Filme, etc. bezahlt hast.

          bei den hier anwesenden waere ich mit solchen Verdaechtigungen vorsichtig.

          Ich will damit ausdrücken, dass die Firmen, die teure Software zur Verfügung stellen, das Potential, dass Endverbraucher "illegal" werden gleich mit liefern, einzig aus Gier und Geiz;

          Wäre gute Windows-Software erschwinglich (schau in die Linux-Welt), gäbe es weniger Software-Piraten. Das wollt ich damit sagen. Es is ein Unterschied, wenn du in der Bahn wg. Schwarzfahrens angekreidet wirst und dafür 100  statt 30  zahlen sollst, auch wenn du gegen deren Beförderungsbedingungen verstoßen hast ... es wäre einfach unfair. ;)

          Das ist alles Quark! Wenn's Dir zu teuer oder schlecht ist, nutz was anderes; Diebstahl  ist mit Sicherheit keine Loesung. Es gibt nix besseres? Dann schreib was - und dann wollen wir mal sehen, ob Du billiger bist als die Konkurrenz.

          Du bist gegen TCPA? Schoen, schreibe an den Bundestagsabgeordneten Deines Wahlkreise, sorg dafuer, dass das Deine Bekannten auch tun. Wenn Du es schafftst, dass er/sie in Post ertrinkt, wird er/sie sich sein/ihr Abstimmungsverhalten ueberlegen.
          In Entwicklerkreisen irgendeine Webseite bekannt zu machen (hast Du im Thread weiter oben) ist ziemlich sinnlos; damit erreichst Du nur Leute, die ohnehin wissen, worum es geht.

          Gruss
          Thomas

          1. Hallöle!

            Hallo,

            Hm, wer sagt denn das?? Du weisst, was ich meine und kannst mir mit Sicherheit nich erzählen, dass du keine Software kopierst und immer brav für dein Windows, deine MP3s (bzw. CDs), deine Filme, etc. bezahlt hast.
            bei den hier anwesenden waere ich mit solchen Verdaechtigungen vorsichtig.

            »»

            Warum? Sind keine Verdächtigungen sondern einfach Fakten. Selbst du wirst das schon getan haben! ;)

            Das ist alles Quark!

            Du empfindest es als Quark, ich ganz und gar nicht.

            Wenn's Dir zu teuer oder schlecht ist, nutz was anderes;

            Mach ich ja auch :D

            Diebstahl  ist mit Sicherheit keine Loesung.

            Ich hab auch nich behauptet, dass "Diebstahl" der richtige Weg ist und ihn auch nich befürwortet. Ich persönlich empfinde es aber nicht als Diebstahl, da ich mich nich dadurch bereichere und nichts verkaufe. Die Software, die ich entwickle stelle ich frei inkl. Sources zur Verfügung. Was soll der Scheiss denn, dafür massig Geld zu verlangen? Und mal Hand aufs Herz: Empfindest du die Preise denn als fair oder mehr als abzocke? Kennst du die Geschichte mit Alexander dem Großen? Er hat mal einen kleinen Dieb eingesperrt und als der Tag seiner Verhandlung kam fragte der Dieb ihn "Warum sperrst du mich ein und willst mich bestrafen? Wo ist der Unterschied zwischen uns? Du bist ein großer Dieb, ich bin ein kleiner Dieb!" ... Alexander d. G. hat ihm Recht gegeben und ihn frei gelassen.

            Es gibt nix besseres? Dann schreib was - und dann wollen wir mal sehen, ob Du billiger bist als die Konkurrenz.

            Doch, gibt es. FreeBSD, Linux und Co., Open-Source und die GPL! :)
            Ich hab auch nich behauptet, besser zu sein. Billiger auf jeden Fall, da ich nichts verlange! :D
            Und Linux und Co. zeigen ja, dass es besser und billiger als Windows mit seinen Konsorten geht!

            Du bist gegen TCPA? Schoen, schreibe an den Bundestagsabgeordneten Deines Wahlkreise, sorg dafuer, dass das Deine Bekannten auch tun. Wenn Du es schafftst, dass er/sie in Post ertrinkt, wird er/sie sich sein/ihr Abstimmungsverhalten ueberlegen.
            In Entwicklerkreisen irgendeine Webseite bekannt zu machen (hast Du im Thread weiter oben) ist ziemlich sinnlos; damit erreichst Du nur Leute, die ohnehin wissen, worum es geht.

            Hat mir nich den Anschein gemacht, als wüssten die Leute, um was es geht, inkl. dir, denn dann würdest du nich so leichtsinnig darüber reden und erkennen, dass man nur selbst was dagegen machen kann: Deren Produkte nämlich im Regal stehen lassen!
            Wenn ich öffentliche Beschwerdebriefe nach ganz oben schreiben soll, für etwas, was jeden einzelnen betrifft und wo jeder einzelne mitmachen kann, kann ich mich genauso gut mit meinen Entwicklerfragen an die Produkthersteller wie Borland und Co. wenden und fragen "Wieso geht das und dies nich? Und wie funktioniert das?" ... die werden mir was husten :D

            Grüße, Mario

            1. Hallo,

              Ich hab auch nich behauptet, dass "Diebstahl" der richtige Weg ist und ihn auch nich befürwortet. Ich persönlich empfinde es aber nicht als Diebstahl, da ich mich nich dadurch bereichere und nichts verkaufe. Die Software, die ich entwickle stelle ich frei inkl. Sources zur Verfügung. Was soll der Scheiss denn, dafür massig Geld zu verlangen?

              Weil die Leute davon leben wollen? Die paar grossen Softwarefirmen sind die Ausnahme und selbst bei MS musst Du eins mal sehen: Billy Gates war einmal richtig clever (bei Dos) und alle anderen waren eben nicht so clever.
              Und mal Hand aufs Herz: Empfindest du die Preise denn als fair oder mehr als abzocke?
              Keine Ahnung, die 70 DM, die Debian 2.2 mich gekostet hat, fand ich i.O. und das Update auf 3.0 habe mittels CD-Brenner von einem Mirror an der Uni gemacht. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl, Du brauchst mich nicht von OSS zu ueberzeugen.

              Doch, gibt es. FreeBSD, Linux und Co., Open-Source und die GPL! :)

              Die GPL ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss (sonst gaebe es nicht schon Version 2 und Ueberlegungen, eine Version 3 rauszubringen).

              Und Linux und Co. zeigen ja, dass es besser und billiger als Windows mit seinen Konsorten geht!

              Huestl, nenn mir mal bitte ein Grafikprogramm unter Linux/BSD, das einen anstaendigen Export fuer den Druck hat (Gimp hat es nicht). Ich brauche sowas nicht, fuer eine ganze Menge Leute ist das ein Grund, warum sie nicht von Win wegkoennen.

              Hat mir nich den Anschein gemacht, als wüssten die Leute, um was es geht, inkl. dir, denn dann würdest du nich so leichtsinnig darüber reden und erkennen, dass man nur selbst was dagegen machen kann: Deren Produkte nämlich im Regal stehen lassen!

              Ja und? Wo ist der Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe? Informiere die Leute, und zwar nicht eine kleine Gemeinschaft, sondern mal ein paar mehr. Es interessiert keine Sau, wenn sich ein paar Webdesigner/Programmierer beschweren; wenn aber die Anzahl der Leute ein kritisches Niveau erreicht, geht meistens ganz schnell was.

              Wenn ich öffentliche Beschwerdebriefe nach ganz oben schreiben soll, für etwas, was jeden einzelnen betrifft und wo jeder einzelne mitmachen kann, kann ich mich genauso gut mit meinen Entwicklerfragen an die Produkthersteller wie Borland und Co. wenden und fragen "Wieso geht das und dies nich? Und wie funktioniert das?" ... die werden mir was husten :D

              Wenn Du alleine bist: ja! Wenn Du einen Brief mit einer Unterschriftenliste von ein paar 100 Leuten dranhaengst, die alle diese Software legal erworben haben und mit zukuenftigem Boykott drohen, sieht das direkt ganz anders aus.

              Nochmals: ich bin kein Freund von TCPA, aber was im Moment an Gegenbewegung ablaeuft, hat einfach die falsche Zielrichtung.

              Gruss
              Thomas

              1. Tag! :)

                Weil die Leute davon leben wollen? Die paar grossen Softwarefirmen sind die Ausnahme und selbst bei MS musst Du eins mal sehen: Billy Gates war einmal richtig clever (bei Dos) und alle anderen waren eben nicht so clever.

                Yup, stümmt, das war er. Aber was er bis heute daraus gemacht hat, find ich nich so "clever" ... (ok, für ihn schon, denn er hat vom Geld her gesehen ausgesorgt *g*)

                Keine Ahnung, die 70 DM, die Debian 2.2 mich gekostet hat, fand ich i.O.

                Yo, eben. Wenn es vernünftige Preise sind, will ich ja auch garnix sagen :P

                Die GPL ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss (sonst gaebe es nicht schon Version 2 und Ueberlegungen, eine Version 3 rauszubringen).

                :D Auch wieder wahr. Aber trotzdem mit mehr Freiheiten als der Rest (bis jetz ... was soll denn bei V3 kommen?)

                Huestl, nenn mir mal bitte ein Grafikprogramm unter Linux/BSD, das einen anstaendigen Export fuer den Druck hat (Gimp hat es nicht). Ich brauche sowas nicht, fuer eine ganze Menge Leute ist das ein Grund, warum sie nicht von Win wegkoennen.

                K.A. Mach unter Linux nix mit Grafik. Aber is klar, für Win gibts im Moment die "mächtigeren" Progs, sodass man da nich einfach so umsteigen kann.

                Ja und? Wo ist der Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe? Informiere die Leute, und zwar nicht eine kleine Gemeinschaft, sondern mal ein paar mehr. Es interessiert keine Sau, wenn sich ein paar Webdesigner/Programmierer beschweren; wenn aber die Anzahl der Leute ein kritisches Niveau erreicht, geht meistens ganz schnell was.

                Mir geht es nich darum, dass sich Leute beschweren, sondern darum, sie generell auf sowas aufmerksam zu machen, dass da was im Kommen is, was man genauestens unter die Lupe nehmen sollte, bevor man es in den Warenkorb packt. Und da is jedes Forum recht, da einfach da die Leute sind, die das angeht ... 1: die lesen es dann, verbreiten es weiter; goto 1 ;P usw ... darum gehts mir.

                Nochmals: ich bin kein Freund von TCPA, aber was im Moment an Gegenbewegung ablaeuft, hat einfach die falsche Zielrichtung.

                Wie sollte es denn deiner Meinung nach aussehen?

                Bis späder :)

                Mario

                1. Hallo allerseits,
                  ich glaube ich habe noch ein Argument was hier gar nicht genannt wurde:

                  Es mag manche vielleicht verwundern, aber große Firmen sehen es im Normalfall überhaupt nicht als Raubkopieren an (und gehen auch nicht rechtlich dagegen vor auch wenn sie es wissen), wenn sich Schüler oder Studenten Standardprodukte kopieren.
                  Das ist eine Marketing-Strategie ähnlich wie bei "Drogen", wenn man das Produkt mal kennt wird man es später auch im Beruf nehmen und auswählen. D.h. wenn eine große junge Masse an Menschen ein Standardprodukt kostenlos hatte, dann wird diese Masse später im Berufleben zur großen Verbreitung führen.
                  Ich möchte betonen diese Strategie gilt natürlich nicht für alle Firmen, aber z.b. für Microsoft garantiert. Das ist ein Konzept um einen Markt leicht zu erobern.

                  Noch nie gehört ?

                  Mit Besten Grüßen
                  -Marco Wagner-

        2. Hallo,

          Hm, wer sagt denn das?? Du weisst, was ich meine und kannst mir mit
          Sicherheit nich erzählen, dass du keine Software kopierst und
          immer brav für dein Windows, deine MP3s (bzw. CDs), deine Filme,
          etc. bezahlt hast.

          seit Jahren (genauer gesagt, seit meinen Umstieg vom 128er auf den Amiga) habe ich keine Schwarzkopien mehr gehabt. (davids-Midnight-magic für den 64er war die letzte Raubkopie) - meine Betriebssysteme habe ich gekauft. (von W1.3 über W95a bis jetzt W98se)

          CD habe ich noch nie raubkopiert und mein DVD-gerät kann noch nicht mal (laut Testbericht) Kopien abspielen.

          Aber selbst wenn ich eins der von Dir vermuteten Dinge heute tuen würde, wäre ich wenigstens immer bereit, es Diebstahl und nicht "Nötigung durch den Produzenten" zu nennen.

          Um vor Ort von Punkt a nach b zu kommen, gibt es seltens Alternativen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, und selbst hier sehe ich seltens Gründe für Schwarzfahren.... Bei teurer Software gibt es immer Alternativen. Das Office-Paket von Loutus bekommt man nachgeschmissen. Ein Betriebssytem kauft man eh fast immer mit, wer aber seinen Rechner selber zusammenbaut ist auch in der Lage, Linux zu nehmen. Spiele gehören wahrlich nicht zum Lebensminimum und sind auch nicht wirklich überteuert. Grafikprogramme bekommt man ebenfalls umsonst (gimp) oder per Heft-CDs nachgeschmissen.

          Aber wie dem auch sei: Diebstahl bleibt Diebstahl bleibt Diebstahl. Und ein (Lizens) Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag. Da kann man kaum vorbei argumentieren. Man mag Diebstahl als gerechtfertigt ansehen, aber dann soll man das auch sagen. (Und damit leben, daß also diese Definitionsfrage, wann Diebstahl eben gerechtfertigt ist und wann nicht, ab sofort jedem selber frei steht und somit jeden straffrei lassen....)

          (natürlich sagt dies alles nicht über meine Haltung zu tcpa aus, da habe ich (noch) keine Ahnung von.... Danke übrigens für die Links!)

          Chräcker

          1. Hallöle! :)

            seit Jahren (genauer gesagt, seit meinen Umstieg vom 128er auf den Amiga) habe ich keine Schwarzkopien mehr gehabt. (davids-Midnight-magic für den 64er war die letzte Raubkopie) - meine Betriebssysteme habe ich gekauft. (von W1.3 über W95a bis jetzt W98se)

            CD habe ich noch nie raubkopiert und mein DVD-gerät kann noch nicht mal (laut Testbericht) Kopien abspielen.

            Hehe, Respekt ;) (mein ich jetz ernst) Wenn ich das ma pauschal behaupten darf: Da gehörst du sicherlich zu den vielen wenigen. :)

            Bei mir scheiterts halt an der Liquidität. Aber ich glaub auch nich, dass ich mir Windows + Co. gekauft hätte, selbst wenn ich das Geld gehabt hätte, da ich ... blabla ... aus schon mehrfach genannten Gründen. ;)

            Aber selbst wenn ich eins der von Dir vermuteten Dinge heute tuen würde, wäre ich wenigstens immer bereit, es Diebstahl und nicht "Nötigung durch den Produzenten" zu nennen.

            Yo, da geb ich dir recht. Ich hab ja auch nich gesagt, dass es kein Diebstahl is. Ich empfinde es aber nich so krass als solchen. Mein Linux, (früher) mein Borland Pascal 7.0, diverse DOS-Progs und DOSen (kein MS *g*) und so hab ich auch gekauft, weil ich die Preise für fair gehalten hab und ich gemerkt hab, dass sich die Leute da irgendwie echt Mühe gegeben haben, halt empfunden hab, dass mein Geld das Wert is / war. Aber bei MS vermiss ich das bis heute noch *g*

            Um vor Ort von Punkt a nach b zu kommen, gibt es seltens Alternativen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, und selbst hier sehe ich seltens Gründe für Schwarzfahren....

            Yo, das mach ich auch nich mehr, weil'se mich schon mehr als oft angekreidet haben. Komischweise hat irgendwie aber auch die Anzahl der Kontrolleure abgenommen, seit dem ich immer brav bezahle. Oder kommt mir das nur so vor? *g*

            Bei teurer Software gibt es immer Alternativen. Das Office-Paket von Loutus bekommt man nachgeschmissen.

            Leider kommt da aber das Problem der Kompatibilitätsschwierigkeiten auf, weil die meisten ja doch MS Office-Pakete verwenden. Gegeneinander statt Miteinander is leider immernoch sehr beliebt in der Marktwirtschaft, bzw. nich nur da. Da machen die es sich gegenseitig schwer, das Dateiformat des anderen zu lesen.

            Aber wie dem auch sei: Diebstahl bleibt Diebstahl bleibt Diebstahl. Und ein (Lizens) Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag. Da kann man kaum vorbei argumentieren. Man mag Diebstahl als gerechtfertigt ansehen, aber dann soll man das auch sagen. (Und damit leben, daß also diese Definitionsfrage, wann Diebstahl eben gerechtfertigt ist und wann nicht, ab sofort jedem selber frei steht und somit jeden straffrei lassen....)

            OK, da geb ich dir auch vollkommen recht ;)

            (natürlich sagt dies alles nicht über meine Haltung zu tcpa aus, da habe ich (noch) keine Ahnung von.... Danke übrigens für die Links!)

            Bitte! :)

            Grüße, Mario

            1. Hallo,

              Bei mir scheiterts halt an der Liquidität.

              ...an Deiner Liquidität im Verhältnis zu Deinen Ansprüchen und Begehrlichkeiten. Und das ist bei jedem Dieb so. Also die gleiche Motivation wie ein Wohnungseinbrecher, Ladenausrauber, Wirtschaftsverbrecher etc....

              Ich hab ja auch nich gesagt, dass es kein Diebstahl is. Ich
              empfinde es aber nich so krass als solchen.

              Das empfinden die anderen "Eigentumswegnehmer" genauso. Also ist dies auch in Ordnung. Dann kann ja jeder Dein Autoradio ausbauen, Deine CD-Sammlung klauen oder Dir Dein Geld sonstwie aus der tasche ziehen, ohne daß Du wirklich etwas dagegen haben darfst. Derjenige empfand das vielleicht nicht so extrem und war eben gerade nicht ausreichend liquide....

              Chräcker

              1. Hallo! :)

                Naja, ich würde keinem direkt Geld (aus der Brieftasche) klauen, wo einsteigen, was aus nem Laden klauen oder so. Aber du hast schon recht und ich seh es auch ein, relativieren sollte mans nich, da man da für alles ne Entschuldigung hätte. ;)

                Grüße, Mario

          2. Hi Chräcker,

            ich kenne Deinen sehr konsequenten Standpunkt zu Fragen des Raubkopierens sehr gut, und Du hast viele Argumente auf Deiner Seite.

            Aber selbst wenn ich eins der von Dir vermuteten Dinge heute tuen würde, wäre ich wenigstens immer bereit, es Diebstahl und nicht "Nötigung durch den Produzenten" zu nennen.

            Ja, aber unter welchen Umständen wäre ein solches Verhalten illegal, aber akzeptabel? Ich will am Beispiel der Globalisierung verdeutlichen, was ich meine: Die Jugendlichen in China arbeiten mit der gleichen Software wie die amerikanischen Jugendlichen, tragen die gleiche Mode und hören die gleiche Musik, meist auf der Basis von Schwarzkopien und Fälschungen und das gilt für viele Länder der dritten Welt, in zunehmendem Maße auch für Filme und andere Produkte.

            Ich bin bei der Beurteilung dieser Tatsache etwas verunsichert. Einerseits billige ich den armen Ländern, denen unsere Copyright- und Patentrechte durch internationalen Druck aufgezwungen werden, ein gewisses Recht auf Notwehr zu, denk etwa an die jüngste Verlängerung des Copyrights für Firmen in den USA auf 90 Jahre, was einer Enteignung der Mehrheit von Informationen gleichkommt, und durch nichts gerechtfertigt ist, außer durch die Interessen der wenigen Reichen. Noch krasser wird es, wenn sich Firmen menschliches Erbgut patentieren lassen, auf Pflanzen aus Dritte-Welt-Ländern usw. Also, ein Recht auf eine irgendwie geartete Notwehr sehe ich da schon.

            Andererseits verhindert die Praxis des Schwarzkopierens natürlich auch die Entwicklung eigener Softwarekonzerne in den Dritte Welt Ländern und stellt den Wert jeder Investition in Software in diesen Ländern stark in Frage.

            Um vor Ort von Punkt a nach b zu kommen, gibt es seltens Alternativen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, und selbst hier sehe ich seltens Gründe für Schwarzfahren.... Bei teurer Software gibt es immer Alternativen.

            So ganz stimmt es nicht im Softwarebereich, wenn man etwa Informatiker werden will, und sich Kenntnisse über die üblichen kommerziellen Standardprodukte verschaffen muss.

            (natürlich sagt dies alles nicht über meine Haltung zu tcpa aus, da habe ich (noch) keine Ahnung von.... Danke übrigens für die Links!)

            Ja, TCPA, die jetzt geltenden Normen werden in ihrer Tragweite erst richtig deutlich, wenn sie wirklich durchgesetzt würden. Hier werden die Machtverhältnisse plötzlich sichtbar, wenn etwa immer mehr Geräte so ausgestattet werden, dass sie ihre Besitzer kontrollieren, nicht der Besitzer die Geräte. Mir sind diese Entwicklungen unheimlich und obwohl ich in der Lage bin, viel Geld für kommerzielle Software auszugeben, und dies auch aus Angst vor Strafe tue, nicht aus innerer Überzeugung, komme ich hier an die Grenzen der legalen Strategie.

            Bis heute läuft auf keinem Computer meiner Firma Windows XP, das sich m.E. in unzulässiger Weise an die Hardware bindet und zu nervigen Massnahmen und zu Kosten führt, wenn man die Rechner stetig umbaut, wie wir das tuen. In welche Abhängigkeiten geraten wir, wenn sich immer mehr Institutionen zwangsweise in den Geräten einnisten, die wir aufgrund der Uniformität und Monopolisierung unserer Welt zu kaufen genötigt sind? Es stört mich jetzt schon, welche ungeheure Macht die Fettärsche haben, die in zahlreichen Büros nicht nur unserer Republik damit beschäftigt sind, den produktiv tätigen Menschen das Leben schwer zu machen. Wenn man die nur lässt, dann meldet sich unser Fernseher demnächst selbständig bei der GEZ, Dein Handy meldet der Polizei Deinen Aufenthaltsort, Deine Kreditkarte legt diversen Stellen Deine Konsum- und Zahlungsgewohnheiten offen. National und international werden die Daten ausgewertet, die Du hier, in Mails und anderen Bereichen versendest.

            Vielleicht ist das alles paranoid, aber die offene Wende der reichen Länder zur Machtpolitik lässt mich da Schlimmes ahnen. Die Verhältnisse entwickeln sich in Richtung auf eine völlige Entmachtung des Konsumenten, der wirtschaftlich schwachen Länder, der Leute mit wenig Geld.

            Natürlich ist eine Musik-CD kein Lebensmittel, und doch haben die illegalen Kopierer, obwohl ich mich in der Szene nicht einmal auskenne, bei mir eine gewisse Sympathie, etwa wenn Schüler sich eine teure Software aneignen oder eine DVD oder CD kopieren. Nehmen wir nur die Entwicklung der letzten Jahre, wie sehr hat sich das Rechtsbewusstein verändert: Natürlich haben die Leute früher Musikkassetten und Videos getauscht, natürlich ist es eine Entwicklung gegen die Verbraucher, wenn Kopiervorgänge im Freundeskreis plötzlich kontrollierbar und überwacht werden, auch bei völlig legalen Kopien von Software oder CDs, die sich in meinem Besitz befinde, und die ich etwa auch auf dem PC oder unterwegs im Auto hören und aufgrund des starken Verschleißes dazu eine Sicherheitskopie verwenden will.

            Ich sehe die Linien nicht mehr so einfach und klar wie früher, und Firmen wie Microsoft oder die amerikanische Kulturindustrie, die anscheinend unmittelbaren Einfluss auf die Machtpolitik und die Rechtssprechung haben, erzeugen m.E. zumindest in bestimmten Bereichen ein moralisches Vakuum, wo das Opfer zum Täter gemacht wird.

            Nochmal ein blödes Beispiel, auch wenn es etwas neben der Reihe liegt: Neulich habe ich an meinem Auto direkt vor meinem Haus einen Strafzettel vorgefunden, obwohl weit und breit kein Verbotsschild zu sehen ist. Mein Rechtsanwalt klärte mich dann auf, dass inzwischen in verkehrsberuhigten Bereichen das Parken "außerhalb markierter Flächen" rechtswidrig sein könne. Nun gut, ein flottes Gesetz, die Kassen der Kommune sind leer, und in meiner Strasse hat man geschickt einige Ecken unmarkiert gelassen, und siehe da, es gehen jeden zweiten Tag einige unauffällige Mitarbeiter der Stadt durch die Straßen und ernten die arglosen Anwohner ab. Natürlich, so ist der Lauf der Welt, aber bin ich denn der einzige, den es stört, dass die Bürokraten so einfach das Recht haben, uns die Straßen in unseren Wohngebiet zu vermieten, jede Lebensregung zu reglementieren und abzukassieren, wo es eben geht? Wann kommt der mobile Atemluftmesser, die Steuer auf umsatzarmes City-Bummeln, die Gebühr für die Benutzung meines eigenen Computers?

            Viele Grüße
            Mathias Bigge

          3. Moin!

            Aber selbst wenn ich eins der von Dir vermuteten Dinge heute tuen würde, wäre ich wenigstens immer bereit, es Diebstahl und nicht "Nötigung durch den Produzenten" zu nennen.

            Immer wieder lustig, diese polarisierten Meinungen. Aber einige sind dennoch objektiv falsch. Was Diebstahl[1] und Raub[2] ist, ist im StGB eindeutig definiert, ebenso Noetigung[3]. Da gibt's kein Rumdeuteln, Abwiegeln oder Aufbauschen - keiner der Starftatbestaende trifft auf diesen Sachverhalt zu. "Raubkopie" ist nichts als ein Propaganda-Begriff von Organisationen wie BSA, RIAA oder MPAA mit dem Zweck, ein bestehendes Problem uebermaeszig aufzubauschen und die Lobbyarbeit zu unterstuetzen.

            Bei teurer Software gibt es immer Alternativen. Das Office-Paket von Loutus bekommt man nachgeschmissen.

            Das stimmt wohl mittlerweile. War aber nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren war man quasi gezwungen, MS Office einzusetzen, wenn man auch mal ein Dokument mit anderen Leuten austauschen wollte. Was erzaehle ich, Dir ist die Problematik ohne Zweifel bekannt.

            Ein Betriebssytem kauft man eh fast immer mit, wer aber seinen Rechner selber zusammenbaut ist auch in der Lage, Linux zu nehmen.

            Das ist nun Unsinn. Die meisten sind in der Tat nicht in der Lage, mit Linux oder aehnlichem umzugehen, auch wenn sie schon immer ihren Rechner selbst zusammengabaut haben. Musst Du nur mal auf ne LAN-Party gehen, da laufen genug von den Leuten rum.

            Spiele gehören wahrlich nicht zum Lebensminimum und sind auch nicht wirklich überteuert.

            Lass es mich so ausdruecken: Der Preis der meisten Spiele *waere* angemessen, wenn sie denn funktionieren wuerden. Heutzutage ist es jedoch so, dass Spiele immer halbfertig auf den Markt kommen und vor dem dritten Patch nicht vernuenftig laufen. Dass ein Spiel mit dem letzten bereitgestellten Patch (bevor der Support eingestellt wird) ohne Abstuerze laeuft, ist keineswegs mehr selbstverstaendlich.

            Aber wie dem auch sei: Diebstahl bleibt Diebstahl bleibt Diebstahl.

            Sicher, hat aber mit dem Thema nichts zu tun.

            Und ein (Lizens) Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag. Da kann man kaum vorbei argumentieren.

            Du meinst diese Texte, die man bei der Installation erst bestaetigen muss? Es sollte doch mittlerweile allgemein bekannt sein, dass die in Dtl. keine rechtliche Relevanz haben, da der Inhalt dem Kunden *beim Kauf* noch nicht bekannt gemacht wurde.

            [1] http://lawww.de/Library/stgb/242.htm
            [2] http://lawww.de/Library/stgb/249.htm
            [3] http://lawww.de/Library/stgb/240.htm

            So long

            --
            "Wenn die zutreffenden Informationen allgemein bekannt wären, könnte diese Drogenpolitik nicht fortgeführt werden."
                -- Wolfgang Nescovic, Richter, Lübeck
            1. Hallo,

              bei der moralischen Einschätzung meines Handelns richte ich mich seltens nach Gesetzten und ihrer definition von Wörtern. (Die dort natürlich präzise und Deutungsfrei sein muß, das verstehe ich....)

              Es geht mir hier nicht darum, ob gegen geltenes juristisches Recht verstossen wird, sondern um eine moralische Betrachtung. Also nutzte ich das Wort Diebstahl im zwischenmenschlich gewöhnlichen Verständnis. Ich sehe aber ein, daß ich diese Sprachübereinkunft nicht immer voraussetzen kann. Ersetze also einfach das Wort Diebstahl mit "Verstoß gegen das 7.Gebot" ;-) - Nötigung durch "sich gezwungen fühlen".

              Lass es mich so ausdruecken: Der Preis der meisten Spiele *waere*
              angemessen, wenn sie denn funktionieren wuerden.

              ;-) stimmt, vollkommen Deiner Meinung. Deswegen kaufe ich sie seltens vor dem 8. Patch.... das ist schon, gelinde gesagt, sehr ärgerlich.

              Chräcker

              1. Re!

                Es geht mir hier nicht darum, ob gegen geltenes juristisches Recht verstossen wird, sondern um eine moralische Betrachtung.

                Gut, dann wirst Du aber jedem das Recht auf seine eigene moralische Betrachtung zugestehen muessen, und die Frage, wann das, was Du nach Deiner moralischen Wertung einen Diebstahl nennst, als gerechtfertigt betrachtet werden kann, wird dann zwangslaeufig gestellt werden muessen. Und dann wird's ganz schnell ganz kompliziert, weil jeder eine etwas andere Moral hat. Naja, und in der Situation sind wir wir ja schon irgendwie.

                Wenn wir eine moralische Betrachtung durchfuehren, kannst Du dann aber nicht schlussfolgern, dass der Straftatbestand Diebstahl straffrei bleiben muesste, es sei denn, man wuerde echten Diebstahl teilweise immer noch als gerechtfertigt ansehen.

                Nach meiner Meinung ist die ganze derartige Betrachterei irgendwie sinnlos. Diese Debatte ist ein Symptom des Widerspruchs zwischen kopierbaren Dingen und dem Kapitalismus. Der Kapitalismus ist ein System zum verteilen *knapper* Gueter, nicht quasi unbegrenzt verfuegbarer Gueter. (Und auch an der Aufgabe scheitert er schon klaeglich.) Das Urheberrecht wurde im Prinzip eingefuehrt, um das Angebot an kopierbaren Guetern kuenstlich zu verknappen, sodass der Kapitalismus darauf wieder anwendbar wird (und die Urheber eine Moeglichkeit zum Geldverdienen haben). Aber letztlich ist das alles nur Flickwerk an einem kaputten Teppich, oder auch das nachtraegliche Einbauen eines CSS-to-JSSS-Konverters in einen Netscape 4, falls dieser Vergleich hier als anschaulicher empfunden wird. ;-)

                So long

                --
                The time from now until the completion of the project tends to become constant.
                    -- Douglas Hartree (early British computer scientist)
                1. Hi Calocybe, hi Chräcker,

                  schade, dass der Thread schon soweit unten ist, ich find die Debatte spannend.

                  Es geht mir hier nicht darum, ob gegen geltenes juristisches Recht verstossen wird, sondern um eine moralische Betrachtung.
                  Gut, dann wirst Du aber jedem das Recht auf seine eigene moralische Betrachtung zugestehen muessen, und die Frage, wann das, was Du nach Deiner moralischen Wertung einen Diebstahl nennst, als gerechtfertigt betrachtet werden kann, wird dann zwangslaeufig gestellt werden muessen. Und dann wird's ganz schnell ganz kompliziert, weil jeder eine etwas andere Moral hat. Naja, und in der Situation sind wir wir ja schon irgendwie.

                  Ich finde die Lage noch etwas komplizierter: Moralische Kategorien, die im persönlichen Bereich sinnvoll erscheinen, machen in den großen Systemen nur noch wenig Sinn, da scheint mir eher das Motto zu gelten: "Jeder nimmt sich, was er kann." Ich finde es unter den Prinzipien persönlicher Moral nicht mehr beurteilbar, wie man sich im ökonomischen Weltgeschehen verhalten muss. Es scheint mir auch eine zufällige Stelle zu sein, an der Chräcker seinen moralischen Standpunkt einbringt. Wenn in Afrika Millionen Aidskranke nur unter der Bedingung versorgt werden können, dass ihre Regierungen auf das Copyright pfeifen, dann weg damit. Das gilt m.E. für alle Medikamente in der dritten Welt, auch für Computerprogramme.

                  Aber zur Moralisierung des Konsums hier bei uns: Ich glaube, dass dieses Projekt scheitern muss. Weißt Du, unter welchen Bedingungen das T-Shirt und die Jeans, die Du trägst, in der dritten Welt produziert wurde, wer dafür gnadenlos ausgebeutet wurde? Ich habe mal eine Zeitlang versucht, auf so etwas zu achten und kaufe auch heute noch manchmal bewusst teurere Produkte aus fairem Handel, aber im großen und ganzen habe ich doch das Gefühl, dass hier die Moral, die ich für mich und meinen engeren Umkreis für wichtig halte, in der gesamten Großproduktion keinerlei Rolle mehr spielt. Wenn man etwas  hinter die Kulissen zu gucken versucht, sieht man doch, wie gnadenlos die meisten großen Konzenre mit Menschen umspringen. Die haben bei mir einfach keinen moralischen Kredit.

                  Nach meiner Meinung ist die ganze derartige Betrachterei irgendwie sinnlos. Diese Debatte ist ein Symptom des Widerspruchs zwischen kopierbaren Dingen und dem Kapitalismus. Der Kapitalismus ist ein System zum verteilen *knapper* Gueter, nicht quasi unbegrenzt verfuegbarer Gueter. (Und auch an der Aufgabe scheitert er schon klaeglich.) Das Urheberrecht wurde im Prinzip eingefuehrt, um das Angebot an kopierbaren Guetern kuenstlich zu verknappen, sodass der Kapitalismus darauf wieder anwendbar wird (und die Urheber eine Moeglichkeit zum Geldverdienen haben). Aber letztlich ist das alles nur Flickwerk an einem kaputten Teppich, oder auch das nachtraegliche Einbauen eines CSS-to-JSSS-Konverters in einen Netscape 4, falls dieser Vergleich hier als anschaulicher empfunden wird. ;-)

                  Mir gefällt der Vergleich irgendwie, vielleicht müsstest Du noch den Dreh hinkriegen, dass man eine Erfindung wie den Netscape auf 90 Jahre so durch Patente absichern könnte, dass es unmöglich würde, irgendein Produkt von einer anderen Firma zu nutzen, ohne in Nachteil zu geraten....

                  Es geht um den Besitz von Wissen, das sich bestimmte Länder und Firmen aneignen und gegenüber den Besitzlosen verteidigen und abschotten wollen, auch wenn sie es von diesen produzieren lassen.

                  Ich finde für mich wichtig, die zwei Ebenen sauber zu trennen:
                  a) legales Verhalten, um nachts ruhig schlafen zu können, und nicht zu erschrecken, wenn's an der Tür klingelt
                  b) moralische Überzeugungen im Umgang mit Menschen, Konzernen und Produkten, und da habe ich zum Teil meine Zweifel, ob die Argumente in allen Bereichen die gleiche Gültigkeit haben.

                  Viele Grüße
                  Mathias Bigge

                  1. Hallo,

                    Es scheint mir auch eine zufällige Stelle zu sein, an der Chräcker
                    seinen moralischen Standpunkt einbringt.

                    vollkommen richtig. Und dann noch sicherlich höchst unvollständig, meine Moral. Vor allem eben auf die korekt aufgezeigten "globaleren" Konsequenten meines Handelns wie z.Bsp. Klamotten-Kauf. Nur: was bringt mir das nun in einer zufällig ausgewählten Lebenssituation wie die Erziehung meines Kindes? Was sage ich konkret (und lebe es vor und vermittel es durch meine Person) meiner Tochter Klara (4 Jahre)?

                    • Steck das Überraschungsei ruhig ein ohne es aufs Kassenband zu legen, weil wir mit dem Kauf Deiner Jacke moralisch eindeutig schlimmeres veranstaltet haben.

                    • Steck das Überraschungsei ruhig unbezahlt ein, weil ich ja für meine DVDs auch nichts zahle, Steuer hinterziehe und Wertsachen, die ich auf der Straße finde, behalte und nicht abgebe etc ? (vorgelebtes Beispile dann)

                    • steck das Ü-Ei ruhig ein, weil der Laden, den Du damit bestiehlst, mit dem Verkauf der Jacke, die Du trägst, eindeutig schlimmeres mindstens gebilligt hat

                    oder

                    • steck das Ü-Ei nicht ein, nicht aus moralischen gründen, sondern weil die eine gute Überwachungskamera haben, und laut Gesetz Ladendiebstahl nun mal geahntet wird. Später, wenn Du groß bist, kannst Du Dir dann Deine eigene Moral basteln?

                    Wer diese Beispiele und die Verquickung mit dem Problem der globalen Moral zu weit gegriffen findet, schicke ich gerne mal mit meiner Tochter einkaufen.

                    Das sind die Probleme, die ein einfacher Gesell eben in der Erziehung hat: welche einfacher-Nenner-Moral bringe ich meinen Kindern bei und lebe sie, und wie soll das gehen in den vollkommen richtig aufgezeigten globalen Zusammenhängen? Vielleicht ist da eine gewisse simplizierung des Verständnis manchmal ganz heilsam. "Wenigstens" in meinem, in der Tat zufällig ausgewähltem Bereich, versuche ich eben meine Moral zu finden (und habe da schon genug Lücken und Schmuddelecken...). Bewust vieles ausblendend, aber ansonsten rutscht man ja in eine andere Beliebibigkeit, die ich meinen Kindern kaum vermitteln möchte. (Klau das Ü-Ei, die/wir machen noch was viel schlimmeres, und was gut ist und was nicht ist eh beliebig....)

                    Chräcker