Carsten: Unterbrechungsfreie Strom-Versorgung

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Hi Sven,

Ein Netzteil hat nicht nur eine Wirkleistungsaufnahme. Da sich im Netzteil ein Transformator befindet, ist es eine induktive Last.

Falsch.
Ein handelsübliches Computernetzteil ist ein primärgetaktetes Schaltnetztteil [1]. Die Blindleistung dieses Netzteils ist weder induktiv noch kapazitiv sondern resultiert aus der nichtlinearen Stromaufnahme durch die direkte Gleichrichtung der Netzspannung [2]. Aktuelle Schaltnetzteile müssen in dieser hinsicht kompensiert sein (man liest oft was von PFC=Power Factor Correction) und haben dann eine Cos Phi von nahezu 1, d.h. keine Blindleistung oder auch Leistungsaufnahme in VA gleich der in W.

Man _kann_ diese induktive Last durch Einbau von Kondensatoren kompensieren, so dass das Stromnetz wieder nur Wirkleistung liefern muß,

Das macht man bei grösseren Motoren und bei Leuchtstofflampen, die ansonsten beide ziemlich heftig Blindleistung ziehen.

... aber bei billigen Netzteilen?).

Zur Kompensation der Blindleistung von Computernetzteilen benötigt man z.B. eine fettere Drossel, in neueren preiswerten Netzteilen gut zu erkennen. (Es gibt auch intelligentere elektronische Lösungen die mit mechanisch kleineren Induktivitäten auskommen.)

Was hat der Anwender jetzt davon?

Wenn er einen recht neuen Rechner besitzt eine Menge:
Die _dürfen_ nämlich fast keinen Blindstrom mehr ziehen, müssen also kompensiert sein.

Gruss,
  Carsten

[1] und ausschliesslich dafür sind die meisten USV's ausgelegt.
[2] das ist übrigens auch bei belasteten grösseren Netzteilen mit (50Hz)Transformatoren der Fall, die Elektronik versorgen. Die Induktivität des Trafos kann man da praktisch vernachlässigen, entscheidend sind wieder die Stromspitzen vom Nachladen des Siebelekos.