Jörg Dutschke: Eigene Texte schützen

Hallo und guten Tag erstmal!

Ich trage mich mit dem Gedanken auf meiner Homepage auch eigene Gedichte zu veröffentlichen. Während ich so über dieses Projekt nachdachte schießt mir so der Gedanke durchs Hirn, dass es doch ein leichtes für jemanden mit genügend "krimineller Energie" wäre, sich im Netz mal umzuschauen, nette Gedichte zu sammeln und diese einfach als Buch herauszubringen.
Dagegen kann man sich IMHO nicht wappnen. Oder gibt es eine Möglichkeit des Nachweises, dass z.B. die geklauten Verse aus der eigenen Feder stammen und nicht aus der des "Autors"? Immerhin kann der sich dann auf den Standpunkt stellen, dass "seine" Zeilen ja buchtechnisch veröffentlich wurden und beispielsweise von mir abgekupfert worden sind.
Auf der rein zeitlichen Achse ist internettechnisch kein Nachweis möglich, dass meine Veröffentlichung VOR dem Erscheinen des Buches liegt, denn auch die eigenen Seiten ändern sich ja im Laufe eines Projekts fortlaufend oder periodisch.

Also - ich finde es schade, dass man sich mit solchen Problemen rumprügeln muß, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Vielleicht kann und werde ich diese Idee mit den Gedichten auch canceln .... bevor ich potentiell irgendwelche Schmarotzer füttere. Aber strenggenommen bräuchte man dann gar nichts im Netz veröffentlichen.

Wie seht ihr das? Habt ihr irgendwelche Tipps auf Lager?
Vielen Dank schonmal und Grüße vom sonnigen Bodensee
Jörg

  1. Wie seht ihr das? Habt ihr irgendwelche Tipps auf Lager?

    Copyright hinzufügen, als Bild statt als ASCII-Text veröffentlichen.

  2. Hi!

    Ein Gedicht, das du öffentlich online stellst, sind halt von jedem Narren kopierbar.
    Selbst, wenn du das Gedicht als Bild oder als Flashfilm speicherst, es gibt immer auch noch die Möglichkeit eines Screenshots und eines OCR-Programms, das dieses Bild wiederum in Text umwandelt.
    Die einzige Alternative vor Missbrauch wäre der Schutz durch eine Passwortabfrage, aber dann wäre das Gedicht ja nicht mehr öffentlich.
    Ja, das ist der große Nachteil des Internet - alles ist öffentlich, jeder kann auf die Seiten drauf und abpinseln, was das Zeug hält (da ärgern sich auch viele Webdesigner drüber, dass IHR Quelltext so mirnixdirnix plötzlich bei jemand anderem auftaucht).

    Konkret: Schreib doch lieber selber ein Buch mit Gedichten! :-D
    Dann ist es auch geschützt.
    Du kannst ja auch über ein internationales Copyright gehen, aber das geht hier glaube ich zu weit...

    cu

    Marc Reichelt || http://www.marcreichelt.de/

    --
    tel.: 0049/6181/72224
    Linux is like a wigmam - no windows, no gates and an Apache inside!!!
  3. Hallo,

    lege deine Texte doch mit einem Datum beglaubigt ab. Am einfachsten geht dies, wenn du einen Brief mit den texten an dich selber schickst. Diesen dann auf keinen Fall öffnen, ausschlaggeben ist natürlicg dann das Datum des Poststempels. Verlassen würde ich mich aber nicht darauf...

    Odium

  4. Hallo Jörg,

    Auf der rein zeitlichen Achse ist internettechnisch kein Nachweis möglich, dass meine Veröffentlichung VOR dem Erscheinen des Buches liegt, denn auch die eigenen Seiten ändern sich ja im Laufe eines Projekts fortlaufend oder periodisch.

    Ich mag die Idee von Marc Reichelt: Du kannst ein Buch im eigenen Verlag veröffentlichen. Das muss nicht teuer sein. Bei Gedichte finde ich es eh' ganz nett auch ein Papier in der Hand zu haben. Dann hast Du den Beweis des Erscheinungsdatum. Du kannst trotzdem ein paar ausgewählte Gedichte im Netz publizieren und gleich Werbung für das Buch machen.
    Und wenn Du mal auch Lesungen machen willst oder so, kann das von Vorteil sein, einen solchen "seriösen" Auftritt zu haben.

    Viel Glück damit

    Nicola

  5. Hallo,
    ich hätte einen Linktipp für dich.
    http://websignum.richtig.de
    Da kann man seinen Text in einer Datenbank eintragen und dadurch beweisen lassen, dass der Text geschützt ist, mit Datum etc.
    Ob das so sicher ist weiß ich nicht genau, aber für mich reicht es!
    Liebe Grüße

  6. Hallo,

    Oder gibt es eine Möglichkeit des Nachweises, dass z.B. die geklauten Verse aus der eigenen Feder stammen und nicht aus der des "Autors"?

    Grundsätzlich hast du das Urheberrecht an deinen Texten, egal ob du nun auf der Webseite darauf hinweist oder nicht. Im direkten Schlagabtausch könnte es allerdings vorkommen, dass du dies beweisen müsstest. Eine sehr gute Möglichkeit wäre deshalb wirklich, deine Texte auszudrucken und per Brief an dich selbst zu schicken. Der ungeöffnete Brief samt gültigem Poststempel dient dann als Beweis. Ob das rechtlich wirklich 100% wasserdicht ist, kann ich dir nicht sagen, da ich kein Jurist bin, jedoch ist diese Methode sehr beliebt bei Musikern, die ihre Komposition auf Tonträgern sichern und sich selbst zusenden. Vollkommen wasserdicht ist natürlich die Möglichkeit, deine Texte beim Notar zu hinterlegen, nur kostet dies natürlich etwas Geld.

    Also - ich finde es schade, dass man sich mit solchen Problemen rumprügeln muß, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    Wieso, bisher gibt es doch noch keine akuten Probleme, oder? Sollten welche auftreten, sind es nicht deine Probleme, sondern die desjenigen, der deine Texte kopiert und sich daraufhin unter Umständen juristisch rechtfertigen muss, falls er auf sturr stellt.

    Vielleicht kann und werde ich diese Idee mit den Gedichten auch canceln .... bevor ich potentiell irgendwelche Schmarotzer füttere.

    Blödsinn. Kopiert werden kann fast überall. Deswegen haben die Stones auch nie aufgehört, Songs zu schreiben. Also hau rein und veröffentliche, was das Zeug hält! :-)

    Gruß,
    _Dirk