Julian Hofmann: Während Studiums erbrachten Leistungen. Wem gehörts?

Hallo.

Im Moment bin ich etwas in Diskussion mit einem Prof bezüglich der Veröffentlichung von Daten, die während des Studiums von Studenten erarbeitet werden.

Konkret geht es darum, dass ich einer Vorlesung "Projektmanagement" kleinere Teams aus Studenten ein frei wählbares Homepage-Projekt unter Berücksichtigung des gelehrten Schemas umsetzen sollen. Hierzu müssen in regelmäßigen Abständen Berichte über der Fortgang des Projekt in Schriftform abgegeben werden. Unser Prof ist der Meinung, dass er diese öffentlich zugänglich machen darf.
Wir sehen das etwas anders. Wir sehen im Projektinhalt unser geistiges Eigentum und lediglich in der Organisation des Projektes eine Leistung der Uni, der folglich hieran auch die Rechte gehörten.

Wer kann mir weiterhelfen? Hat die Uni nun das Recht solche Inhalte zu veröffentlichen oder nicht? Wohlgemerkt, es geht nicht um Forschungsergebnisse, sondern um ein von uns gewähltes Projekt.

Grüße aus Würzburg
Julian

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  1. Hallo,

    Hierzu müssen in regelmäßigen Abständen Berichte über der Fortgang des Projekt in Schriftform abgegeben werden. Unser Prof ist der Meinung, dass er diese öffentlich zugänglich machen darf.

    Sehe ich auch so.

    Wir sehen das etwas anders. Wir sehen im Projektinhalt unser geistiges Eigentum und lediglich in der Organisation des Projektes eine Leistung der Uni, der folglich hieran auch die Rechte gehörten.

    Du wirst eines Tages eine Diplomarbeit schreiben, verbrenne sie gleich nach dem sie fertig ist. Denn sie ist auch dein geistiges Eigentum und sollte keinem Menschen je zugänglich gemacht werden.

    Und so wie du es geschrieben hast, will dein Prof. eure Berichte veröffentlichen. Welches Problem hast du damit? Ist eure Arbeit so miserable, dass ihr Voranschreiten nicht Wert ist von anderen gelesen zu werden?

    Außerdem: es ist so, dass z.B. auch Software die im Rahmen von Uniübungen etc. entsteht der Uni gehört.

    Oder geht es dir nur darum, dass ihr Geld damit verdient / verdienen wollt?

    Grüße
    Thomas

    1. Hallo.

      Außerdem: es ist so, dass z.B. auch Software die im Rahmen von Uniübungen etc. entsteht der Uni gehört.

      Genau hier sehe ich aber den Knackpunkt. Die Website wird nicht imA uftrag entwickelt, sondern der Auftrag ist die Durchführung eines Projektes. Die Inhalte sind dabei freigestellt. Somit basiert meines Erachtens das Website-Projekt auf der geistigen Leistung der Studenten und ist von der Uni unabhängig.
      Und Deinen obigen Standpunkt habe ich von einem HiWi auch gehört, nur konnte er mir bisher nicht erklären, wo dies auch festgehalten ist. Müsste doch irgendwo im Hochschulgesetz oder in der Prüfungsordnung oder so stehen. Ich hab bisher aber nichts gefunden (womit für mich das UrhG uneingeschränkt gelten würde).

      Es geht am Ende dann auch u.a. um den weiteren Betrieb der Internetpräsenz (die von anfang an auf privaten Servern läuft). Hätte die Uni die Rechte daran, so wäre uns dies nicht gestattet.

      Grüße aus Würzburg
      Julian

      --
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      1. Hallo.

        Es geht am Ende dann auch u.a. um den weiteren Betrieb der Internetpräsenz (die von anfang an auf privaten Servern läuft). Hätte die Uni die Rechte daran, so wäre uns dies nicht gestattet.

        Grüße aus Würzburg
        Julian

        Ích frage mich wo Dein Problem liegt?
        Gehts ums Prinzip?
        Kannste den Prof nicht leiden?
        Meine Diplomarbeit wurde auch von Anfang an auf meinem Rechner entwickelt. Und alle Rechnungen wurden mit meinem Privaten Taschenrechner gemacht, na und?
        Jetzt steht der Schinken in der Biblithek und jeder kann sich meine Ergüsse ansehen!
        Und jetzt?
        Wir haben auch solche Sachen gemacht, (WI-Studium) meist waren die Profs zufrieden wenn sie es in irgendwelchen Publikationen verwenden durften und haben uns unseren Frieden gelassen, und noch dazu sehr gute Noten gegeben.
        Hab ich halt mein Projekt gemacht der Prof. hats in Vorträgen erwähnt und ich hatte kostenlose Werbung was will ich mehr?
        Viele Grüße aus Berlin TomIRL

        1. Hallo.

          Gehts ums Prinzip?

          Ein bisschen auch. Ich weiß immer auch ganz gerne, welche Rechte ich habe. So ist man in Ernstfall - wenn es sowas mal gibt - besser gerüstet um auch dagegen anzugehen, wenn's einem wirklich nicht passt.

          Meine Diplomarbeit
          Jetzt steht der Schinken in der Biblithek und jeder kann sich meine Ergüsse ansehen!

          Ja, nur gibt's soweit mir bekannt bei Diplomarbeiten die Auflage, dass sie veröffentlicht werden müssen um das Diplom überhaupt zu bekommen. D.h. hier ist es geregelt. Und genau nach der Regelung für meinen Fall suche ich eigentlich.

          Grüße aus Würzburg
          Julian

          --
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        2. Hi allerseits,

          ist doch ganz einfach: Euer Prof. veroeffentlich ja offensichtlich nur die Zusammenfassungen bzw. Berichte zum Projekt, aber nicht den Quellcode. Letztlich geht's um geistiges Eigentum, wem gehoert's und was darf an die Oeffentlichkeit. Soweit das irgendwelche Berichte mit Code-Schnipseln angeht, ist das ja wohl ziemlich sekundaer. Interessanter wirds, sobald tatsaechlich Code vom Lehrstuhl weiterverwandt wird. Das ist uebrigens allgemein ueblich, gehoert zum Studium dazu, aber sollte mit den Leuten abgesprochen werden.

          Mmmh, nur so Interesse halber: welcher Lehrstuhl (Prof) ist das? Ich tipp ja mal auf Albert ...
          Ich selbst darf gerade an der FH Wuerzburg einen Webshop auf EJB-Basis mit Oracle entwickeln, und zwar fuer einen Dozenten, der nur einen externen (!!!) Lehrauftrag hat und das gesamte Projekt (20 Beteiligte) danach garantiert (privat !!!) verscherbeln wird (und zwar an www.neolab.de und an www.daniels-korff.de). Sowas ist auch hoch motivierend ...

          Gruss aus der Nachbarschaft,
          Ralph

          1. Moin Ralph

            Mmmh, nur so Interesse halber: welcher Lehrstuhl (Prof) ist das? Ich tipp ja mal auf Albert ...
            Ich selbst darf gerade an der FH Wuerzburg einen Webshop auf EJB-Basis mit Oracle entwickeln, und zwar fuer einen Dozenten, der nur einen externen (!!!) Lehrauftrag hat und das gesamte Projekt (20 Beteiligte) danach garantiert (privat !!!) verscherbeln wird (und zwar an www.neolab.de und an www.daniels-korff.de). Sowas ist auch hoch motivierend ...

            Und ich bin mir sicher, es gab noch andere Projekte zur Auswahl!
            Du hättest also nicht unbedingt dieses Projekt machen müßen stimmts?

            Ich kenne eben jenen Prof Albert... auch, aber mein Eindruck war eher das er keine richtige Ahnung hat und sich durch solche Aktionen die Kontakte in die Wirtschaft verschafft.

            War übrigens bei meinem Prof nicht anders, der hatte sogar ne eigene Firma die regelmäßig Projekte in die Uni gegeben hat.
            Und in Saarbrücken kenn ich es von Schereer da ja auch einen Lehrstuhl für WI hat und aussderm eine Zeitlang sämtliche Studenten im WI Bereich von der Uni direkt weggecastet hat.

            Aber mir waren die Profs immer lieber als die, die nur Therie gemacht haben und wo in ner Datenbakvorlesung die Hochschule neu organisiert wurde *gähn*.

            In diesem Sinne einen schönen Tag.

            TomIRL

            Übrigens zur rechtlichen Regelung:
            In Baden Würtemberg war das im Hochschulrahmengesetz geregelt.
            Dürfte in Bayern nicht anders sein.

      2. Hallo,

        Genau hier sehe ich aber den Knackpunkt. Die Website wird nicht imA uftrag entwickelt, sondern der Auftrag ist die Durchführung eines Projektes. Die Inhalte sind dabei freigestellt. Somit basiert meines Erachtens das Website-Projekt auf der geistigen Leistung der Studenten und ist von der Uni unabhängig.

        Das ist Korintenkakerei.
        Frage: hättest du ohne diese für _deine_ Noten und Studium benötigte Seminararbeit (nennen wir es so) überhaut dich mit den anderen daran gemacht diese und genau diese Webseite zu entwickeln?
        Der Aufrtag war doch ein Projekt durchzuführen: das beinhaltet schon, dass ihr was _machen_ musst. Oder du erkläst Nichtstun zur Tätigkeit und macht ein Projekat daraus wie man Nichtstun auf Projektmanagementebene beschreiben und planen kann.

        Auch wenn ich jetzt damit 85% der Forumstelnehmer beleidigte, aber das was du auffühst ist sowas von typisch Deutsch.

        Es geht am Ende dann auch u.a. um den weiteren Betrieb der Internetpräsenz (die von anfang an auf privaten Servern läuft).

        Geht es um Geld oder nicht?

        »»Hätte die Uni die Rechte daran, so wäre uns dies nicht gestattet.

        Dass die Projektarbeit eure geistiger Erguss ist, wird keiner abstreiten und ich glaube kaum dass es der Uni darum geht eure Inhalte zu behalten, due hast selbst geschreiben, der Prof will nur eure Berichte öffentlich zugänglich machen.
        Galubst du ersthaft, dass so irre viele Leute daran interesse haben???

        Und wenn ich dein Prof wäre, würde ich dir bei jeder Prüfung sehr freundlich und wohlgesinnt begegenen und dich Blut schwitzen lassen, weil du aus einer Mücke einen Elefanten machts.

        Menschenskind, du bist in paar Jahren "auf der Strasse" und wenn du so weitermacht, bist einer der den Obstverkäufer verklagt, weil seine Äpfel die Sonnenstahren wiederspiegelten und diese dich geblendet haben.

        *mit Unverständnis und Kopfschüttel*
        Thomas

  2. Hallo Julian,

    Hierzu müssen in regelmäßigen Abständen Berichte über der Fortgang des
    Projekt in Schriftform abgegeben werden. Unser Prof ist der Meinung, dass er
    diese öffentlich zugänglich machen darf.

    Interessehalber: Was ist denn an Fortschrittsberichten über ein kleines
    Projekt so wertvoll, daß sich der ganze Trara lohnt? Schreibt ihr die
    als lateinische Sonette?

    Ich sehe da keine vernünftige Relation zwischen Aufwand (beim Diskutieren
    mit dem Prof) und Nutzen (Was habt ihr von der Nichtveröffentlichung?).

    Etwas mehr zur Sache:
    Zum einen seid ihr an einer wissenschaftlichen Anstalt. Wissenschaft lebt
    vom Veröffentlichen und der Freiheit der Informationen.
    Zum anderen ist des Usus, daß die Rechte an einer im Auftrag entwickelten
    Sache beim Auftragsgeber liegen. Bei der Uni so wie auch bei Arbeitsgebern.
    Man stelle sich vor einer der Kernprogrammierer von Windows würde bei
    Microsoft kündigen aber vor Verlassen der Firma fordern, daß sämtliche
    von ihm geschriebene Kommentare und Dokumentationen zu seinem Quellcode
    sein geistiges Eigentum seien und daß diese bitte gelöscht werden. OK, es
    gibt es Theorie, nach der das schon passiert sei. ;-)
    [dsf:irgendwas]

    • Tim
    1. Guten Abend allerseits,

      Zum anderen ist des Usus, daß die Rechte an einer im Auftrag entwickelten Sache beim Auftragsgeber liegen. Bei der Uni so wie auch bei Arbeitsgebern.

      Jepp, das ist in Germoney (wie sollte es auch anders sein:) im so genannten Arbeitnehmererfindungengesetz geregelt. Da steht im Wesentlichen drin, dass dem Arbeitgeber die Rechte an Diensterfindungen des Arbeitnehmers zustehen. Dem Arbeitnehmer wiederum steht eine Vergütung nach den so genannten Vergütungsrichtlinien für Arbeitnehmererfindungen zu.

      Dies alles dürfte allerdings nicht auf Studenten an Universitäten anwendbar sein. Aber da gibt's eh meistens eine juristische Fakultät ;-)

      mfg Torsten

      --
      Opinions are like assholes: everybody has one.
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    2. Hallo.

      Interessehalber: Was ist denn an Fortschrittsberichten über ein kleines
      Projekt so wertvoll, daß sich der ganze Trara lohnt?

      Nein, es ist eben _keine_ Forschung und es ist auch keine Software, die im Auftrag entwickelt wird. Auftrag ist lediglich die Durchführung eines Projektes. Was das Projekt zum Inhalt hat ist freigestellt.

      Konkret geht es dann am Ende u.a. darum, ob wir das Projekt (d.h. das Webangebot) auch nach diesem Semester privat weiterbetreiben dürfen (nachdem es eh auf unserem Server liegt). Lägen die Nutzungsrechte bei der Uni, so bräuchten wir hierfür dann ja eine Genehmigung.

      Grüße aus Würzburg
      Julian

      --
      ss:) zu:{ ls:< fo:) de:< va:} ch:° n4:} rl:° br:> js:| ie:{ fl:( mo:)