Christoph Schnauß: Kinderporno-Spam

guten Abend,

mich hat eben eine besonders dreiste Spam-Mail mit zwei links zu Kinderporno-Seiten erreicht. Die mail hat folgenden Header:

Return-Path: ofrneainna@iname.com
X-Flags: 0000
Delivered-To: GMX delivery to christoph.schnauss@berlin.de
Received: (qmail 11079 invoked by uid 65534); 22 Nov 2003 22:16:58 -0000
Received: from 226-129-58-66.gci.net (EHLO 226-129-58-66.gci.net) (66.58.129.226)
  by mx0.gmx.net (mx020-rz3) with SMTP; 22 Nov 2003 23:16:58 +0100
Received: from unknown (HELO localhost) (127.0.0.1)
    by localhost.obw.com with SMTP; Sat, 22 Nov 2003 14:25:40 -0800
Received: from 224.138.141.137 (224.138.141.137[224.138.141.137])
       by 226-129-58-66.gci.net (IMP) with HTTP
       for christoph.schnauss@berlin.de; Sat, 22 Nov 2003 14:25:40 -0800
Message-ID: 8980561069539940@226-129-58-66.gci.net
From: "Olive" ofrneainna@iname.com
To: "Emm" christoph.schnauss@berlin.de
Subject: XXX-Ch!ldren-ZONE
Date: Sat, 22 Nov 2003 14:25:40 -0800
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/html; charset="iso-8859-1"

die beiden links, die dort angegeben sind, poste ich nicht.

Ich habe lange Zeit gar keine Porno-Spams mehr bekommen, aber das Ding ärgert mich sehr. Da ich mich bisher mehr darum gekümmert habe, wie ich Virus-Mails blocken kann, weiß ich im Moment nicht, ob und wohin ich den Empfang einer solchen Dreistigkeit melden kann  -  aber es sollte irgendso eine Stelle geben. Kann mir jemand mal auf die Sprünge helfen?

Grüße aus Berlin

Christoph S.

  1. Hallo Christoph,

    http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno/ >> http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno/meldestellen.shtml

    wenn Du das nicht möchtest, musst bis morgen warten, von meiner Maus eine gute Bekannte arbeitet in einem passenden Verein und hat da wohl direkten Draht, dass solcher Schund direkt bekämpft wird.

    Gruss, Thoralf

    --
    Sic Luceat Lux!
    1. hi,

      http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno/
      http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno/meldestellen.shtml

      Danke, ich wende mich an beide.

      wenn Du das nicht möchtest, musst bis morgen warten, von meiner Maus eine gute Bekannte arbeitet in einem passenden Verein und hat da wohl direkten Draht, dass solcher Schund direkt bekämpft wird.

      Ich habe dir das Ding zusätzlich als mail geschickt, gib es deiner Bekannten bitte zu Bekämpfungszwecken weiter  -  ich bin nicht überzeugt, daß man damit den Urheber wirklich erwischen kann, aber einen Versuch ist es wert.

      Grüße aus Berlin

      Christoph S.

    2. Hallo,

      von meiner Maus

      Wheel-Maus, Optische-Maus, Funk-Maus? Logitech, Microsoft?

      Grüße
      Thomas

  2. BKA!
    Kannst zu jeder Polizeidiensttelle gehen und anzeigen.
    Kommt drauf an wie ängstlich Du bist.
    Annonyme kümmern sich diese Organisationen darum:
    http://www.bka.de/vorbeugung/links.html#m08-1

    Ich hab nen Draht brauchst Du Kontakt?

    Tom

    1. hallo Tom,

      Kannst zu jeder Polizeidiensttelle gehen und anzeigen.
      Kommt drauf an wie ängstlich Du bist.

      Bei diesem Thema (und meistens auch sonst) bin ich absolut nicht ängstlich. Aber auch die Polizeidienststellen kennen ein arbeitsfreies Wochenende.

      Annonyme kümmern sich diese Organisationen darum:
      http://www.bka.de/vorbeugung/links.html#m08-1

      Da gibts ein paar nette links, aber keiner führt irgendwohin, wo man eine (Straf-)Anzeige aufgeben könnte. Trost oder seelischen Beistand brauche ich nicht, aber ich will, daß mit aller möglichen gesetzlichen Härte nicht nur gegen Kinderpornographie, sondern auch gegen die Spammer vorgegangen wird. Mich hat die Kombination von beidem eben sehr unerwartet getroffen und entsprechend erbost.

      Ich hab nen Draht brauchst Du Kontakt?

      Ich habe mir die mail, die übrigens virenfrei war, als plain-text gespeichert, ehe ich sie vom mail-Provider gelöscht habe. Gib mir den entsprechenden "Draht" bitte per mail an, dann werden wir sehen.

      Grüße aus Berlin

      Christoph S.

  3. Hi!

    Received: from 226-129-58-66.gci.net (EHLO 226-129-58-66.gci.net) (66.58.129.226)

    Das ist inm Prinzip die einzige Zeile der man trauen kann, da diese von Deinem Mailserver stammt.

    Wenn man die IP nachguckt, ist das tatsächlich eine Firma GCI, und zwar ein amerikanischer Provider wenn ich das richtig sehe. Gut, die werden das nicht selbst versendet haben, aber über sie wurde gesendet.

    Die sehen sowas auch nicht gerne, ich würde die mail an abuse@gci.net weiterleiten, mit einem Satz davor. Die werden das mit Sicherheit auch nicht gerne sehen, aber die Mail kommt definitiv von deren Mailserver.

    Grüße
    Andreas

    1. morgens Andreas,

      ich würde die mail an abuse@gci.net weiterleiten, mit einem Satz davor

      Ist schon passiert. Jetzt muß ich abwarten, ob sie reagieren, und wie das eventuell geschieht.

      Grüße aus Berlin

      Christoph S.

    2. Moin,

      Wenn man die IP nachguckt, ist das tatsächlich eine Firma GCI, und zwar ein amerikanischer Provider wenn ich das richtig sehe. Gut, die werden das nicht selbst versendet haben, aber über sie wurde gesendet.

      Ich denke schon, dass die da mit drin stecken (vielleicht auch bloß über einen fehlkonfigurierten oder kompromittierten Server), denn die Zeile die von derem Mailserver erzeugt wurde ergibt keinen Sinn:

      Received: from 224.138.141.137 (224.138.141.137[224.138.141.137])
             by 226-129-58-66.gci.net (IMP) with HTTP

      Die Mail wurde also angeblich über das Webmailinterface IMP geschrieben, aber der Absender soll eine Multicast-Addresse sein, die laut RFC 3171 noch nicht mal vergeben ist?

      --
      Henryk Plötz
      Grüße aus Berlin
      ~~~~~~~~ Un-CDs, nein danke! http://www.heise.de/ct/cd-register/ ~~~~~~~~
      ~~ Help Microsoft fight software piracy: Give Linux to a friend today! ~~
      1. Hi Henryk!

        Received: from 224.138.141.137 (224.138.141.137[224.138.141.137])
               by 226-129-58-66.gci.net (IMP) with HTTP

        Die Mail wurde also angeblich über das Webmailinterface IMP geschrieben, aber der Absender soll eine Multicast-Addresse sein, die laut RFC 3171 noch nicht mal vergeben ist?

        Du meinst wegen "224/8   Sep 81   IANA - Multicast" bei iana.org?
        Gleiches gilt wohl auch für die anderen: "226/8   Sep 81   IANA - Multicast", wenn ich davon ausgehe dass das eine IP sein soll - wie das oft gemacht wird.

        Wie bist Du aber auf "RFC 317" gekommen wenn ich fragen darf?

        Grüße
        Andreas

        PS: "Forward the full e-mail, copying all header information into the text of your e-mail message, to abuse@gci.net. We can try to get the spammer's ISP access disallowed. However, devious spammers can forge e-mail addresses and mail servers of origin, and do shift Internet accounts constantly, so senders of particularly objectionable spam are hard to fight."
        http://www.gci.net/index.cfm?FuseAction=ViewPage&Document=EMAIL.spam

        1. Moin,

          Du meinst wegen "224/8   Sep 81   IANA - Multicast" bei iana.org?

          Ja.

          Gleiches gilt wohl auch für die anderen: "226/8   Sep 81   IANA - Multicast", wenn ich davon ausgehe dass das eine IP sein soll - wie das oft gemacht wird.

          Nein. Das ist ein DNS-Name und da wird die IP-Addresse umgekehrt benutzt: 226-129-58-66.gci.net ist also 66.58.129.226.

          Wie bist Du aber auf "RFC 317" gekommen wenn ich fragen darf?

          In RFC 3330 war ein Verweis darauf.

          --
          Henryk Plötz
          Grüße aus Berlin
          ~~~~~~~~ Un-CDs, nein danke! http://www.heise.de/ct/cd-register/ ~~~~~~~~
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  4. Hallo Christoph,

    beim Bezug derartigen Spams aus den USA wird man nach der Verabschiedung des CAN-SPAM acts gestern im Repräsentatenhaus zukünftig wohl einen wesentlich längeren Hebel zur Intervention bekommen (nachdem das Gesetz entgültig verabschiedet wurde):

    http://news.com.com/2100-1024-5110622.html
      http://www.theorator.com/bills108/s877.html

    Es wäre interressant zu erfahren, welche Möglichkeiten sich daraus für uns Aliens ergeben...

    HTH Robert

    1. guten Abend,

      beim Bezug derartigen Spams aus den USA wird man nach der Verabschiedung des CAN-SPAM acts gestern im Repräsentatenhaus zukünftig wohl einen wesentlich längeren Hebel zur Intervention bekommen.

      Interessant für mich ist das zeitliche Zusammenfallen dieser Entscheidung im amerikanischen Repräsentantenhaus und der Empfang dieser mail (ich bekomme zwar, wie alle, einen Haufen Spam täglich, aber bisher war noch nie ein so dreistes Kinderprono-Angebot dabei).

      http://news.com.com/2100-1024-5110622.html
        http://www.theorator.com/bills108/s877.html
      Es wäre interressant zu erfahren, welche Möglichkeiten sich daraus für uns Aliens ergeben...

      Wir werden sehen. Ich habe erstmal die Stellen, die ich entweder bereits kannte, oder die mir hier im Thread genannt wurden, informiert. Aber es gibt auch dort überall erstmal Wochenende, womit der Spam-Versender genügend Zeit hat, sich unsichtbar zu machen. Es kann also frühestens morgen irgendeine Reaktion von "offizieller Seite" bei mir landen.

      Grüße aus Berlin

      Christoph S.

  5. Morgen Christoph,

    mich hat eben eine besonders dreiste Spam-Mail mit
    zwei links zu Kinderporno-Seiten erreicht.

    Ich hatte mich mal mit dieser frage an einen Anwalt
    gewendet. Weil ich auf Grund meiner Pfadi-Tatetikeit
    einiges mehr an solchen Emails bekomme. Ich wollte
    mal fragen wie es ist, ob dieser nicht einen Artikel
    fuer eine Pfadfinder-Zeitschrift schreiben koennte.

    Hier dann mal die volle Email (Den Inhalt hatte ich
    schon mit Genehmigung an meine Leiter-Runde weiter-
    geleitet, also sollte das hier auch Okay sein.):

    Kurz zu deinen Fragen:

    Das Spamming ist unabhängig vom Inhalt der Mail
    wettbewerbswidrig, da du nicht hinnehmen mußt, dass
    dir jemand unaufgefordert deinen Account mit
    Werbemails blockiert. Dazu sind in der Zwischenzeit
    eine Reihe von Gerichtsentscheidungen in Anlehnung an
    die unaufgeforderte Zusendung von Werbefaxen ergangen.
    Daher ist es völlig in Ordnung, dass du die Mails
    löschst.

    Der Download der Mail als solches ist zunächst nicht strafbar, da du die Zusendung der Mails nicht
    veranlasst hast, sondern lediglich gezwungen bist,
    die unerbetenen Nachrichten zu löschen. Da der Header
    häufig irreführend ist und  auf einen harmlosen Inhalt
    verweist, kommst du ohnehin in Einzelfällen
    nicht darum herum, die Mail zu öffnen.

    Die juristischen Möglichkeiten gegen Spams sind
    leider bei (in vielen Fällen üblichen) ausländischen
    Absendern sehr begrenzt, da der Initiator der
    Mailingaktion im Ausland schlicht dem
    Anwendungsbereich des deutschen Wettbewerbs- und
    Strafrechts entzogen ist.

    Darüber hinaus verwenden viele dieser "Anbieter" darüber hinaus mißbräuchlich falsche Mailkennungen,
    was durch die leicht zu ändernde Absenderkennung recht
    einfach erreichbar ist.

    Der Betroffene kann den Urheber der Spam aber dadurch
    erfahren, dass er unter den Funktionen "Eigenschaften"
    bzw. "Ansicht" unter den Punkten:

    • Erweiterter Header
    • Erweiterte Kopfzeile
    • Kopfzeilen alle

    sich den Absender im Klarstext ansieht (gilt für Netscape, MS Explorer, Opera). Dann erhälst du in
    Klammern hinter dem Absendernamen dessen
    physikalischen Namen.

    Soweit die Werbemail aus dem Inland kommt, bestünde
    (bei strafrechtlich relevantem Inhalt) die Möglichkeit
    der Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Dazu müßte aber der Absender
    tatsächlich bekannt sein.

    Wettbewerbs- und zivilrechtlich könnte der Anbieter darüber hinaus über einen Anwalt abgemahnt werden, die
    Zusendung der Werbemail bis auf weiteres zu
    unterlassen. Diese vorgehensweise ist jedoch nur in
    den Fällen erfolgsversprechend,in denen es dir
    gelingt, eindeutig den Absender der Mail inklusive
    seiner ladungsfähigen Anschrift zu verifizieren. Da in
    den betroffenen Verkehrskreisen das Unrechtsbewußtsein
    eher gering ausgeprägt ist, wird der Anbieter im
    Normalfall auf eine Abmahnung gar nicht erst
    reagieren, es verbliebe dann nur der Weg zu Gericht,
    um eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Die
    Kosten des Verfahrens müsstest du zunächst
    vorstrecken.

    Aus den vorgenannten Gründen ist deshalb die
    einfachste Methode die schlichte Löschung der
    jeweiligen Mail. In Extremfällen mag bei inländischem
    Versand auch eine Strafanzeige sinnvoll sein (obwohl
    die Staatsanwaltschaft leider nur sehr selten gegen
    pams vorgeht, da es insofern ausschließlich auf die
    Beurteilung des strafbaren Inhalts ankommt und nicht
    immer die Notwendigkeit einer strafrechtlichen
    Verfolgung gesehen wird).

    gruesse aus'm ruhrpott
      jens mueller

    --
    I am a scout. How can I use Perl in my day-to-day scout business? For example, helping little old ladies across the street. - See the perllol man page.