Hallo Sven,
Dann wäre <abbr title="Euro">EUR</abbr> die zugänglichere Variante und das ist immer noch heikler als schlichtweg »Euro« zu schreiben.
Oh, ein schönes Beispiel dafür, wie man Barrierefreiheit und Zugänglichkeit übertreiben kann.
"EUR" ist offizielles Währungskürzel für den Euro, genauso wie "DM" es früher für die D-Mark war, und es "SFr" heute noch für den schweizer Franken ist.
Das an sich bedeutet exakt nichts im Hinblick auf Verständlichkeit in verschiedenen Ausgabesituationen, noch ist es ein Vorteil gegenüber »Euro«. Eine Seite muss die Abkürzung nicht benutzen, nur weil sie die genormte Abkürzung ist. Europäer und betroffene Weltbürger kennen auch »Euro«, und nicht betroffene Weltbürger verstehen eher »Euro« als die Abkürzung.
Die Idee, "EUR" als Abkürzung in HTML auszuzeichnen und mit der "Langform" zu betiteln, mag zwar rein logisch korrekt sein, dürfte aber bei allen Beteiligten mehr Verwirrung stiften, als erklärend wirken.
Wieso, inwiefern? In grafischen Browsern wird höchstwahrscheinlich eine Unterstreichnung und ein Tooltip angeboten, was meiner Meinung nach zwar weniger notwendig ist, da die Bedeutung für Sehende einfacher aus dem Kontext erkennbar ist und die Großbuchstabenfolge »EUR« geläufig ist, aber daran sehe ich nichts Verwirrendes.
Wem soll damit geholfen werden?
Beispielsweise Screenreader-Benutzer mit Sprach- oder Brailleausgabe.
Europäer kennen die Abkürzung. Weltbürger, die wirtschaftlich mit Europa zu tun haben, werden sie ebenso kennen. Wer sie nicht kennt, braucht sie auch nicht kennen, oder sollte sie dringend irgendwo nachschlagen, oder seine Bank fragen.
Das läuft letztlich auf »wenn es der Benutzer nicht auf Anhieb versteht, es ist sein eigenes Pech« hinaus. Damit zieht sich der Webautor geschickt aus der Verantwortung, eine die Verständlichkeit erleichternde Seite anzubieten. Es mag jedoch genauso Benutzer von grafischen Browsern geben, denen die title-Zusatzinformation tatsächlich das Verständnis erleichtert.
Denn dass es sich bei "EUR-Angaben" um Preise handelt, dürfte relativ schnell jedem gebildeten Menschen klar sein.
Es ist ein Anspruch von Barrierefreiheit (oder nenne es ein Teil von Benutzbarkeit, wie auch immer), solche augenscheinlich selbstverständlichen Voraussetzungen zu hinterfragen. Ich sehe hier keinen Grund, eine potenzielle Barriere einzubauen, welche weniger gebildete Menschen benachteiligt, während »Euro« beziehungsweise EUR mit abbr auch für diese Menschen verständlich ist.
Es geht ferner nicht nur um kennen oder nicht kennen, sondern um erkennen. Und dieses Erkennen ist einfacher möglich, wenn die Langform der Abkürzung beispielsweise beim Vorlesen ausgegeben wird. Abbr ist dazu das passende Element. Noch sicherer und kompatibler ist es, direkt »Euro« zu schreiben.
Mathias