Mathias Bigge: Wie ist das FH-Studium eigentlich aufgeteilt?

Beitrag lesen

Hi Bio,

Studium ist Studium, damit das mal von Anfang an klar ist, Bachelor in Katholischer Theologie der päpstlichen Universität in Rom oder Fachhochschule Dortmund, Abteilung Informatik. Zunächst mal schreibt man sich ein, nachdem man einen Zettel erworben hat, der schulische Qualifikation vortäuscht. Aufgrund dieser Zettel und einiger weiterer Blätter und einiger Poschasten bekommt man dann den Studentenausweis, mit dem man im ganzen Ruhrgiet und in Düsseldorf für Lutsche Bus fahren kann, immerhin ein gutes Gefühl, wenn das Auto mal in die Werkstatt muss. Studenten haben ja häufig keine wertvollen Fahrzeuge, so dass ihnen während der Reparaturzeit nicht kostenlos ein Ersatzwagen zur Verfügung gestellt wird.

Damit ist die erste Hürde genommen und man ist auf dem Weg zum Akademiker. Die nächsten Hürden sind allerdings anderer Natur und für viele Informatiker kaum zu nehmen. Man braucht nämlich eine sogenannte Beziehung, um als vollgültiger Student gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Mehrere lockere Kisten werden als Ersatz allerdings akzeptiert. Das nächste, was man perfektionieren sollte, ist sein Ski-Stil, Carving ist angesagt, oder auch das dämliche Snowboarden, das den Großstadtlärm endlich in die letzte ALpenritze donnert. Krrrrrr krrrrr krrrrrr, ein Fachhochstudent lernt Ski!

Nun muss man in regelmäßigen Abständen Skifahren, Parties feiern, rumknutschen, Hasch rauchen, wieder Skifahren usw. Nach etwa vier Jahren begibt sich der Student in eine Krise: Es dringt die Erkenntnis ins Hirn, dass man vielleicht doch hätte studieren sollen, anstatt nur albern gesellschaftlichen  Verpflichtungen hinterherzurennen.  Beim Skifahren kommt dann der rettende Gedanke: Ich werde Bachelor! Bachelor ist super, es wird eigentlich nichts verlangt und doch ist man Akademiker und kann seiner Zukunft lässig ins Gesicht sehen. Eine herrliche Erfindung!

Bachelor der Archeologie Rumäniens, Bachelor der Geschichte des Skifahrens, Bachelor der Informatik (FH), da ist man ein gemachter Mann.

Ich habe im Moment die Aufgabe, Vorschläge für eine Ausgestaltung er unseeligen Master-/Bachelor-Studiengänge zu erarbeiten.

Studiengang Informatik FH

Leistungsnachweise Grundstudium
1. Carving Ski 1-4
2. Aktfotos von einer passablen Freundin im Sekretariat hinterlegen. Die Dame sollte zur ANsicht mitgebracht werden. Bei Studentinnen tut es auch ein Herr.
3. Anmieten einer "Bude", Verlassen des elterlichen Hauses. Beleg: beglaubigte Kopie des Mietvertrages.
4. Teilnahme an einem Promilletrinken im Hause des Dekans mit anschließender Besichtigung der Notaufnahme einer anerkannten Klinik.
5. Einmalige erfolgreiche Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs im Rahmen einer von der Fachschaft organisierten "Schnitzeljagd".

Leistungsnachweise Hauptstudium
1. Tiefschneefahren 1 - 2
2. Nachweislicher Wechsel des Partners.
3. Teilnahme an einer Diskussionsrunde.
4. Beratung der Dekanatssekretärin oder eines beliebigen Professors in Bezug auf eine beliebige Microsoftanwendung.
5. Gestalten einer Website auf Basis der Frame-Technologie.
6. Programmieren eines Gästebuches.

Zusatzleistungen für den Bachelor an Hochschulen
1. Besuch einer Haschparty.
2. Tiefschneefahren auf gewalzter Piste (Theorie und Praxis)
3. Referat über den eigentlich Sinn des Computers vor einer Gruppe Ahnungsloser Kommilitonen aus dem Fachbereich Kunstgeschichte.
4. Besuch der Cafeteria für Romanistinnen.

Beide Abschlüsse sind absolut gleichwertig, die Unileute haben halt ein bisschen mehr Theorie gemacht, das bringt aber nichts in der Praxis.

Ich habe den Eindruck, dass es quasi unmöglich ist, alle Forderungen, die in diesem Zusammenhang gestellt werden, zu erfüllen.

Warum? Nichts ist leichter als Bildungspolitik. Gut, der Output. Gut gut. Aber sonst?

Gefordert wird z.B. dass alle Abschlüsse europaweit gleichwertig sein sollen

Eine Forderung von gleißender Sinnlosigkeit. Versuche ihr nachzukommen!

Ich benötige Insider-Informationen

An der Börse sind solche dunklen Geschäfte verboten!

Viele Grüße
Mathias Bigge