Meine achtzigjährige Mutter will online gehen
Christoph Schnauß
- menschelei
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Christoph Schnauß
hallo Forum,
Nein, das ist kein Scherz: meine Mutter hat sich dazu überreden lassen, ihren Telfonanbieter zu wechseln, und der "neue" hat ihr einen Haufen Papiere mitgebracht, in denen auch steht, daß sie nunmehr über ihren neuen Anschluß auch problemlos das Internet erreichen könnte (vorher wars ein uralter analoger Anschluß aus DDR-Zeiten). Und nun ist sie neugierig und wills probieren.
Ich finde das erstmal grundsätzlich prima. Soll sie machen. Und den nötigen Rechner einzurichten übernehme natürlich ich. Aber sie wohnt in Zwickau, ich in Berlin. Selbstverständlich wird sie spätestens nach zwei Tagen den ersten Crash erleben oder irgendwas zerschossen haben.
Ich habe zwar ein _bißchen_ Erfahrung mit Netzwerken, aber keinerlei echte Erfahrung damit, wie ich es eventuell einrichten müßte, daß ich dann von meinem Wohnort aus übers "Internet" ihr System notfalls reparieren könnte. Ich weiß lediglich, daß "sowas" funktionieren sollte. Wofür muß ich also sorgen, damit ich im Bedarfsfall einen "remote"-Rechner mit vollem Zugriff auf sein Betriebssystem erreichen könnte? Ich werde ihr kaum ein Linux einrichten können, und das meiste von dem, was wir hier im Forum debattieren, gilt für den Umgang mit einer Achtzigjährigen nun wirklich nicht. Was brauche ich also für eine "remote"-Administration auf dem zu administrierenden Rechner?
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Hi,
na ja, wenn es ein Windows XP-System ist, dann dürfte dir die Remote-Unterstützung helfen, wobei ich mit der keinerlei persönliche Erfahrung habe.
Was ich schon erfolgreich über das Internet eingesetzt habe (mit Einschränkungen sogar über eine Modemleitung) sind die VNC-Varianten. Einfach auf dem Rechner deiner Mutter den Server laufen lassen, Passwort für den Server vergeben und den entsprechenden Port in der Firewall freigeben.
Problematisch wird's natürlich in dem Moment, wo das System nicht mehr vernünftig bootet, da hilft dann wohl auch keinerlei Terminal mehr was. VNC lässt sich aber als Dienst einrichten, kommt damit relativ früh zum Zuge.
Die Erfahrung mit meiner Mutter zeigt: Keine allzu großen Beschränkungen im Benutzerprofil hinterlegen. Zwar reduziert die Beschränkung die Anzahl von Buttons, Fenstern oder sonstigem das man erklären muss, aber früher oder später kommt Frust auf, weil irgendein Programm irgendwas aus dem Internet nachladen und installieren will/muss und dann geht das plötzlich mit den Kontenrechten nicht.
MfG
Rouven
hallo Rouven,
na ja, wenn es ein Windows XP-System ist
Wird es wohl werden.
dann dürfte dir die Remote-Unterstützung helfen, wobei ich mit der keinerlei persönliche Erfahrung habe.
Ich auch nicht :-(
Was ich schon erfolgreich über das Internet eingesetzt habe (mit Einschränkungen sogar über eine Modemleitung) sind die VNC-Varianten. Einfach auf dem Rechner deiner Mutter den Server laufen lassen, Passwort für den Server vergeben und den entsprechenden Port in der Firewall freigeben.
VNC kenne ich, sogar ziemlich tiefgründig - aber bisher nur in lokalen Netzen. Ich kann das natürlich in _meinem_ lokalen Netz ein bißchen durchspielen, habe aber bisher keinerlei Gelegenheit gehabt, das eben mal mit jemandem zu testen, dessen Rechner ein paar hundert Kilometer entfernt steht und eben _nicht_ übers lokale Netz erreichbar ist. Die Prinzipien sind eigentlich dieselben. Aber es gibt ja keine "feste" IP, sondern eine, die ich bei Verbindungsaufnahme erstmal gar nicht kenne.
Problematisch wird's natürlich in dem Moment, wo das System nicht mehr vernünftig bootet, da hilft dann wohl auch keinerlei Terminal mehr was
Naja, falls es boot-Probleme geben sollte, muß mans halt am Telefon bekakeln - solange, bis das System wenigatens gebootet ist, egal, mit welchen Viren und Würmern.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Hey,
Aber es gibt ja keine "feste" IP, sondern eine, die ich bei Verbindungsaufnahme erstmal gar nicht kenne.
Das stimmt. Aber das lässt sich ja software/hardwareseitig umgehen. Bei mir hängt ein Router mit DynDNS-fähigkeit. Für einen einzelnen Rechner tut es die Software von denen ja auch. Du kannst dann in das Adressfeld von VNC einfach die DynDNS-Adresse eingeben, das kriegt er erfolgreich aufgelöst. Wie gesagt, ist bei mir über's WWW erprobt, auch durch den Router durch.
MfG
Rouven
hallo Rouven,
Bei mir hängt ein Router mit DynDNS-fähigkeit
Schön für dich. Aber einen Router kriegt meine Mutter nicht. Punkt. Basta.
:-)
Ich selber habe ja auch keinen. Was ich (im privaten lokalen Netz) "routen" muß, macht der gerade als Host eingesetzte Rechner.
Du kannst dann in das Adressfeld von VNC einfach die DynDNS-Adresse eingeben
Ich bin ein prinzipieller Gegner von DynDNS. Ich akzeptiere zwar, daß jemand, der seinen _eigenen_ Server unbedingt online stellen möchte, DynDNS benutzt (und das Interent in der Regel damit um eine Spamschleuder reicher macht), aber ich sehe nicht, was DynDNS für eine remote-Administration für eine Bedeutung haben könnte.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Hi,
Ich bin ein prinzipieller Gegner von DynDNS. Ich akzeptiere zwar, daß jemand, der seinen _eigenen_ Server unbedingt online stellen möchte, DynDNS benutzt (und das Interent in der Regel damit um eine Spamschleuder reicher macht), aber ich sehe nicht, was DynDNS für eine remote-Administration für eine Bedeutung haben könnte.
die einzige Bedeutung ist den Rechner unter seiner unbekannten IP-Adresse ausfindig zu machen. Windows umgeht das Problem nehme ich an dadurch, dass man von dem Problemrechner aus zunächst eine Unterstützungsanforderung senden muss - wobei dann die Frage wäre wohin.
Irgendeine Möglichkeit brauchst du ja um an die IP heranzukommen, und eh ich mir da eine Krücke selbst zusammenbastle hab ich halt die existierende genommen...
MfG
Rouven
Hallo Forum,
Schön für dich. Aber einen Router kriegt meine Mutter nicht. Punkt. Basta.
Dann musst du aber dringend alle nicht benötigten Programme (Dienste) rausschmeißen, die an irgendwelchen Ports lauschen (außer OpenSSH-Server), auch unter Linux.
Ich bin ein prinzipieller Gegner von DynDNS. Ich akzeptiere zwar, daß jemand, der seinen _eigenen_ Server unbedingt online stellen möchte, DynDNS benutzt (und das Interent in der Regel damit um eine Spamschleuder reicher macht), aber ich sehe nicht, was DynDNS für eine remote-Administration für eine Bedeutung haben könnte.
Der Sinn ist, dass deine Mutter nicht versuchen muss, sich auf der Konsole anzumelden und die eigene IP zu ermitteln, um sie dir übers Telephon vorzulesen, damit du den X-Server und den Dekstop-Manager wieder starten kannst, (versuch das mal deiner Mutter zu erklären, wie das geht) sondern du einfach den Hostnamen in den SSH-Client eingeben kannst.
Daran, dass außer OpenSSH-Server nichts an irgendwelchen Ports lauschen darf ändert DynDNS rein gar nichts.
Gruß
Alexander Brock
hallo Alexander,
Der Sinn ist, dass deine Mutter nicht versuchen muss, sich auf der Konsole anzumelden und die eigene IP zu ermitteln, um sie dir übers Telephon vorzulesen, damit du den X-Server und den Dekstop-Manager wieder starten kannst, (versuch das mal deiner Mutter zu erklären, wie das geht) sondern du einfach den Hostnamen in den SSH-Client eingeben kannst.
Ok, ich lasse es mir nochmal gründlich durch den Kopf gehen.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Ich kann Dir nur meine Erfahrung mitteilen.
Ich hatte das vor Jahren auch mal für meine Schwester
gemacht allerdings noch mit PC Anywhere. Weiss
zwar nicht mehr genau wie, aber es klappt ich konnte
Ihren Bildschirm sehen und Ihr Windows steuern.
Aber wenn dann wirklich mal ein Problem auftrat,
dass immer irgendwie in Zusammenhang mit Windowsanwendungen
stand, konnte diese Prozedur auch nicht helfen.
Später bin ich dazu übergegangen, alles was sie benötigte:
Textverbeitung, Email, und kleine Spielereien als
Onlineversion hinzustellen, so dass sie nur noch den Browser
brauchte und ausser Drucken nicht mehr viel mit Windows
am Hut hatte. Seit dem gibt es kaum noch Probleme.
Kein versehentliches Löschen, Verschieben von Dateien.
Keine Ausnahmefehler.
Lag wohl auch daran, dass es praktisch massgeschneidert war.
Denn die meissten Probleme entstehen wenn die Leute unbedingt
was finden möchten und klicken hier und klicken dort.
Also mein Tipp, bastel Ihr was mit grossen dicken Knöpfen, narrensichere Navigstion und dann "klappts auch mit der Mama" ;-)
Gruss
Wolke
Hallo Christoph.
[…] Ich werde ihr kaum ein Linux einrichten können, […]
Warum eigentlich nicht? Gerade Ubuntu hat sich seit einiger Zeit als sehr einsteigerfreundlich erwiesen.
Im Grunde musst du das gesamte System nur ein einziges Mal vor Ort einrichten, wonach du sämtliche Systemupdates per Remotezugriff durchführen kannst. (Genaueres bzgl. Remotepgrogrammen selbst kann ich aber nicht sagen, da bisher noch nie benötigt.)
Oder ist deine Mutter zwangsläufig auf bestimmte Windows–Programme angewiesen?
Einen schönen Mittwoch noch.
Gruß, Mathias
hi,
(Genaueres bzgl. Remotepgrogrammen selbst kann ich aber nicht sagen, da bisher noch nie benötigt.)
Boahhh ... :-(
Oder ist deine Mutter zwangsläufig auf bestimmte Windows–Programme angewiesen?
Nö. Was sie bisher vom "Internet" weiß, hat sie aus diversen Fernsehspots und -filmen. Mir glaubt sie es erst, wenn sie es gesehen hat. Aber wenn ich ein Linux einrichte, gibt es das Problem, daß ich zusätzlich die Konsole erklären und ihr zusätzlich mindestens ein Dutzend Konsolenbefehle inclusive Erklärung ausdrucken müßte. Meine Mutter hat vor etwas über 60 Jahren mal ein bißchen englisch gelernt ...
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Hallo Christoph.
Aber wenn ich ein Linux einrichte, gibt es das Problem, daß ich zusätzlich die Konsole erklären und ihr zusätzlich mindestens ein Dutzend Konsolenbefehle inclusive Erklärung ausdrucken müßte.
Öhm, du hast Ubuntu einmal in einer seiner aktuellen Versionen ausprobiert? Im Normalfall kommst du da nie mit der Konsole in Berührung. Für praktisch jede Kleinigkeit gibt es ein grafisches Frontend. Und für den Fall des Nicht–Normalfalles kann sich deine Mutter ja mit dir in Verbindung setzen.
Einen schönen Mittwoch noch.
Gruß, Mathias
hallo Ashura,
Öhm, du hast Ubuntu einmal in einer seiner aktuellen Versionen ausprobiert?
Tststs. Was denkst du denn von mir.
Im Normalfall kommst du da nie mit der Konsole in Berührung.
Hm. Das trifft mich ins Herz. Ich wehre mich (mittlerweile seit Jahren) vehement dagegen, daß Debian, Ubuntu, SUSE, Fedora usw. unbedingt im runlevel 5 starten und xdm (oder ein vergleichbares grafisches login) losrennen lassen. Bei mir gibts runlevel 3. Basta.
:-)
Für praktisch jede Kleinigkeit gibt es ein grafisches Frontend.
Das ist richtig. Aber ich mag es nicht, grrrrrmpf. Willst du mir jetzt ernsthaft beibringen, daß ich meine (inzwischen ja auch altersgemäße) Starrsinnigkeit in diesem Punkt revidieren sollte?
Und für den Fall des Nicht–Normalfalles kann sich deine Mutter ja mit dir in Verbindung setzen.
Selbstverständlich. Am Telefon ...
Grüße aus Berlin
Christoph S.
habe d'ehre Christoph
Das ist richtig. Aber ich mag es nicht, grrrrrmpf. Willst du mir jetzt ernsthaft beibringen, daß ich meine (inzwischen ja auch altersgemäße) Starrsinnigkeit in diesem Punkt revidieren sollte?
Das verlangt niemand, aber eine Frage: Besitzt Deine Mutter auch Deine Kenntnisse im Umgang mit Betriebssystemen? Darueber solltest Du Dir Gedanken machen und daraus eine Loesung ableiten.
man liest sich
Wilhelm
hallo Wilhelm,
Besitzt Deine Mutter auch Deine Kenntnisse im Umgang mit Betriebssystemen?
Nein. Das _kann_ sie gar nicht. Und ich kanns ihr natürlich nicht innerhalb von ein paar Tagen so beibringen, daß sie damit wirklich umgehen könnte.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
habe d'ehre Christoph
Besitzt Deine Mutter auch Deine Kenntnisse im Umgang mit Betriebssystemen?
Nein. Das _kann_ sie gar nicht. Und ich kanns ihr natürlich nicht innerhalb von ein paar Tagen so beibringen, daß sie damit wirklich umgehen könnte.
Dann ziehe daraus die notwendigen Schluesse und gehe nicht von Deinen Vorlieben aus. Gib ihr - wenn Linux - Runlevel 5 und ja, automatische Anmeldung (denke an Shift, vergessenes Passwort etc).
BTW: Ich weiss von was ich rede, meine Mutter ist 87 und ziemlich fit im Kopf, jedoch schreibe ich ihr jeden Monat bei meinem Besuch aufs Neue meine Telefonnummer auf. Anrufen tut sie eigentlich trotzdem nie. :-)
man liest sich
Wilhelm
hallo Wilhelm,
Besitzt Deine Mutter auch Deine Kenntnisse im Umgang mit Betriebssystemen?
Nein. Das _kann_ sie gar nicht. Und ich kanns ihr natürlich nicht innerhalb von ein paar Tagen so beibringen, daß sie damit wirklich umgehen könnte.
Dann ziehe daraus die notwendigen Schluesse und gehe nicht von Deinen Vorlieben aus
Nunja, jetzt hast du es also geschafft, daß das Topic "Menschelei" sich im Wortsinn erfüllen darf.
Gib ihr - wenn Linux - Runlevel 5 und ja, automatische Anmeldung (denke an Shift, vergessenes Passwort etc).
Ok. Da sie meine "Kenntnisse" selbstverständlich nicht haben _kann_, hat meine Mutter auch keine Entscheidungsmöglichkeit, ob das, was ich für richtig halte, auch für sie richtig ist. Du hast recht: das muß sie selber herausfinden (sie wird ja mit mir darüber reden), und dazu muß sie wohl ertsmal die "default"-Angebote der Distributionen wenigstens kennenlernen.
BTW: Ich weiss von was ich rede, meine Mutter ist 87 und ziemlich fit im Kopf
"fit im Kopf" ist meine Mutter auch - körperlich nicht mehr so sehr. Du hast mich aber bei einem fatalen Denkfehler ertappt: ich war am Überlegen, wie ich meienr Mutter alles möglichst "leicht" machen kann und habe dabei meine eigenen Maßstäbe (die ich ja auch aus inzwischen langjähriger Übung gewonnen habe) zugrundegelegt. Möglicherweise ist das aber nicht richtig.
Grüße aus Berlin
Christoph S.
habe d'ehre Christoph
Du hast mich aber bei einem fatalen Denkfehler ertappt: ich war am Überlegen, wie ich meienr Mutter alles möglichst "leicht" machen kann und habe dabei meine eigenen Maßstäbe (die ich ja auch aus inzwischen langjähriger Übung gewonnen habe) zugrundegelegt. Möglicherweise ist das aber nicht richtig.
Uebertrage Deine Schlussfolgerungen noch auf "Fragen in diesem Forum" und wir werden noch richtig dicke Freunde. :-)
man liest sich
Wilhelm
hallo Wilhelm,
wir werden noch richtig dicke Freunde. :-)
(öhm, das Zitat hab ich doch jetzt genial verkürzt...)
Sind wir das nicht eigentlich schon seit längerem? Wenn ich mich daran erinnere, wie es war, als ich im richtigen Leben noch Freunde hatte (lang, lang ists her), so waren das eigentlich nur die, die sich trauten, ab und an erheblich anderer Meinung zu sein als ich ;-)
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Hallo Christoph.
Öhm, du hast Ubuntu einmal in einer seiner aktuellen Versionen ausprobiert?
Tststs. Was denkst du denn von mir.
Dass du über ein umfangreiches Repertoire an Betriebssystemen verfügst und hin und wieder Neuerscheinungen ausprobierst.
Für praktisch jede Kleinigkeit gibt es ein grafisches Frontend.
Das ist richtig. Aber ich mag es nicht, grrrrrmpf. Willst du mir jetzt ernsthaft beibringen, daß ich meine (inzwischen ja auch altersgemäße) Starrsinnigkeit in diesem Punkt revidieren sollte?
Wer sprach von dir? Es ging um deine Mutter. Wenn sie dir nicht wegen jeder Kleinigkeit auf die Nerven gehen soll, braucht sie eine übersichtliche und im Idealfall selbst erklärende Oberfläche. Und da sieht es mit grafischen Frontends für Ein– oder Umsteiger nun einmal am besten aus.
Und für den Fall des Nicht–Normalfalles kann sich deine Mutter ja mit dir in Verbindung setzen.
Selbstverständlich. Am Telefon ...
… oder per Remotezugriff. Oder per Videochat.
Einen schönen Donnerstag noch.
Gruß, Mathias
Hallo Christoph,
Nö. Was sie bisher vom "Internet" weiß, hat sie aus diversen Fernsehspots und -filmen. Mir glaubt sie es erst, wenn sie es gesehen hat. Aber wenn ich ein Linux einrichte, gibt es das Problem, daß ich zusätzlich die Konsole erklären und ihr zusätzlich mindestens ein Dutzend Konsolenbefehle inclusive Erklärung ausdrucken müßte. Meine Mutter hat vor etwas über 60 Jahren mal ein bißchen englisch gelernt
Mein Vater ist inzwischen 79, hat während seines Arbeitslebens nie mit Computern zu tun haben müssen/wollen, und ist seit ein paar Jahren sehr glücklich mit seinem Mac ;-), macht damit vor allem Bild- - und Videobearbeitung und schreibt seine Mails, ab und zu mal eine Produktrecherche im Internet. Klar, daß wir gelegentlich mal ein paar Hilfestellungen leisten müssen, aber die haben praktisch nie mit der Wartung oder Sicherheit des Systems zu tun, sondern eher mit Anwendung von Grafik- oder Videoprogrammen. Ich kann's nur empfehlen.
Andere Idee: frag mal den Chräcker, der hat glaube ich Erfahrungen beim Senioren-ins-Internet-an-die-Hand-nehmen und vielleicht ein paar Tipps.
Gruß aus Köln-Ehrenfeld,
Elya
Hallo Forum,
Ich werde ihr kaum ein Linux einrichten können [...]
Warum eigentlich nicht?
Ich habe auf dem neuen PC meiner Mutter (die ist zugegebenermaßen erst 45) Ubuntu installiert, die kommt damit prima zurecht (sie verwendet nach wie vor FF, TB und OO.org).
Ich würde sagen: Probieren geht über studieren.
Wenn es trotzdem ein Windows sein muss würde ich mindestens Cygwin installieren und die ganzen bin-Pfade in den System-Pfad aufnehmen, das erleichtert den Umgang mit Windows ganz enorm.
Gruß
Alexander Brock
Hallo Alexander.
Ich werde ihr kaum ein Linux einrichten können [...]
Warum eigentlich nicht?
Zwei Seelen …
Ich habe auf dem neuen PC meiner Mutter (die ist zugegebenermaßen erst 45) Ubuntu installiert, die kommt damit prima zurecht (sie verwendet nach wie vor FF, TB und OO.org).
… ein Gedanke.
Einen schönen Mittwoch noch.
Gruß, Mathias
Hallo Alexander,
Ich habe auf dem neuen PC meiner Mutter (die ist zugegebenermaßen erst 45) Ubuntu installiert, die kommt damit prima zurecht
45 und 80 sind schon ein bischen anders, glaub mir ;-)
Gruß,
Dieter(43)
hallo Alexander,
Ich habe auf dem neuen PC meiner Mutter (die ist zugegebenermaßen erst 45) Ubuntu installiert, die kommt damit prima zurecht (sie verwendet nach wie vor FF, TB und OO.org).
Der Altersunterschied ist hier wirklich ein Generationenunterschied. Als meine Mutter zwischen 20 und 30 war, war sie die Frau eines Dorfpfarrers im Thüringischen. In der DDR. Es gab ein Radio. Und das war alles.
Diese Zeitspanne (so _ungefähr_ zwischen 20 und 30) gilt als prägend. Man kann zwar alles, was später kommt (auch an technischen Entwicklungen) aufnehmen und oftmals auch verstehen bzw. lernen, aber es wird im wesentlichen mit dem verglichen, was in diesem Lebenszeitraum erlernt wurde - "verglichen" bedeutet: auf Tauglichkeit geprüft. Letzten Endes geht mir das mittlerweile ähnlich. Das, was ich mir selber an "Wissen" zum Rechner, zu den Sprachen, zum "Internet" auf teilweise sehr mühsame Art erworben habe, habe ich gelernt, als ich bereits über 40 Jahre alt war - und vermutlich würde das alles einem 20jährigen innerhalb eines drei-Wochen-Kurses beigebracht werden können.
Natürlich gibt es sowas wie ein "lebenslanges Lernen". Und wenn sich eine Achtzigjährige dazu entschließt, ist das absolut gutzuheißen. Nur ist die Art, wie man sie bei diesem Lernen begleiten kann, vermutlich wesentlich anders, als bei der "Lernbegleitung" einer 45jährigen.
Ich würde sagen: Probieren geht über studieren.
Naja, das ist schon richtig. Ich möchte nur beim Probieren auch nicht allzuviele Fehler machen. Und _hier_ gehts um ein Thema, das ich bisher noch nie real durchspielen mußte. Wie gesagt, VNC und anderes kenne ich relativ gründlich aus lokalen Netzen. Nicht aber dann, wenn der "remote"-Rechner in ein paar hundert Kilometer Entfernung steht und eben nur über das "Netz" erreichbar ist.
Wenn es trotzdem ein Windows sein muss würde ich mindestens Cygwin installieren und die ganzen bin-Pfade in den System-Pfad aufnehmen, das erleichtert den Umgang mit Windows ganz enorm.
Den Sinn dafür sehe ich nicht. Was hilft mir ein auf dem Rechner meiner Mutter eingerichtetes Cygwin (das ich überdies überhaupt nicht schätze - aber ziemlich gut kenne), wenn ich ihren Rechner von Berlin aus administrieren möchte?
Grüße aus Berlin
Christoph S.
Hallo Forum,
Wenn es trotzdem ein Windows sein muss würde ich mindestens Cygwin installieren und die ganzen bin-Pfade in den System-Pfad aufnehmen, das erleichtert den Umgang mit Windows ganz enorm.
Den Sinn dafür sehe ich nicht. Was hilft mir ein auf dem Rechner meiner Mutter eingerichtetes Cygwin (das ich überdies überhaupt nicht schätze - aber ziemlich gut kenne), wenn ich ihren Rechner von Berlin aus administrieren möchte?
Du hast komfortablen Zugriff auf Programme wie dd, sed, cat, ls, grep, wget, curl mv, killall, bash, vim, halt die ganzen Linux-CLI-Programme.
Warum magst du Cygwin nicht?
Gruß
Alexander Brock
Hallo Christoph,
wie auch andere kann ich Ubuntu in der aktuellen Version sehr empfehlen.
Dann noch den openssh-Server und einen DynDNS-Client installiert und konfiguriert, und schon hat deine Mutter ein fertiges System inklusive Fernwartung.
Ich habe damals gelesen, dass Fujitsu Siemens bald (September) einen seniorenfreundlichen PC mit dem Namen SimpLiCo anbieten wird, das auf einem Debian-Derivat läuft. Eventuell wäre das etwas für deine Mutter, und der Support ist gleich mit dabei.
Grüße
Marc Reichelt || http://www.marcreichelt.de/
Hallo Christoph!
Ich habe meiner Mutter auf der Kiste eine Suse 9.x installiert (vor Jahren) und irgendwann mal auf die 10 aktualisiert. Einen grafischen Desktop setze ich bei einer älteren Frau/Mann einfach vorraus. Auf diesem habe ich Ihr alle _wichtigen_ Programme wie OO, FF, TB als Verknüpfungen angelegt. Seitdem sie DSL hat, muss sie sich noch nicht einmal mehr einwählen.
Grafischer Login ist noch empfehlenswert. Und das Passwort des Nutzers als PostIt am Monitor. Fertig. Root sollte natürlich nirgends notiert sein ;)
Ich habe noch nie etwas fernwarten müssen. Könnte es aber, dank Remote Zugriff. Bei einem Windows System wäre mir die Gefahr zu groß, dass doch einmal irgendwo eine Sicherheitslücke etwas zerschießt, auch wenn der Nutzer nur wenige Rechte hätte.
Wieso sollte es denn ein Windows sein, Deine Mutter hat doch sicherlich keinerlei Erfahrung mit Betriebssystemen?
Schönen Gruß
Afra
Hallo Christoph,
da deine Mutter ja nicht vorbelastet ist, denke ich ist eine Linuxinstallation wie z.B. Ubuntu kein Problem.
Um "zerschiessen" zu vermeiden ermpfiehlt sich eine PC-Wächterkarte, die die Installation überprüft und nach Zerschuß wieder herrichtet. In Schulen werden damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Das einzige Problem, dass du bei der Wartung bekommen könntest, wäre das erhalten der aktuellen IP des Rechners. Das dürfte sich aber über ein kleines Script, welches dir z.B. eine E-Mail schickt aber auch zu lösen sein und könnte man auch praktisch in einem "Christophs Erste-Hilfe Button" unterbringen ;).
VNC wäre auch hier die Software meiner Wahl für die Fernwartung.
so long
Ole
(8-)>
hallo Leute,
danke für die diversen Hinweise. Besonders übrigens an Elke - auch wenn meine Mutter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Mac bekommen wird.
Ich gehe davon aus, daß es zumindest eine Weile nötig sein wird, wenigstens die Option für eine "remote-Administration" vorzuhalten. Nicht, weil ich meine Mutter bevormunden will. Sondern ganz einfach als _mögliche_ Hilfestellung, falls eben mal gar nichts mehr geht und am Telefon eben nicht genügend Klarheit erreicht werden kann.
Aber meine Frage betraf ja eh nur etwas, was ich _möglicherweise_ benötigen könnte. Es ist noch nicht Realität, auch wenn ich meine Mutter selbstverständlich darin bestärken werde, daß ihre Idee, sich das "Internet" mal anzuschauen, richtig ist und sie das probieren sollte.
Grüße aus Berlin
Christoph S.