Der Martin: Semantik: "zwar", "und zwar"

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Hallo Engin,

[1] Wie heisst es eigentlich, undzwar, und zwar oder unzwar oder ganz verrückt un zwar?

"nämlich".
Der übermäßige und oft unpassende Gebrauch des Wortes "zwar" hat sich im Lauf der Zeit in unserer Alltagssprache ganz schön breitgemacht. Ursprünglich ist "zwar" eine Kunjunktion (ein Bindewort), die einen Satzteil einleitet, der einen Widerspruch zum Rest des Satzes bildet:

"Ich habe _zwar_ noch eine Menge zu tun, mache aber jetzt trotzdem Feierabend."
"Das Auto meines Kollegen ist _zwar_ klein, aber dafür sehr sparsam."

Daneben wird es oft auch, wie eben von dir, im Sinne von "nämlich" verwendet:

"Ich möchte wenigstens einmal am Tag warm essen, _und zwar_ mittags."

Durch das vorangestellte "und" löst man den Widerspruchseffekt etwas auf.
Völlig fehl am Platz finde ich dagegen die Angewohnheit, einen Satz komplett ohne jeden Kontext mit "und zwar" zu beginnen (habe ich hier im Forum auch schon oft gelesen), z.B.:

"Hallo Leute,
 und zwar habe ich ein Problem mit meiner Seite."

Das ist einfach nur sprachlicher Unfug.

So long,
 Martin

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Faulheit ist, mit dem Cocktailshaker in der Hand auf das nächste Erdbeben zu warten.