frankx: hardware für videoschnitt - pc-kauf aber wie und wo?

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Hellihello Sven,

Dank für Deine Antwort.

Für eine Antwortalternative dies:

  1. RAM bis 2 GB bringt das noch Vorteile, dann ist wohl das RAM größer als der Prozessor das verarbeiten kann

RAM ist immer gut. Bei 32-Bit-Prozessoren ist aber mehr als 3 GB nicht wirklich sinnvoll, und mehr als 4 GB nicht ansprechbar. Aber 32-Bit stirbt ja auch langsam aus. Angesichts der bei Video großen Datenmengen ist eine 64-Bit-CPU daher deutlich anzuraten - was aber dummerweise nur dann komplett den 64-Bit-Vorteil bringt, wenn auch Betriebssystem und Applikation in 64-Bit hergestellt sind.

Hier würde ich gern nochmal nachhaken: WindowsXP kann das oder kann es nicht? Bei dem ct-Test gibt es eine Zeile "mit WindowsXP x64". Da steigt dann bei 2xAMD Opteron 275/2,2 GHz die HDV-Spuren Anzahl von 1 auf 4. Dummerweise zeigt aber AvidLiquid (ich hätte AvidNewscutter bzw. XPress) kein Vorschaubild.

Meine - dumme - Frage: sind zwei Prozessoren gleich "Dual-Core"? Heißt Dual-Core 64-Bit(-"Architektur")? Auf dem o.g. System l läuft ja auch "normales" XP, nutzt dann aber nicht die kompletten Ressourcen, sondern lediglich die (doppelte weil dual?) Taktrate?

  1. Prozessor, Dual-Core mit angesagter Taktfrequenz bringt was, schlussendlich aber auch kein over-doing, denn die Festplatten wollen ja noch mitkommen?

Gewiß hat der Datendurchsatz der Festplatten limitierenden Einfluß, und sofern du ausschließlich harte Schnitte einfügst, bringt dir eine übermäßig schnelle CPU eigentlich gar nichts. Aber Videoschnitt ist ja nicht nur das. Jeder Videoeffekt muß gerechnet werden. Das fertige Produkt soll wahrscheinlich auf ein digitales Medium gemastert werden, z.B. auf DVD, und muß deshalb von DV auf MPEG2 umgerechnet werden. Insgesamt darf man durchaus feststellen, dass Videobearbeitung schon eine gewisse CPU-Power erfordert, denn es ist nichts nerviger, als minutenlang auf Videoeffekte zu warten - insbesondere, wenn man eigentlich nur mal schnell gucken will, wie das denn aussieht, um noch feinzutunen.

Ein IntelPentium D mit 3,2 GHz ließ bei Avid wie bei Adobes "Premiere " immerhin eine HDV-Spur zu (der IntelPentium 4 3,2 GHz nur zusammen mit Avid, nicht mit Premiere - scheinbar ist die Taktrate nicht allein entscheiden?).

Es ist daher sicher nicht falsch, eine verhältnismäßig gut ausgestattete CPU zu verwenden.

Also ggf. dann einen "normalen" (single-Core (;-)?) Prozessor mit 3,8 GHz, von Intel oder AMD?

  1. Ein RAID-0 (oder 1?) System mit gespiegeltem Inhalt bringt Vorteile insbesondere beim Auslesen aber auch beim Schreiben, Platten eher schnell als langsam versteht sich, 250GB Größe ja Platte.

RAID-0 ist für Videoschnitt eigentlich Pflicht. Selbst wenn eine einzelne Platte den Datenstrom eines Videofilms problemlos schluckt, so läuft bei der Bearbeitung doch relativ viel Kopieren von Datenmaterial ab, so dass man über jeden Geschwindigkeitszuwachs sehr erfreut sein wird.

Ist denn RAID-0 eine reine Softwaregeschichte (ich habe kapiert, dass es auch Hardware-RAID gibt)? Aber die Frage ist: Kann ich auf jedem PC mit WindowsXP ein RAID-0 einrichten, wenn ich zwei Festplatten dafür freistelle (ergänzend zur SystemHD)? Ich spreche jetzt nicht von dem von Dir auch erwähnten Hardware-RAID, was ja hier wohl für meine Zwecke overdone wäre.

  1. Die Grafikkarte braucht lang nicht soviel Power die für Spiele. Ein eigenes RAM mit 265MB oder so ist ganz nützlich.

Videoschnitt benötigt extrem viel Pixelfläche. Mindestens zwei Bildschirme, lieber mehr, sollte die Grafikkarte betreiben können. Und das heutzutage natürlich als Flachbildschirm mit DVI-Ausgang.

Guter Hinweis. Zwar kam ich bisher mit den beengten Verhältnissen eines einzigen 19-Zöllers auch einigermaßen klar, aber es macht wohl Sinn, da noch einen zweiten vorhanden alten Monitor mit ranzupappen, um die Vorschau, den Zuspieler und die Timeline incl. der sonstigen Fenster besser auteilen zu können.

Aber noch viel wichtiger bei der Videobearbeitung ist, dass man das Video nicht nur im (winzigen oder großskalierten) Fenster auf dem Computermonitor sieht, sondern live auf einem echten Fernseher. Gerade wenn Videomaterial (50 Halbbilder/s interlaced) verarbeitet wird, unterscheidet sich der Bildeindruck zwischen TV- und Computermonitor um Welten!

Jau, aber wenns dann am Ende auf DVD landet, dann werd ich wohl damit  erstmal leben, das dann erst auf dem TV zu sehen, wenn die Test-DVD gebrannt ist. Alternative: Rückspielen auf Mini-DV und dann an den Fernseher ploppen.

Die spannendste Frage ist doch: Brauchst du das System professionell, oder "nur" für den Amateureinsatz im Heimbereich?

Nun, Semi-Professionell würde ich das nennen. Zwei Szenarien:

1. Eine Kamera, aber u.U. HDV, evtl. extra Ton (zwei Tonspuren) für eine Reportage/Feature mit im wesentlichen Interview (Porträt). Zusammenschnitt mit eher weniger Effekten.

2. Material von vier (oder mehr) Kamereas (DigiBeta zB.) einer Live-Aufzeichen (Kleinkunst). Nicht, um das ganze Programm zusammenzuschnippseln, aber um Teile zB. für eine Demo/Promo-DVD zu montieren.

Professionell, weil Ursprung und Endprodukt es sind. Semi, weil ich hier nicht Tagein-Tagaus und Fullservice einen Schneideraum habe, sondern Projektbezogen hin und wieder.

Mein bisheriger Rechner schaltet sich halt hin und wieder schon beim importieren von CD nach MP3 einfach aus, vermutlich weil die CPU etwas warm wird. Beim letzten mal, beim muxen oder konvertieren nach MPEG2 hatte ich dann immer wieder Luft zugefächert (;-). Ich wollte halt bei einem Neukauf ein Gerät, das vor einer HDV-Spur nicht kapitulieren muss und auch mit mehreren DV-Spuren gut arbeiten kann. Beim Rendern von Effekten (wenns denn überhaupt mal welche gibt) kann ich warten, Quad-Split bzw. Picture-in-Picture ist glaub ich kein Problem, das kann ja sogar schon mein jetziger Lümmel (AMD, 2,2 GHz oder so).

Das Problem mit "wo kaufen" bleibt trotzdem. Zu "alternate" gabs ja jetzt unterschiedliche Ansichten. Hättest Du denn ergänzend zu Deiner Negativ-Empfehlung auch noch eine positive?

Dank und Gruß,

frankx