Wirtschaftskrise und Webbranche
Webworker
- menschelei
Liebe Kollegen,
heute hatte ich ein interessantes Gespräch mit dem Finanzchef unserer Firma. Ich fragte ihn nach seiner Einschätzung der Folgen der derzeitigen Finanzkrise. Er erzählte mir, dass er sich mit Managern eines befreundeten Unternehmens (aus der Wirtschaftsbranche) erst kürzlich ausgetauscht habe. Diese hätten - kein Witz - damit begonnen, Konserven zu horten.
Vor ein paar Tagen las ich in einer unserer Leitmedien (ich glaube es war die Zeit), einen Bericht über die Zusammenkundt unserer versammelten "Elite" in Davos. Viel diskutiert wurde dort offenbar die hohe Wahrscheinlichkeit sozialer Unruhen nicht nur in Dritte Welt- oder Schwellenländern, sondern hier im Westen - bei uns.
Überall in meinem Bekanntenkreis wird die Gefahr einer galoppierenden Inflation, Schwarzmärkten, Tauschhandel etc. sehr nüchtern diskutiert.
Mein persönlicher Eindruck ist zudem, dass wir von der Politik mit einer Salamitaktik über die gesamt-sozialen Konsequenzen dieser Systemkrise informiert werden. Oder aber dass die Politik selbst völlig planlos, kopflos agiert und keine oder nur schwammige Vorstellungen von der Wucht hat, mit der wir getroffen werden.
Konkret möchte ich nun um Meinungen darüber bitten, wie sich diese Krise im Best-/Medium-/Worst-Case wohl auf unsere Branche - der Internet-Industrie - auswirken könnte. Werden wir als Hochtechnologie-Sektor ungeschoren oder mit leichten Blessuren davon kommen? Oder sind wir als Dienstleistungssektor vielleicht viel eher verzichtbar, in einer Krise großen Ausmaßes? Was tut Ihr, um Euch zu schützen? Noch bin ich in einer Sand-in-den-Kopf-Phase und unentschlossen, was ich tun werde. Nichts tun erscheint mir aber immer weniger eine Option.
Meinungen? :)
Unsere deutsche Politik wird das tun, was sie in solchen Fällen immer macht und die Krise einfach aussitzen. Allerdings ist Untätigkeit in diesem Fall sinnvoller als kopflose Schnellschüsse. In der Technologiebranche wie im Finanzsektor wird es einen kurzzeitigen Kahlschlag geben, von dem jetzt schon viele betroffen sind.
Es wird ganz sicher nicht immer die schwarzen Schafe treffen - aber die wirklich guten Leute rappeln sich immer wieder auf. Insbesondere in der Finanzbranche findet derzeit ein Umdenken statt. Andere Branchen folgen. Wenn die Verbraucher wieder ein wenig Vertrauen gefaßt haben, ist die Krise so gut wie abgewendet.
Gruß, LX
Hi,
Diese hätten - kein Witz - damit begonnen, Konserven zu horten.
ist nie verkehrt;-)
....Werden wir als Hochtechnologie-Sektor ungeschoren oder mit leichten Blessuren davon kommen? .....
Geil, Hochtechnologie, ROFL.
Wir sind sowas von unwichtig, wenn mal sowas anstaht und schon gar nicht sind wir technologisch zu irgendws nutze.
Unsereins ist lediglich dafür da den Menschen etwas bieten zu können was sie auf keinen Fall zum überleben bräuchten.
In Krisenzeiten, sind es die Bauern und Handwerker die das grosse Los gezogen haben.
Paul
Hi, Paul
In Krisenzeiten, sind es die Bauern und Handwerker die das grosse Los gezogen haben.
Das ist wohl richtig. Allerdings ist es gar keine richtige Krise, sondern lediglich eine Inszenierung (wenn auch wesentlich dezenter als bspw. der 11. September).
Es soll damit die Verlustangst des Wählervolks geweckt werden, damit die Konservativen die nächste Legislatur gewinnen können (da ihr Wahlprogramm salopp mit den Worten "morgen wird so wie gestern" übersetzt werden kann).
Sobald das Kasperletheater vorbei ist, geht es auch in der Webbranche wieder weiter. Solange werden einige Leute ausgefiltert (hoffentlich ist der überwiegende Anteil Nieten und die Guten kommen wieder).
Gruß, LX
Hi,
Sobald das Kasperletheater vorbei ist ...
... werden wir sehen, wie ernst die Krise wirklich ist. Dieses widerliche Medientheater habe ich schon seit mehreren Wahlen beobachtet. Zuvor den Weltuntergang gepredigt und über leere Auftragsbücher lamentiert und kaum waren die Wahlen vorbei, war alles nicht so schlimm. Und Aufträge gab es plötzlich auch wieder.
Man muss seit einiger Zeit noch sorgfältiger die Wirtschaftnachrichten lesen als zuvor. In der Überschrift wird der totale Zusammenbruch eines Unternehmens verkündet und im letzten Absatz des Artikels kann man dann vernehmen, dass der Einbruch nur einen ganz kurzen Zeitraum umfasst und im Jahresdurchschnitt nur wenige Prozent ausmacht. Die Umsatzzahlen fallen zwar auf Vor-oder Vorvorjahresniveau - doch haben wir im Jahre 2005 oder 2006 in völliger Armut unter Brücken gehaust?
Wir haben vor allem eine Medien-, keine Wirtschaftskrise. Die kann zwar noch kommen, aber sie wird hausgemacht sein. Wer zieht dann die Untergangspropheten, die sich an ihre Schwarzmalerei aufgegeilt haben, zur Verantwortung?
mfg, Simpl
Moin,
falls sich soziale Unruhen im Land abzeichnen sollten, macht ein Staat das wass er immer in solchen Fällen betreff Informationstechnik tut:
Besetzt mit bewaffneten Posten werden Rundfunk- und Fernsehsender, Telefonzentralen (auch mobil), Briefzentren, Vermittlungsstellen, Rechenzentren mit Backboneanbindung, Firmensitze von Internet-Service-Providern, Hotspots usw.
Im nächsten Schritt werden alle Verbindungen, soweit die nicht kontrolliert für militärische Zwecke weiterverwendet werden können, abgeschaltet.
Grenzübergreifende Verbindungen: shut!
Die gedruckten Medien lasse ich mal außen vor, die sind eh schon unter Kontrolle.
Hotte
Moin,
... Er erzählte mir, dass er sich mit Managern eines befreundeten Unternehmens (aus der Wirtschaftsbranche) erst kürzlich ausgetauscht habe. Diese hätten - kein Witz - damit begonnen, Konserven zu horten.
Durchaus nicht ungewöhnlich und vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfohlen. Dort erfährt man auch, wie man einen Notvorrat anlegt: http://www.ernaehrungsvorsorge.de/index.php?id=20
Ich selbst hab es aufgrund von Faulheit noch nicht getan.
Zu der Frage, wie die Krise weitergeht hat jeder eine Meinung, _wissen_ kann es aber NIEMAND. Alle Spekulationen sind Kaffeesatzleserei. Das ganze Wirtschaftssystem ist mathematisch betrachtet ein System mit sensibler Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen, ähnlich wie Wetter o. Klima (naja, da behaupten ja auch manche, sie könnten es mit gigantischen Computern vorausberechnen).
MfG
MarkX.
Hi!
(...) Das ganze Wirtschaftssystem ist mathematisch betrachtet ein System mit sensibler Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen, ähnlich wie Wetter o. Klima (...).
Man stellt doch immer wieder mit Erstaunen fest, dass derlei Systeme wesentlich stabiler sind, als es aufgrund der stetigen Änderung aller in Verbindung stehenden Parameter zunächst den Anschein hat. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: wir können allesamt sicher sein, dass es auch morgen noch ein Wetter gibt, ganz gleich, wie es ausfällt.
Auch wenn derzeit von einer Krise die Rede ist, ein totaler Zusammenbruch ist das noch lange nicht.
Gruß, LX
Moin,
Man stellt doch immer wieder mit Erstaunen fest, dass derlei Systeme wesentlich stabiler sind, als es aufgrund der stetigen Änderung aller in Verbindung stehenden Parameter zunächst den Anschein hat.
Das ist richtig. Gerade bei dem Thema Klima finde ich das erstaunlich. Umso lächerlicher die Versuche eine noch größere Stabilität zu erreichen. Nichts gegen Umweltschutz, aber das Wort "Klimaschutz" an sich ist schon ein Witz.
Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: wir können allesamt sicher sein, dass es auch morgen noch ein Wetter gibt, ganz gleich, wie es ausfällt.
Ja, also hier scheint es heute schön zu werden. Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich gerade ihren Weg durch den Nebel und erhellen mein Büro.
Auch wenn derzeit von einer Krise die Rede ist, ein totaler Zusammenbruch ist das noch lange nicht.
Richtig. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht.
MfG
MarkX.