Moin Moin!
Es gab auch eine Doku über die grandiose Notlandung auf dem Hudson River. Was mich dabei aber etwas irritiert hat, war die Tatsache, dass der Kopilot während des ganzen Gleitflugs (beide Triebwerke waren ausgefallen) im Handbuch der Maschine blätterte, um zu erfahren, wie er jetzt der Reihe nach vorgehen soll. Er kam aber in dem umfangreichen Werk nicht bis zu dem Punkt, wo es hieß, dass die Maschine beim Notwassern auf wasserdicht geschaltet werden sollte, damit sie nicht vollläuft und sinkt...
Das spricht gegen die Dokumentation bzw. deren Autoren. Notwassern ist zwar nicht tägliche Routine, aber doch immerhin eine mehr oder weniger übliche Methode, ein Flugzeug "runter zu bekommen". Sowas sollte in der Sammlung der Checklisten durchaus schnell zu finden sein.
Man muß natürlich berücksichtigen, dass ein moderner Jet ein sehr komplexes Stück Technik ist, dass nur mit relativ viel Arbeit in den nicht normalen Zustand "Notwasserung" zu bringen ist. Ein kleines Ultraleicht-Flugzeug in den Bach zu setzen dürfte wesentlich einfacher sein.
Natürlich könnte man darüber nachdenken, die Notfallprozeduren im Computer greifbar zu haben. Nur: Was macht man, wenn der Computer (oder genauer: das Computernetzwerk) ausfällt? Richtig, man muß ALLES offline verfügbar haben, auf Papier.
Da fragt man sich doch, was die Typen eigentlich gelernt haben.
Den Vogel in einem Stück in die Luft und in einem Stück wieder runter bringen, ohne dabei sich oder andere ernsthaft zu verletzen. Und wenn etwas schief läuft, nicht in Panik verfallen, sondern die Notfallprozeduren abarbeiten und hoffen, dass die Ingenieure alles bedacht haben.
Während eines reibungslosen Flugs faul rumsitzen, und wenn's zu einer Notsituation kommt, erst mal das Handbuch durchlesen...
Das ist mir lieber, als wenn der Pilot wie ein kopfloses Huhn durch das Flugzeug rennt, sich auf dem Klo versteckt und abwechselnd nach Mamma und "wir werden alle sterben" ruft.
Planloses Handeln verschlimmert das Problem nur. Aussitzen natürlich auch.
Als Passagier fühlt man sich da nicht wirklich sicher.
Wie gefällt Dir nach dem Wechsel von der letzten Phase des Landeanflugs (Fahrwerk draußen, Landeklappen voll ausgefahren, Nase hoch) zu vollem Schub (Durchstarten) die Ansage, man hätte sich in der Landebahn geirrt und müsse nochmal in die Warteschleife? Wäre die Landebahn frei gewesen, wäre das Durchstarten nicht nötig gewesen. Und wäre das nicht nach 9/11 passiert, hätte ich den Piloten an den Ohren aus dem Cockpit gezerrt und über's Knie gelegt. Am Zielflughafen gab und gibt es exakt ZWEI Rollbahnen, die fast rechtwinklig zueinander liegen. Der Trottel hat sich mal eben um 90° verflogen!
Alexander
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Today I will gladly share my knowledge and experience, for there are no sweeter words than "I told you so".