Alexander (HH): RAID, benötige Hilfe bei realisierung

Beitrag lesen

Moin Moin!

Ich kann doch dann auch so ein fertiges NAS-System später größere Festplatten einbauen?

Also dann immer eine Festplatte auswechseln, warte bis das RAID die Festplatte vollgeschrieben hat, also die Daten wiederhergestellt und dann die nächste tauschen?

Das geht doch?!

Ja, das geht, aber dadurch wird Dein RAID nicht größer. Jedenfalls nicht ohne dass Du anschließend manuell Partitionen und Dateisystem vergrößerst. Und vor allem darf während der Rekonstruktion auf die neue Platte keine der alten Platten ausfallen. Du kennst Murphy, oder? Die Wahrscheinlichkeit, dass genau das passiert, wenn Du kein aktuelles, funktionierendes Backup der Daten hast, ist nahezu 100%.

Einige fertige NAS-Systeme können das tatsächlich vollautomatisch, zumindest auf dem Papier.

Ich denke, Suns ZFS müßte das auch können. ZFS ist ein etwas anderer Ansatz, da bastelst Du nicht aus einzelnen Block-Devices erstmal ein RAID-Block-Device, auf das Du dann ein ganz normales Dateisystem (z.B. ext3) packst. ZFS verwaltet die Platten vollkommen autonom, inklusive RAID-artigem Verhalten.

Natürlich kannst Du ähnliches auch ohne ZFS bekommen, dazu packst Du auf das RAID-Blockdevice nicht gleich ein Dateisystem, sondern läßt erst einmal den LVM ein logisches Volume darauf erstellen, und in das packst Du auf einem konventionellen Dateisystem Deine Daten. Wenn der Plattenplatz wächst, dehnst Du im LVM das Volume aus und anschließend das Dateisystem.

Was fertige NAS-Systeme angeht: Schreib Deine Anforderungen auf, insbesondere User-Verwaltung, Netzwerkprotokolle (NFS, Samba, AppleTalk, Novell), Hackbarkeit, verfügbare RAID-Level, Plattengrößen, Stromaufnahme. Dann bemühst Du mal Google und suchst auch mal nach halbwegs neutralen Testberichten. Die c't ist da oft ein guter erster Anlaufpunkt. Wenn Du eigene Software auf dem NAS haben willst (z.B. rsync, edonkey, ...), solltest Du Dich auch mal umsehen, für welchen der Kandidaten es freie Firmware, Build-Environment und fertige Software-Pakete gibt.

Ich persönlich habe schon mit VIAs Artigo-Serie geliebäugelt, der [http://www.via.com.tw/en/products/embedded/artigo/a2000/@title=A2000] hat einen CF-Steckplatz für das Betriebssystem (oder den Bootloader) und zwei SATA-Plätze, und ist ein vollwertiger PC mit einer Low-Power-CPU, d.h. Dein Lieblingsbetriebssystem wird sehr wahrscheinlich darauf laufen. Nachteil ist das externe Netzteil. Und der NSD7800, ist auch ganz interessant. Der große Bruder des A2000, mit 8 SATA-Plätzen, integriertem Netzteil, und auch eigentlich ein ganz normaler PC mit Low-Power-CPU. Dadrauf könntest Du z.B. FreeNAS laufen lassen.

Mich stören nur die Preise etwas, denn so ein System wäre ein völliger Neubau. Mein treuer alter Server läuft im Moment komplett mit IDE-Platten, d.h. kann nicht eine Komponente des alten Servers weiter verwenden. Klar, der Stromverbrauch wäre etwas niedriger, aber trotz sechs Platten und zwei antiken Intel-Heizungen -- äh -- CPUs braucht der ganze Server nur 100W. Bis sich da ein neuer Server mit wenigstens gleichen Leistungsdaten, mit neuen Platten und mit niedriger Stromaufnahme bezahlt macht, muß sich der Stromzähler schon eine ganze Weile drehen.

Alexander

--
Today I will gladly share my knowledge and experience, for there are no sweeter words than "I told you so".