Jean-Max: Die Cäsur... warum kommt sie erst jetzt?

0 36

Die Cäsur... warum kommt sie erst jetzt?

  1. 0
  2. 0
    1. 0
      1. 0
        1. 0
          1. 0
    2. 0
      1. 0
    3. 0
      1. 0
      2. 0
        1. 0
  3. 0
  4. 0
    1. 0
      1. 0
        1. 0
        2. 0
          1. 0
        3. 0
          1. 0
          2. 0
            1. 0
              1. 0
                1. 0
                  1. 0
                    1. 0
    2. 0
  5. 0
  6. 0
  7. 0
    1. 0
      1. 0
      2. 2
        1. 0

Bounjoun alle,

»Es ist für mich eine Cäsur«...

Dieser Satz im Bezug auf die Atomkraft, dieser Satz HEUTE erst, warum finde ich das Weltfremd, gerade wenn er von Leute kommt, die 1986 gerade erwachsen waren?

Bedarf es immer x Unfälle, bevor Mensch umdenkt? Für mich war schon nach Harrisburg klar: Diese Technologie ist gefährlich, diese Technologie zu fördern ist zukünftige, grob fahrlässige Tötung.

Also, warum hat man nach Tchernobyl die Dinger noch betrieben bzw. gebaut? Sind Japaner die besseren Russen?

Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?

Adiou.

--
Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
Ich bin faul und das ist gut so.
  1. Hi,

    Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?

    Vielleicht, weil's in Tschernobyl vor allem menschliches Versagen war, dass zur Katastrophe geführt hat - die wollten die Notabschaltung testen, waren aber zu dämlich dafür - und man das wohl für besser kontrollier-/reglementierbar hielt, als Naturgewalten.

    MfG ChrisB

    --
    RGB is totally confusing - I mean, at least #C0FFEE should be brown, right?
  2. Bedarf es immer x Unfälle, bevor Mensch umdenkt? Für mich war schon nach Harrisburg klar: Diese Technologie ist gefährlich, diese Technologie zu fördern ist zukünftige, grob fahrlässige Tötung.

    Der Bau von Wasserkraftwerken war in der Vergangenheit auch gefährlich - ich möchte nicht wissen, wieviele Leute hier in Österreich in den Staumauern einbetoniert wurden - trotzdem bauen wir weiter. Ohne Risiko gibt es keine Fortschritt, es würde keinen elektrischen Strom geben, kein Röntgen, keine Antibiotika ...

    Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?

    Tschernobyl war menschliches Versagen, technische Unzulänglichkeit und ein absolut dämliches Reaktorkonzept. Die Sache jetzt ist völlig anders - jetzt sieht man deutlich, dass man auch mit guter Technik nicht viel erreichen kann wenn Gottes Han^W^Wdie Natur zuschlägt.

    1. Bounjoun suit,

      Der Bau von Wasserkraftwerken war in der Vergangenheit auch gefährlich - ich möchte nicht wissen, wieviele Leute hier in Österreich in den Staumauern einbetoniert wurden

      Soso... So laßt Ihr die Atomkfraftgegner verschwinden...

      Nun ja, in Frankreich brach auch schon mal eine Staumauer - mit xxx Toten.

      Aber es sind keine Ereignisse, die eine weltweite Gefährdung zur Folge haben, keine Ereignisse, die Landstriche auf xtausend Jahre unbewohnbar machen (im Ernst: Wie kann man mit Materialien hantieren, die auf 24000 Jahren noch strahlen!!!).

      Tschernobyl war menschliches Versagen, technische Unzulänglichkeit und ein absolut dämliches Reaktorkonzept.

      Ja, man schiebt gerne den (damals kommunistischen) Russen den strahlenden Peter zu.

      Das ändert aber nichts an der Sache: ob der Mensch dumm ist oder weniger dumm (wie Russe vs. Japaner, nach Deiner Aussage eben), diese Technologie hat erst recht nicht in die Hände von Menschen zu suchen.

      Adiou.

      --
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
      Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
      Ich bin faul und das ist gut so.
      1. Der Bau von Wasserkraftwerken war in der Vergangenheit auch gefährlich - ich möchte nicht wissen, wieviele Leute hier in Österreich in den Staumauern einbetoniert wurden

        Soso... So laßt Ihr die Atomkfraftgegner verschwinden...

        Wieso? Wir in Österreich haben kein aktives Kernkraftwerk - wir hatten nie eins. Dafür müsste man erst ein Bundesverfassungsgesetz ändern, so schnell geht das nicht.

        Aber es sind keine Ereignisse, die eine weltweite Gefährdung zur Folge haben, keine Ereignisse, die Landstriche auf xtausend Jahre unbewohnbar machen (im Ernst: Wie kann man mit Materialien hantieren, die auf 24000 Jahren noch strahlen!!!).

        Wie kann man nur? Die Leuchtziffern von Uhren oder die Leuchtpunkte bei Kimme und Korn bestehen heute noch aus radioaktiven Verbindungen die mehrere Jahrzehnte stahlen - und sowas bindest du dir ans Handgelenk oder stellst es dir aufs Nachkästchen. Zugleich drückst du dir vermutlich regelmäßig einen Hochleistugnsmikrowellensender an den Schädel.

        Radioaktivität ist in vielerlei hinsicht ein Geschenk - aber alles hat seine Schattenseiten, die größte Schattenseite sind wohl Kernwaffen. Aber wie so oft ebnet die militärische Nutzung dann den Weg für den zivilen Einsatz.

        Tschernobyl war menschliches Versagen, technische Unzulänglichkeit und ein absolut dämliches Reaktorkonzept.

        Ja, man schiebt gerne den (damals kommunistischen) Russen den strahlenden Peter zu.

        Informiere dich bitte erst - genauer gesagt zu den Themen "positiver Dampfblasenkoeffizient", "graphitmoderiert" und "Warnsignale zu deaktivieren/ignorieren".

        Tschernobyl ist vor allem hochgegangen, weil sie sich blöd damit gespielt haben. Wenn sich jemand aus Dummheit mit einem Feuerwerkskörper die Finger wegsprengt fluchst du auch nicht über die extrem gefährliche Technologie "wie kann man nur?".

        Das ändert aber nichts an der Sache: ob der Mensch dumm ist oder weniger dumm (wie Russe vs. Japaner, nach Deiner Aussage eben), diese Technologie hat erst recht nicht in die Hände von Menschen zu suchen.

        Welche Technologie hat überhaupt etwas in den Händen von Menschen zu suchen? Hochgradig ätzende Säuren oder Basen? Hochbrisante Sprengstoffe? Nein? Dann kannst du dir gleich mal die moderne Informationstechnologie und den Bergbau in die Haare schmieren.

        1. Bounjoun suit,

          Radioaktivität ist in vielerlei hinsicht ein Geschenk

          Das bezweifle ich nicht, kommt halt darauf an, ob man Prozesse startet, die große Menge Radioaktivität erzeugen, ohne genau zu wissen, wie man diese Prozesse stoppt bzw. rückgängig macht. Und das ist in meinen Augen das Problem der Kernkraftwerke: gestartet sind sie leicht, gestoppt... das sieht man eben gerade.

          Welche Technologie hat überhaupt etwas in den Händen von Menschen zu suchen?

          Das ist halt eine Frage, die ich mich stelle ohne eine richtige Antwort darauf liefern zu können.

          Hochgradig ätzende Säuren oder Basen? Hochbrisante Sprengstoffe? Nein? Dann kannst du dir gleich mal die moderne Informationstechnologie und den Bergbau in die Haare schmieren.

          Alles nicht vergleichbar, irgendwie. In 24000 Jahren wird es den Menschen vielleicht nicht mehr geben, die verstrahlten Gebiete werden aber noch vergiftet sein. Und jetzt alle mit Kraftwerk: Radioactivity is in the air for you and me!

          Adiou.

          --
          Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
          Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
          Ich bin faul und das ist gut so.
          1. Radioaktivität ist in vielerlei hinsicht ein Geschenk

            Das bezweifle ich nicht, kommt halt darauf an, ob man Prozesse startet, die große Menge Radioaktivität erzeugen, ohne genau zu wissen, wie man diese Prozesse stoppt bzw. rückgängig macht. Und das ist in meinen Augen das Problem der Kernkraftwerke: gestartet sind sie leicht, gestoppt... das sieht man eben gerade.

            Das Problem ist immer, dass man zu dem Zeitpunkt glaubt, dass man es kontrollieren kann - fürher hat man Glas mit Urandioxid gefärbt weil es so schön grün war, da hat man auch nicht gewusst welche spätfolgen Radioaktivität hat.

            Als man die erste Atombombe getestet hat, vermutete man auch, dass sich die Atomsphäre entzünden könnte, wenn man das Ding hochjagt. Man hat dann entschieden, dass das man mit dem Risiko leben kann und es trotzdem gemacht.

            Alles nicht vergleichbar, irgendwie. In 24000 Jahren wird es den Menschen vielleicht nicht mehr geben, die verstrahlten Gebiete werden aber noch vergiftet sein.

            Es ist einfach eine Sache der Verhältnismäßigkeit: ob nun auslaufendes Öl das land für Jahrtzehnte vergiftet, die unsachgemäße Verwertung von Elektronikschrott für Jahrhunderte oder Radioaktivität halt Jahrtausende spielt für mich keine Rolle.

            Es gibt z.B. Kohlebrände die ganze Landstriche für Jahrhunderte[!] unbewohnbar machen - ist das weniger schlimm als Radioaktivität?

    2. Hi.

      Tschernobyl war menschliches Versagen, technische Unzulänglichkeit und ein absolut dämliches Reaktorkonzept. Die Sache jetzt ist völlig anders - jetzt sieht man deutlich, dass man auch mit guter Technik nicht viel erreichen kann wenn Gottes Han^W^Wdie Natur zuschlägt.

      ... und die Betreibergesellschaft lieber viel Geld verdient und deswegen bei der Betriebssicherheit schludert. Oder habe ich da in den Nachrichten etwas falsch mitbekommen?

      Schönen Sonntag noch!
      O'Brien

      --
      Frank und Buster: "Heya, wir sind hier um zu helfen!"
      1. ... und die Betreibergesellschaft lieber viel Geld verdient und deswegen bei der Betriebssicherheit schludert. Oder habe ich da in den Nachrichten etwas falsch mitbekommen?

        Nein, das sehe ich auch so - am Anfang hat es noch realtiv gut ausgesehen, nur irgendwie habens die Japaner total verbockt. Vermutlich haben die Betreiber geglaubt, man könnte die Reaktoren noch retten - aber spätestens als ihnen das Kühlwasser unten wieder rausgelaufen ist, hätten sie anders reagieren müssen. Und nicht mit einer Hand voll Feuerwehrautos und einem Hubschrauber draufspritzen sondern mit allem was irgendwie herkarrbar wäre.

    3. Hi there,

      Der Bau von Wasserkraftwerken war in der Vergangenheit auch gefährlich -

      ja, für die, die daran gebaut haben vielleicht.

      Ohne Risiko gibt es keine Fortschritt, es würde keinen elektrischen Strom geben, kein Röntgen, keine Antibiotika ...

      Das Problem an der Atomkraft kannst Du weder mit elektrischem Strom, noch mit Röntgen oder gar mit Antibiotika vergleichen; nirgendwo in Deinen unpassenden Vergleichen steckt das Potenzial zum Ausradieren ganzer Landstriche und Regionen. Der einzige Vergleich, der vielleicht wirklich passt, sind die Folgen, wenn man die Gehirnamputierten in ihren Uniformen Krieg spielen lässt, das wirst Du aber vermutlich nicht als Fortschritt qualifizieren.

      Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?

      Naja, damals hast Du wahrscheinlich noch in die verstrahlten Windeln gemacht, damals ist genug passiert; einige Länder sind nach Tschernobyl aus der Nutzung der Kernenergie ausgestiegen.

      Tschernobyl war menschliches Versagen, technische Unzulänglichkeit und ein absolut dämliches Reaktorkonzept. Die Sache jetzt ist völlig anders - jetzt sieht man deutlich, dass man auch mit guter Technik nicht viel erreichen kann wenn Gottes Han^W^Wdie Natur zuschlägt.

      Es gibt eben keine perfekte Technik. Das ist ein Umstand, der idR ziemlich wurscht ist und im schlimmsten Fall ein paar Menschenleben kostet. Bei der Nutzung der Kernenergie ist das eben anders, da kann das "Nichtperfektsein" schnell eine wirklich Katastrophe teilglobalen Ausmaßes erreichen. Es ist eben die Tragik moderner "Demokratien", daß das Beamten- Juristen- und BWLergesocks, das 99% der entscheidungsgebenden Politiker stellt, davon keine Ahnung hat und solche Zusammenhänge nicht einmal in ihren Ansätzen versteht...

      1. Der Bau von Wasserkraftwerken war in der Vergangenheit auch gefährlich -

        ja, für die, die daran gebaut haben vielleicht.

        Banqiao-Staudamm

      2. Bounjoun Klawischnigg,

        Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?
        Naja, damals hast Du wahrscheinlich noch in die verstrahlten Windeln gemacht, damals ist genug passiert; einige Länder sind nach Tschernobyl aus der Nutzung der Kernenergie ausgestiegen.

        Ich habe den zitierten Satz geschrieben. Ich kenne suits Alter nicht, aber meins, und ich habe 1986 schon lange nicht mehr in die Windeln gemacht...

        Ich habe auch nichts von »einigen Ländern, die nach Tschernobyl aus der Atomenergie ausgestiegen« sind, gehört. Welche sollen das denn sein? Die Republik San-Marino oder Andorra? Monaco? Liechtenstein?

        Adiou.

        --
        Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
        Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
        Ich bin faul und das ist gut so.
        1. Hi there,

          Ich habe auch nichts von »einigen Ländern, die nach Tschernobyl aus der Atomenergie ausgestiegen« sind, gehört. Welche sollen das denn sein? Die Republik San-Marino oder Andorra? Monaco? Liechtenstein?

          Italien, um eines davon zu nennen...

  3. Hi.

    Also, warum hat man nach Tchernobyl die Dinger noch betrieben bzw. gebaut? Sind Japaner die besseren Russen?

    Weil man genug Kunden hatte, die auch weiterhin Playstation spielen wollten. Ach nein, Nintendo 64.

    Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?

    Hmmm. Vielleicht hat man ja auch nach Tschernobyl weltweit über AKW nachgedacht, und vielleicht passiert ja auch nach dem Unfall in Japan nicht allzu viel? Weil die Leute nämlich immer noch Playstation spielen wollen.

    Gegen wen und was richtet sich denn gerade Dein Zorn?

    Viele Grüße,
    der Bademeister

  4. Hallo,

    Bedarf es immer x Unfälle, bevor Mensch umdenkt? Für mich war schon nach Harrisburg klar: Diese Technologie ist gefährlich, diese Technologie zu fördern ist zukünftige, grob fahrlässige Tötung.

    Wie viele Leute sind durch Strahlung von Atomkraftwerken auf der ganzen Welt bisher ums Leben gekommen? Und im vergleich dazu, wie viele sind durch Flugzeugabstürze in der gleichen Zeit ums Leben gekommen?

    Wenn man konsequent sein möchte und fahrlässige Tötung schreit dann muss man auch Flugzeuge und Autos verbieten, ... und Zigaretten ... und Alkohol.

    Jeena

    1. Bounjoun Jeena Paradies,

      Wie viele Leute sind durch Strahlung von Atomkraftwerken auf der ganzen Welt bisher ums Leben gekommen? Und im vergleich dazu, wie viele sind durch Flugzeugabstürze in der gleichen Zeit ums Leben gekommen?

      Ja. Das dürfte weniger sein als Menschen, die eines natürlichen Tods sterben. Verbietet das Leben, denn es endet tödlich...

      Wieder Äpfel, wieder Birnen...

      Adiou.

      --
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
      Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
      Ich bin faul und das ist gut so.
      1. Wie viele Leute sind durch Strahlung von Atomkraftwerken auf der ganzen Welt bisher ums Leben gekommen? Und im vergleich dazu, wie viele sind durch Flugzeugabstürze in der gleichen Zeit ums Leben gekommen?

        Ja. Das dürfte weniger sein als Menschen, die eines natürlichen Tods sterben. Verbietet das Leben, denn es endet tödlich...

        Verkehrstote? Gerne: http://sciencev1.orf.at/science/news/110438

        1,2 Millionen Tote pro Jahr - auf solche Zahlen kommt man nichtmal mit den wildesten Green-Peace-Schätzungen plus der beiden Atombomben-Abwürfe zussammen.

        1. Bounjoun suit,

          Ja. Das dürfte weniger sein als Menschen, die eines natürlichen Tods sterben. Verbietet das Leben, denn es endet tödlich...

          Verkehrstote? Gerne: http://sciencev1.orf.at/science/news/110438

          1,2 Millionen Tote pro Jahr - auf solche Zahlen kommt man nichtmal mit den wildesten Green-Peace-Schätzungen plus der beiden Atombomben-Abwürfe zussammen.

          Sind aber immer noch weniger als Menschen, die eines natürlichen Tods sterben. Hast Du den Witzdetektor nicht eingeschaltet, heute?

          Adiou.

          --
          Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
          Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
          Ich bin faul und das ist gut so.
        2. 1,2 Millionen Tote pro Jahr - auf solche Zahlen kommt man nichtmal mit den wildesten Green-Peace-Schätzungen plus der beiden Atombomben-Abwürfe zussammen.

          Ist das Dein spezielles Pro zu Kriegen?

          Vielleicht denkst Du mal darüber nach, welche Gefahren jeder für sich ganz alleine meiden kann und welche nicht.

          1. Vielleicht denkst Du mal darüber nach, welche Gefahren jeder für sich ganz alleine meiden kann und welche nicht.

            Dann fahre ich doch lieber mit dem Auto, da bin ich sicherer unterwegs als mit dem Fahrrad. Wenn mich mit dem Fahrrad jemand über den Haufen fährt, hab ich weniger überlebenschancen als mit dem Auto.

            Oder soll ich mir einen SUV anschaffen? Da hab ich auch größere Chancen zu überleben als mit einem Kleinwagen - oder doch besser einen Hummer? Oder gleich einen Panzerwagen?

        3. 1,2 Millionen Tote pro Jahr - auf solche Zahlen kommt man nichtmal mit den wildesten Green-Peace-Schätzungen plus der beiden Atombomben-Abwürfe zussammen.

          Das Problem ist nicht die absolute Anzahl der Toten. Sondern die Art der Bedrohung. Ein Auto hate eine konkrete Bedrohung, bei der du für dich individuell einen Enscheidungsspielraum hast wie du dich ihr aussetzt.

          Ein Atomkraftwerk bedroht alle, die in einem gewissen Umkreis leben. Die Bedrohung ist aber sehr abstrakt, weil es einerseits relativ selten passiert und anderseits der Schaden auch sehr abstrakt sein kann. Deshalb ist es ja auch so schwierig Strahlenopfer zu zählen, da niemand sagen kann, ob dieser Krebs oder jene Mißgeburt wirklich auf eine Verstrahlung zurück zu führen ist.

          Das heißt du hast keine individuelle Gefahr, die es abzuwägen gilt, sondern der Mensch empfindet es als kollektive Bedrohung gegenüber sich, seinen Nachbarn und seiner Heimat. Das ist sicher der Grund, dass das Thema so hoch kochen kann. Aber das macht es auch erklärbar, warum 100 Millionen anderer Tote, bei alltäglichen Dingen, nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

          Das ist genau der gleich Effekt, wie bei einem Flugzeugabsturz. Wenn die Angehörigen von 100 Menschen gleichzeitig trauern müssen, hat das eine medial größere Aufmerksamkeit, als die 100 Toten die jeden Tag in Europa im Verkehr sterben.

          Struppi.

          1. Das Problem ist nicht die absolute Anzahl der Toten. Sondern die Art der Bedrohung. Ein Auto hate eine konkrete Bedrohung, bei der du für dich individuell einen Enscheidungsspielraum hast wie du dich ihr aussetzt.

            Der Individualverkehr bedroht mich auch, wenn ich selbst nicht fahre - und da kann ich mich selbst oft selbst nicht entscheiden ob ich mich der gefahr aussetzen will oder nicht - es kommt immer wieder vor, dass jemand (weil er Gas und Bremse verwechselt) in ein Geschäft fährt oder dass dich ganz einfach jemand am Gehsteig oder Zebrastreifen niederfährt.

            Ein Atomkraftwerk bedroht alle, die in einem gewissen Umkreis leben. Die Bedrohung ist aber sehr abstrakt, weil es einerseits relativ selten passiert und anderseits der Schaden auch sehr abstrakt sein kann. Deshalb ist es ja auch so schwierig Strahlenopfer zu zählen, da niemand sagen kann, ob dieser Krebs oder jene Mißgeburt wirklich auf eine Verstrahlung zurück zu führen ist.

            Diese Gefahr ist bei Verkehrsunfällen zwar nicht so abstarkt, aber dennoch gibt es verschiedene Dinge die nicht schwarz und weiß sind - vor ein paar Tagen wurde ein Mopedfahrer niedergefahren, er hat sich ins Taxi gesetzt und ist nach Hause gefahren weil "nichts" war - später wurde die Rettung gerufen und er ist am Weg ins Krankenhaus verstorben (schwere innere Verletzungen). Aber du hast natürlich recht, Stahlung ist da weit heimtückischer - aber dasselbe gilt für Belastung durch CO2 - da sind früher auch viele Leute in Weinkellern erstickt und man wusste lange nicht warum, man konnte die Gefahr nicht sehen riechen oder schmecken.

            Das ist genau der gleich Effekt, wie bei einem Flugzeugabsturz. Wenn die Angehörigen von 100 Menschen gleichzeitig trauern müssen, hat das eine medial größere Aufmerksamkeit, als die 100 Toten die jeden Tag in Europa im Verkehr sterben.

            Ja, diese Gedankengänge kann ich aber nicht nachvollziehen - hier fehlt mir vielleicht einfach die emotionale Nähe zu Menschen die ich nicht kenne, die aber kollektiv durch irgend einen Umstand sterben.

          2. Hallo,

            ... sondern der Mensch empfindet es als kollektive Bedrohung gegenüber sich, seinen Nachbarn und seiner Heimat.

            Da sagst du was gutes, er empfindet das als Bedrohung, das hat also nichts mit der wirklichen Bedrohung zu tun. Terroristen empfinden wir auch als Bedrohung und deshalb drängen wir unsere Politiker "etwas zu tun!", egal wie die Wirklichkeit aussieht.

            Es sieht hier jetzt so aus als ob ich voll der Atomkraftbefürwörter wäre, im gegenteil, seite 2005 nutze ich zu Hause, da wo ich es selbst steuern kann, keinen Atomstrom mehr. Ich bin auch eher dafür auszusteigen, dennoch sollte man die Wirklichkeit und die Zahlen nicht aus den Augen verlieren.

            Jeena

            1. Hi.

              Es sieht hier jetzt so aus als ob ich voll der Atomkraftbefürwörter wäre, im gegenteil, seite 2005 nutze ich zu Hause, da wo ich es selbst steuern kann, keinen Atomstrom mehr. Ich bin auch eher dafür auszusteigen, dennoch sollte man die Wirklichkeit und die Zahlen nicht aus den Augen verlieren.

              Volle Zustimmung. Aber: Wenn es so ist, dass die Leute Angst vor Atomkatastrophen haben und in der Zukunft haben werden - egal, ob rational begründbar oder anders begründet - dann ist genau das auch ein Teil dieser Wirklichkeit, die man nicht aus den Augen verlieren darf.

              Viele Grüße,
              der Bademeister

              1. Hallo,

                Wenn es so ist, dass die Leute Angst vor Atomkatastrophen haben und in der Zukunft haben werden ... dann ist genau das auch ein Teil dieser Wirklichkeit, die man nicht aus den Augen verlieren darf.

                Wenn jeder der sich seit den Unfällen in Japan über Atomkraft aufgeregt hat zu regenerativem Strom wchseln würde, auch wenn es teuerer sein sollte, dann wären wir plötslich einen Schritt vor der Abschaltung der Atommeiler. Das wird aber wohl niht passieren, denn die Leute sind Gewohnheitstiere und mögen keine Veränderung. Und um zu wechseln, da müsste man was ausdrucken und vielleicht noch zum Briefkasten gehen und dann weiß man nicht wie gut der Anbieter ist, etc.

                Gleichzeitig muss man gucken, dass wir nicht die Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzen, damit ist nämlich keinem geholfen.

                Jeena

                1. Bounjoun Jeena Paradies,

                  Schritt vor der Abschaltung der Atommeiler. Das wird aber wohl niht passieren, denn die Leute sind Gewohnheitstiere und mögen keine Veränderung. Und um zu wechseln, da müsste man was ausdrucken und vielleicht noch zum Briefkasten gehen und dann weiß man nicht wie gut der Anbieter ist, etc.

                  Ich sehe es so, dass es hier nicht nur an den Endverbraucher ist, etwas zu tun, zumindest nicht, was den Stromanbieteerwechsel angeht. Wenn es Dir gelungen ist, hut ab, das ist in anderen Gemeinden nicht immer einfach bzw. möglich. Und sicher bist Du am Ende eh nicht, woher willst Du mit Sicherheit wissen, dass der Strom, der bei Dir aus der Steckdose, doch nicht aus einem AKW kommt?

                  Vielmehr sind alle gefordert. Und das wurde jetzt endlich deutlich: die Atomkraft soll verschwinden. Dass es nicht von heute auf morgen geht, ist nicht von der Hand zu weisen, die bereits geschehene Abschaltung (bzw. »vom Netz nehmen«) der sieben älteren Meiler ist der richtige Weg.

                  Die Lösung könnte sein, diese älteren Kraftwerke jetzt dauerhaft abschalten inkl. Rückbau der Anlage, einen überschaubaren Zeitraum festzulegen, in dem die anderen nach und nach auch abgeschaltet werden (der »Stresstest« wird zeigen, welche zuerst weg müssen).

                  In dieser Zeit voll Power erneuerbare Energie fördern und ausbauen.

                  Und tja, der Verbraucher wird sich auf höhere Strompreise einstellen müssen, aber das juckt ihn beim Benzin doch auch nicht oder? Oder gab es bereits Boykottaktionen wegen der zu hohen Spritpreise? Hat jemand freiwillig aufs Auto verzichtet (und es gibt viele die es tun könnten)?

                  Also, höhere Strompreise in der Zukunft sind mir meine (wenn auch vielleicht nur gefühlte) Sicherheit wert.

                  Gleichzeitig muss man gucken, dass wir nicht die Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzen, damit ist nämlich keinem geholfen.

                  Volle Zustimmung. Auch Gaskraftwerke wären da nicht wirklich hilfreich, außer dem Herrn Schröder ;)

                  Adiou.

                  --
                  Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
                  Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
                  Ich bin faul und das ist gut so.
                  1. Hallo Jean-Max

                    Gleichzeitig muss man gucken, dass wir nicht die Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzen, damit ist nämlich keinem geholfen.

                    Volle Zustimmung. Auch Gaskraftwerke wären da nicht wirklich hilfreich, …

                    Zu einem gewissen Teil doch.

                    • Der CO2-Ausstoß ist bei Gaskraftwerken geringer.
                    • Bei Gasturbinenkraftwerken und Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken sind Laständerungen sehr schnell möglich, so dass diese sehr gut die Schwankungen von alternativer Energieerzeugung ausgleichen könnten.
                    • Sie können relativ klein gebaut werden, so dass eine sinnvolle Kraft-Wärmekopplung möglich ist und Leitungsverluste minimiert werden können.

                    Sie würden auch gebraucht, wenn mit überschüssiger Energie Gas erzeugt und dieses im Erdgasnetz zwischengespeichert würde. Auch wenn dies keinen besonders guten Gesamtwirkungsgrad ergäbe, wäre es wesentlich besser, als immer wieder einen Teil der Windräder abzuschalten.

                    Auf Wiederlesen
                    Detlef

                    --
                    - Wissen ist gut
                    - Können ist besser
                    - aber das Beste und Interessanteste ist der Weg dahin!
                    1. Bounjoun Detlef G.,

                      Gasturbinenkraftwerken
                      Gas-[link:http://www.atzonline.de/index.php;do=show/alloc=1/id=12558@title=überschüssiger Energie Gas erzeugt

                      Interessante Infos, danke.

                      Wie auch immer, neue, innovative Lösungen müssen her, wo bleibt der deutsche Erfindungsgeist? ;)

                      Adiou.

                      --
                      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu. - Ödön von Horwáth
                      Ist Rudi Carrell Gott? Oder George Harrison Ford?
                      Ich bin faul und das ist gut so.
    2. Hi Jeena.

      Wie viele Leute sind durch Strahlung von Atomkraftwerken auf der ganzen Welt bisher ums Leben gekommen? Und im vergleich dazu, wie viele sind durch Flugzeugabstürze in der gleichen Zeit ums Leben gekommen?

      Man kann sogar mit Statistiken lügen, wenn man sie gar nicht fälscht. ;-)

      Jahrelange Krebsleiden, Gendefekte über Generationen hinweg, sowie großflächige Umweltverseuchungen treten durch Flugzeugabstürze selten auf. Der Vergleich der Totenzahlen ist also etwas an den Haaren herbeigezogen. Oder?

      Viele Grüße,
      der Bademeister

  5. Moin!

    Also, warum hat man nach Tchernobyl die Dinger noch betrieben bzw. gebaut? Sind Japaner die besseren Russen?

    Das weiss ich nicht. Aber in Bezug auf Tchernobyl muesste die Frage heissen, sind die Japaner die besseren Ukrainer? Und da wuerd ich fast schon sagen: Ja.

    --
    Vergesst Chuck Norris.
    Sponge Bob kann unter Wasser grillen!
  6. [latex]Mae  govannen![/latex]

    Dieser Satz im Bezug auf die Atomkraft, dieser Satz HEUTE erst, warum finde ich das Weltfremd, gerade wenn er von Leute kommt, die 1986 gerade erwachsen waren?

    Bedarf es immer x Unfälle, bevor Mensch umdenkt?

    Wie kommst du auf darauf? Mensch lernt offensichtlich nicht.

    Stur lächeln und winken, Männer!
    Kai

    --
    Dank Hixies Idiotenbande geschieht grade eben wieder ein Umdenken
    in Richtung "Mess up the Web".(suit)
    SelfHTML-Forum-Stylesheet
  7. Hallo,

    Also, warum hat man nach Tchernobyl die Dinger noch betrieben bzw. gebaut?

    Weil die Entscheidungsträger kein wirkliches Interesse daran haben, dass die Menschheit noch hunderte oder gar tausende Jahre weiterexistieren kann. Und warum haben sie das nicht? Ganz einfach: Weil sie es ja nicht erleben.

    Habe mal ein lustiges Buch gelesen "Der kleine Machiavelli". Darin plaudert angeblich ein erfolgreicher Ex-Konzernmanager aus dem Nähkästchen. Ein Kapitel ist überschrieben mit "Das Gesetz der fünzigjährigen Männer", und darin steht, dass solche Leute auch mal ein Unternehmen mit falschen Entscheidungen sehenden Auges an die Wand fahren, weil sie nicht von langfristigen Erfolgen profitieren können, die sich mit den richtigen Entscheidungen erst nach Jahrzehnten einstellen würden. Bis dahin wären sie ja längst tot...

    Denke, dass da wirklich etwas dran ist. Wenn wir alle ewig leben würden, oder zumindest ein paar tausend Jahre, dann würden viele wichtige Entscheidungen ganz anders ausfallen, da bin ich mir sicher.

    Warum denkt man weltweit nach dem Unfall in Japan über AKW nach, aber nach Tchernobyl ist nichts passiert?

    Nach Tchernobyl hat man auch darüber nachgedacht, aber dabei ist es dann auch geblieben. Und diesmal wird es nicht anders sein, leider. Immerhin hat man aber damals die wahnsinnige Aufrüstung im kalten Krieg mit immer mehr Atomwaffen gestoppt und sogar massiv abgerüstet.

    Gruß, Don P

    1. Hallo,

      Weil die Entscheidungsträger kein wirkliches Interesse daran haben, dass die Menschheit noch hunderte oder gar tausende Jahre weiterexistieren kann. Und warum haben sie das nicht? Ganz einfach: Weil sie es ja nicht erleben.

      Oh ja natürlich, vor allem weil sie auch selbst keine Kinder und Enkel haben. Wer sind denn diese geheimnissvollen "Entscheidungsträger"? Das sind doch wir alle, wir leben doch in einer Demokratie und wir können auch selbst entscheiden ob wie Strom aus einem Atomkraftwerk kaufen und es am Leben erhalten oder nicht.

      Ich glaube ja nicht wirklich an diese großen Weltverschwörungen, ich denke eher dass das einfach eine eigene eigendynamik entwickelt und wenn genügend leute mitmachen dann betreiben wir halt weiterhin Atomkraftwerke.

      Seid wann kauft ihr denn keinen Strom aus Kernenergie? Bei mir ist es seit 2005 durch aktive Wahl.

      Jeena

      1. Hi,

        Weil die Entscheidungsträger kein wirkliches Interesse daran haben, dass die Menschheit noch hunderte oder gar tausende Jahre weiterexistieren kann. Und warum haben sie das nicht? Ganz einfach: Weil sie es ja nicht erleben.
        Oh ja natürlich, vor allem weil sie auch selbst keine Kinder und Enkel haben.

        möglicherweise, aber ich bin mir da gar nicht so sicher. Ich kenne das Privatleben unserer Spitzenpolitiker nicht, es geht mich auch nichts an, interessiert mich auch nicht. Aber viele von denen haben bestimmt Kinder, Enkel, oder auch "nur" Nichten und Neffen.

        Wer sind denn diese geheimnissvollen "Entscheidungsträger"? Das sind doch wir alle, wir leben doch in einer Demokratie

        Ja, wach auf! In der schönen Theorie ist das wohl so. Aber in Wirklichkeit haben wir doch in den meisten Ländern, die sich "Demokratie" nennen, eine Herrschaft des Geldadels, der Banken und der Industrie. Wir, das Volk, sind darin nur Statisten - auch wenn es den Herrschenden ab und zu unbequem ist, wenn wir den Mund aufmachen.

        und wir können auch selbst entscheiden ob wie Strom aus einem Atomkraftwerk kaufen und es am Leben erhalten oder nicht.

        Glaubst du das wirklich? - Ich nicht, auch wenn ich es mir wünschen würde.

        Ich glaube ja nicht wirklich an diese großen Weltverschwörungen, ich denke eher dass das einfach eine eigene eigendynamik entwickelt und wenn genügend leute mitmachen dann betreiben wir halt weiterhin Atomkraftwerke.

        Ja, denn da setzen sich mal ein paar Banker, Industriebonzen und Manager von großen Versicherungskonzernen mit den Strohmännern zusammen, die wir als Spitzenpolitiker sehen, und erklären denen, wie's zu laufen hat.

        Seid wann kauft ihr denn keinen Strom aus Kernenergie? Bei mir ist es seit 2005 durch aktive Wahl.

        Versteh mich nicht falsch - ich finde, das ist ein guter Weg. Aber was wir, ein paar Millionen Privathaushalte, dazu beitragen können, ist eben nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und solange wir ein europaweites Verbundnetz haben, in das alle aktiven Kraftwerke ihre Energie einspeisen, die dann eben dynamisch je nach Bedarf verteilt wird, sehe ich auch keine Chance auf Veränderung. Du zahlst deine Stromrechnung halt an einen "sauberen" Ökostromanbieter, aber der darf im Rahmen des Energieverbunds wieder satte Ausgleichszahlungen leisten, die dann wieder den Branchenriesen mit ihren Kernkraftwerken zugute kommen. Beispielsweise in Form von Durchleitungsgebühren, weil das Leitungsnetz eben zum größten Teil den großen Energiekonzernen gehört.

        So long,
         Martin

        --
        Zivilisation bedeutet, dass die Eskimos warme Wohnungen bekommen und dann arbeiten müssen, damit sie sich einen Kühlschrank leisten können.
        Selfcode: fo:) ch:{ rl:| br:< n4:( ie:| mo:| va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:µ js:(
      2. Hallo,

        Oh ja natürlich, vor allem weil sie auch selbst keine Kinder und Enkel haben.

        Kinder und Enkel können sie ja auch selber miterleben. Die sind nicht wirklich gefährdet, zumal sie vermögensmäßig mit dickem Erbe ausgestattet werden. Aber bei den Ur- und Ururenkeln dürfte es bereits aufhören... bis dahin läuft noch viel Wasser den Rhein runter. Steht ja schon so in der Bibel: "Du sollst deinen nächsten lieben wie dich selbst", aber vom übernächsten ist ja nicht die Rede ;)

        Wer sind denn diese geheimnissvollen "Entscheidungsträger"? Das sind doch wir alle, wir leben doch in einer Demokratie und wir können auch selbst entscheiden [...]

        Jaja, die Demokratie... ist nicht wirklich die beste denkbare Staatsform, nur die beste, die der Mensch bisher verwirklicht hat. Die Mehrheit entscheidet, und die Mehrheit ist halt interesssens- und intelligenzmäßig nur Durchschnitt, was sich durch gezielte Propaganda gut ausnützen lässt. Wenn alle rufen "ich will billige Energie!", weil man ihnen vorher eingeredet hat, dass sie die unbedingt brauchen, dann baut man eben Atomkraftwerke, ob sicher oder nicht, aber ist das vernünftig oder gut für die Menschheit? Wohl kaum.

        Wir können an der Urne nur entscheiden, wer die nächsten paar Jahre über uns entscheiden darf, aber was die dann konkret entscheiden, darauf haben wir keinen Einfluss mehr, im Unterschied zu Lobbyisten, Industiekonzernen, Bankern usw.

        Ich glaube ja nicht wirklich an diese großen Weltverschwörungen [...]

        Warum nicht? Wo es doch so offensichtlich ist. Gibt es denn irgend ein Indiz, was dafür spräche, dass die Machthaber weltweit selbstlos nur zum Wohl der Menschen und der Menschheit handeln? Mir fällt keins ein.

        Indizien für das Gegenteil gibt es aber massenhaft, und hin und wieder auch handfeste Beweise. Ist es Zufall, dass fast alle Parlamentarier irgendwo in der Industie einen Aufsichtsratsposten haben? Beherrschen Berlusconi und Sarkozy nicht weitgehend ihre "freien" Medien? Hat Kohl nicht Schwarzgeld entgegengenommen von der Waffenlobby? Ist Schröder nicht ins russische Gasgeschäft eingestiegen, obwohl man doch weiß, dass z.B. die Ölpreisbindung von Gas nur der Abzocke dient? Ist Bush nur aus humanitären Gründen in den Irak einmarschiert? Hat Brüderle nicht gerade erst entschuldigend vor dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) das Atommoratorium so erklärt, dass wegen der bevorstehenden Wahlen die "Entscheidungen nicht immer rational" seien? Nicht rational für die Industriellen, ist klar, und nachdem man das Stimmvieh vorübergehend beruhigt hat und wiedergewählt ist, will man weitermachen wie zuvor, das ist genau die Aussage. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Man muss schon sehr naiv sein, wenn man alle eindeutigen Indizien ignoriert und an eine heile Welt der Demokratie glaubt, wo der Stimmbürger irgend etwas zu sagen hätte, was man ihm nicht mindestens vorher eingeredet hat.

        Gruß, Don P

        1. Hi.

          Ist es Zufall, dass fast alle Parlamentarier irgendwo in der Industie einen Aufsichtsratsposten haben?

          Nur mal interessehalber: Woher weißt du, dass fast alle Parlamentarier irgendwo in der Industie einen Aufsichtsratsposten haben? Wo kann man das nachlesen und hast du es getan?

          Hat Brüderle nicht gerade erst entschuldigend vor dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) das Atommoratorium so erklärt, dass wegen der bevorstehenden Wahlen die "Entscheidungen nicht immer rational" seien? Nicht rational für die Industriellen, ist klar, und nachdem man das Stimmvieh vorübergehend beruhigt hat und wiedergewählt ist,

          Das mit dem Wiedergewähltwerden hat ja nicht ganz so gut geklappt. Da hat jemand ganz schön was vor die Mappe gekriegt ;)

          Schönen Sonntag noch!
          O'Brien

          --
          Frank und Buster: "Heya, wir sind hier um zu helfen!"