n'Abend,
ich habe lange gezögert, hier überhaupt zu antworten. Weil ich nicht in der ersten emotionalen Empörung Dinge schreiben wollte, die ich später vielleicht bereue. Lieber erstmal alles sacken lassen, zwei, drei Nächte drüber schlafen. Denn du provozierst mich hier gerade genau so wie meine Kollegin, mit der ich mich deswegen im letzten August zerstritten habe. Nach rund sechsjähriger kollegial-freundschaftlicher Beziehung.
Durch Polemik, durch bewusstes Falsch-Verstehen, durch den Versuch, meine Aussagen 180° ins Gegenteil zu verdrehen und dann wieder gegen mich zu argumentieren.
Eine Frage habe ich noch:
Welchen Messenger benutzt du denn? Und warum gerade den?bevorzugt Microsoft Teams. Weil's ausgereift und komfortabel ist. Weil viele meiner Kontakte das auch so sehen.
Mal abgesehen davon, dass Teams mehr und anderes kann, als nur Messenger sein, sehe ich das Programm als arbeitstäglicher Anwender im Gegensatz zu dir keineswegs als ausgereift an, wobei gerade der Chat (als Vergleichsfeature zum Messenger) zufriedenstellend funktioniert.
Wir setzen Teams im Unternehmen als primäre Kommunikationsplattform ein. Auch mit Externen. Telefonie, Videokonferenzen und auch der schnelle Informationsaustausch per Chat. Das funktioniert nach meiner Erfahrung "smooth as silk". Einschließlich der Querbeziehungen mit Outlook (Terminkalender).
Privat nutze ich nur die Chatfunktion; mehr erlaubt mir das Programm mit unternehmensfremden Kontakten eh nur eingeschränkt.
Einige der anderen Features und die Verknüpfung mit den anderen MS-Diensten drumherum sind mMn aber bestenfalls so lala.
Ich weiß nicht was du meinst - anscheinend etwas, was wir im Unternehmen nicht nutzen.
Ausgereift ist für mich schlicht anders. Das mal nur so dahergekotzt.
Okay, du hast einen anderen Erwartungslevel. Du scheinst Dinge zu erwarten, von denen ich noch nicht einmal weiß, dass sie existieren.
Ansonsten Whatsapp. Weil's so enorm verbreitet ist und man quasi nicht daran vorbeikommt.
Nun gerade dieses Programm als Vergleich heranzuziehen …
Auch dort bekommst du, wie bei Signal, genau die Benutzer als kontaktierbar angezeigt, die sowieso in deinen Kontakten stehen
Richtig. Aber anders als Signal ist Whatsapp als Produkt des Meta-Konzerns eh nicht für Datenschutz und Privatsphäre bekannt. Das erwartet man da auch nicht.
Im Unterschied zu Signal, das Hashes der Telefonnummern zur Ermittlung anderer dir bekannter Signal-Benutzer erstellt, werden bei WhatsApp alle Daten deiner Kontakte im Klartext abgezogen und von Meta/Facebook auch aber eben nicht nur zur Erstellung deiner Kontaktliste benutzt.
Weißt du das? Wenn ja woher? Oder schwarzmalerst du das nur?
Wie du alternativ zum bestehenden System, also ohne die Vorschläge des Dienstbetreibers (hier also Signal), zu deinen Messenger-Kontakten kommen willst, wäre für mich interessant.
Erstkontakt IRL oder über ein anderes bisher schon genutztes Medium (z.B. e-Mail oder Telefon). Selbstverständlich. Hab ich noch nie anders gemacht. Wenn mich plötzlich jemand per Whatsapp anschreibt, den ich bisher nicht kenne, weise ich das als Spam ab und blockiere diese Nummer erstmal.
Ja, Whatsapp verpetzt mir auch Kontakte, die mich ihrerseits nicht in der Liste haben. Und umgekehrt.
Hast du mal nachgeforscht, wie die es mit dem Schutz der Privatsphäre halten?
Nein. Beide behaupten was von "end to end encrypted", das suggeriert zumindest, dass niemand unterwegs mitlauschen kann, auch nicht der Betreiber. Das glaube ich zwar nicht, es stört mich aber auch nicht.
Mich stört nur die Heuchelei bei Signal.
Bis eben ging es im von dir initiierten Thread-Ast um die Art der automatischen Ermittlung von Kontakten. Jetzt springst du zur angeblich nur suggerierten, also vorgetäuschten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und (mit Verlaub) faselst von Heuchelei.
Genau hier fängt deine Polemik und Provokation an. Ja, mich stört dieses automatische Vorschlagen von Kontakten - ich find's ärgerlich, aber nicht wirklich schlimm. Ich find's nur schlimm, wenn das bei einem Dienst passiert, der so auf Vertraulichkeit abhebt. Das passt nicht zusammen.
Da sind wir dann wohl doch beim Glauben statt beim Wissen gelandet.
Nö, ich glaube hier gar nix. Ich sehe nur, dass eine Information weitergegeben wird, die anderen eine Kontaktaufnahme mit mir ermöglicht. Und zwar ohne dass ich das ausdrücklich erlaubt habe. Und zwar bei beiden gerade besprochenen Diensten. Die stehen sich also in nichts nach.
Einen schönen Tag noch
Martin
Manchmal kann man gar nicht so viel fühlen, wie man denkt.
Und manchmal fühlt man so viel, dass man gar nicht denken kann.