Swen: Leben und Tod in unserer Gesellschaft

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Moin

So ist das Leben. Die fotos die da abgebildet sind, sind alles andere als äußergewöhnlich - sie sind sogar alltäglich, wenn auch nicht im alltag der meisten einzelnen von uns.

Und das ist gut so, deshalb gehörten sie auch nicht hier hin. Wer solche Bilder sieht sollte vorbereitet sein.

Wie gehen wir heutzutage mit dem tod in unserer gesellschaft um? Er wird verdrängt, aus unseren bewußtsein gerückt und das absichtlich. Menschen sterben heutzutag in Spitälern, Altersheimen und Geriatriezentren.

Du hast Norbert Elias, die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen" gelesen? Dort beschreibt er deine Eindrücke nachdrücklich. Er macht uns klar, dass wir den Tod hinter die Kulissen unserer Geseelschaft verschieben wollen, und uns damit nicht einmal einen Gefallen tun.

Die Menschen wollen mit dem tod nichts zu tun haben - ist doch schmutzig und ecklig - auch wenn es ihren eigenen "lieben" sind. Und so stirbt das alter mutterl einsam und verlassen.

Ich habe hier ein "schönes" Bilderbuch über den Tod. Rudolf Schäfer (Der ewige Schlaf visages de morts) hat hier Tote fotografiert. Ein Buch, dem man mal vorgeworfen hat, dass es den tod "beschönige", weil es nicht "schrecklich" sei. Was für ein Quatsch! Den Tod empfinden wir nun mal als schrecklich (Elias sagt: Der Tod ist nicht für den Sterbenden, sondern für die Trauernden etwas Schreckliches). Für mich war es dennoch ein guter Weg, die Scheu vor dem Tod, auch vor dem eingenen, überwinden zu können. Warum? Ich bin einige Jahre Rettungswagen gefahren, habe gesehen was da zu sehen ist, und habe getan, was da zu tun ist. Auf eine ganz komische Art hat mich dieses Buch deshalb immer beruhigt: Es geht auch anders.
Vielleicht nicht ganz passen jetzt, aber es drängt sich mir gerade so auf: Das merkwürdigste Gefühl, was geblieben ist, sind übrigens die Erinnerungen an Zwangseinweisungen, wenn wir leute in die Psychatrie gebracht haben. Das geht mit heute noch näher als die Erinnerung an Unfälle

Und wenn einem ein mensch in seinem eignen armen stirbt fängt man schon an über solche sachen nachzudenken.

Oder wenn er nicht mehr leben will, obwohl du dich bemühst. Und dann fragst du dich, was (oder besser: das) du da machst.

(schon mal einen menschen gesehen der von einem panzer überrollt wurde?).

Das überzeugt niemanden voon der Nutzlosigkeit des Krieges, von Haß und Gewalt. Da läuft jedes Foto oder jeder Antikriegsfilm, der nach diesem Muster läuft agitiert, doch immer nur Gefahr, in eine Ästhetisierung der Gewalt zu verfallen. Mein "Lieblings"antikriegsfilm ist und bleibt Hair, es gibt keinen besseren Film gegen die Gewalt.

Viele Grüße

Swen