Hallo Leute,
nun ist es schon über zwei Jahre her, dass ich bei Aufträgen und Projekten CSS verwende, und dass ich Scripte auch für IE, Mozilla, Opera, und Netscape4 ermögliche.
Seit über zwei Jahren teste ich u.a. mit Mozilla, seit über zwei Jahren warte ich darauf dass die Kinderkrankheiten sich auch tatsächlich als solche bestätigen und kuriert werden.
Jetzt schien mir der Mozilla 1.1 etwas stabiler als Vorversionen, sodass ich nochmals geschaut habe wie sich denn mit dem Browser unter Windows surfen lässt.
Das Ergebnis ist aus vielen Gründen wieder mal enttäuschend.
Vielleicht brauchen wir Mozilla ja bald in grösserem Umfang als Linuxbrowser, vielleicht freut es ja auch den einen oder anderen wenn mal ein nicht MS Browser irgendwelche w3c-Spitzfindigkeiten so richtig ordentlich hinbekommt, nur surfen mag ich mit dem Mozilla nicht.
Nun wollte ich mal der Sache auf den Grund gehen, warum mir der Mozilla unangenehm ist.
Da gibt es z.B. lästige kleine Verzögerungen beim Öffnen von Fenstern, die einem die Benutzung einfach unrund vorkommen lassen.
Der Hauptgrund kann aber noch woanders liegen.
Nachdem ich immer wieder den Mozilla als anstrengend empfand, habe ich mich stärker mit der Darstellung im Vergleich zu anderen Browsern beschäftigt.
Da war ein Posting über www.super-sushi.de, und ich hab mir die Seite mit IE6 und Mozilla 1.1 angeschaut.
Die Schrifttype ist gleich, die Schriftgrösse, nachdem +120% im Mozilla angeglichen wurde, scheinbar auch, Textblöcke haben ähnliches Volumen usw.
Ich habe dann zur Kontrolle erstmal gelesen und auch mal laut vorgelesen.
Das Ergebnis war wegen der scheinbar gleichen Schriftgrösse unerwartet:
Mozilla strengt deutlich mehr an, der IE ermöglicht bei gleicher Schriftgrösse usw. eine höhere Lesegeschwindigkeit.
Um der Sache auf den Grund zu gehen, ich vermutete erstmal Unschärfen oder andere Farben, habe ich dann Screenshots von der Darstellung des IE6 und Mozilla1.1 gemacht und vergrössert.
Es zeigt sich dass bei gleicher Schrifttype die Grösse nicht gleich ist.
Mozilla macht die Schrifttypen etwas kleiner, auch die Spationierung der einzelnen Buchstaben scheint etwas knapper (was erstmal richtig ist), aber der Abstand zwischen den Wörtern scheint relativ zu gross (was beim Beispiel super-suchi auch daran liegen kann wie eng der Browser zu setzen versucht wenn justify gilt, justify selbst scheint m.E. hier nicht der alleinige Grund), und der Zeilenabstand ist merkwürdigerweise grösser (Eigentlich sollte der Zeilenabstand mit 1.2 x Schriftgrösse automatisch festgelegt sein).
Die Lesbarkeit beim Mozilla mit etwas kleineren Buchstaben und etwas grösserem Zeilenabstand und Wortabstand ist natürlich schlechter.
Mein erster, scheinbar subjektiver Eindruck, bestätigt sich beim genauen Hinschauen, klar dass der Mozilla-Browser einfach anstrengender ist.
Bei der betr. Site war vermutlich font-size:0.8em; mit Korrektur 120+ für Mozilla.
Nun habe ich nochmals bei festen Pixelanagben getestet, font-family:Arial,sans-serif; und font-size:13.4px;.
Diesmal neben IE6 und Mozilla1.1 auch Netscape 4.
Hier scheint die Höhe der Buchstaben erstmal bei allen Browsern gleich.
Mozilla fällt wieder etwas aus dem Rahmen mit einer grösseren Laufweite, was die Lesbarkeit verschlechtern kann. Und beim genauen Hinschauen scheint der Mozilla die Schrift einen Hauch dünner anzuzeigen, die dazu wieder einen etwas zu grossen Zeilenabstand hat, und dabei gleich dünn oder sogar dünner ist.
Als Surfer stelle ich fest dass meine Abneigung mit dem Mozilla zu Surfen klare rationale Gründe hat, und wer beim Vergleich auf üblichen Seiten feststellt dass es mit dem IE angenehmer bei scheinbar gleichem Layout ist, wird auch feststellen dass die Belastung am Bildschirm, sei es letztendlich etwa der Verbrauch von Augentropfen oder die Länge notwendiger Pausen, nicht nur vom Bildschirm abhängt.
Als Designer sehe ich die Notwendigkeit zu festen Pixelangaben, wenn ich Mozilla berücksichtigen will. Vielleicht werde ich aber in Zukunft weniger Rücksicht auf solch ein unergonomisches Teil nehmen.
Grüsse
Diplom-Designer