Christian Seiler: Homepagebewertung

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Hallo Mathias,

Meines Wissens nach kann hier keinesfalls »become« verwendet werden, höchstens »get«, alleine schon weil es sich um eine Passivkonstruktion handelt.

Jain, kommt darauf an, was er ausdrücken will. "becomes" drückt einen Verwandlungsprozess aus, der sich aber (im Normallfall) auf Personen bezieht. Lassen wir diese Einschränkung mal beiseite. In diesem Fall muss "designed" als Prädikatsnomen (in Verwendung als Adjektiv) angesehen werden, jedoch nicht direkter Teil der Verbvorm, im Gegensatz zu "gets", denn "gets designed" ist eindeutig eine einzige Verbform. Die Bedeutung von "the web becomes designed" heißt, dass das Web sich in einem Verwandlungsprozess von "undesigned" zu "designed", "the web gets designed" bzw. "the web will get designed" oder "the web is being designed" zeigt nur an, das auf das Web der Prozess "design" einwirkt, genaugenommen muss man aber noch zwischen simple present ("gets/is designed"), present progressive ("is getting/being designed"), simple future ("will get/be designed") und future progressive ("will be getting/being designed") unterscheiden. Simple present drückt in diesem Fall aus, dass das eine sich in der Gegenwart wiederholende Tätigkeit ist, present progressive, dass es ein Prozess ist, der in der Gegenwart stattfindet, simple future, dass es in der Zukunft passieren wird, future progressive, dass in der Zukunft der Prozess stattfinden wird. Man könnte auch mit gewagten Konstruktionen wie future perfect ankommen, also z.B. "will have been designed" (das Resultat eines Prozesses wird in der Zukunft eine Rolle spielen), aber ich halte future progressive passive schon für abenteuerlich genug.

Become wird aber, wie oben schon erwähnt, eigentlich nur auf Personen angewandt, und es sei denn, er meint das personifizierte Web, halte ich diesen Satz für grammatikalisch "falsch".

Grüße,

Chris "Hilfe, ich rede wirres Zeug ;-)" tian

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