Hi Sven,
in fast allen Punkten bin ich einverstanden, möchte nur ein paar Erfahrungswerte hinzufügen.
Es dürfte für die MPEG-Kodierung eines Films eher unerheblich sein, wie gut der letztendlich aussieht - allein die Tatsache, dass für eigene Produkte massiv von DV auf MPEG umkodiert werden muß, erfordert eine gewisse Rechenleistung.
Stimmt, bei hochwertiger Umsetzung und variablen Bitraten je nach Bildmaterial wird allerdings der Film zweimal durchlaufen und dann wird's mit ner lahmen Kiste wirklich bitter.
Was die Bilddarstellung angeht: Es geht _wirklich_ nichts über einen TV-Monitor. Vor allem bei eigenem DV-Ausgangsmaterial. Wenn du von irgendwoher MPEG-Material kriegst, dann ist das höchstwahrscheinlich schon De-Interlaced worden, und die Unterschiede (will nicht sagen "Probleme") treten auf Computermonitoren nicht mehr auf.
Ja, die Overlay-Bilder auf dem Computermonitor sind im Grunde nicht mehr als ein Anhaltspunkt. Schon ein einfacher kleiner Fernseher bringt da oft eine viel bessere Orientierung, etwa in Hinsicht auf Fareben, Kontraste, Helligkeit und Auflösung. Lustiger ist es natürlich, auf einen richtigen Kontrollmonitor zu glotzen, aber da wird's dann teurer, die Dinger gibt's ab etwa 750 Euro in der "Volksausgabe". Der Unterschied der Bilder von Overlay und Fernseher ist besonders drastisch bei schwach ausgeleuchteten Szenen und auch bei bestimmten Farben, da wird's dann zum Blindflug, das Material nach dem PC-Bild zu beurteilen und auszuwählen. Faustregel: Das fernsehbild wirkt unschärfer, meist heller und kontrastärmer als der PC-Bildschirm. Bestimmte Farben sind im Pal-System kritisch, so werden etwa rote Titel, die auf dem Monitor noch so hingingen, auf dem Fernseher gern zur Zumutung.
Außerdem befreit der zweite Monitor natürlich von der Notwendigkeit, einen relativ großen Bereich des Bildschirms zur Bildkontrolle abzuteilen. Man hat also mehr Platz für wichtige Dinge auf dem Bildschirm.
Das ließe sich zur Not durch ein Zweibildschirm-System ausgleichen, aber ich kann Deine Empfehlung, sich nen kleinen Fernsehwürfel zu kaufen und neben den Monitor zu stellen nur unterstützen.
In der Tat: Bei solchen Bitraten ist der Unterschied minimal. Bedenke aber: DV hat eine Bitrate von 25 MBit! Da ist es dann schon ein Unterschied, sich "hinunter" auf SVCD-Niveau zu begeben, wenngleich man ihn gering halten kann, indem man gutes (sprich: nicht verwackeltes) Bildmaterial hat (Vollbildbewegung kostet mit am meisten, zumindest aber unnötig Datenrate bei MPEG).
Es sind so einige Aspekte, in denen sich DV und DVDs grundsätzlich unterscheiden, obwohl die Qualität der Video-CDs inzwischen erstaunlich gut geworden ist. Vor allem monochrome Flächen, auch bestimmte detaillreiche Motive, der Ton, Kameraschwenks, Totalen, da geht die Komprimierung in die Knie. Na bald haben wir sowieso alle DVD-Brenner, die CD wird ihre Funktion verlieren, sobald hier die Preise noch ein wenig purzeln, und dann macht das Filme-Sammeln erst richtig Spaß. Ich bin gespannt, wann es zu erschwinglichen Preisen Systeme gibt, die auch die komplexeren Menü- und Tonfeatures der DVD richtig unterstützen, dann wird's noch interessanter.
Was mich manchmal fasziniert: Welche irren Systeme sich die Gamer und DAUS kaufen und zusammenbasteln und wie bescheiden die echten Progger da häufig sind. Da spiele ich anscheinend in der ersten Liga *g*, ich brauch auch dringend für zu Hause nen neuen PC. Na, vielleicht geht's euch wie mir, dass zumindest auf der Arbeit mal ne echte Rakete zur Verfügung steht. Mehr Spaß macht's schon, aber bei mir gilt auch immer möglichst lange die Devise: Never change a running system, vielleicht eine der erfolgreichsten Devisen des IT-Universums...
Für die, die sich weiter ins Filmschnittuniversum einarbeiten wollen, setze ich hier mal einen aus meiner Erfahrung ganz brauchbaren, wenn auch nicht werbefreien Link:
Viele Grüße
Mathias Bigge