Hallo, Andreas,
Wieso »positiv«? Wieso unterscheidest du zwischen einem »positiven« und einem »negativen« Marketing?
Marketing ist nichts schlechtes!
*g* Ich wollte doch damit sagen, dass diese Wertungen fehl am Platze sind. Marketing »ist, was es ist«[tm], zu jeder Zeit sollte man sich der Konsequenzen bewusst sein.
Die Schulen schließen einen Pakt mit dem Teufel,
Aha! Und natürlich werden sie dazu gezwungen, die Familie des Direktors schwebt wahrscheinlich in Lebensgefahr wenn er dem "Pakt" nicht zustimmt...
Lies doch bitte den nächsten Satz:
weil sie sich in eine Abhängigkeit begeben.
Deine Kunden begeben sich auch in Deine Abhängigkeit wenn DU denen eine Internetseite schreibst, und ich nenne Dich deshalb auch nicht gleich "Teufel"!
Nein, ich schreibe meinen Kunden Webseiten, in dessen Programmierung sich ein anderer problemlos einarbeiten kann, wenn der Kunde mit meiner Arbeit nicht mehr zufrieden ist, deshalb ist der Kunde nur bedingt von mir abhängig.
Wenn ich ihm hingegen ein proprietäres System installiere, welches nur ich ausschließlich administrieren und ausbauen kann, dann ist der Kunde tatsächlich an mich gebunden. Und genau das passiert, wenn $UNTERNEHMEN einer Schule kommerzielle Betriebssysteme und/oder (eingeschränkt) Software »sponsert«.
Microsoft »sponsert« Software etc. rein aus dem Kalkül, dass die Schule dazu gewzungen wird, weiterhin Microsoft-Produkte zu verwenden,
Sicher! Und das ist deren gutes Recht
Ob es gerecht[tm] oder richtig[tm] ist für diese Diskussion meiner Meinung nach völlig irrelevant, viel mehr sollte der Blick auf die Auswirkungen gelenkt werden.
ein Sportshop sponsort auch die Bundesjzgendspiele mit einem Banner damit möglichst viele Schüler und Eltern bei Ihm kaufen, eine Unverschämtheit...
Der Vergleich hinkt, da in diesem Fall keine langwierige Abhängigkeit vorliegt. Passender wäre, wenn $FIRMA den Boden für die Sporthalle sponsert, aber sich das Recht einräumt, dass die Stadt/Schule alle Turngeräte passend zu diesem speziellem Boden exklusiv bei $FIRMA kaufen muss.
wenn Upgrades nötig werden, des weiteren werden die Schüler auf Microsoft Windows getrimmt und lernen MS Office, MS Frontpage et cetera.
Nenne nur ein Betriebssystem und ein Office-Programm welches genauso einfach und gut ist wie Windows und MS Office! Ich verwende selbst nebenbei Linux und Open-Office, einem Anfänger würde ich nicht dazu raten!
Ich habe nicht bezweifelt, dass Microsoft Windows das »benutzerfreundlichste« beziehungsweise »DAU-kompatibelste« Betriebssystem ist. Einem Anfänger würde ich auch nicht zu einem Unix raten, in einer Schule werden jedoch von dem Personal administrierte Rechner eingesetzt, der Schüler muss lediglich die Oberfläche benutzen können (eine Point & Click-GUI bietet sich an, vor allem für Office-Anwendungen, Webrecherche und DTP).
Wie Martin gesagt hat macht MS das natürlich auch, oder besser vor allem aus Eigeninteresse. Aber es geht um einen positiven Nebeneffekt!
...den man langfristig gegen die besorgniserregenden Konsequenzen abwiegen sollte.
dem Direktor steht es frei sich dafür oder dagagan zu entscheiden
Eben das bezweifle ich. Ich habe die Diskussionen in meiner ehemaligen Schule geführt, ich habe, als es um die Anschaffung eines Office-Pakets ging, für StarOffice und OpenOffice plädiert, natürlich wurde aus den von mir genannten Gründen Microsoft Office angeschafft.
der Einsatz von Linux/Open-Office wäre erhheblich billiger, aber welcher Lehrer... kann damit umgehen?
Das ist kein Argument für den Einsatz von Microsoft-Produkten. Wenn Lehrer speziell an Microsoft Office ausgebildet werden, braucht sich der Schulträger und im Endeffekt der Steuerzahler nicht wundern, dass die Schule völlig überhöhte Preise für Software zahlt und die Etats verschwendet werden, ohne dass der Schüler von der Investition sonderlich viel Vorteile hat oder sich die Möglichkeiten des Unterrichts vervielfältigen.
Die meisten können noch nichtmal richtig mit Windows umgehen, wie stellst Du Dir Umnterricht vor mit Lehrern die Keien Ahnung vom verwendeten OS... haben? Klar, kann man schulen, kostet auch Geld, udn wollen die meisten einfach nicht.
Verzeihe, aber diese hirnrissige und kurzfristige Bildungspolitik kann ich nicht als Maßstab anerkennen beziehungsweise als unveränderlichen Status Quo akzeptieren.
Wieso wirfst Du einer Firma vor Ihre eigenen Interessen zu verfolgen und dabei einen positiven Beitrag zur EDV-Bildung zu leisten?
Ich werfe es einer Firma nicht vor, es ist allgemein bekannt, dass eine Firma diese Initiative nicht ohne Eigennutz ergreift, ich wollte lediglich argumentieren, dass ein Bildungssystem sich nicht willfährig in eine solche Abhängigkeit begeben sollte. Diese Monokultur ist der Qualität und Nachhaltigkeit der Bildung sicher nicht zuträglich.
Was wäre die Alternative?
Ich glaube durchaus, dass einem Schüler eine Linux-GUI samt OpenOffice zugemutet werden kann. Die Frage der Administration ist wie gesagt eine Widerstand, welcher sich nicht problemlos übergehen lässt.
Ein Schulträger wäre gut damit bedient, den Schulen freie Betriebssysteme zu diktieren, da es im Endeffekt wirtschaftlicher ist.
Wo hat das der Schulträger zu entscheiden?
Der Schulträger bewilligt die Etats, die Entscheidung trifft jedoch die Schule.
Leider steht der Unterschied mit Microsoft-Produkten im Lehrplan (beziehungseise ist Quasi-Standard), damit ist die Weltherrschaft Microsofts für die nächsten 20 Jahre gesichert, da sogar der Staat (bzw. das Land) Microsoft-Produkte quasi vorschreibt und sich auch abhängig macht (siehe auch Bundestag). »Ein Teufelskreis«.
Was kann die Welt dazu dass die Produkte so gut sind? Oder besser, dass die Alternativen so anfängerfeindlich sind?
Letzteres kritisiere ich auch, denn Freie Software wird sich nicht auf gemeinen Desktop-Heimrechner etablieren können, wenn die Oberfläche für immer auf dem Entwicklungsstand (in puncto Bedienbarkeit) der Kommandozeile stehenbleibt.
Ich denke das Linux es eines Tages schaffen wird, aber erst wenn man einige große Vorteile von Linux über Bord wirft, zu Gunsten einer einfacherern Bedienbarkeit und Konfigurierbarkeit, einfacherer Installation(Stichwort Partitionieren), und gleichzeitig möglichst ähnliche Bedienbarkeit wie WIndows, wird man was erreichen können.
Full ACK. Wobei SuSE meiner Meinung nach entscheidende Schritte in diese Richtung tut. Leider funktioniert das Klickbunti nicht wirklich, sodass der Anwender so oder so dazu gezwungen ist, in Konfigurationsdateien herumzuwurschteln und dutzende hochtechnische man-pages zu lesen. Solange das der Fall ist, wird der Benutzer kein anderes OS als Windows oder MacOS verwenden.
Nur mit dieser strikten Ablehnung gegenüber MS
*g* Wieso unterstellst du mir das? Microsofts Erfolg kommt, wie du sagst, nicht von ungefähr.
Grüße,
Mathias
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Mein Leben, ein Leben ist es kaum, / Ich gehe dahin als wie im Traum.
Wie Schatten huschen die Mensch hin, / Ein Schatten dazwischen ich selber bin.
Und im Herzen tiefe Müdigkeit - / Alles sagt mir: Es ist Zeit ...
(Theodor Fontane, Mein Leben)