Henryk Plötz: LCD-Bildschirme: Digitale Eingänge: Sinnvoll? Notwendig?

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Moin

Dann hätte ich aber auch nochmal eine Frage, wir hatten hier auch vor kurzem einen TFT-Bildschirm angeschafft, aber ich fand, dass die Auflösung sehr viel unschärfer war, als bei normalen Bildschirmen! Deswegen hatte ich auch großzügig darauf verzichtet:-)
Ich finde schon dass der normale Monitor Gift für die Augen ist, wenn man zu lange(wie meist) davor hängt! Und da dachte ich mir mit der Unschärfe von TFT wäre das noch schlimmer. Erst bei besserer Auflösung(ab 1024px) wurde der TFT erträglich.

[  ] Du hast das Konzept der Flüssigkristallbildschirme verstanden.
(Kreuze sind wohl grade wieder "in" :)

Ernsthaft: Beim LC Display sind lauter kleine Zellen mit Flüssigkristallen die entweder durchsichtig oder nicht oder ein bisschen durchsichtig sind. Naja, da sind auch noch Farbfilter dabei und Polarisationsfilter und so weiter, aber kann dir google besser Auskunft geben. Wichtig ist das Prinzip: Einzelne Zellen, die komplett hell oder weniger hell sind.
Daraus ergibt sich, dass der Flüssigkristallbildschirm als ganzes für genau eine Auflösung gemacht ist, nämlich die die der Anzahl der Flüssigkristallzellen jeweils in horizontaler und vertikaler Richtung entspricht. Zum Vergleich: Ein Röhrenmonitor hat eine Oberfläche die mit verschiedenfarbigen Phosphor (oder anderem chemischem Zeugs) gesprenkelt ist, und eine Lochmaske (oder Streifenmaske, oder...) dahinter. Der Kathodenstrahler im hinteren Teil des Bildschirms kann relativ freizügig darauf schiessen und dann leuchtet es dort wo er trifft. Nach unten hin begrenzt die Punktgröße die Größe der Lochmaske, nach oben hin gibt es keine Begrenzung.

Jetzt ist dir auch klar was du beobachtet hast: Bei einer Auflösung mit wenigen Punkten hat der CRT-Schirm keine Probleme, er macht den Leuchtpunkt evt. ein bisschen größer und freut sich seines Lebens. Der LCD-Schirm kann das nicht, er muss die ihm angebotenen Pixel irgendwie auf die vorhandenen Pixel verteilen, also interpolieren. Das ist etwa das selbe das passiert wenn du in deiner Bildbearbeitung ein Bild von 800x600 Pixeln auf 1024x768 Pixeln skalierst. Die Bildbearbeitung braucht dazu einige Zeit und die Ergebnisse sind trotzdem nicht berauschend. Die Bildschirmelektronik hat aber keine Zeit, da sie das 60 mal in der Sekunde machen muß und die Ergebnisse sind demnach (je nach Qualität und damit auch Preis der Elektronik) miserabel bis bestenfalls befriedigend.

LC Displays sollte man daher immer in der Auflösung betreiben für die er gemacht wurde, oder in einer kleineren, dann aber mit schwarzem Rahmen.

Und das hier trifft vor allem auf digitale Ansteuerung zu, also wenn die Daten welcher Pixel wie zu leuchten hat direkt im Bildschirm eintreffen. Bei analoger Ansteuerung fängst du dir noch ganz andere Probleme ein. Die ist nämlich auf CRTs zugeschnitten: ein analoges Signal tastet Zeile für Zeile ab, und dazu gibts ein Synchronisationssignal. Der Röhrenmonitor muss also nichts weiter tun als seinen Elektronenstrahl über die Zeilen rasen zu lassen (mit einigermaßen konstanter Geschwindigkeit), in auf den Anfang der nächsten Zeile zu setzen wenn er ein Zeilensynchronisationssignal kriegt und auf den Anfang des Schirmes zurückzuspringen wenn er ein Bildwechselsignal kriegt. Nebenbei tut er dann noch mit dem analogen Farbsignal die Intensität des Strahles ändern.

Der LCD Schirm hat hier wieder ein schweres Los: er muss das ganze im Prinzip virtuell mitmachen und die Farbinformationen digitalisieren und speichern. Dabei muss er dann noch das Timing der Grafikkarte verfolgen und dafür sorgen dass die Informationen auf der richtigen Speicherstelle landen. Wobei natürlich dann noch dafür sorgen muss dass er die Pixel genau trifft, damit es nicht wieder ans Interpolieren geht. So wie wenn du in der Bildbearbeitung das Bild um einen viertel Pixel verschiebst.

Das alles ist technisch nicht ganz einfach für ein LC Display und daher ist die analoge Ansteuerung dem Röhrenmonitor immer unterlegen und ziemlich aufwendig. (Aber man kann es hinkriegen)

Was meint Ihr ist gesünder, ein TFT oder ein "normaler" Monitor, von vergleichbarer Qualität(wobei bemerkt werden muß, dass TFT Monitoren schon an sich doppelt so teuer sind!)

Wenn du nur eine analoge Grafikkarte hast, macht ein TFT Schirm nicht viel Spaß. Ausser natürlich du bist durch andere Einflüsse dazu gezwungen (Platzmangel, starke Magnetfelder, etc.). Wenn du aber eine digitale Grafikkarte dazu benutzen kannst, geht es nichts über einen Flüssigkristallschirm: Superstabiles Bild, prinzipbedingt keinerlei Flimmern, perfekte Geometrie. Lediglich bei guten Farben schwächeln die billigen Teile etwas (siehe PAFs Post).

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Henryk Plötz
Grüße aus Berlin