Ich hoffe, ich fuege dieser Partei durch die Tatsache, dass mich manche fuer einen Spinner halten, keinen Schaden zu, aber die FDP schreibt im dritten Absatz ihres Wahlprogramms fuer 2002 http://www.fdp-bundesverband.de/strategie182002.phtml woertlich:
"Union, SPD, PDS und Grüne missverstehen den Staat und die Politik als den Vormund unmündiger Bürgerinnen und Bürger. Nur die FDP begreift Politik und Staat als den Wächter über die Fairness im Zusammenleben mündiger Bürgerinnen und Bürger und deren innere und äußere Sicherheit."
Ich finde, das ist eine gute Einstellung, die sich wohltuend vom Aktionismus und Protektionismus der anderen Parteien unterscheidet, deren Gesetzgebung davon auszugehen scheint, dass die Buerger dumm wie Brot sind. Nur die Steuergesetzgebung ist, damit auch ja alles
Naja. Bei der Passage "nur die FDP" schrillen bei mir schon sämtliche Alarmglocken. "Nur Perlweiß", "nur Ariel", blabla.
Nicht, daß ich diese Aussage schlecht finde, ganz im Gegenteil, und ich bin auch kein FDP-Hasser (auch im Gegenteil:), und ich würde der FDP rein imagemäßig diese Einstellung auch zutrauen.
Aber: Es ist immer leicht, vom Oppositionssessel aus große Reden zu schwingen.
Das hat Herr Kohl gemacht (Eins seiner Wahlkampfthemen: Der Schuldenberg, den die SPD unter Schmidt hinterlassen hat - ein Witz gegen das, was er mit seiner CDU nach 16 Jahren hinterlassen hat), das haben SPD und Grüne gemacht, wie man jetzt so langsam sieht, und die FDP und alle anderen machen es nicht anders.
Es ist nunmal so, daß man "ganz oben" a) auch eine gewisse Verantwortung hat und nicht mit dem Kopf durch die Wand kann und b) in einer Demokratie einem wirklich jeder reinreden will, kann und darf.
Das dann von den ursprünglichen Zielen wenig übrig bleibt, tja.. Die "Affaire Semmeling", die gerade im ZDF läuft, ist unter diesem Gesichtspunkt sehr interessant.
Gruß,
soenk.e