Bio: Wir haben es satt!

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Sup!

Spätestens wenn der Wahlkampf auf Touren kommt, werden ausnahmslos alle Parteien mit solchen oder ähnlichen Phrasen um sich werfen, daß dem geneigten Betrachter schwindelig wird.

Schon...

... dass auch der intelligenteste Buerger ohne Steuerberater an den Formularen verzweifeln kann - uebrigens auch ein Punkt, den die FDP in ihrem Programm anspricht - einfach ein paar Absaetze nach unten scrollen.

Vor drei Jahren hat die SPD ähnliches Zeugs gefaselt, geändert hat sich natürlich nichts. Warum sollte es ausgerechnet bei der FDP anders sein?

Vielleicht, weil die am stärksten unter Druck stehen, erfolgreich zu sein mit ihrer Politik, weil sie schon fast aus den Parlamenten verdrängt waren?

... die FDP hatte nie genug Macht, um wirklich Einfluss in der Regierung zu nehmen; darum kann man von ihr auch nicht behaupten, sie haette in der Regierung versagt.

Ich behaupte, wenn sie dereinst einmal genügend Einfluß haben sollte, wird sie eben so gründlich und zuverlässig versagen.

Bewiesen ist das aber im Gegensatz zu den anderen Parteien nicht - also sollte man das kleinste Übel wählen. Wer nicht wählt, wählt ja die anderen Parteien quasi mit. Und wer weiß, was die SPD in den 70ern und die CDU in den 80/90ern mit Deutschland gemacht hätten, wenn die FDP nicht mitregiert hätte - wie kannst Du so sicher sein, daß die FDP immer versagt und nie etwas erreicht hat? Beweise?

Es gibt eine Alternative zum Ueberwachungs- und Polizeistaat von Schily und Beckstein, und wir koennen sie waehlen.
Wir koennen es natuerlich auch sein lassen, dann gehen wir mit ruhiger Hand vor die Hunde ;-)

Die FDP als Licht am Ende des Tunnels, als Silberstreif am Horizont, als Führer in das Land wo Milch und Honig fließt?

Na klar - man darf doch noch hoffen?

Wenn es irgendwelche Anzeichen geben sollte, die dafür sprächen - ich würde sofort FDP wählen. Nur leider kann ich keine entdecken.

Wen willst Du dann wählen? (Rhetorische Frage)

Das deutsche Parteiensystem ist zu festgefahren, als daß es radikale Änderungen (von Verbesserungen ganz zu schweigen) zulassen würde. Und je näher der Wahlkampf rückt, desto vorhersehbarer werden die Phrasen. Der Pawlow'sche Reflex funktioniert prächtig.

Ich denke, man nennt es "professioneller Wahlkampf" - seit die SPD 1998 unglaublich viel Geld in den Wahlkampf gesteckt hat, arbeiten die anderen Parteien natürlich auch mit sehr viel Umfragen und Psychologie - und es gibt halt ein paar Themen, die erwiesenermassen am besten ziehen.

Die Regierungspartei wird verkünden, daß sie erfolgreich war und daß Deutschland auf einem guten Weg ist und wird das natürlich auch rhetorisch geschickt beweisen.
Mit der gleichen Überzeugungskraft wird die Opposition vermelden, daß alles schlecht ist (und kann das natürlich auch beweisen). Außerdem wird sie selbstverständlich alles, aber auch wirklich alles, besser machen. Nur, was sie konkret anders bzw. besser machen wird und wie, werden wir leider nicht erfahren.

Reformversprechungen der Regierungspartei lösen sich in Luft auf (nicht bezahlbar - als ob die das nicht vorher gewußt hätten), unpopuläre Maßnahmen (unpopulär in der Bevölkerung oder bei der Wirtschaftslobby sei einmal dahingestellt) und die "Politik der ruhigen Hand" ist an der Tagesordnung.
Die Opposition wird ebenfalls die ihr zugedachte Rolle einnehmen. Eventuelle gute Ideen hatte die Opposition natürlich zuerst (Das ist alles nur geklaut ... trallalala), nur werden diese guten Ideen im Bundestag aus parteipolitischen Gründen blockiert. Nur das, was wirklich schlecht ist (schlecht für die Bevölkerung, nicht für die Wirtschaftslobby) wird Gesetz - und später will's dann keiner gewesen sein.

Ja, dass nie jemand von einer anderen Partei klatscht, wenn jemand mal einen guten Vorschlag macht, ist mir in Phoenix auch schon unangenehm aufgefallen.

Und warum seid ihr alle so pessimistisch... engagiert Euch halt, wenn alles so scheisse ist... aber nein, stimmt, die Lobbies sind ja so übermächtig und bla bla bla...

Gruesse,

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