Phil: Liegt die Zukunft der Internetseiten in Grafiken?

Hi!
Wenn ich Seiten wie z.B. giga.de oder topwebmaster.de besuche, sehe ich, dass diese fast ausschließlich aus Grafiken bestehen.
Gucke ich mir dagegen meine Seite an, welche nahezu ausschließlich aus Text und Elementen, die mit CSS formatiert sind, besteht, frage ich mich, ob die Zukunft der Internetseiten in Grafiken liegt...
Wie steht ihr dazu?!
CU
http://www.yubb.de

  1. Hi!
    Wenn ich Seiten wie z.B. giga.de oder topwebmaster.de besuche, sehe ich, dass diese fast ausschließlich aus Grafiken bestehen.

    Naja, so "aussschließlich" bestehen sie nicht aus Grafiken. Das Problem ist eben, daß es auf der einen Seite Designer gibt, die auf ihrem erstellten Entwurf bestehen, und auf der anderen Seite keine funktionierende Möglichkeit, andere als die beim User installierten Schriftarten zu benutzen, um sich "Schriftgrafiken" zu ersparen.

    Gucke ich mir dagegen meine Seite an, welche nahezu ausschließlich aus Text und Elementen, die mit CSS formatiert sind, besteht, frage ich mich, ob die Zukunft der Internetseiten in Grafiken liegt...

    Nein!

    Die hinter deiner Frage stehende Aussage ("Die Zukunft der Internetseiten liegt in Grafiken") ist garantiert falsch. Das haben wir doch schon alles mit "Flash" durchgekaspert. Eigentlich liegt die Zukunft viel eher in Flash als in Grafiken. >:-> In Flash kann man ja schließlich fremde Schriftarten einbetten, aber noch viel mehr machen.

    - Sven Rautenberg

  2. Hi,
    also ich war grad mal bei giga.de und ich verstehe dein Posting eigentlich nicht.

    Wenn ich Seiten wie z.B. giga.de oder topwebmaster.de besuche,

    Sehr viel Text, Javascript gemischt mit Bildern, wie eben die meisten Pages eben.
    Aber die Zukunft wären Websites nur aus Bildern auf keinen Fall.
    Man bedenke nur den riesigen Aufwand um etwas zu aktualisieren.
    Der User möchte heute nicht nur statische Bilder und Texte, sondern
    Multimediale Presentation. Das wird z.B. mit Flash oder Smil bereits gemacht. Neue Möglichkeiten bietet die noch ziemlich junge Virtual Reality eingebunden in Websites. Aber da sind die Browser (z.B. Cosmo-player) noch nicht so weit entwickelt bzw. Anwenderfreundlich.
    Die Sprache ist dann nicht mehr HTML sondern VRML.
    Zusätzlich zur multimedialen Presentation möchte der User (vieleicht noch nicht der heutige, aber der von übermorgen) dynamisch eingebunden werden. Stichwort Personalisierung. Ansätze dazu gibts schon z.B. bei amazon.de. Nach dem Anmelden bekommt man automatisch Buchvorschläge aus dem Umfeld wo man sich zuvor Interessiert hat.

    So long, Andreas

    1. Moin!

      Aber die Zukunft wären Websites nur aus Bildern auf keinen Fall.
      Man bedenke nur den riesigen Aufwand um etwas zu aktualisieren.

      Eben. Es ist für den durchschnittlichen CMS-Redakteur einfacher, einen Text zu tippen, als eine Text-Grafik zu gestalten. Abgesehen davon müßt man erstmal Programme entwickeln, die solche Massentexte in sinnvoll layouteten Text überführen und davon eine Grafik generieren. Das kann der Browser dann doch irgendwie besser.

      Der User möchte heute nicht nur statische Bilder und Texte, sondern Multimediale Presentation.

      Das würde ich dann doch nicht sagen. Der User möchte Informationen. Wenn diese Informationen am besten als Multimediale Präsentation dargestellt werden können, dann bitte. Aber meist ist ein simpler Text, mit CSS auf lesefreundliches Format gebracht (also die Zeilen nicht zu kurz und nicht zu lang, Schriftgröße gut lesbar etc.), genauso schön - und wesentlich schneller geladen.

      Das wird z.B. mit Flash oder Smil bereits gemacht. Neue Möglichkeiten bietet die noch ziemlich junge Virtual Reality eingebunden in Websites. Aber da sind die Browser (z.B. Cosmo-player) noch nicht so weit entwickelt bzw. Anwenderfreundlich.

      Der Cosmo-Player hat 1998 sein letztes Update auf Version 2.1 gesehen, danach ist nichts mehr geschehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß das daran liegt, daß es nichts mehr zu verbessern gäbe. Die virtuellen Welten in den allseite bekannten 3D-Shootern verbessern sich alle halbe Jahr, die zugrundeliegenden Grafikkarten ebenso - warum nicht der Player?

      Könnte das daran liegen, daß 3D-Welten ebenso aufwendig zu pflegen sind, und darüber hinaus noch keine sinnvolle Anwendung gefunden wurde, um sie einzusetzen?

      Zusätzlich zur multimedialen Presentation möchte der User (vieleicht noch nicht der heutige, aber der von übermorgen) dynamisch eingebunden werden. Stichwort Personalisierung. Ansätze dazu gibts schon z.B. bei amazon.de. Nach dem Anmelden bekommt man automatisch Buchvorschläge aus dem Umfeld wo man sich zuvor Interessiert hat.

      Die personalisierte Website ist ebenso gewuchert und wurde ge'hype't. Das war die "my"-Manie vor ein paar Jahren. Hat sich aber ebenfalls nicht wirklich durchgesetzt, weil das eben auch nicht in allen Anwendungsfällen Sinn macht. Und außerdem ist es natürlich datenschutztechnisch etwas problematisch, weil man dazu immer persönliche Informationen preisgeben muß.

      - Sven Rautenberg

      1. Hallo,
        also multimedial bedeutet den Einsatz verschiedener Medienarten die die verschiedenen Sinne ansprechen. Und Schrift bzw. ´Text ist ein Bestandteil von Multimedia.

        Warum der Cosmo-player oder andere Browser sich nicht weiterentwickeln weiß ich nicht. Ich kann nur mußmaßen, daß die Hersteller darin keine oder noch keine Lohnenswerte Investition sehen.
        Ich selbst würde für einen sehr guten Browser kein oder nur wenig Geld bezahlen.

        Mit dem bisherigen Konzept ist eine Umfassende Datenpflege unmöglich - aber das gilt nur auf dem sog. Freeware Markt.

        Ganz Neue Konzepte in Richtung Digitale Fabrik machen da zur Zeit die Automobilkonzerne, ganz vorne Mercedes-Benz und BMW zusammen mit den 2 einzigen Software-Herstellern auf diesem Gebiet.
        Aber an Einzelheiten heranzukommen ist für normalsterbliche unmöglich. Werde aber am Freitag bei Mercedes in Rastatt und Wörth einen Einblick bekommen.

        Gruß Andreas

  3. Hallo,

    ich glaube, die Zukunft des Internets liegt im Angebot von vielfältigen Inhalten für die verschiednesten Bedürfnisse der Menschlichen Organe Auge => Hirn, und der damit verbundenen Wissens-Lust-Sinnesgebeite. (in Ausnahmen auch Ohr, daß wird sich auch noch etwas steigern, wenn die Bandbreiten beser werden....)

    Es gibt keine Regel, wie diese Inahlte transportiert werden MÜSSEN. (Außer der Regel, daß sie möglichst auf den Mensch zugeschnitten werden sollten ohne die Einschränkungen der Technik zu mißachten). Es gibt keine "das Internet sit nur für dies gemacht wordn und nur dies entspricht dem Geist des Internet-Regel.... In diesem Sinne kann man Deine Frage nur mit einem Nein beantworten. Grafiken sind EIN Mittel zum Transport von Inhalt. (damit meine ich jetzt nicht das ersetzen von Texten durch Textgrafiken, weil die Schrifttype technisch nur schwer transportierbar ist. Das wird eines Tages gelöst sein).

    Ich selber arbeite sehr viel mit Grafiken, mancher meiner Startseite tarnsportieren einen großen Teil ihrer Informationen nur mittels Grafiken, dies liegt aber daran, daß ich mehr die Sinne ansprechen möchte als die Textinformationsleselust. (und ich bei dem medium Internet davon ausgehe, daß außer den wirklich "Wissenschaftswissenssuchenden" vom Zufallspublikum kaum einer viel liest und dadurch die Sinne angesprochen werden könnten). Ich werde mich auch in der zukunft, einfach aus meiner Neigung heraus, mehr mit dem Transport von Information durch Grafiken interesieren, meine Zukunft innerhalb des Netzes wird also so sein, wie von Dir angefragt. Andere werden weiterhin mehr textinformationen ins Netz stellen wollen und solche auch erwarten. Es gibt nicht nur "ein Internet" mit einem "Anwendungsgebiet". Zum Glück.....

    Chräcker

    http://www.Stempelgeheimnis.de

    --
    SELF-TREFFEN 2002
    http://www.rtbg.de/selftreffen/
    http://www.megpalffy.org/temp/penneninhh.html

    1. Aber mit deinem Posting sagst du es ja zwischen den Zeilen:
      Eine Seite sieht mit Grafiken besser aus => Bessere Seiten werden mehr besucht => Jeder, der eine Seite ins Netz stellt, will viele Besucher => Drum arbeitet man fast ausschließlich nur noch mit Grafiken...

      Oder?

      1. Tach auch,

        Eine Seite sieht mit Grafiken besser aus => Bessere Seiten werden mehr besucht => Jeder, der eine Seite ins Netz stellt, will viele Besucher => Drum arbeitet man fast ausschließlich nur noch mit Grafiken...

        Also irgendwie lese ich das da ueberhaupt nicht raus. So wie ich es lese sagt Chraecker dass sich _bestimmte_ Informationen besser mit Bildern darstellen lassen. Andere Informationen lassen sich viel besser mit Text transportieren. Du verallgemeinerst in meinen Augen zu sehr. Ob Bilder oder Text oder eine Kombination von beidem das was Du darstellen willst besser rueberbringen ist vollkommen unterschiedlich.

        Oder?

        Ja. Wie Chraecker auch schon gesagt hat: Das Web ist vielfaeltig.

        Schon mal das Phaenomen der Weblogs beachtet? Massenweise Text und es werden immer mehr. Teilweise grafisch aufwendig gestaltet, teilweise so einfach wie moeglich. Und teilweise sind gerade die einfach gestalteten erfolgreicher, ganz einfach weil sich die Betreiber auf die Texte konzentrieren anstatt Ewigkeiten an der grafischen Gestaltung rumzuschrauben.

        Und dann gibt es Seiten wie das Stempelgeheimnis, die extrem grafiklastig sind, einfach weil das was sie transportieren sollen nur so dargestellt werden kann.

        Beide existieren parallel und sind erfolgreich in ihrem jeweiligen Gebiet.

        Gruss,
        Armin

      2. Hallo,

        jein ,-) ich denke, daß zu jedem per Computer vermittelten Inhalt, (für die genauen, sagen wir 99%), eine optische Aufarbeitung nötig ist. Und zwar elementar nötig.

        Über diesem Satz hier ist ein Absatz. Ein Absatz ist eine optische Aufarbeitung, eine leere Fläche, die die beiden Absätze voneinander trennen sollen und uns das lesen und Inhaltaufnehmen erleichtern sollen.

        Möchte man aus einer Zeile eine Überschrift machen, setzt man sie nach oben, (Strukturelle Hervorhebung), läst einen optisch wahrnehmbaren Abstand und setzt sie gemeinhin etwas größer und/oder fetter. (optische Änderung bzw entsprechende Abweichung zum Fließtext darunter.)

        Jede Farbwahl ist eine "grafische" Entscheidung. Jede Schriftwahl auch. Nehme ich serifenlose Schrift, weil ich meine, daß diese noch besser auf dem Monitor zu lesen sind, unterstütze ich die Inhaltsaufnahme auf einer optischen Ebene. Es ist also relativ unsinnig zu glauben, man kann im Ergebnis (das, was dann letztendlich auf dem Bildschirm dargestellt wird) Inhalt vom grafischen Design trennen.

        Buchstaben sind nicht die einzigen Informationsträger. Wir erfassen weit mehr, als Buchstaben, wenn wir Informationen aufnehmen wollen. Informationen nur auf Buchstaben zu reduzieren geht im extremfall, ist aber so sinnvoll, wie eine stereotype Stimme, die ohne Punkt und Komma einen Text spricht. Und auch da nehmen wir ab und an ganz gerne unser Auge zuhilfe. Was für ein Gesicht macht der Sprecher, wie gestikuliert er? Wir überprüfen mit der Optik sogar oft den Wahrheitsgehalt vom Gesagtem. Wir nehmen also viel mit unseren Sinnen wahr.

        Manche Informationen (die meisten, die ich vermitteln will) kann man besser transportieren, wenn man mehr Sinne (hier also die grafischen) anspricht. Ich kann bei einer Seite für Sylt zwar per Text beschreiben, wie schön doch jetzt ein Spaziergang am Meer wäre, aber ein Bild vom Meer, richtig platziert, kann dies viel schneller (bei den Normalsurfern wichtig) und in der tiefe der Empfindungen oft auch "sicherer". Wir nehmen optische reize sehr sehr schnell wahr, und geben denen einen sehr hohen Stellenwert.

        Es gibt aber ja auch noch, zum glück, textwissen, und wirklich sicher dauerhaft werden viele Bereiche des Wissens per Text und Sprache vermittelt. Sie ist in der Aussage eindeutiger. Der Satz

        "am Strand kann man spazierengehen, und das ist eine schöne Urlaubsbeschäftigung"

        ist eine eindeutigere Aussage als ein Bild vom Strand. Dafür überlasse ich mit dem bild sehr viel Interpretationsspielraum für den Besucher, der vielleicht gar nicht an Spazierengehen denkt. (Freiraum, der bei vielen meiner Seiten aber auch gewünscht ist....deswegen ist eine optische Aufbereitung durch Grafiken oft schwieriger, will man ein Thema treffen...)

        Gerade das Internet bietet sich natürlich als Text-Wissensarchiv an. (ich sage eben nur "bietet sich auch(!) als Text-Wissensarchiv an) Das meine ich, wenn ich sage, daß es viele Nutzungsmöglich dieser miteinander verbundenen Computer (Internet) gibt. Bei manchen Nutzungsgebieten ist es notwendig, sehr viel Sorgfalt auf die Grafiken zu legen und somit wird die Zukunft den Seiten gehören, die mehr gute Grafiken einsetzen. (nicht "nur mehr", sondern mehr gute, im Sinne von "auf den Gehalt abgestimmte"!). Andere Nutzungsgebite brauchen diese Sinnunterstützung nicht, sie zielen auf eine andere Wissensvermittlung ab.

        Chräcker

        http://www.Stempelgeheimnis.de

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        1. Hallo,

          da habe ich auch noch etwas Senf gefunden...

          Chräcker hat da ganz recht. Die optische Aufarbeitung muß nicht per Grafik passieren. Nicht umsonst habe Zeitungen jahrzehntelang Schriftseter, Typografen und Lithografen ausgebildet und beschäftigt. In Zeiten des Computers soll das alles plötzlich wieder vorbei sein? Das ganze Wissen wird verschüttet.

          Ich bin z.B. dazu übergegangen, bei vielen Textseiten mindestens zweispaltig zu arbeiten. Das macht die Seite lesbarer, als jede Grafik im Menu oder um den Text herum. Und dank der Tabellen wird der Umbruch auch einigermaßen felxibel gestatltet, do dass die Seite skalierbar belibt und natürlich - ja du ahnst es schon - druckbar. Das ist ja mein Steckenpferd. Werde ich hier auch noch einige dämliche Fragen dazu loslassen.

          Lasst den Text nicht sterben

          LG

          Tom

        2. Hallo Chräcker!

          Jeder, der mit Chräcker diskutieren will, hat eine vollkommen unüber-
          windliche Hürde, das Totschlagargument schlechthin, die ultimative
          Herausforderung für jede Argumentation - das Stempelgeheimnis, der
          Kühlschrank, die Handpresse. Jegliche Diskussion um Usability, Vali-
          dierung, Drucken, Trennung von Text und Inhalt, Einsatz der richtigen
          und falschen Techniken, etc. wird bei Nennung dieses Arguments - im-
          mer seltener explizit, aber durchaus implizit - sofort ad absurdum
          geführt. Denn diese Seiten müssen so gar nicht den Anforderungen der
          Fundamentalisten an eine gute Seite erfüllen - sie wirken von sich
          aus, leben von der Idee, von der liebevollen Ausführung und haben
          keinen echten Inhalt - der größte Teil der Wirkung geht vom Gesamt-
          eindruck der Seite aus, es muss nichts weiterverarbeitet werden, der
          Seitenbastler (oder Seitenzusammenkleber, wie Chräcker es sagen würde
          :-) kann sich herumspielen.

          [Großes ;-) für den ersten Absatz :-)]

          Und das ist das große Problem, das meine Argumentation und auch die
          anderer immer haben wird. Ich habe die Seiten einmal als Kunst klas-
          sifiziert, die mit den Grenzen des Mediums spielen darf und sie dabei
          auch da und dort durchbrechen kann. Wenn ich mich richtig erinnere,
          hast du aber einmal geschrieben, dass du das gar nicht so gern hörst,
          bilde ich mir ein.

          Und das schlimmste an meinem Debakel - du bringst das alles so über-
          zeugend, in sich schlüssig und korrekt rüber, dass ich mich fast be-
          kehren lassen würde, fast :-)

          jein ,-) ich denke, daß zu jedem per Computer vermittelten Inhalt,
          (für die genauen, sagen wir 99%), eine optische Aufarbeitung nötig
          ist.

          Das denke ich zum Beispiel nicht. Eine Trennung zwischen Darstellung
          und Speicherung, also Auszeichnung ist meiner Meinung nach durchaus
          möglich. Nicht überall, nicht immer, aber generell schon.

          Ein Absatz ist eine optische Aufarbeitung, eine leere Fläche, die
          die beiden Absätze voneinander trennen sollen und uns das lesen
          und Inhaltaufnehmen erleichtern sollen.

          Meine Deutschlehrerin würde sagen, es ist ein Sinnabschnitt. Aber de-
          finiert ein Absatz, also ein <p> unbedingt einen Zwischenraum? Ist es
          nicht so, dass der Absatz letztlich nur so gemacht wird (also Zwi-
          schenraum), weil dadurch dem Leser gezeigt wird, dass hier ein neuer
          Sinnabschnitt beginnt und ihm hilft? Kann ein Absatz nicht auch an-
          ders wiedergegeben werden? Zum Beispiel als längere Pause beim Spre-
          chen?

          Möchte man aus einer Zeile eine Überschrift machen, setzt man sie
          nach oben.

          Richtig. Oben, weil sie eben zu dem darunterliegenden Sinnabschnitt
          gehört - jede andere Anordnung wäre ziemlich sinnlos. Es ergibt sich
          die Position aus der Notwendigkeit.

          (Strukturelle Hervorhebung), läst einen optisch wahrnehmbaren
          Abstand und setzt sie gemeinhin etwas größer und/oder fetter.
          (optische Änderung bzw entsprechende Abweichung zum Fließtext
          darunter.)

          Sicher, beim Sprechen artikuliert man vielleicht härter, spricht lau-
          ter, betont anders. Außerdem kann man einen Text auch noch ander-
          weitig hervorheben - warum bestehst du also darauf, dass Inhalt und
          Präsentation eine Einheit sind - sicher, das eine kann ohne das an-
          dere nicht auskommen, deswegen arbeiten Browser ja nach internen
          Regeln und externen Stylesheets an der möglichst guten, sinnvollen,
          adäquaten, zweckmäßigen Darstellung für den Benutzer.

          Jede Farbwahl ist eine "grafische" Entscheidung. Jede Schriftwahl
          auch. Nehme ich serifenlose Schrift, weil ich meine, daß diese
          noch besser auf dem Monitor zu lesen sind, unterstütze ich die
          Inhaltsaufnahme auf einer optischen Ebene.

          Es ist also relativ unsinnig zu glauben, man kann im Ergebnis (das,
          was dann letztendlich auf dem Bildschirm dargestellt wird) Inhalt vom
          grafischen Design trennen? Stimmt, das Ergebnis nicht. Aber die Spei-
          cherung.

          Vielleicht habe ich dich immer falsch verstanden - geht es dir wirk-
          lich nur um das, was letztlich auf dem Bildschirm zu sehen ist? Dann
          wird dir doch kaum einer widersprechen, dass eine logische Auszeich-
          nung wie bei HTML eben für einen Menschen nicht gut verständlich ist,
          dass er eine Gliederung vielleicht auf andere Weise braucht, eben op-
          tisch durch Farbe, Größe, Art, akustisch durch Lautstärke, Schnellig-
          keit, Artikulation, Sprachmelodie. Darauf basiert ja prinzipiell die
          Idee von Stylesheets.

          ist eine eindeutigere Aussage als ein Bild vom Strand. Dafür
          überlasse ich mit dem bild sehr viel Interpretationsspielraum für
          den Besucher, der vielleicht gar nicht an Spazierengehen denkt.

          Wer Grafiken gekonnt, also sinnvoll hinsichtlich des Mediums und des
          Benutzers, einsetzt, und dabei doch nicht aus den Augen verliert,
          dass man vielleicht, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Grafik
          sehen kann und vielleicht auf andere Weise den Flair einer Webseite
          bewerten muss, der ist sowieso schon weit. Es gibt Grafiken, die
          illustrieren (Navigationselemente, Millimeterpapier), es gibt
          Grafiken, die haben einen gewissen Inhalt (Bilder, Fotos). Dass bei
          letzteren keine endgültig überzeugende Trennlinie zwischen Aussehen
          und Inhalt feststellbar ist, ist klar.

          Mir ist es übrigens recht überzeugend, wie ich finde gelungen, die
          CSS-Tristesse, vor der du gewarnt hast, auf meiner Seite voll auszu-
          kosten ;-)
          </archiv/2002/3/7072/#m39247>

          Und - um ehrlich zu sein, so ganz bin ich von meiner eigenen Argumen-
          tation auch nicht überzeugt. Aber dafür diskutiert man ja, damit man
          sich eine Meinung bilden kann :-)

          emu
          [...]

          1. Hallo,

            zuerst Danke für den sehr sehr liebevollen ersten Abschnitt ;-)

            Ich habe die Seiten einmal als Kunst klassifiziert (...)
            Wenn ich mich richtig erinnere, hast du aber einmal geschrieben,
            dass du das gar nicht so gern hörst,

            "ja", obwohl ich da kaum Gram bei werde ,-) Ich bin selber kein Künstler, nur Handwerker, aber das sind ja nur kleinlichkeiten. Wichtiger ist mir, daß ich mit meinen Seiten, vor allem die der kunden, wie die Handpresse oder die neue Syltseite, ja auch was verkaufen will. Ich möchte die Produkte (bücher oder urlaub) per "Stimmung" verkaufen, und damit meinen Kunden ermöglichen, ganz profan ihre Produkte (Bücher und Ferienwohnungen) zu verkaufen. ich will also Internet-Kunden einfangen. Also keine künstlerische Aussage, sondern schnöde Werbung. Sollte die Handpresse-Seite so "verkünstlerisch" geworden sein, daß die hoffentlich entfachte Lust des Besuchers, so ein Objekt haben zu wollen, auf der Strecke bleibt, dann wäre die Seite schlecht, sehr schlecht geworden. Dann wäre eben tatsächlich zu viel (schlechte) "Kunst" reingeraten und die Seite wäre wie die Seite von Mont-Blanc, vor lauter Flash kommt man da gar nicht zu den Produkten.

            die mit den Grenzen des Mediums spielen darf

            ich halte es immer für wichtig, mit den grenzen eines mediums zu spielen, wenn man dabei sich auch traut, Irrwege wieder zurück zu gehen, denn nur so kann sich das Medium Internet wirklich weiter entwickeln.

            Ich glaube, wir meinen sogar im ganzen rest (bis auf detailfragen ,-)) das selbe. "Wir" können ja (um nicht blöd zu schreiben: wir sollten....) trennen, zwischen der Aufbereitung eines Inhaltes hinter den Kulissen (also dem css-html-etc-Code) und dem, was auf dem Monitor geschiet. Wenn ich meine, daß zu jedem Inhalt eine optische Aufbereitung gehört, und sei es die Verformung einer geraden Linie zu einem Buchstaben, dann meine ich das "für den Bildschirm". Hinter den Kulissen kann man sehr wohl trennen, und sollten dies natürlich auch. Man sollte es auch schon im Hirn machen. Aus dem Wust von optischen Ideen, die in einem Hirn rumschwimmen, sollte man erst einmal den "Inhalt" rausfiltern, den man vermitteln will. Das, was viele gerne als Content nennen und ich, auch nicht minder blöd, als Gehalt gerne bezeichne, eben der Inhalt. Was soll beim Besucher ankommen. Und dann, wenn man das ohne Absatz und Punkt und Komma parat hat, kann man anfangen, die optische Aufbereitung vor zu nehmen. CSS-Sytlesheets sind nichts anderes als meine geballten Grafiken, nur mit einer anderen Technik. Wir färben Pixel um, und sortieren die Buchstaben ein bissel auf dem Schirm. Die Frage ist eben einfach, wie starr muß ein grafisches Korsett für einen Inhalt sein, damit auf dem Transport nichts verloren geht. Hardcore-htmler mit ein bissel CSS wünschen sich ein möglichst flexibles Korsett, mit einer guten Berechtigung. DAS ist in der Tat die Stärke des Internets, wie wir es bisher kennen. In diesem Sinne mache ich auch keine klasischen guten Seiten... manche inhalte bedürfen aber eines festeren korsetts. (Kühlschrankseite z.Bsp.) Auch hier, wo es hoffentlich eh keiner liest, gebe ich gerne zu, daß ich manchmal zu sehr glaube, ich bräuchte ein starreres Korsett, obwohl es auch flexibler ginge. Es gibt keinen Grund, warum meine Stempelseite nicht auf mit einer "Besucherdefinierten Schrift" funktionieren würde. Aber da lerne ich eben noch ;-)

            Chräcker

  4. Hallo Phil,

    Gucke ich mir dagegen meine Seite an, welche nahezu ausschließlich aus Text und Elementen, die mit CSS formatiert sind, besteht, frage ich mich, ob die Zukunft der Internetseiten in Grafiken liegt...

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber ein Wort kann auch mehr sagen als tausend Bilder. Es kommt immer drauf an - wie Chraecker Heller auch schon sagt. Ausserdem braucht ein Bild in der Regel mehr Speicher als tausend Worte, eine Suchmaschine findet keine Pixel, und alle Farben sind sowieso Schall und Rauch, solange nicht alle Bildschirme exakt kalibriert sind.

    Grafiken haben bestimmte Aufgaben: sie sollen intuitives Erfassen erleichtern, Textwuesten aufbrechen, ein Foto zeigen oder einfach fuer eine gewisse atmosphaerische Stimmung sorgen. Grafiken, die keine solche Aufgabe haben, sind ueberfluessig.

    Grafiken, die Text ersetzen, weil der Anbieter glaubt, seine User koennen eh nicht lesen, sagen alles ueber den Anbieter. Wer lesen kann, sollte solche Seiten einfach meiden.

    viele Gruesse
      Stefan Muenz

    1. Hallo Phil,

      schau Dir doch mal http://www.funama.de/ an. Das nenne ich Grafik in der Seite und da macht es auch Sinn. Ich finde, aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung (wie kann man das doch gleich  kürzer sagen? IMHO), dass die grafischen Elemente, die Du da ansprachst in Giga und Co., die Lesbarkeit der Seite nur stören. Mir gehen sowieso Webseiten auf den Keks, die alles gaaanz klein darstellen, frei nahc dem Motto, je wichtiger die Firma, desto kleiner die Schrift.

      Solche Seiten sind zudem meistens schwer druckbar. Das die wesentlichen Inhalte gut druckbar sind, das ist mir ein wichtiges Anliegen.

      Da bin ich auch noch gespannt, wie die "Positionssetzer" das regeln wollen. Tabellen steuern nämlich wesentlich mehr, als man so sieht. Ich ärgere mich jedes Mal bei den PHP-Seiten, dass die so schlecht zu drucken sind.

      Wenn die Internetseiten (die Browser natürlich) durch eingebaute Beschreibungssprache einfache Vektorgrafik verstehen, dann wird es erst wieder interessant.

      Aber das ist nur meine persönliche Meinung

      Mach weiter so

      Gruß

      Tom

      1. Hallo,

        Solche Seiten sind zudem meistens schwer druckbar. Das die
        wesentlichen Inhalte gut druckbar sind, das ist mir ein wichtiges
        Anliegen.

        Beim drucken versucht man, Inhalte, die für ein Medium konzipiert wurden (Bildschirm) auf ein anderes (in der größe und meistens auch farbe genormtes Papier)zu übertragen. Inhalte, die so aufbereitet wurden, daß sie in meist schlechter Sitzhaltung vor einem an sich in der technik sehr antiqiertem Ausgabegerät noch gut aufnehmbar sind. Die Dinge nutzen (wie lange Seiten), die nicht für die Printausgabe gedacht wurden. Das ist eins der Probleme beim ausdrucken von Internetseiten. So wie es falsch ist, Printinhalte eins zu eins einfach ins netz zu bringen (außer man nutzt das Netz als Archiv abrufbarer Printmedien, siehe pdf-dateien), funktioniert es auch umgekehrt eben nicht. Deswegen halte ich es für richtig, legitim und in den meisten Fällen für wichtig, eine spezielle Printausgabe bereit zu stellen. Der Besucher kann nicht erwarten, daß das, was er sieht, auch im Ausdruck gut ausschaut. Aber er kann bei vielen Angeboten erwarten, daß er eine Seite findet, die er ausdrucken kann, und die dann eben für das Papier aufbereitet wurde. Oder eben, daß man ihn auf die kaufbaren oder bestellbaren Papierversionen verweist.

        Schwieriger wird es, wenn man mit Webseiten auch Emotionen vermittelt. Diese kann man nicht drucken. Emotionsunterstützende Dinge müssen sehr gut und genau für das entsprechende medium aufbereitet werden. Keiner erwartet ja von einer Musik-CD, daß deren inhalt auch ausdruckbar wäre, wenngleich dies in Noten ginge. Die Emotionen und Sinnesrefahrungen wären aber bei einem solchen Ausdruck nur noch wenigen Zugänglich.

        Chräcker

        http://www.Stempelgeheimnis.de

        --
        SELF-TREFFEN 2002
        http://www.rtbg.de/selftreffen/
        http://www.megpalffy.org/temp/penneninhh.html

  5. hi

    Wenn ich Seiten wie z.B. giga.de oder topwebmaster.de besuche, sehe ich, dass diese fast ausschließlich aus Grafiken bestehen.

    ich denke, dass der Trend so langsam eher wieder von allzu vielen Grafiken weggeht. Selbst die von dir genannte giga.de hat jetzt ja nach einer überarbeitung des Layouts eher weniger Grafiken.
    Grundsätzlich muss man aber auch sagen, lasse nie einen Grafiker alleine ein Website-Design machen - die tun sich anscheinend lieber Ladezeiten von mehreren Minuten an und machen die Nutzung der Seite fast unmöglich, als auch nur auf ein noch so kleines Detail zu verzichten - ich habe selbst schon erlebt, wie solche Leute am liebsten noch den Text durch eine Grafik ersetzen - weil die Schrift so schlecht aussieht! Die meisten Grafiker verstehen 0 von Accessibility und bewerten Websites nur danach, ob es dem Autor gelungen ist zu verhindern, dass ein User sich die Seite besser lesbar machen kann.

    Grüße aus Bleckede

    Kai

    [der jede Grafik auf Websites zu vermeiden versucht]

  6. Gruess dich,

    ich glaube (oder sollte ich sagen, hoffe?), die Zukunft liegt in einer ausgewogenen Mischung aus Grafik und Text. Optisch ansprechend mit einem qualitativ hochwertigen Inhalt.

    Ciao
    Uwe